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Anzahl der Baugenehmigungen in Österreich

Harald_Draxl_Profilbild Autor: Mag. Harald Draxl
aktualisiert am 29. April 2026

An der Statistik der Baugenehmigungen der vergangenen Jahre lässt sich ablesen, wie sich die Bautätigkeit in Österreich entwickelt hat. Für private Kreditkunden im Bereich Wohnbau sind diese Zahlen besonders interessant, da sich z. B. auch Auswirkungen auf die Immobilienpreise ergeben. Erfahren Sie hier die aktuellen Trends und welche Schlussfolgerungen Sie als privater Kreditkunde daraus ziehen können.

Statistik zur Baugenehmigung: Bedeutung für Kreditkunden

Als privater Kreditnehmer einer Immobilienfinanzierung ist das für Sie von mehrfacher Bedeutung: Die Anzahl hat beispielsweise Einfluss auf die kurzfristigen Immobilienpreise und die Anzahl der Kreditanfragen für Wohnbaukredite. Je stärker die Anzahl der Baugenehmigungen sinkt, desto mehr steigen generell die Immobilienkaufpreise und umgekehrt. Zudem bedeutet eine steigende Anzahl von Baugenehmigungen aber einen größeren Finanzierungsbedarf, was tendenziell teurere Bankkonditionen zur Folge haben kann.

Statistik der Baugenehmigungen: Verlauf seit 2010

Von 2010 bis 2021 stieg die Anzahl der genehmigten neuen Wohngebäude in Österreich auf Jahresbasis von 18.862 auf 23.037. In dieser Langfristbetrachtung stieg die Jahresanzahl also um 22,1 %. Im Jahr 2022 folgte dann mit 18.761 Wohngebäuden ein Rückgang um rund 18,6 %, in etwa auf das Niveau von 2015. Absolute Tiefstwerte markierten die Jahre 2023, 2024 und 2025 bei den Baugenehmigungen für neue Wohngebäude mit nur noch 12.234, 10.470 bzw. 10.955 Einheiten. Diese sind die mit Abstand tiefsten Werte seit 2010.

Bei den genehmigten Wohnungen ist die gleiche Entwicklung zu sehen: Wurden 2010 noch 52.393 neue Wohnungen genehmigt, so waren es 2021 81.289 – eine Steigerung um rund 55,2 % in diesen 11 Jahren. Im Jahr 2022 folgte dann ein Rückgang auf 67.073 Einheiten, und 2023 eine weitere deutliche Reduktion auf 48.859 Einheiten. Im Jahr 2024 stieg dieser Wert wieder auf 49.443 Wohnungen, liegt damit aber immer noch unter dem Niveau von 2010. Im Jahr 2025 liegt der Wert bei 47.636.

Bis 2021 kontinuierlicher Trend nach oben

Die Statistik der Baugenehmigungen zeigt im 11-Jahres-Zeitraum also einen deutlichen Trend nach oben. Obwohl die Entwicklung der Immobilienpreise in diesem Zeitraum nur eine Richtung kannte, nämlich nach oben, stieg die Anzahl der Baugenehmigungen in Österreich kontinuierlich. Interessant ist hierbei, dass die Immobilienpreise stiegen, obwohl die Bautätigkeit zunahm und laufend neuer Wohnraum geschaffen wurde. Festzuhalten bleibt damit, die Nachfrage nach Immobilien war bis 2021 ungebrochen hoch. Im Anschluss folgte dann der Einbruch.

Anzahl Baugenehmigungen
2010-2025

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Weitgehend stabile Entwicklung bei kleineren Wohnungen (Fertigstellungen)

Bei der Analyse von Detaildaten ist zudem auffällig, dass die Zahl der baubewilligten Wohnungen in neuen Wohngebäuden mit drei oder mehr Wohnungen über den langen Zeitraum weitgehend stabil blieb. Zwischen 2010 (21.538) und 2025 (21.661) ergibt sich lediglich ein leichter Anstieg von rund 0,6 %.
Auffällig ist jedoch ein zwischenzeitlicher Höchststand im Jahr 2024 mit 24.762 Wohnungen, bevor die Zahl 2025 wieder zurückging.

