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Was beeinflusst aktuell die Höhe der Wohnkredit-Zinsen?

Gerhard Veichtlbauer Autor: Ing. Gerhard Veichtlbauer
aktualisiert am 11. September 2026 In Google als Quelle festlegen

Wenn Sie sich überlegen, für sich und Ihre Familie eine Immobilie in Österreich zu kaufen, ist die Frage nach dem passenden Wohnbaukredit von entscheidender Bedeutung. Bei der Aufnahme eines Darlehens fallen Zinsen an, und in diesem Artikel finden Sie wesentliche Faktoren, die die Höhe der jeweiligen aktuellen Zinsen im Bereich der Wohnkredite beeinflussen.

Zusammenhang zwischen Inflation und Zinsen

Der Zins ist der Preis, den Kreditnehmer für geborgtes Geld bezahlen müssen. Gleichzeitig stellt er die Entlohnung für Sparer dar, die ihr Geld bei Kreditinstituten über Konten oder Spareinlagen parken. Die Europäische Zentralbank (EZB) steuert das Zinsniveau in Europa stark über die Leitzinsen (sowie weitere Faktoren, wie beispielsweise die Geldmengen im Euroraum und die EZB-Bilanzsumme).

Die Zinspolitik der EZB und das Inflationsziel von 2 %

Die Festlegung der Höhe der Leitzinsen wird maßgeblich von der jeweiligen aktuellen Inflation beeinflusst, wobei die EZB ein langfristiges Ziel von durchschnittlich 2 % jährlicher Inflation verfolgt. Bei steigender Inflation hebt die EZB im Regelfall die Leitzinsen an, was dazu führt, dass auch die Geschäftsbanken an die EZB für Ausleihungen höhere Zinsen zahlen und diese Mehrkosten dann an Verbraucher und Unternehmen über den Kreditzins weitergeben. Höhere Zinsen führen zu einer nachgebenden Kreditaufnahme, zu geringerer Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen und einer Eindämmung der Inflation. Sinkt die Inflation zu stark, kommt es hingegen zu Leitzinssenkungen durch die EZB. 

Die Leitzinsentwicklung und der Einfluss durch die Inflation

Der Zusammenhang zwischen Inflation und Zinsen wird besonders in den letzten Jahren deutlich. Lange Zeit blieb die Inflation niedrig, und die EZB versuchte, ihr mittelfristiges Inflationsziel von 2 % p.a. mit niedrigen bzw. zeitweise sogar Nullzinsen zu erreichen. Ab 2022 änderte sich das Bild: Die Inflation steig zeitweise erheblich und der EZB-Leitzinses wurde deutlich angehoben. 

Ab Juni 2024 leitete die EZB angesichts der rückläufigen Inflation eine Reihe von Zinssenkungen ein. Der Rückwärtsgang endete jedoch 2026. Nach einer ersten Anhebung im Juni erhöhte die EZB am 10. September 2026 alle drei Leitzinssätze erneut um 25 Basispunkte. Mit Wirkung vom 16. September 2026 beträgt der Hauptrefinanzierungssatz 2,65 %.

Inflation und Zinsen – erneuter Straffungskurs der EZB

Steigende Zinsen wirken grundsätzlich inflationsdämpfend, bremsen jedoch auch Investitionen und das Wirtschaftswachstum. Dies führt zu einem schwindenden Vertrauen bei Wirtschaftstreibenden und Konsumenten, was wiederum zu einem Rückgang der Investitionen und der Inflation führt. Nach der Zinssenkungsphase ab Juni 2024 näherte sich das Zinsniveau zunächst einem neutralen Bereich. Der neuerliche, vor allem energiebedingte Inflationsanstieg veränderte die Ausgangslage jedoch. Im Juni und im September 2026 erhöhte die EZB ihre Leitzinssätze wieder um jeweils 0,25 Prozentpunkte.

