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Der Kontokorrentkredit: Definition, Details & Vorteile

Datum: 30.01.2020 | Autor: Redaktion

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Kontokorrentkredit

Der Kontokorrentkredit ist ein Bankkredit, den ein Kreditinstitut dem Kreditnehmer gegen laufende Rechnung bis zu einer definierten Höhe einräumt. Einmal eingeräumt, ist der Kontokorrentkredit ein flexibles Instrument, um Ein- und Ausgänge miteinander laufend zu saldieren. Den Begriff des Kontokorrentkredits wird häufig im Unternehmerbereich genutzt. Im privaten Bereich gibt es dieses Kreditinstrument auch. Hier spricht man dann von einem Dispositionskredit. Auch in der Wohnbaufinanzierung trifft man dieses Instrument in Form des Baukonto bzw. Wohnbaukonto an. 


Was ist ein Kontokorrentkredit?

Jedem ist die Situation gut bekannt. Man verfügt über ein Konto, auf dem einerseits regelmäßig oder unregelmäßig Eingänge gutgeschrieben werden. Demgegenüber stehen andererseits aber jede Menge an Rechnungen, die es zu begleichen gilt. Meist sind die Eingänge leichter unter Kontrolle zu bringen als die Vielzahl an unterschiedlichen Zahlungen. Aber dem nicht genug, passen die Zeitpunkte der Ein- und der Ausgänge in den allermeisten Fällen auch nicht zusammen.

Das ist besonders dann wenig angenehm, wenn man dringend Zahlungseingänge erwartet, diverse Rechnungen allerdings bereits auf eine umgehende Bezahlung warten. Ein mögliches Guthaben ist dann schnell aufgebraucht. Aber was passiert dann? Spätestens jetzt benötigt man einen Kontokorrentkredit.

Der Kontokorrentkredit ist ein Bankkredit, den ein Kreditinstitut dem Kreditnehmer gegen laufende Rechnung bis zu einer definierten Maximalhöhe einräumt. Einmal eingeräumt, ist der Kontokorrentkredit ein flexibles Instrument, um Ein- und Ausgänge miteinander laufend zu saldieren.


Kontokorrent- oder Dispositionskredit?

Spricht man von einem Kontokorrent- bzw. einem Dispositionskredit so könnte man meinen, dass sie sehr unterschiedliche Sachverhalte beinhalten. In Wirklichkeit beschreiben diese beiden genannten Kreditformen jedoch sehr ähnliche Inhalte. Allerdings hat sich der Begriff des Kontokorrentkredits im Unternehmerbereich durchgesetzt, während man im privaten Bereich tendenziell den Dispositionskredit antreffen wird. Disposition heißt dabei im übrigen “zur freien Verwendung”. Umgangssprachlich spricht man auch von einem sogenannten “Kreditrahmen”.


Was man noch alles zum Kontokorrentkredit wissen sollte

Je nachdem wo wir den Kontokorrentkredit nun antreffen, kann mit dem Kreditinstitut eine feste Kreditlaufzeit vereinbart sein. Dies wird vor allem dort der Fall sein, wo eine hohe Flexibilität benötigt wird, der Verwendungszweck jedoch klar und eingeschränkt ist. ein Beispiel dafür wäre das Baukonto. Aber auch aus rechtlichen Gründen kann durch das Kreditinstitut eine feste Kreditlaufzeit gewünscht und vereinbart werden. In dem Fall besprechen der Kreditnehmer und das Kreditinstitut bei Ablauf der Kreditlaufzeit gemeinsam die weitere Vorgehensweise. Dort wo der Kontokorrentkredit mit einem Giro- oder Geschäftskonto verbunden ist, gibt es hingegen häufig keine formelle Kreditlaufzeit.

Sehr relevant ist hingegen die Höhe des mit dem Kreditinstituts vereinbarten Kreditrahmens. Die maximale Höhe ist zwar grundsätzlich Vereinbarungssache, aber sie wird durch das Kreditinstitut abhängig von der wirtschaftlichen Notwendigkeit und Verwendung individuell beschränkt werden. So erhalten private Kreditnehmer bei Girokonten und entsprechender Bonität meist einen Dispositionskredit bzw. einen Kreditrahmen in Höhe von zwei bis drei Monatsgehältern.

Bei Kontokorrentkrediten für Unternehmen hängt die Kredithöhe, abgesehen von der individuellen Bonität, von verschiedenen anderen Variablen ab. So wird unter anderem zu berücksichtigen sein, welches Geschäftsmodell das Unternehmen verfolgt und in welcher Branche es tätig ist. Aber vor allem auch operative Faktoren haben enormen Einfluss. So wird es beispielhaft relevant sein, ob ein Produktionsunternehmen aufgrund der Marktsituation mit langfristigen Zahlungszielen seiner Kunden konfrontiert ist. In so einem Fall spielt der Kontokorrentkredit für die Ausbalancierung des Cash Flows eine äußerst wichtige Rolle. Die Höhe des Kreditrahmens wird sich dann an den operativen Umsatzzahlen des Unternehmens orientieren.


Das Baukonto - ein besonderer Kontokorrentkredit

Das Baukonto ist ein Kontokorrentkredit. Auch hier wird mit der Bank einen Kreditrahmen vereinbart, der für Zahlungen für ein spezielles Wohnbauprojekt bei Bedarf ausgenutzt werden kann. Fallen nun Rechnungen an, die mit dem Wohnbauprojekt in Verbindung stehen, dann werden diese über das Baukonto beglichen. Bis zu der festgelegten Obergrenze kann das Baukonto nun belastet werden.

