Bauspardarlehen: Zinsen, Rückzahlung und Laufzeit in Österreich

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Autor: Mag. Harald Draxl
Kategorie: Finanzierung
Datum: 07.02.2024

Ein Bauspardarlehen ist eine beliebte Art der Finanzierung in Österreich. Wenn Sie zudem einen Bausparvertrag in Österreich abgeschlossen haben, können Sie unter Umständen eine etwas günstigere Bausparfinanzierung, vorbehaltlich einer entsprechenden Bonität, erhalten. Aber welche Zinsen sind hierfür zu bezahlen? Welche Höchstbeträge gelten für Bauspardarlehen und lohnt sich ein solches Darlehen? Hier finden Sie die wichtigsten Informationen rund um das Bauspardarlehen, zur letzten Anhebung der Höchstbeträge für Barspardarlehen, sowie zu den aktuellen Fördersätzen im Jahr 2024.

Was ist ein Bauspardarlehen?

Ein Bauspardarlehen ist eine Möglichkeit der Finanzierung in Österreich, welche häufig als Alternative zum klassischen Immobilienkredit einer Bank gewählt wird.

Einen Bausparvertrag oder ein Bauspardarlehen können Sie in Österreich aktuell bei einer der vier Bausparkassen abschließen:

Ein Bauspardarlehen können Sie – anders als der Name es suggeriert – nicht nur für ein Bauprojekt einsetzen. Es lassen sich damit eine Reihe von Vorhaben finanzieren, zum Beispiel:

  • Aus- und Weiterbildungen
  • medizinische Behandlungen oder Pflege
  • Umbau und Sanierungen
  • Grundstückskauf
  • Umschuldung von anderen Krediten
  • Forderungen nach Erbteilen auszahlen

Das Wichtigste im Überblick

  • Bauspardarlehen können ausschließlich von Bausparkassen vergeben werden.
  • Die maximale Höhe des Darlehens beträgt 260.000 Euro pro Person (davor 240.000 Euro pro Person, Änderung Bausparkassengesetzverordnung (BSpkV) am 21. Juli 2022).
  • Für die Rückzahlungsperiode können die Zinsen fix oder variabel vereinbart sein. Die variablen Zinsen sind dabei nach oben (und bei einzelnen Bausparkassen auch nach unten) begrenzt. Dadurch ergibt sich besonders hohe Planbarkeit und Sicherheit.
  • Die Laufzeit eines Bauspardarlehens wird individuell mit der Bank vereinbart und kann bis zu 35 Jahre dauern.
  • Bei variablen Zinsen kann ein Bauspardarlehen meist ohne Probleme vorzeitig zurückgezahlt werden. Bei fixen Zinsen müssen Sie eventuell eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen.
  • Ein Bauspardarlehen ohne vorherige Sparperiode ist möglich – dabei stellt die Bank eine Zwischenfinanzierung bereit, bis das tatsächliche Darlehen ausgezahlt wird.

Wie erhält man ein Bauspardarlehen?

Um eine Bausparfinanzierung zu erhalten, müssen Sie einen Kreditantrag bei einer der vier Bausparkassen in Österreich stellen bzw. über einen Kreditvermittler beantragen. Der Ablauf ist dann wie folgt:

  1. Kreditantrag stellen: Wichtig ist die Zusammenstellung aller erforderlichen Unterlagen für die Kreditbeantragung sowie ein Vergleich der verschiedenen Bauspardarlehen bezüglich der vertraglichen Bedingungen und Konditionen.

  2. Kreditvertrag unterfertigen: Nach Prüfung Ihres Finanzierungsvorhabens sowie Ihrer Bonität können Sie den Kreditvertrag unterschreiben, sofern die Bausparkasse Ihre Bausparfinanzierung genehmigt.

  3. Kredit auszahlen lassen: Entsprechend dem für Ihr Vorhaben vereinbarten Auszahlungsplan wird Ihnen das Bauspardarlehen ausbezahlt.

Die Konditionen eines Bauspardarlehens in Österreich

Grundsätzlich hängen die Bedingungen des Darlehens von der jeweiligen Bausparkasse ab. Außerdem bietet jedes einzelne Institut mehrere Verträge mit unterschiedlichen Konditionen an. Es lohnt sich also in jedem Fall, die Angebote zu vergleichen. Idealerweise lassen Sie sich dabei von einem erfahrenen Experten beraten, um die Bausparfinanzierung zu wählen, die Ihren Bedürfnissen entspricht. 