Die frühere Erwartung einer Inflationsrate von weniger als 2 % im Jahr 2026 ist damit überholt. Im August 2026 erreichte die Inflation im Euroraum voraussichtlich 3,3 %. Die EZB rechnet in ihrer September-Prognose für 2026 mit einer durchschnittlichen Inflation von 3,0 %, für 2027 mit 2,5 % und für 2028 mit 2,1 %. Hauptursache sind stark gestiegene Energiepreise infolge des Konflikts im Nahen Osten. Zusätzlich bleiben Zollkonflikte und mögliche Störungen der Lieferketten erhebliche Unsicherheitsfaktoren. Weitere Zinssenkungen sind daher vorerst nicht zu erwarten, vielmehr bleiben auch zusätzliche Zinserhöhungen möglich.

Refinanzierung der Banken: ein wichtiger Zinsfaktor

Eine entscheidende Rolle von Banken besteht darin, die Wirtschaft mit Geld zu versorgen, indem sie Kredite an Unternehmen und Verbraucher vergeben. Doch Banken verfügen selbst nicht unbegrenzt über eigene Mittel für Kreditvergaben. Neben ihrem Eigenkapital benötigen sie daher Fremdmittel, die sie sich durch Refinanzierung beschaffen.

Wo sich Banken refinanzieren: Quellen im Überblick

Banken leihen sich Geld aus verschiedenen Quellen, um es als Kredite weiterzugeben. Die Europäische Zentralbank ist ein zentraler Geldgeber, und der Preis für diese Geldmittel ist der von der EZB festgelegte Leitzins. Banken können sich auch untereinander Geld leihen, was als Interbankengeschäft bezeichnet wird. Zudem dienen die Spar- und Terminanlagen der Bankkunden zur Refinanzierung, wobei der Zins, den ein Sparer von der Bank erhält, den Preis für diese Liquidität darstellt.

Refinanzierungskosten der Banken wieder unter Aufwärtsdruck

Der starke Anstieg der Leitzinsen bis Mitte 2024 hatte die Refinanzierungskosten für Banken deutlich erhöht – sowohl bei den von der EZB bereitgestellten Mitteln als auch bei den Kundeneinlagen, da auch die Sparzinsen gestiegen waren.

Die anschließenden Zinssenkungen von Juni 2024 bis Juni 2025 sorgten zunächst für eine Entlastung und führten auch zu sinkenden Sparzinsen. Inzwischen hat sich die Entwicklung erneut gedreht. Im September 2026 erhöhte die EZB ihre Leitzinsen erneut um 0,25 Prozentpunkte. Gleichzeitig stiegen die kurzfristigen Geldmarktzinsen wie der 3-Monats-Euribor deutlich. Dadurch stehen auch die Refinanzierungskosten der Banken wieder unter Aufwärtsdruck. Bei variabel verzinsten Wohnkrediten ist daher eher mit weiter steigenden Zinsen zu rechnen.

Bei Fixzinskrediten sind vor allem die langfristigen Swapsätze maßgeblich. Diese werden derzeit von höheren Inflationserwartungen, der erwarteten EZB-Politik und dem wachsenden Kapitalbedarf der öffentlichen Hand beeinflusst. Eine schwache Konjunktur wirkt zwar zinsdämpfend, ein nachhaltiger Rückgang der Fixzinssätze ist unter den aktuellen Bedingungen jedoch vorerst nicht zu erwarten.

Leitzins und internationale Zinsen: Zinspolitik in USA und Europa

An der Spitze eines jeden Währungsraums steht eine Zentralbank, beispielsweise die Europäische Zentralbank (EZB) für den Euroraum und das Federal Reserve System (Fed) für die USA. Jede dieser Zentralbanken legt Leitzinsen für ihren Währungsraum fest. Bis Juli 2022 lag der Hauptrefinanzierungssatz der EZB bei 0 %. Nach einem Höchststand von 4,50 % im Jahr 2023 und mehreren Zinssenkungen erhöhte ihn die EZB bis September 2026 wieder auf 2,65 % und den Einlagenzins auf 2,50 %. In den USA liegt der Leitzinskorridor der Fed mit 3,50 bis 3,75 % weiterhin deutlich höher (Stand: Anfang September 2026).

