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Der Bausparvertrag: Laufzeit und Auszahlung in Österreich

Datum: 24.05.2019 | Autor: Redaktion

Infina Wohnbau-Finanz-Experten Bausparen

Ein Bausparvertrag gibt nicht nur eine bestimmten Bausparsumme an, sondern auch wann man ein Bauspardarlehen in Anspruch nehmen kann. Aber wie lange läuft so ein Bausparvertrag? Wann erfolgt die Auszahlung, wie hoch ist die staatliche Bausparprämie und welche Kosten entstehen, wenn man vorzeitig kündigt? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema Bausparen! 


Was ist ein Bausparvertrag?

Hinter dem Prinzip Bausparen steckt ein simpler Gedanke: Mehrere Sparer zahlen über einen festgelegten Zeitraum in einen gemeinsamen „Bauspartopf“ ein, sodass daraus Bauspardarlehen vergeben werden können. Wird hingegen kein Bauspardarlehen benötigt, so werden zum Ende des Bausparvertrags die erzielten Sparsummen an die einzelnen Beteiligten ausgezahlt. Die genauen Bedingungen sind im Bausparvertrag festgelegt.

Der Bausparvertrag bei Wüstenrot, Raiffeisen & Co.

Aktuell gibt es in Österreich vier Bausparkassen, die jeweils eigene Bausparverträge anbieten. Einen solchen Vertrag können Sie abschließen bei:

Jede Bausparkasse legt in den Bauspar-AGBs ihre individuellen Konditionen fest, doch es gibt unabhängig vom Anbieter einige Aspekte, die in jedem Fall wichtig sind. Dazu zählen unter anderem die Laufzeit, die Höhe der Gebühren und das Verfahren, wenn die Sparperiode vorbei ist. Einige Bausparkassen legen dort auch fest, dass es für Sparer unter 25 Jahren Begünstigungen gibt – frühzeitige Planung lohnt sich also!

Wer einen Bausparvertrag hat, zahlt regelmäßig in einen kollektiven Spartopf ein. Die Bausparkasse weiß genau, über welchen Zeitraum sie welche Sparbeträge bekommt, während alle Beteiligten wissen, welcher Betrag am Ende der Sparperiode auf sie wartet. Diese hohe Planbarkeit für beide Seiten ist ein wesentlicher Vorteil des Bausparvertrags.

Unterm Strich gibt es zwei Optionen beim Bausparen: Auf eine vorher festgelegte Ansparphase folgt die Auszahlung des Guthabens. Damit ist das Vertragsverhältnis beendet. Alternativ haben Sie nach der Sparperiode Anspruch auf ein Darlehen mit günstiger Verzinsung. Interessant ist dabei natürlich die Frage, wann man eigentlich Zugriff auf das angesparte Geld hat.

Laufzeit: Wie lange läuft ein Bausparvertrag?

Meistens läuft ein Bausparvertrag über 6 Jahre. Nach dieser Mindestbindungsfrist ist es oft möglich, mit einem Folgevertrag um weitere vier Jahre zu verlängern. Die maximale Laufzeit des Vertrags beträgt also 10 Jahre. So können Sie selbst mittelfristig planen – für sich selbst oder für andere, denn es ist absolut legitim, einen Bausparer zu verschenken.

Achtung: Ob die Bausparkasse Sie darauf hinweist, dass der Bausparvertrag bald endet, ist reine Kulanzsache. Wird der Vertrag nicht rechtzeitig gekündigt, läuft er weiter, und zwar bei sehr niedrigen Zinsen. Wenn Sie also sicher wissen, dass Sie nach den 6 Jahren das Vertragsverhältnis beenden wollen, reichen Sie am besten ca. einen Monat vor Ablauf das Kündigungsformular ein. So bleibt genug Zeit für die Bearbeitung.

Zusammengefasst lässt sich die Laufzeit eines Bausparvertrags in zwei oder drei Phasen einteilen, je nachdem, ob Sie ein Darlehen wählen oder nicht:

  1. Sparperiode
  2. Zuteilung bzw. Auszahlung des Sparguthabens
  3. Optional: Darlehen und anschließende Tilgungsperiode

Den meisten Profit ergibt ein Bausparer übrigens, wenn der vereinbarte Sparbetrag gleich zu Beginn vollständig eingezahlt wird. Das bedeutet zwar anfänglich eine höhere Belastung, aber eben gleichzeitig einen höheren „Grundstock“ und damit größeren Zinsprofit, als es bei einer langsam wachsenden Sparsumme der Fall ist.

Wie hoch ist die staatliche Bausparprämie?

Zusätzlich zu dem Betrag, den Sie selbst ansparen, gibt es noch die Bausparprämie, die der Staat zuteilt. Sie ist von der Kapitalertragssteuer (KESt) befreit und wird unabhängig davon vergeben, bei welcher Bausparkasse man ist.