Gerade bei der Errichtung eines Hauses, kann das Baukonto äußerst hilfreich sein. Das Baukonto ist dabei quasi ein Alleskönner. Denn, kaum legt man den Schalter um, fallen die ersten Kosten an. Ob Notar, Aufwendungen für Planungen oder den Architekten, bereits die ersten Rechnungen können ins Geld gehen. Entweder man greift nun auf seine Ersparnisse und Eigenmittel zurück, oder aber man schafft sich die notwendige finanzielle Flexibilität und Unabhängigkeit über ein Baukonto.


Welche Kosten fallen beim Kontokorrentkredit an?

Da es sich um einen Kredit handelt, wird das Kreditinstitut für den jeweils in Anspruch genommenen Kreditbetrag einen Sollzinssatz verrechnen. In aller Regel ist der verrechnete Sollzinssatz bei einem Kontokorrentkredit höher. Das hat unter anderem damit zu tun, dass Kontokorrentkredite über eine große Flexibilität verfügen. Darüber hinaus hängt die Höhe des Sollzinssatzes auch mit den vorhandenen Sicherheiten zusammen. Höhere Sicherheiten werden dabei auch einen geringeren Sollzinssatz bedeuten, und umgekehrt.

Aber es gibt noch weitere Kosten, die im Zusammenhang mit einem Kontokorrentkredit anfallen können. Eine vielleicht nicht so bekannte Kostenart sind dabei die Bereitstellungszinsen. Stellt ein Kreditinstitut einen “Kreditrahmen” zur Verfügung, so kann dieser durch den Kreditnehmer ausgenutzt werden. D.h. die Gelder müssen durch die Bank prinzipiell zur Verfügung stehen, ohne dass diese weiß, ob der Kreditnehmer das Geld auch benötigt. Auch dadurch fallen bei der Bank Kosten an. Diese werden dann durch die Bereitstellungszinsen beglichen.

Eine bekannte Kostenart ist jedenfalls die Kontoführungsgebühr, die entweder monatlich oder quartalsweise eingehoben wird. Ganz zu Beginn kann auch ein einmaliges Bearbeitungsentgelt anfallen. Wird ein Kontokorrentkredit vermittelt, so ist die dafür anfallende Vermittlungsprovision zu berücksichtigen bzw. ist diese häufig in einem verrechneten Bearbeitungsentgelt enthalten. Wird eine Liegenschaft als Sicherheit für den Kontokorrentkredit herangezogen, dann sind Grundbucheintragungsgebühren zu bezahlen. Womit wir beim Thema Sicherheiten angelangt sind.


Welche Sicherheiten werden für einen Kontokorrentkredit verlangt?

Vergibt eine Bank einen Kredit, so wird sie dafür eine Besicherung oder Sicherheiten verlangen. Davon absehen wird das Kreditinstitut nur, wenn sie den Kreditnehmer besonders gut kennt und die Bonität daher sehr gut einschätzen kann. Aber selbst wenn das Kreditinstitut keine weiteren dinglichen Sicherheiten wie Hypotheken oder die Verpfändung von Wertpapieren verlangt, so wird sich dies entsprechend auf die Höhe des Sollzinssatzes für den Kontokorrentkredit auswirken.

In allen anderen Fällen werden bei einem Kontokorrentkredit die klassischen Sicherheiten für eine Besicherung dienen. Bei Unternehmen können dies, abgesehen von den oben bereits angeführten, unter anderem auch die Abtretung von Forderungen an das Kreditinstitut sein. Neben dinglichen Sicherheiten kommen aber auch persönliche Bürgschaften als Sicherheit in Frage.

Bei einem Baukonto sieht die Sache etwas anders aus. Soweit sich das Kreditinstitut bereits in dieser Phase des Projekts absichert, so kann dies in der Praxis mittels unterschiedlicher Methoden passieren. Diese reichen von einer vollständigen Eintragung einer Höchstbetragshypothek im Grundbuch, über die Eintragung einer Anmerkung der Rangordnung, bis hin zu einer einverleibungsfähigen Pfandurkunde (EPU). Ganz unabhängig davon wird das Kreditinstitut, insbesondere bei unselbständig Beschäftigten, die Abtretung von Gehaltsansprüchen verlangen. Diese Abtretung kann entweder still oder offen erfolgen. Im ersten Fall wird dabei der Arbeitgeber nur dann verständigt, wenn der Kreditnehmer säumig ist.


Die Vorteile eines Kontokorrentkredits

Die Vorteile eines Kontokorrentkredits liegen klar auf der Hand. Bis zu der mit dem Kreditinstitut vereinbarten Obergrenze, kann der Kreditnehmer beliebig über Geldmittel verfügen. Es muss dabei meist kein Verwendungszweck nachgewiesen werden, und es ergibt sich keine betragsmäßige Einschränkung innerhalb der mit der Bank vereinbarten Höchstgrenze.

Mit dem Kontokorrentkredit lässt sich somit die laufende Liquidität hervorragend verwalten. Auf die Höhe des vereinbarten Kreditrahmens wird es auch ankommen, ob und welche Sicherheiten durch das Kreditinstitut verlangt werden. Freilich lassen sich die Kreditinstitute diese Freiheiten entsprechend bezahlen. Die Sollzinssätze bei Kontokorrentkrediten liegen daher auch im oberen Preissegment.

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