Einige Gemeinsamkeiten bei den Bedingungen gibt es aber doch. Bei einem Bauspardarlehen in Österreich gelten folgende Rahmenbedingungen:

Höhe des Darlehens

Vor allem stellt sich die Frage: Wie hoch ist nun das Bauspardarlehen? Die maximale Höhe des Darlehens ist gesetzlich vorgegeben und beträgt 260.000 Euro pro Person bzw. 520.000 für ein Paar. Dies gilt allerdings nur, wenn das Darlehen besichert ist (zum Beispiel mit einem Grundstück). Ohne Sicherheiten ist das Darlehen pro Person auf 40.000 Euro begrenzt.

Zinsen

Während der Niedrigzinsphase bis Anfang 2022 waren Bauspardarlehen für viele Kreditsuchende nicht ganz so attraktiv. Die stark steigenden Zinsen in 2022 führten bei den Bausparkassen in Österreich zu einer erheblichen Steigerung bei der Vergabe von Bausparkrediten. Einerseits durch attraktive Konditionengestaltung (gute Möglichkeit der Refinanzierung für die Bausparkassen durch die günstigen Bauspareinlagen) und andererseits durch die gesetzliche Zinsobergrenze von 6 % für Bauspardarlehen in Österreich bei Vereinbarung eines variablen Zinssatzes. Damit ist eine maximale monatliche Belastung trotz eines variablen Zinssatzes gesichert. 

In der Regel können Sie zwischen einem fixen Zinssatz und variablen Zinsen wählen. Sehr häufig sind auch Kombi-Modelle: Auf eine kürzere Zeit mit einem sehr niedrigen fixen Zinssatz folgt dann für den Rest der Laufzeit eine variable Verzinsung.

Tipp

Lassen Sie sich hier nicht übermäßig vom niedrigen Fixzinssatz locken. Oft wird mit diesem sehr stark geworben, obwohl er nur für einen kleinen Teil der Laufzeit gilt (z. B. für nur 6 von insgesamt 35 Jahren).

Zur konkreten Höhe der Zinsen lässt sich keine allgemeine Aussage machen – das hängt vom Angebot der jeweiligen Bausparkasse ab. Für die variablen Zinsen gibt es meistens eine Unter- und Obergrenze im Bereich von ungefähr 2,25 % und 6 %. Das bedeutet, dass Sie im besten Fall nur 2,25 % Zinsen zahlen, im schlechtesten 6 %. 

Bei variablen Zinsen ist der Referenzzinssatz in der Regel der 3-Monats-EURIBOR oder der 12-Monats-EURIBOR. Hinzu kommt die Marge seitens der Bausparkasse, welche bestimmt, ob ein Angebot günstig oder teuer ist. Bei Fixzinsen hingegen gilt der EUR-Swap-Satz als Referenzzinssatz (Fixzinskomponente im Tauschgeschäft fixe gegen variable Zinsen). Er wird einmal für die vereinbarte Zinsbindungsperiode festgelegt.

Die Untergrenze bedeutet damit eine gewisse Einschränkung: Falls der Referenzzins noch weiter fällt als die Untergrenze, zahlen Sie mehr Zinsen als bei einer variablen anderen Finanzierung. Die Obergrenze dagegen bietet Ihnen Schutz: Dadurch haben Sie die Garantie, dass Sie keinesfalls mehr als die 6 % Zinsen zahlen müssen. Insgesamt bietet Ihnen ein solches Modell also mehr Planbarkeit und Stabilität.

Die Laufzeit

Bauspardarlehen werden mit einer vergleichsweise langen Kreditlaufzeit angeboten: Bis zu 35 Jahre können Sie sich Zeit lassen, um die Darlehenssumme zu tilgen. Selbstverständlich ist auch eine kürzere Laufzeit möglich. Es kommt wie immer darauf an, mit welcher der Bausparkassen in Österreich Sie eine individuelle Vereinbarung treffen.

Rückzahlung bzw. Tilgung

In der Regel zahlen Sie das Darlehen in gleichbleibenden Annuitäten zurück. Das heißt, dass Sie am Anfang mehr Zinsen und weniger Tilgungsbetrag zahlen, später dafür weniger Zinsen und mehr Tilgungsbeitrag. Die gesamte zu zahlende Rate bleibt aber immer gleich. Informieren Sie sich hier aber ganz genau, damit Sie keine Anpassungsklausel im Darlehensvertrag übersehen.

