Renovierung: Kosten, Tipps und Checkliste

Renovierung
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Autor: Mag. Harald Draxl
Kategorie: Immobilie
Datum: 25.11.2020

Ob sie bereits vor einigen Jahren ihr Eigenheim gebaut oder erst kürzlich eine Bestandsimmobilie erworben haben, Reparaturen fallen früher oder später an. Kleinere Renovierungsmaßnahmen, wie beispielsweise ein neuer Anstrich der Wände, sind schnell durchgeführt. Größere Arbeiten hingegen, wie beispielsweise das Verlegen eines neuen Bodens sollten gut geplant und gegebenenfalls mithilfe eines Profis umgesetzt werden.

Was genau fällt unter die Renovierung und was ist der Unterschied zur Sanierung bzw. Modernisierung? Was muss bei den Kosten und der Finanzierung beachtet werden? Diese und weitere Fragen beantworten wir im folgenden Beitrag.      

Renovierung: Das Wichtigste im Überblick

  • Definition: Bei einer Renovierung werden Schönheitsreparaturen und Behebungen von Abnutzungsspuren vorgenommen.
  • Abgrenzung zu Sanierung/ Modernisierung: Eine Sanierung bzw. Modernisierung greift in die Bausubstanz ein und strebt neben der Mängelbeseitigung auch die Verbesserung des Bauzustands an.
  • Kosten: Die Kosten hängen stark vom Umfang der zu renovierenden Maßnahmen ab. Außerdem macht es in der Regel einen Unterschied, ob Sie die Immobilie selbst nutzen, weitervermieten oder verkaufen wollen.
  • Finanzierung: Sollten die Eigenmittel für eine Renovierung nicht reichen, kann mit einem Privatkredit nachfinanziert werden oder diese im Rahmen einer Umschuldung finanziell integriert werden.

Renovierung, Sanierung oder Modernisierung: Was sind die Unterschiede?

Definition: Was ist eine Renovierung?

Bei einer Renovierung wird der ehemalige Zustand eines Hauses oder einer Wohnung durch Maßnahmen wie Neuanstrich und neue Bodenbeläge wiederhergestellt. Vor allem jüngere Bauwerke, die optisch und technisch noch nicht veraltet sind, aber während der letzten Jahre Abnutzungsspuren erfahren haben, erstrahlen nach einer Renovierung wieder im neuen Glanz und erhalten eine optische Auffrischung.

Zu typischen Renovierungsarbeiten gehören demnach:

  • Neues Tapezieren oder Streichen der Innenwände
  • Neuanstrich der Außenfassade
  • Verlegung neuer Fliesen oder Bodenbeläge

Renovierung vs. Sanierung und Modernisierung

Oft werden Renovierung, Sanierung und Modernisierung im selben Kontext erwähnt, obwohl sie nicht dasselbe bedeuten. Tatsächlich erfolgt in der Praxis häufig der Übergang vom einen ins andere fließend.

Bei einer Sanierung, oft auch als Modernisierung bezeichnet, werden Maßnahmen an Bausubstanz oder Haustechnik durchgeführt, um Mängel und Schäden zu beseitigen sowie um eine grundlegende Verbesserung des Bauzustands zu erreichen. Finanziert werden kann dies beispielsweise auch durch ein gefördertes Sanierungsdarlehen. Klassische Maßnahmen hierbei sind beispielsweise:

  • Behebung von Rissen und Löchern im Putz oder Dachziegeln
  • Entfernung von Wasser- und Brandschäden
  • Einbau einer wirksamen Wärmedämmung
  • Installation von energieeffizienten Türen, Fenstern, Heizungs- und Lüftungsanlagen

Die Renovierung planen: Tipps und Checkliste

Wenn Sie eine Renovierung vorhaben gilt es einige Punkte zu beachten, um Kosten und Aufwand im überschaubaren Rahmen zu halten. Nachfolgend haben wir für Sie einige Tipps zusammengefasst, die Ihnen bei der Renovierungsplanung weiterhelfen können.