Die Höhe der Bausparprämie wird immer für ein Kalenderjahr festgelegt und dieser Satz bis 30.11. des Jahres bekanntgegeben. Für 2019 liegt die Bausparprämie weiterhin bei 1,5 Prozent. Es gibt jedoch Grenzen, was die staatlichen Zuschüsse betrifft: Pro Jahr und Person werden maximal 1.200 Euro gefördert.

Zinsen und Vertragssumme beim Bausparen

Jede Bausparkasse bietet andere Zinsen beim Bausparvertrag. Zur Auswahl stehen neben fixer oder variabler Verzinsung oft auch Mischformen, also eine Anfangsphase mit fixen Zinsen, die dann von variablen Zinsen abgelöst werden.

Die Vertragssumme, wie sie im Bausparvertrag festgelegt wird, setzt sich aus dem auszahlbaren Guthaben und dem potenziellen Darlehensbetrag zusammen. Allerdings kommt es natürlich ganz darauf an, welche monatlichen Sparbeträge realistisch sind: Übernehmen sollte man sich nicht, denn einen Bausparer kündigen ist nicht gerade billig.  

Beim Festlegen der Summe sollten Sie unter anderem auf Faktoren wie den Zinsprofit und die Rentabilität achten, was die Kontoführungsgebühren betrifft: Wenn die Zinsen gerade mal so viel ausmachen, wie das Konto an sich schon kostet, bringt diese Sparform wenig. Bedenken Sie außerdem, ob Sie vielleicht von Zeit zu Zeit Sonderzahlungen leisten können, um das Ersparnis und damit den Zinsertrag schneller zu steigern.


Die Auszahlung: Wann und wie kann man den Bausparvertrag auflösen?

Nach jahrelangem Sparen ist es endlich soweit: Sie haben Anspruch auf Ihr Guthaben. Heißt das also, dass Sie pünktlich nach 6 Jahren mit der gesamten Summe rechnen können?  Oder geht das vielleicht sogar schon früher? Hier die wichtigsten Fakten zur Auszahlung des Bausparvertrags!

Ab wann ist die Auszahlung der Bausparsumme möglich?

Eine Auszahlung des angesparten Guthabens ohne Abschlag ist bei Vertragsende möglich, sobald ein bestimmter Prozentsatz des vereinbarten Sparziels (je nach Vertragsregelung) erreicht sind. Der Auszahlungsvorgang des angesparten Guthabens benötigt in der Regel nicht viel Zeit und wird innerhalb weniger Werktage auf Ihr Girokonto überwiesen.

Sollten Sie sich gegen die Auszahlung entscheiden, können Sie entweder weitersparen oder ein Bauspardarlehen mit günstigen Zinsen in Anspruch nehmen. Die Darlehenssumme sind dann die restlichen 60 bzw. 50 Prozent des vereinbarten Vertragssumme jedoch maximal 220.000 Euro pro Person.

Was passiert, wenn man den Bausparer vorzeitig auflöst?

Einen Bausparvertrag zu kündigen kann ganz einfach nur bedeuten, dass Sie nach 6 Jahren das entsprechende Formular einreichen und damit Ihre Bausparzeit beenden. Manchmal kann es jedoch passieren, dass man Schwierigkeiten hat, die Sparraten weiterhin zu zahlen und aus diesem Grund überlegt, den Vertrag vorzeitig zu kündigen.

Es ist deutlich leichter gesagt als getan, aber: Sofern es irgendwie möglich ist, sollten Sie auf diesen Schritt verzichten. Denn die vorzeitige Kündigung ist zwangsläufig mit Verlusten verbunden:

Die staatliche Bausparprämie muss zurückgezahlt werden oder wird einbehalten, es sei denn, das Sparguthaben soll für Wohnbaumaßnahmen eingesetzt werden und Sie können dem Finanzamt den entsprechenden Nachweis erbringen. Die Zinsen auf das Sparguthaben werden nachträglich gesenkt.
Es werden Verwaltungskosten fällig, also ein bestimmter Prozentsatz der festgelegten Sparsumme (0,5 bis 2 Prozent). Meist spielt dabei das Kündigungsjahr eine Rolle.

Kurz gesagt: Den Bausparvertrag vorzeitig zu kündigen und dabei keine Verluste zu machen, ist nicht möglich. Das ist eigentlich ganz logisch, denn für die Bausparkasse entsteht durch den unerwarteten frühen Wegfall der Sparbeträge ein Engpass.

Unser Fazit: Aktuell bieten Bausparverträge keine hohen Zinsen, so viel muss ehrlicherweise gesagt werden. Und doch: Ein Bausparvertrag bietet maximale Sicherheit, was die Planung betrifft.

Monatliche Sparbeträge und Zinsen sind klar geregelt, und Sie können fest damit rechnen, nach Ende der Laufzeit entweder den festgelegten Betrag oder ein günstiges Darlehen zu bekommen. An sich kein schlechter Deal, oder?

In diesem Sinne: Informieren Sie sich am besten bei den Bausparkassen, welches Modell für Ihr Vorhaben am besten geeignet ist!


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