Allerdings gibt es wieder keine festen Vorgaben. Manche Banken bieten zum Beispiel die Rückzahlung in dynamischen Raten an, die mit der Zeit ansteigen. Unter Umständen möchten Sie wiederum bei etwaigen Schwierigkeiten ein paar Monate mit den Zahlungen pausieren: Auch diese Option ist bei vielen Verträgen möglich.

Besicherung

Im Allgemeinen benötigen Sie für ein Darlehen von der Bausparkasse bestimmte Sicherheiten. Üblicherweise ist das eine Hypothek – das bedeutet: Eine Liegenschaft dient der Bank als Sicherheit, falls der Kreditnehmer nicht mehr zahlen kann. Die Bausparkasse wird ins Grundbuch in Österreich eingetragen, deshalb heißt diese Form auch „grundbücherliche Besicherung“. Ohne eine solche Sicherheit erhält man nur kleinere Darlehen bis zu einer Höhe von 40.000 Euro pro Kreditnehmer.


Beispiel eines Bauspardarlehens

Zur besseren Veranschaulichung ein verkürztes Beispiel, wie so ein Bauspardarlehen bei einer österreichischen Bausparkasse aussehen könnte:

Darlehenssumme:300.000 Euro
Laufzeit:35 Jahre
Besicherung:ja, mit Eintrag in das Grundbuch
Fixer Sollzinssatz für die ersten 6 Jahre:3,75 % p.a. 
Variabler Sollzinssatz danach:Annahme 4,4 % (12-Monats-EURIBOR plus 1,5 Prozentpunkte; minimal 2,5 % und maximal 6 % für 20 Jahre)
zuzüglich Gebühren:Bearbeitungsgebühr 3 %, Eigenmittelbeschaffungsgebühr 0,5 %, Kontoführungsgebühr 16,79 € p. a., Grundbucheintragungsgebühr 1,44 %
Anfängliche monatliche Rate:1.417,18 Euro

 


Das Bauspardarlehen vorzeitig zurückzahlen – geht das?

Manchmal kommt es im Leben zu angenehmen Überraschungen und man steht auf einmal finanziell besser da als erwartet. In einem solchen Fall möchte man ein aufgenommenes Darlehen vielleicht schon früher zurückzahlen als geplant

Das Bauspardarlehen vorzeitig zurückzuzahlen ist möglich, allerdings müssen Sie unter Umständen Entschädigungen an die Bank zahlen. Entscheidend ist hierbei, ob Sie sich in der Fixzinsperiode oder der Phase mit variablen Zinsen befinden:

  • Fixzinsperiode: Bei fixen Zinsen ist die vorzeitige Rückzahlung etwas schwieriger. Häufig verlangen die Bausparkassen in Österreich in diesem Fall eine sogenannte „Vorfälligkeitsentschädigung“. Das heißt, dass Sie für die entgangenen Zinsen entschädigt werden wollen. Diese darf jedoch maximal 1 Prozent der vorzeitig zurückgezahlten Summe betragen. Wenn Sie geringere Summen vorzeitig zurückzahlen (unter 10.000 pro Jahr), müssen Sie keine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen.
  • Variable Zinsen: Darlehen mit variablen Zinsen können in der Regel ohne Zusatzkosten vorzeitig getilgt werden. Unter Umständen besteht jedoch eine Kündigungsfrist, die Sie einhalten müssen.

Angebote für Bauspardarlehen im Überblick

Die vier Bausparkassen in Österreich haben jeweils ihre individuellen Bauspardarlehensangebote, jedoch unterliegen sie aufgrund des Bausparkassengesetzes klaren Vorgaben in der Produktgestaltung. So haben alle Angebote beispielsweise eine Mindestlaufzeit von fünf Jahren und eine einheitliche Obergrenze von 260.000 Euro pro Person. Nachfolgend finden Sie eine Indikation zu aktuellen Produktangeboten für Bauspardarlehen (Stand: 08.02.2024). Diese kann aber nur als Orientierungshilfe dienen. Die tatsächlichen Konditionen der jeweiligen Finanzierung werden in Abhängigkeit der Bonität und Sicherstellung gestellt.