    Tipp 1: Eine gute Planung ist die beste Grundlage

    Noch bevor es an die konkreten Renovierungsarbeiten geht ist es ratsam, eine Art „Fahrplan“ für Ihr Projekt zu erstellen. Legen Sie sich also am besten eine Übersicht mit klar definierten Zielen und einer Kostenkalkulation zurecht. Sie können sich dabei folgende Fragen stellen:

    • Wo genau möchte ich Schönheitsreparaturen durchführen?
    • Welches Endergebnis möchte ich erreichen?
    • Was ist mir besonders wichtig und hat Priorität?
    • In welcher Reihenfolge und in welchem Zeitrahmen möchte ich welche Arbeit erledigt haben?
    • Wie viel Geld möchte ich ausgeben?
    • Wie viel Zeit habe ich insgesamt zur Verfügung?
    • Brauche ich professionelle Unterstützung bei der Umsetzung?


    Tipp 2: Über Einschränkungen und Genehmigungen informieren

    Für klassische Renovierungsarbeiten ist in der Regel keine Baugenehmigung erforderlich. Wohnen Sie aber in einem denkmalgeschützten Gebäude, sollten Sie sich dahingehend nochmal informieren. Hier gelten Vorschriften zum Erhalt des Denkmalschutzes, bei deren Verstoß teure Strafzahlungen möglich sind.

    In einer Mietwohnung dürfen zudem nur Änderungen vorgenommen werden, die auch wieder rückgängig gemacht werden können. Tapezieren und Anstreichen der Wände ist meistens erlaubt, wobei im jeweiligen Mietvertrag geregelt wird, ob die Wohnung nach Auszug wieder im alten Zustand übergeben werden muss.

    Die Renovierung Ihres Hauses: Eine Checkliste

    • Bestandsaufnahme
      In welchen Räumen sind welche Arbeiten durchzuführen?
    • Zeitplan
      In welcher zeitlichen Reihenfolge soll die Renovierung erfolgen und wie lange soll sie dauern?
    • Kostenkontrolle
      Wie viel Geld soll in Schönheitsreparaturen investiert werden? Gibt es eine Budgetgrenze und reichen meine Eigenmittel?
    • Durchführung
      Eine strukturierte Vorgehensweise hilft Ihnen Ihre Renovierung arbeits- und kosteneffizient zu halten (beispielsweise alle Malerarbeiten zusammen und keine Renovierung je Zimmer).
    • Eigen- oder Fremdleistung
      Eigenleistung spart Kosten. Engagieren Sie bei Bedarf einen Profi. Vor allem dann, wenn Ihnen das handwerkliche Geschick oder die Zeit fehlen.

    Tipp 3: Eigenleistung spart Kosten

    Bringen Sie persönliches Engagement und handwerkliches Geschick mit, so sind die Renovierungsmaßnahmen sicherlich auch von Ihnen allein bzw. zusammen mit Hilfspersonen aus Ihrem Umkreis umzusetzen. Ihre Freunde und Familienangehörigen helfen Ihnen sicherlich gerne und freuen sich über eine Verpflegung oder ein kleines Dankeschön nach getaner Arbeit.

    Verfügen Sie allerdings über wenig Zeit, dafür aber über ein großzügiges Budget, dann kann es sinnvoll sein den Profi ans Werk zu lassen. Sie können einen projektübergreifenden Auftragnehmer oder für verschiedene Bereiche einen jeweiligen Experten engagieren – Angebote vergleichen lohnt sich.


    Finanzierung der Renovierung

    Eine Renovierung ist stets mit Kosten verbunden. Wie hoch diese ausfallen hängt vom Umfang der einhergehenden Schönheitsreparaturen ab. Wie sich der Preis und die Finanzierung von Renovierungsmaßnahmen zusammensetzen können, erfahren Sie nachfolgend.

    Die Kosten einer Renovierung abschätzen

    Die Frage „Was kostet es, eine Wohnung oder ein Haus komplett zu renovieren?“ kann nicht pauschal beantwortet werden, da die Kosten je nach Wohnfläche sowie gewünschten Maßnahmen stark schwanken.      

    So kostet die Renovierung eines Altbaus in der Regel mehr als die eines jüngeren Bauwerks. Außerdem besteht ein maßgeblicher Unterschied darin, ob Sie die zu renovierende Immobilie selber nutzen und ggf. auf hochwertige Bodenbeläge zurückgreifen möchten, oder ob Sie das Objekt weiterverkaufen oder vermieten werden. Dann ist häufig ein stimmiges Preisleistungsverhältnis ausschlaggebend.