Europa und USA – Zinspolitik zunehmend unterschiedlich

Im Euroraum wird die Höhe der Leitzinsen maßgeblich von der Entwicklung der Inflation beeinflusst. Die Fed berücksichtigt neben der Preisstabilität auch den Arbeitsmarkt. Aufgrund des starken Inflationsanstiegs erhöhten beide Zentralbanken ihre Leitzinsen ab 2022 deutlich. Inzwischen haben sich die Zinszyklen jedoch stärker voneinander entkoppelt: Die EZB senkte ihre Leitzinsen zwischen Juni 2024 und Juni 2025 mehrfach, erhöhte den Einlagenzins ab Juni 2026 wegen des neuerlichen Preisdrucks aber wieder. Die Fed nahm ihre ersten Zinssenkungen später vor und hält ihren Leitzinskorridor seit Dezember 2025 bei 3,50 bis 3,75 %. Trotz weiterhin robuster US-Konjunktur verzichtete sie 2026 bisher auf eine weitere Straffung, obwohl Inflation, Energiepreise und Zölle für anhaltenden Preisdruck sorgen.

Höhere Leitzinsen können Anlagen in einem Währungsraum attraktiver machen und dessen Währung stützen. Der Wechselkurs wird jedoch auch von Konjunktur- und Handelsrisiken sowie den Erwartungen an die künftige Geldpolitik beeinflusst. Trotz des höheren US-Zinsniveaus hat der Dollar insbesondere seit Jahresbeginn 2025 gegenüber dem Euro deutlich abgewertet. Für den Euroraum verbilligt ein schwächerer Dollar grundsätzlich die Einfuhr von Rohstoffen, die in US-Dollar gehandelt werden. Dieser Effekt kann die importierte Inflation dämpfen, die stark gestiegenen Energiepreise derzeit jedoch nur teilweise ausgleichen. Die unterschiedliche Zinspolitik beeinflusst damit zunehmend Wechselkurse, Kapitalströme und Finanzierungsbedingungen in beiden Wirtschaftsräumen.

Zinsen unter Aufwärtsdruck

Im Vergleich zum vergangenen Jahrzehnt liegt das Zinsniveau aufgrund höherer Inflationsrisiken weiterhin deutlich höher. Am kurzen Zinsende wirken die Erwartung weiterer Leitzinserhöhungen und höhere Geldmarktzinsen, während langfristige Renditen zusätzlich durch Inflationsrisiken, steigende Staatsverschuldung und einen höheren Kapitalbedarf beeinflusst werden. Der jüngste Anstieg über zahlreiche Laufzeiten wird nun zusätzlich durch den erneuten Straffungskurs der EZB gestützt. Die September-Projektionen zeigen, dass die Gesamtinflation erst 2028 wieder nahe an den Zielwert von 2 % heranreichen dürfte. Auf der anderen Seite wurde das Wirtschaftswachstum für 2027 und 2028 nach oben revidiert.

Gleichzeitig treten neue große Kapitalnachfrager auf. Der KI-Boom erfordert enorme Investitionen in Rechenzentren, Chips, Stromnetze und Energieversorgung. Technologiekonzerne, Infrastrukturbetreiber und spezialisierte Finanzierungsgesellschaften greifen dafür zunehmend auf die Anleihe- und Kreditmärkte zurück. 

Dieses zusätzliche Angebot konkurriert mit dem Finanzierungsbedarf von Staaten, Banken und anderen Unternehmen und kann die langfristigen Refinanzierungskosten weiter erhöhen. Geopolitische Konflikte, Handelsspannungen und mögliche Störungen der Energieversorgung bewegen Inflation, Wachstum und Kapitalmärkte kurzfristig in unterschiedliche Richtungen. Solche disruptiven Entwicklungen können Notenbanken zu unerwarteten Anpassungen ihrer Zinspolitik zwingen. Das macht fundierte und verlässliche Zinsprognosen deutlich schwieriger.

Geldmenge und EZB-Bilanzsumme: unterschiedliche Dynamik

Eine der vorrangigen Aufgaben der Europäischen Zentralbank besteht darin, den Wirtschaftsraum mit Liquidität und Geld zu versorgen. Die Geldmenge wird durch Kennziffern gemessen, die von M0 bis M3 reichen. Dabei repräsentiert M3 die umfassendste dieser Kennziffern. Die Bilanz der EZB erfasst sämtliche Aktivitäten der Zentralbank, und die Bilanzsumme steigt mit zunehmender Aktivität der EZB am Markt. Sobald die Europäische Zentralbank Vermögenswerte ankauft, kann sie diese mit Zentralbankgeld bezahlen. Gelangt dadurch neues Geld in Umlauf, erhöht dies die Geldmenge im Euroraum.