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Zum Kreditvergleich

Raiffeisen Bausparkasse

BauspardarlehenMaximale LaufzeitZinssatz (Fixzinsphase)

Zinssatz
(Phase variable Zinsen)

Sonstiges
Bausparfinanzierung - variable Zinsen35 Jahre bei 1,5 Jahre fix: 3,5 % bis Zuteilung Bauspardarlehen (Mindestwartezeit 1,5 Jahre), danach variabel12-Monats-EURIBOR + 1,5 % ab 01.01. Folgejahr nach Zuteilung Bauspardarlehen

Ab Zuteilung Bauspardarlehen Zinsobergrenze von 6 % und Zinsuntergrenze von 2,25 % für 20 Jahre
Bis zu 260.000 Euro pro Person

Bausparfinanzierung - fixe Zinsen35 Jahre bei 20 Jahre fix: 4,875 % fix bis Zuteilung Bauspardarlehen (Mindestwartezeit 1,5 Jahre) + 4,125 % fix für weitere 18,5 Jahre, danach variabelnach der Fixzinsphase 12-Monats-EURIBOR + 1,5 %Ab Zuteilung Bauspardarlehen Zinsobergrenze von 6 % und Zinsuntergrenze von 2,25 % für 20 Jahre
Bis zu 260.000 Euro pro Person
Bausparfinanzierung - fixe Zinsen35 Jahre 

bei 6 Jahre fix: 4,4 % fix bis Zuteilung Bauspardarlehen (Mindestwartezeit 1,5 Jahre) + 3,65 % fix für weitere 4,5 Jahre, danach variabel

nach der Fixzinsphase 12-Monats-EURIBOR + 1,5 %

Ab Zuteilung Bauspardarlehen Zinsobergrenze von 6 % und Zinsuntergrenze von 2,25 % für 20 Jahre
Bis zu 260.000 Euro pro Person

s Bausparkasse

BauspardarlehenMaximale LaufzeitZinssatz (Fixzinsphase)

Zinssatz
(Phase variable Zinsen)

Sonstiges
s Bauspardarlehen35 Jahre

20 Jahre: 3,99 % p. a. nominal
15 Jahre: 3,79 % p. a. nominal
6 Jahre: 3,69 % p. a. nominal

nach Fixzinsphase 12-Monats-EURIBOR
+ Aufschlag von 1,5 %

Ab Zuteilung Bauspardarlehen kann Zinsobergrenze
von 6 % und Zinsuntergrenze von 2,5 % für
20 Jahre (bei grundbücherlicher Sicherstellung und nur bei Variante Fixzins 6 Jahre)
vertraglich fixiert werden
Bis zu 260.000 Euro pro Person

start:bausparkasse

BauspardarlehenMaximale LaufzeitZinssatz (Fixzinsphase)

Zinssatz
(Phase variable Zinsen)

Sonstiges
start Bauspardarlehen35 Jahre30 Jahre: 3,90 % p. a. nominal
20 Jahre: 3,95 % p. a. nominal
12-Monats-EURIBOR + 1,5 % 

Wüstenrot Bausparkasse

BauspardarlehenMaximale LaufzeitZinssatz (Fixzinsphase)

Zinssatz
(Phase variable Zinsen)

Sonstiges

Mein ZuhauseDarlehen

35 Jahre

20 Jahre: ab 4,15 % p. a. nominal
danach variabel

10 Jahre: ab 3,6 % p. a. nominal
danach variabel

12-Monats-EURIBOR ab 0,95 % bis 1,50 %

3 Möglichkeiten der Ratengestaltung:
Flexible Rate, Staffelrate oder Pauschalrate
Konditionen nur mit Eröffnung eines Girokontos gültig


Bauspardarlehen oder „normaler“ Kredit: der Vergleich

Seit die Niedrigzinsphase beendet ist, sind Bauspardarlehen wieder attraktive Finanzierungsalternativen zur Immobilienfinanzierung einer Bank.

Im Folgenden haben wir Vor- und Nachteile der beiden Finanzierungsformen zusammengefasst:

Bauspardarlehen

VorteileNachteile
Sicherheit und Planbarkeit: Zinsen können in den ersten 20 Jahren niemals über die Obergrenze von 6 % steigen.Zinsen möglicherweise höher als bei anderen Krediten, da es eine Untergrenze gibt. Niedriger als diese Untergrenze können die Zinsen nicht werden.
Bei Zinssteigerungen in der Zukunft die günstigere Option.Die Darlehenssumme kann pro Person höchstens 260.000 betragen.
Für Personen mit geringer Bonität besser: Falls die Besicherung mit einem Grundstück möglich ist, spielt die dynamische Bonitätseinstufung keine so große Rolle. 