    Folgende Angaben können für eine grobe Kostenkalkulation herangezogen werden: 

    Malen oder Tapezieren:ca. 10 bis 15 Euro pro m2
    Reinigung von Teppichen:

    ca. 10 bis 15 Euro pro m2

    Parkettboden verlegen:ca. 70 Euro pro m2
    Fliesen verlegen:ca. 100 Euro pro m2

    Zzgl. Handwerkerleistungen 

    Privatkredit für die Renovierung von Haus oder Wohnung

    Übersteigen die Renovierungskosten die Eigenmittel, so kann die Renovierung auch durch einen Privatkredit finanziert werden.

    Tipp

    Als Eigentümer einer Immobilie ist es immer ratsam, finanzielle Rücklagen für Renovierungsmaßnahmen zu bilden. Mit einem finanziellen Puffer, beispielsweise in Form von einem gewissen monatlichen Betrag auf ein Extrakonto, können Sie sich vor bösen Überraschungen schützen und die zukünftigen Renovierungsarbeiten besser planen.


    Laufender Kredit: Renovierung durch Umschuldung finanzieren

    Haben Sie im Zuge Ihres Immobilienkaufs bereits vor Jahren einen Kredit abgeschlossen, dessen Konditionen heute ungünstig erscheinen, gibt es die Möglichkeit einer Umschuldung. Hierbei wird Ihr laufender Kredit durch einen oder mehrere Kredite zu besseren Konditionen ersetzt. Auch die Laufzeit der Finanzierung kann dabei auf Ihre gegebenenfalls geänderten Bedürfnisse angepasst werden. Eine durch eine Umschuldung erzielte Einsparung oder Senkung der monatlichen Rückzahlungsrate kann dann für jetzt anfallende Renovierungskosten oder als Rücklage für zukünftige Renovierungskosten eingesetzt werden. 
     

    Förderung für die Renovierung: Welche Möglichkeiten gibt es?

    Renovierungsmaßnahmen werden von staatlichen Förderungen in der Regel nicht umfasst. Sie können sich daher überlegen, ob die geplanten Schönheitsreparaturen um förderfähigen Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten erweitert werden sollen. Beachten Sie dabei, dass die genauen Regelungen der Wohnbauförderung von Bundesland zu Bundesland abweichen.

    In Österreich wird im Steuerrecht außerdem der Handwerkerbonus angeboten. Er kann beantragt werden, wenn österreichische Handwerksunternehmen für Ihre Renovierung beauftragt werden. Dabei ist zu beachten, dass geltende Fristen eingehalten werden und der Zuschuss erst nach Endabrechnung erfolgt. Es werden insgesamt bis zu 20 % der Gesamtkosten bzw. höchstens 600 Euro bezuschusst.

    Ratgeber

    Wohnbauförderung: Kriterien, Rückzahlung, Berechnung & Co


    Mit regelmäßiger Renovierung steigern Sie den Immobilienwert

    Renovierungen sind zwar stets mit guter Planung und finanziellem Aufwand verbunden, im Gegenzug erhalten Sie aber eine Steigerung von Wohnqualität und Immobilienwert. Schon ein neuer Anstrich mit einer frischen Farbe oder ein neuer Bodenbelag kann die Wirkung eines Raums zugunsten Ihres persönlichen Geschmacks verändern. Wenn Sie zusätzlich einen oder mehrere Profis zur Unterstützung Ihres Renovierungsprojekts beauftragen stellen Sie sicher, dass die Maßnahmen fachgerecht umgesetzt werden.

    Bildquellen:  sheff/ Shutterstock.com, hanohiki/ Shutterstock.com, Dmytro Zinkevych/ Shutterstock.com, stockfour/ Shutterstock.com
    Rechtshinweise zu unseren Ratgebern finden Sie in unserer Verbraucherschutzinformation.


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    Über den Autor: Mag. Harald Draxl
    Position: Geschäftsführer

    Meine Kreditkompetenz habe ich 1995 durch die Leitung des Gewerbekunden-Centers bei der Creditanstalt AG und seit 1997 als Baufinanzierungs-Spezialist bei der CA Baufinanzierungs-Beratung GmbH aufgebaut. Im Jahr 2002 wurde ich Gesellschafter bei der Infina und ab November 2004 in die Geschäftsführung berufen. Meine Zuständigkeit ist seither die Leitung unseres Vertriebes und der Banken-Kooperationen. Ich beschäftige mich tagtäglich mit den Entwicklungen am österreichischen Kreditmarkt, um unsere gesamte Vertriebsorganisation stets über die besten Produkte und aktuellen Zinssätze für die Kundenberatungen auf dem Laufenden zu halten.

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