Sie wollen Ihre Wohnung auf den neuesten Stand bringen, in höhere Energieeffizienz investieren oder einfach anfallende Renovierungen durchführen und benötigen dafür einen Modernisierungskredit. Dann erfahren Sie mehr dazu in diesem Ratgeber, beispielsweise über Finanzierungsalternativen und Konditionen.
Was ist ein Modernisierungskredit?
Der Überbegriff „Modernisierungskredit“ steht für die Finanzierung diverser baulicher Veränderungen in den eigenen vier Wänden. Dabei können unterschiedliche Ziele im Fokus stehen, wie beispielsweise verbesserte Energiewerte zur Erfüllung der neuen EU-Energieeffizienzrichtlinie (Richtlinie (EU) 2023/1791), die auch für Wohngebäude relevant ist, die Schaffung eines altersgerechten Wohnsitz oder einfach eine Investition in Ihre Wohnung, die dann dem aktuellen Standard entspricht.
Wofür kann ein Modernisierungskredit verwendet werden?
Folgende Bauarbeiten können Sie mittels eines sogenannten „Modernisierungskredites“ finanzieren (genauere Details unter den verlinkten Ratgebern – einfach unterstrichenen Textteil anklicken):
- Altersgerechter Umbau: Hier geht es in erster Linie um barrierefreies Wohnen im Alter. Ein Investitionsbeispiel wäre der Einbau altersgerechter Sanitärräume oder eines Treppenlifts.
- Energetische Sanierung: Diese gewinnt wegen gesetzlicher Auflagen zunehmend an Bedeutung. Sie umfasst den Austausch der Heizsysteme, das Anbringen neuer Wärmedämmungen, energieeffizienterer Dächer oder die Sanierung bzw. den Austausch von Fenstern und Türen.
- Renovierung: Bei einer Renovierung wird dem bisherigen Bestand nichts Neues hinzugefügt, sondern durch fachgerechte Erhaltungsarbeiten und Instandsetzungen wird der Wert und die Funktion des Bestandsgebäudes erhalten.
- An- und Umbauten: Zur Schaffung zusätzlichen Wohnraums kann ein Dachgeschoss aufgestockt werden oder im Erdgeschoss ein Anbau erfolgen. Auch eine Nutzungserweiterung einer Terrasse und Errichtung eines Wintergartens wäre ein mögliches Beispiel.
Alle Möglichkeiten für die Finanzierung einer Modernisierung
Sie müssen die meist doch beträchtlichen Ausgaben für Ihre Modernisierungsmaßnahmen nicht alleine stemmen. Abhängig von Art und Umfang der Tätigkeiten können Sie mit Förderungen rechnen und auch den verbleibenden Investitionsbetrag müssen Sie nicht gleich auf einmal bezahlen. Es gibt eine Reihe von Finanzierungsalternativen, die nachfolgend erklärt sind.
Zur Finanzierung von Umbau oder Modernisierung stehen Ihnen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:
Förderungen von Bund und Ländern
In Österreich gibt es Förderungen für thermische Sanierungen wie die Dämmung der Außenwände, den Fenstertausch und die Dämmung von Geschossdecken. Die Programme "Sanierungsbonus" und "Raus aus Öl und Gas" liefen Ende 2024 aus. Personen mit Registrierung vor dem 31. Dezember 2024 können ihre Projekte innerhalb von 12 Monaten umsetzen. Für neue Programme informieren Sie sich beim Bundesministerium für Klimaschutz (BMK). Genauere Details zur Förderung energetischer Sanierungsmaßnahmen finden Sie in diesem Ratgeber: Energetische Sanierung Förderung.