Geldmenge wächst weiter moderat

Im Euroraum nahm die Geldmenge M3 während der Niedrigzins- und Pandemiephase stark zu. Dazu trugen insbesondere die umfangreichen Anleihekäufe und längerfristigen Refinanzierungsgeschäfte der EZB sowie staatliche Unterstützungsmaßnahmen bei. Mit den Leitzinserhöhungen und dem Abbau der Eurosystem-Bilanz verlangsamte sich die Entwicklung deutlich. Im Jahr 2024 wuchs M3 durchschnittlich um rund 2,2 %, 2025 beschleunigte sich das Wachstum auf etwa 3,5 %. Im ersten Halbjahr 2026 lag die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate bei rund 3,1 %. Im Juni erreichte sie 3,3 % und im Juli 3,4 %. Damit wächst die Geldmenge weiterhin moderat und zuletzt wieder etwas stärker. Für die kommenden Monate ist mit einem weiteren moderaten Wachstum der Geldmenge zu rechnen. Steigende Zinsen und die fortgesetzte Bilanzverkürzung des Eurosystems dürften einer stärkeren Ausweitung jedoch entgegenwirken.

EZB-Bilanzsumme: Rückgang setzt sich fort

Bis 2022 setzte die EZB verstärkt unkonventionelle geldpolitische Maßnahmen ein. Dazu zählten insbesondere der Ankauf von Anleihen öffentlicher und privater Emittenten sowie langfristige Refinanzierungsgeschäfte mit Banken. Diese Maßnahmen führten zu einer erheblichen Ausweitung der  EZB-Bilanzsumme, die im Juni 2022 mit rund 8,8 Billionen Euro ihren Höchststand erreichte. Danach leitete die EZB die geldpolitische Normalisierung ein. Wertpapierankäufe wurden beendet, fällige Anleihen zunehmend nicht mehr ersetzt und langfristige Bankkredite zurückgeführt. Ende August 2026 lag die Bilanzsumme bei rund 5,9 Billionen Euro und damit etwa ein Drittel unter ihrem Höchststand.

Der schrittweise Rückgang dürfte sich durch auslaufende Anleihebestände zunächst fortsetzen, allerdings langsamer als in den ersten Jahren der Bilanzverkürzung. Bei neuen wirtschaftlichen oder finanziellen Verwerfungen könnte die EZB den Abbau unterbrechen oder ihre Bilanz wieder vorübergehend ausweiten.

Kreditbedarf und -angebot: Steigende Nachfrage in einem von Preisdruck und Regulierung geprägten Markt

Viele Käufer können die Investition für die Schaffung von Wohnraumeigentum nicht aus eigenen Mitteln decken. Der Bedarf an Wohnbaukrediten ist daher grundsätzlich hoch. Dabei gibt es Herausforderungen, die die Nachfrage nach Wohnbaukrediten und das Angebot der Kreditinstitute maßgeblich beeinflussen.

Hürden für die Kreditnachfrage: Immobilienpreise, Zinsen und Inflation

Verbraucher, die heute eine Wohnimmobilie erwerben möchten, sehen sich mit mehreren Herausforderungen konfrontiert. 

Die Immobilienpreise in Österreich - insbesondere bei Neubauten –bleiben auf einem sehr hohen Niveau und sind zuletzt wieder gestiegen. Die Finanzierung erfordert daher entweder einen hohen Eigenmittelanteil und/oder ein sehr gutes Nettoeinkommen. Zwar sind die durchschnittlichen Nettoeinkommen in den vergangenen Jahren nominell gestiegen, inflationsbereinigt fallen die Zuwächse jedoch deutlich geringer aus. Die Leistbarkeit hat sich daher nur begrenzt verbessert.

Die vorangegangenen Leitzinssenkungen der EZB hatten zunächst zu niedrigeren Geldmarktzinsen geführt. Inzwischen steigen jedoch sowohl die kurz- als auch die langfristigen Marktzinsen wieder.