Bankkredit

VorteileNachteile 
Große Flexibilität bei den Rahmenbedingungen: Laufzeit, Zinsen und Kreditsumme lassen sich individuell vereinbaren.Es gibt keine Zinsobergrenze bei einer variablen Verzinsung: Damit sind die zukünftigen Zinszahlungen nicht wirklich planbar.
Kreditbetrag pro Person kann auch höher sein als 260.000 Euro.Die Zinsen könnten den nächsten 10-20 Jahren auch deutlich über 6 % steigen. Dann wird ein variabler Bankkredit oberhalb von 6 % viel teurer als das Bauspardarlehen.
Bei guter Bonität und Verhandlungsgeschick lassen sich möglicherweise vorteilhafte Konditionen aushandeln. 

Allerdings muss es nicht unbedingt ein Entweder/Oder sein: Häufig macht es Sinn, auf eine Kombinationsfinanzierung aus Bank und Bausparkasse zurückzugreifen. Es lohnt sich jedenfalls, kompetente Beratung in Anspruch zu nehmen, um die passende Finanzierungsform zu finden.


Das Bauspardarlehen umschulden: Wann lohnt sich das?

Insbesondere, wenn sich Ihre Lebenssituation verändert hat und die bestehende Finanzierung nicht mehr passend ist, kann die Umschuldung eines Bausparkredits sinnvoll sein. Sei es, dass die aktuelle Kreditrate zu hoch ist oder Sie eine weitere Finanzierung für einen Ausbau oder eine thermische Sanierung benötigen.

Dann sollten Sie über einen Umschuldungskredit nachdenken. Ob bzw. wie sehr sich die Ablösung des Bauspardarlehens lohnt, hängt u. a. ab…

… von der Restlaufzeit.

... von der offenen Kreditsumme.

… vom Unterschied zwischen den beiden Zinssätzen.

Allerdings kommen durch die Umschuldung auch Kosten auf Sie zu: Unter Umständen müssen Sie wegen vorzeitiger Rückzahlung eine Entschädigung an die Bausparkasse zahlen (Pönale). Bearbeitungsgebühren sowie die Änderung des Grundbucheintrags können ebenfalls zusätzliche Kosten verursachen. Konkrete Schritte wollen also gut überlegt sein. 

Eine genaue Kalkulation bringt Klarheit: Erkundigen Sie sich nach Vorfälligkeitsentschädigung bei der bisherigen Bausparkasse bzw. Gebühren der neuen Bank. Berechnen Sie danach die Rate vor und nach einer Umschuldung (etwa mit einem entsprechenden Online-Kreditrechner). Somit haben Sie eine gute Grundlage für Ihre Entscheidung.


KIM-V: Erleichterungen für Vorfinanzierungen seit 01.04.2023

Die zum 01.08.2022 in Kraft getretene KIM-V (Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung) hat neben den verschärften Anforderungen an das erforderliche Eigenkapital beim Immobilienerwerb auch zu einigen praktischen Problemen im Bereich der Vorfinanzierung von Bauspardarlehen und Förderkrediten geführt. Mit Wirkung zum 01.04.2023 wurde hier daher nochmals eine Änderung der KIM-V vorgenommen:

Die Vorfinanzierung von Bausparfinanzierungen wird in der KIM-V-Novelle bei der Berechnung der Schuldendienstquote zusammen mit dem Bauspardarlehen/ geförderten Wohnkredit als eine einzige Finanzierung behandelt. Damit kann die vorfinanzierende Bank die komplette Laufzeit der Bausparfinanzierung und der Vorfinanzierung für die Berechnung der Schuldendienstquote heranziehen. Die Voraussetzungen wurden vom Gesetzgeber analog zur Zwischenfinanzierung festgelegt: maximale Laufzeit von zwei Jahren für die Vorfinanzierung und verbindliche Zusage der Bausparkasse oder des Förderkredits.

Weiterhin wurden in der Novelle die Regelungen zur Zwischenfinanzierung und die kreditnehmerbezogene Geringfügigkeitsgrenze angepasst. Die relevanten Änderungen finden Sie in unserem Beitrag Zwischenfinanzierung.


Sonderformen des Bauspardarlehens

Neben den „klassischen Formen“ des Bauspardarlehens gibt es bestimmte Varianten, die vielleicht weniger bekannt sind: beispielsweise das Darlehen ohne grundbücherliche Besicherung oder ein Darlehen mit sofortiger Auszahlung.