2025: Statistik der Baugenehmigungen in den letzten 12 Monaten

Die Statistik der Baugenehmigungen von neuen Wohngebäuden in den letzten vier Quartalen zeigt, dass im zweiten Quartal 2025 mit 3.093 genehmigten Gebäuden der höchste Wert erzielt wurde. Das vierte Quartal 2024 war mit nur 2.291 Baugenehmigungen der schwächste Zeitraum im Vergleich. Seit Jahresbeginn ist wieder ein leichter Aufwärtstrend erkennbar wie im dritten Quartal 2025 mit 3.650 Baugenehmigungen.

Nach dem Trend zu vermehrten Bauaktivitäten im Grünen im Jahr 2021 (Auslöser: Corona und Home-Office), der anschließenden Kostenexplosion bei den Rohstoffpreisen durch die Ukraine-Krise in 2022, dominieren seit dem dritten Quartal 2022 die Zinserhöhungen und zuletzt zusätzlich Lohnerhöhungen die Bauentwicklung in Österreich. Geplante Bauvorhaben, sowohl im privaten Hausbau als auch von Bauträgern, wurden auch im Jahr 2025 weiterhin aufgeschoben.

Die Anzahl der Baugenehmigungen für neue Wohnungen entwickelte sich ähnlich: Von 11.740 im vierten Quartal stieg sie auf 14.992 im ersten Quartal 2025 und blieb im zweiten Quartal 2025 mit 14.828 auf ähnlich hohem Niveau. Im dritten Quartal ging die Anzahl der Baugenehmigungen für neue Wohnungen leicht zurück auf 13.321

Lage der Immobilie bleibt wichtig, Energiestandard wird wichtiger

Aktuell lässt sich noch nicht abschätzen, ob die mittelfristige Entwicklung hin zum Ein- und Zweifamilienhaus im Grünen – auch vor dem Hintergrund vermutlich dauerhafter Leitzinsen deutlich über Null Prozent - weiter anhält bzw. in welchem Ausmaß der Trend zur Verstädterung wieder zurückkehrt. Davon hängt dann ab, wie sich die Baugenehmigungen auf den städtischen und ländlichen Raum verteilen.

Anzahl Baugenehmigungen
Q1.2025 bis Q4.2025

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Unabhängig davon, wie stark die Bautätigkeit in Ihrer aktuell präferierten Region ist, sollten Sie auf eine gute Lage der Immobilie achten. Hier gilt: Suchen Sie lieber etwas länger, bis Sie wirklich eine Immobilie in passender Lage finden – denn Sie haben dann ein deutlich geringeres Risiko eines möglicherweise stagnierenden oder sinkenden Immobilienwertes. Bei gebrauchten Immobilien hingegen wirkt sich zunehmend der Energiestandard auf den Immobilienpreis und den Wiederverkaufswert aus.

Preisreduktionen bei fertiggestellten Neubauten

Die Preise für bereits fertiggestellte Neubauwohnungen sind in den meisten Regionen leicht gesunken. Grund dafür sind die zwischenzeitlich wieder höheren Zinsen. Dieser Effekt führt tendenziell zu erforderlichen Abschlägen beim Verkauf bereits fertiggestellter Neubauwohnungen von Bauträgern. Für viele Kunden ist die monatliche Kreditrate zu hoch und sie können Wohnungen nur noch bei entsprechenden Preisnachlässen finanzieren. Bauträger gewähren diese Abschläge, um der bestehenden Zinslast aus vorfinanzierten Wohnungsbauten entgegenzuwirken.

Ausblick: Welche Bautätigkeit ist künftig zu erwarten?

Baugründe sind unverändert in vielen Regionen in Österreich rar und teuer. Daher ist damit zu rechnen, dass sich die zukünftigen Projekte des Wohnbaus mehr in den Speckgürtel verlagern werden. Aufgrund sinkender Anzahl fertiggestellter Neubauten und erhöhter Inflation muss mit einigermaßen stabilen und dann wieder steigenden Immobilienpreisen für Neubauten gerechnet werden. Zudem sollte der Trend zu kleineren Wohneinheiten mittelfristig weiter anhalten, da diese eher leistbar sind.

Hinweis: Bei den Daten kommt es regelmäßig nachträglich zu Anpassungen durch Statistik Austria, etwa im Rahmen technischer Revisionen und zur Harmonisierung der Datenbestände.


Ratgeber zum Thema Finanzierung

Ob Kreditarten, Laufzeit oder Wohnbauförderung: In unseren Ratgebern finden Sie hilfreiche Informationen rund um die Finanzierung einer Immobilie.

Was kostet mein Wohnbaukredit?

Datenquelle: Statistik Austria
Bildquellen: Infina Grafik
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