Damit wird das Finanzierungsumfeld sowohl bei variabel als auch bei fix verzinsten Wohnbaukrediten zunehmend herausfordernder. In Verbindung mit hohen Immobilien-, Grundstücks- und Baukosten stellt dies für viele Haushalte eine erhebliche finanzielle Belastung dar.

Dennoch hat sich die Kreditnachfrage 2026 deutlich belebt. Das Volumen neu vergebener Wohnbaukredite lag in jedem Monat über einer Milliarde Euro und erreichte im Juni 2026 mit rund 2,02 Milliarden Euro den höchsten Monatswert seit zwei Jahren. Damit setzt sich die bereits 2025 begonnene Erholung fort. Steigende Zinsen und die weiterhin eingeschränkte Leistbarkeit könnten diese Entwicklung jedoch im weiteren Jahresverlauf und auch 2027 wieder bremsen.

Kreditangebot vielfältig, KIM-V (nur) formal abgelaufen

Kreditinstitute bieten grundsätzlich ausreichend Kredite mit attraktiven Konditionen an. Besonders gefragt sind Kredite mit Fixzinssätzen und langen Kreditlaufzeiten von bis zu 35 Jahren. Begrenzend wirkte ab August 2022 die KIM-V. Sie sah grundsätzlich eine Beleihungsquote von höchstens 90 %, eine Schuldendienstquote von maximal 40 % des Jahresnettoeinkommens und eine Laufzeit von höchstens 35 Jahren vor. Bis zu 20 % des Neukreditvolumens konnten im Rahmen eines Ausnahmenkontingent von mindestens einem dieser Kriterien abweichen.

Die KIM-V ist mit Ende Juni 2025 außer Kraft getreten. Ihre wesentlichen Richtwerte bleiben jedoch als aufsichtliche Orientierung für eine solide Kreditvergabe bestehen. Nach dem Rundschreiben der FMA sollen die genannten Kriterien grundsätzlich bei mindestens 80 % des neu vergebenen Kreditvolumens eingehalten werden. Anders als die frühere Verordnung ist das Rundschreiben nicht unmittelbar rechtlich bindend. Banken können auf Basis ihrer eigenen Risikoeinschätzung davon abweichen und individuelle Vergabestandards festlegen.

Fazit: Wohnkreditzinsen 2027 zwischen Inflationsdruck und hohem Kapitalbedarf

Das Zinsumfeld hat sich 2026 erneut verändert. Nach dem Ende des Zinssenkungszyklus erhöhte die Europäische Zentralbank ihre Leitzinsen im Juni und im September 2026. Gleichzeitig stieg die Inflation im Euroraum im August auf 3,3 % und entfernte sich damit vom mittelfristigen Zielwert von 2 %. Energiepreise, geopolitische Konflikte und mögliche Zweitrundeneffekte bleiben wesentliche Unsicherheitsfaktoren. Für 2027 erwartet die EZB zwar einen Rückgang der Inflation auf durchschnittlich 2,5 % und eine leichte Konjunkturerholung. Damit erscheint eine rasche Rückkehr zu deutlich niedrigeren Geldmarktzinsen derzeit dennoch wenig wahrscheinlich. Variable Wohnkreditzinsen dürften 2027 auf einem höheren Niveau bleiben und stärker von den nächsten Inflationsdaten abhängen. 

Bei langfristigen Fixzinssätzen sorgen zusätzlich der hohe Finanzierungsbedarf von Staaten und Unternehmen sowie Investitionen in Infrastruktur, Verteidigung, Energiewende und künstliche Intelligenz für anhaltenden Kapitalbedarf. Die langfristigen Swapsätze dürften daher erhöht und schwankungsanfällig bleiben. Die Vergabe von Wohnbaukrediten hat 2026 deutlich zugelegt. Für 2027 wird die weitere Entwicklung jedoch stärker von der Leistbarkeit abhängen. Hohe Immobilien-, Grundstücks- und Baukosten, begrenzte reale Einkommenszuwächse und wieder steigende Zinsen könnten die Nachfrage bremsen. Insgesamt zeichnet sich somit ein anspruchsvolles und stärker differenziertes Finanzierungsumfeld ab.

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Was kostet mein Wohnbaukredit?

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