Hinzukommen noch für Gebäudemodernisierungen bzw. An- und Umbauarbeiten - je nach Bundesland - unterschiedliche Fördertöpfe. Beispielsweise fördert das Land Tirol die Vereinigung, Teilung oder Vergrößerung von Wohnungen, die Umnutzung von Räumen zu Wohnungen und altengerechte Maßnahmen wie den Badumbau oder Lifteinbau. Die Förderung erfolgt durch einen Einmalzuschuss von 25 % der Kosten oder durch einen Annuitätenzuschuss (AZ) von 35 % eines Bankkredits, der maximal 12 Jahre gewährt wird.
Noch großzügiger sind in Tirol die Förderungen für ökologische Verbesserungsmaßnahmen wie Solaranlagen, Fernwärmeanschlüsse, Dachbegrünung, Wärmedämmung und klimafreundliche Heizsysteme. Zuschüsse von bis zu 65 % der Kosten sind hier möglich. Ähnliche Ansätze verfolgen auch andere Bundesländer.
Kreditmöglichkeit 2: Bauspardarlehen
Bauspardarlehen, die nicht fix verzinst sind, haben auf 20 Jahre eine Zinsobergrenze von 6 % und werden daher mit steigenden Zinsen populärer. Sie erhalten entweder über einen bestehenden bzw. im besten Fall bereits fälligen Bausparvertrag eine Darlehenszuteilung, was für kleinere Finanzierungssummen (z.B. 20.000 bis 30.000 Euro) genützt werden kann. Oder Sie finanzieren auch die häufig fehlenden Eigenmittel, wie es derzeit gängige Praxis ist. Nähere Details zu Bauspardarlehen erfahren Sie in folgendem Ratgeber: Bauspardarlehen.
Kreditmöglichkeit 3: Bau- und Wohnkonto
Sie wissen noch nicht, wie hoch die tatsächlichen Sanierungskosten ausfallen werden, da bei Bauvorhaben häufig Kostenüberschreitungen auftreten und wollen die gesamten Sanierungsaufwendungen letztendlich mittels langfristigem Wohnbaukredit finanzieren. In diesem Fall macht für die ersten 12 bis 48 Monate ein Bau- und Wohnkonto Sinn. Es handelt sich um einen kurz- bis mittelfristigen Kontokorrentkredit, der auch zur Vorfinanzierung von Förderungen verwendet werden kann. Am Ende des Modernisierungsprojekts erfolgt eine Umwandlung des Kontokorrentkredits in einen langfristigen Wohnbaukredit, der dann hypothekarisch besichert wird. Diese Variante ist bei mittleren bis größeren Sanierungsprojekten (mindestens 30.000 bis 50.000 Euro) eine Möglichkeit.
Mehr zum Bau- und Wohnkonto in folgendem Ratgeber: Baukonto.
Kreditmöglichkeit 4: Konsumkredit
Angenommen Sie wohnen in Miete und nehmen eine Renovierung vor, die im Kostenbereich von 5.000 bis 20.000 Euro liegt und Sie verfügen über keine eigene Liegenschaft. Dann ist für Sie der Konsumkredit (oder Privatkredit) die Lösung. Er erstreckt sich über kürzere Laufzeiten von 5 bis 12 Jahren und ist teurer als der Hypothekarkredit. Vor allem in Hochzinsphasen sollten Sie daher bestrebt sein, Konsumkredite möglichst rasch zu tilgen.
Tipp: Sie haben einen Wohnbaukredit mit variablem Zinssatz und wollen die monatliche Zinsbelastung senken? Der Entlastungsrechner zeigt, was möglich ist:
Mit einem Modernisierungskredit den Wert der Immobilie erhalten
Mit einem Modernisierungskredit können Sie diverse bauliche Maßnahmen in den eigenen vier Wänden finanzieren. Möglich sind Hypothekarkredite einer Bank, Bauspardarlehen von Bausparkassen, ein anfängliches Bau- und Wohn-Konto und unbesicherte Konsumkredite. Aktuelle Kreditangebote finden Sie online in diversen Vergleichsportalen. Einen professionellen Vergleich mit individuellem Kreditkonzept bieten Ihnen indessen die Wohnbau-Finanz-Experten von Infina.
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