Ohne Eintrag ins Grundbuch

Einige Bausparkassen bieten Darlehen an, bei denen die übliche Besicherung durch ein Grundstück wegfällt – also Bauspardarlehen ohne Eintrag ins Grundbuch. Jedoch muss man sich hier mit viel geringeren Darlehenssummen begnügen: 

Ohne Sparperiode – mit Sofortauszahlung

Die Bausparkassen bieten eine "Sofortfinanzierung", die sich aus einer Zwischenfinanzierung und der folgenden Bausparfinanzierung zusammensetzt. Eine Kreditabwicklung mit zwei Finanzierungsphasen. Die "systembedingten Eigenmittel" für eine Bausparfinanzierung werden von den Bausparkassen ohne Probleme vorfinanziert.

Vorteil für Kunden, die selbst angespart haben und über einen "zuteilungsreifen" Bausparvertrag verfügen: Sie erhalten in der Regel kleine Gebührenvorteile im Wege einer "Stammkundenkondition".


Bauspardarlehen: punktet durch gute Planbarkeit

Mit einem Bauspardarlehen erhalten Sie zwar nicht immer die niedrigsten Zinsen, dafür aber viel Sicherheit: Egal, was in den nächsten 10, 20 Jahren passiert – der Zinssatz kann nicht über die Obergrenze von 6 % steigen. Für all jene, die sich langfristige Planbarkeit wünschen, kann es also eine sinnvolle Option sein. Die Zinsen für Bauspardarlehen insgesamt sind seit Beendigung der Niedrigzinsphase auch wieder deutlich attraktiver.


Häufige Fragen zum Bauspardarlehen

 

Grundsätzlich kann jede Person mit österreichischem Wohnsitz und entsprechender Bonität ein Bauspardarlehen beantragen. Auch für Minderjährige gibt es spezielle Jugend-Bausparangebote. Da Bauspardarlehen hypothekarisch gesichert werden, sind es in der Regel Wohnbaumaßnahmen, wie Sanierung, Neu- oder Ausbau.

 

 

Ein Bauspardarlehen lohnt sich dann, wenn Sie sich einen Maximalzins von 6 % für 20 Jahre sowie die Option von tilgungsfreien Zeiten von einigen Monaten sichern wollen, was Ihnen eine entsprechende Sicherheit gibt. Bei sinkendem Zinsniveau profitieren Sie bei Wahl eines variablen Zinssatzes dann ebenfalls.

 

 

Neben Bauprojekten bzw. Wohnbaumaßnahmen können auch Aus- und Weiterbildungen, medizinische Behandlungen und Pflege sowie Umschuldungen oder Auszahlungen von Erbteils- bzw. Scheidungsforderungen im wohnwirtschaftlichen Zusammenhang finanziert werden.

 

 

Je nach Angebot und Bausparkasse wird häufig für einige Monate oder Jahre ein Fixzins vereinbart. Wird ein variabler Zins angeboten, so basiert dieser auf dem 12-Monats-EURIBOR. Viele Bausparangebote bieten einen Mix aus beiden Zinsmodellen an, die genaue Zinsberechnung wird dabei vertraglich geregelt.

 

 

Der Abschluss eines Bausparvertrages zielt neben des Ansparcharakters und der Möglichkeit einer staatlichen Prämie auf eine etwas verbesserte Zinskondition bei der Aufnahme eines Bauspardarlehens ab.

 

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Bildquelle: G-Stock Studio/ Shutterstock.com, Rostislav_Sedlacek/ Shutterstock.com, Rido/ Shutterstock.com
Rechtshinweise zu unseren Ratgebern finden Sie in unserer Verbraucherschutzinformation.


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Über den Autor: Mag. Harald Draxl
Position: Geschäftsführer

Meine Kreditkompetenz habe ich 1995 durch die Leitung des Gewerbekunden-Centers bei der Creditanstalt AG und seit 1997 als Baufinanzierungs-Spezialist bei der CA Baufinanzierungs-Beratung GmbH aufgebaut. Im Jahr 2002 wurde ich Gesellschafter bei der Infina und ab November 2004 in die Geschäftsführung berufen. Meine Zuständigkeit ist seither die Leitung unseres Vertriebes und der Banken-Kooperationen. Ich beschäftige mich tagtäglich mit den Entwicklungen am österreichischen Kredit- und Immobilienmarkt, um unsere gesamte Vertriebsorganisation stets über die besten Produkte und aktuellen Zinssätze für die Kundenberatungen auf dem Laufenden zu halten.

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