Entwicklung der Mietpreise: in Österreich 2006-2024

Autor: Hagen Luckert
aktualisiert am 07. Februar 2024

Seit 2006 ist der durchschnittliche Mietpreis in Österreich jedes Jahr gestiegen. Im Jahr 2022 bezahlten Mieter über 70 % mehr für den Quadratmeter als noch 2006. Lediglich im Jahr 2021 sind die Mieten statisch betrachtet leicht gesunken. Allerdings erfolgte ein Zeitreihenbruch aufgrund einer Erhebungsumstellung im Jahr 2021. Im Jahr 2022 sind die Mieten dann erneut um 5,4 % gestiegen. Für das Gesamtjahr 2023 liegen die Werte noch nicht vor, aber auch in 2023 sind die Mieten weiter angestiegen. Dass die Mietpreise auch in Zukunft voraussichtlich weiter steigen werden, hängt mit zwei wesentlichen Faktoren zusammen: einerseits mit einer wachsenden Bevölkerung, anderseits mit konstant hohen Immobilienpreisen. Erfahren Sie hier alles zur Entwicklung der Mietpreise – und was das für den Kauf von Eigentum bedeutet.

Mietpreise: Einfluss auf die Entscheidung „mieten oder kaufen“

Die langfristige Entwicklung der Mietpreise zeigt: Die Mieten steigen wesentlich stärker als die durchschnittlichen Verbraucherpreise, stellen jedoch für zahlreiche Haushalte den Löwenanteil der monatlichen Ausgaben dar. Wer am freien Markt einen neuen Mietvertrag abschließen möchte, wird in Zukunft noch tiefer in die Tasche greifen müssen – vor allem in Großstädten, aber auch zunehmend in den „Provinzen“.

Deshalb spielt die Entwicklung der Mietpreise für die Entscheidung „Mieten oder kaufen"eine wichtige Rolle. Besonders für Personen, die durch ihren Job oder ihre Familie an einen festen Ort gebunden sind und dort voraussichtlich noch 10 bis 20 Jahre verweilen, kann die Finanzierung von Wohneigentum profitabel sein –  insbesondere da die Kreditzinsen sehr langfristig abgesichert werden können.

Mietpreise in Österreich: Statistik der letzten 18 Jahre

Die Statistik der Mietpreise in Österreich zeigt, dass die Mieten seit 2006 erheblich gestiegen sind. Zwischen 2006 und 2020 gab es kein einziges Jahr, in welchem die durchschnittliche Miete pro Quadratmeter (ohne Betriebskosten) nicht angestiegen ist. Von 3,78 Euro in 2006 hat sich der Wert der Nettomieten also um 70 % auf 6,43 Euro im Jahr 2022 verteuert.

Gut zu wissen: Rechnet man die günstigen Mieten in Gemeindebauten oder Genossenschaftswohnungen heraus, liegen die durchschnittlichen Mietpreise in Österreich noch erheblich höher. Die Nettomietpreise auf dem freien Markt sind noch um einiges teurer als die hier abgebildeten Mietpreise.

So oder so ist die Tendenz einer Teuerung nicht zu übersehen.

2024: Stagnation oder Teuerung?

Am freien Mietwohnungsmarkt beginnen im Hochpreissegment die Mieten zwar derzeit teils zu stagnieren. Aber zuvor gab es vor allem in Tirol, aber auch in den Speckgürteln von Ballungszentren sowie begehrten ländlicheren Gegenden entsprechend hohe Mietzinsschübe.

chart entwicklung mietpreise österreich seit 2006

Gut zu wissen: Am 1. April 2023 wurden erneut die Richtwertmieten für Neuverträge angepasst. Damit sind die Nettomieten im Jahr 2023 bei etwa einer dreiviertel Million betroffener österreichischer Mieter um 8,6 Prozent gestiegen. Die Richtwerte sind je Bundesland aber unterschiedlich hoch.

Die unverändert hohe Nachfrage nach Wohnimmobilien sowie die stark gestiegenen Rohstoffpreise werden Neubauten voraussichtlich weiter auf hohem Niveau halten. Wohnungskäufer, welche als Vermieter auftreten, werden versuchen diese Teuerungen über die Mieten weiterzugeben.

2024: Mieten oder Kaufen?

Um sich den ständig steigenden Mietpreisen zu entziehen, kann die Anschaffung einer Immobilie zur Eigennutzung daher auch im Jahr 2024 – trotz immer noch hoher Immobilienpreise – eine optimale Lösung sein. Besonders dann, wenn Sie bereits wissen, dass Sie die nächsten 10 bis 20 Jahre am selben Ort bleiben. Denn ein Immobilienkauf zur Eigennutzung ist in aller Regel langfristig ausgelegt und in der Langzeitbetrachtung steigt der Wert einer Immobilie – abgesehen von spezifischen Einzelfällen. Um die Wertentwicklung der Immobilien einzuschätzen, hilft Ihnen ein Blick auf die Statistik der Immobilienpreise.

Beunruhigende Trends in Österreichs Wohnbaufinanzierung

In einer Analyse wirft Infina einen kritischen Blick auf den Status des österreichischen Immobilienmarktes im Vergleich zu anderen Ländern im Euroraum. Diese detaillierte Untersuchung, die Österreichs prekäre Position in verschiedenen maßgeblichen Kategorien beleuchtet, ist eine unerlässliche Lektüre, wenn Sie einen tieferen Einblick in die aktuellen Herausforderungen und Potenziale des Wohnimmobilienmarkts gewinnen möchten.


Prognose: Weitere Entwicklung der Mietpreise in Österreich

Im Gleichklang mit den Immobilienpreisen wird es in einigen Lagen in Österreich voraussichtlich kurzfristig zu einer Plateaubildung bei den Mietpreisen kommen. In Top-Lagen und Regionen, mit Aufholpotenzial, ist weiterhin mit steigenden Mieten zu rechnen. Einflüsse haben in diesem Zusammenhang aktuell die weiterhin hohe Nachfrage nach Immobilien und Wohnraum, steigende Erstellungskosten für Immobilien wegen der Rohstoffpreise auf höherem Niveau, erhöhter Inflation sowie Anpassung der Richtwertmieten zum 01. April 2023. Vorausgesetzt, ein erheblicher konjunktureller Einbruch bleibt aus, ist von einem weiteren Anstieg der Mietpreise auszugehen.


Was kostet mein Wohnbaukredit?

Datenquelle: Statistik Austria
Bildquellen: Infina Grafik
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