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Fixzinsen: Aktuelles und Vergleich

Datum: 19.08.2019 | Autor: Redaktion

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Ein Fixzinskredit schützt Sie vor Zinsveränderungen nach oben. Wie das geht, fragen Sie sich? Ganz einfach: Bei einem Fixzinskredit werden die Zinsen für einen vereinbarten Zeitraum fix festgelegt, die Zinsen können also weder steigen noch sinken. Ganz anders als bei einem variablen Kredit, hier passen sich die Zinsen nämlich an das aktuelle Marktzinsniveau an. Aufgrund der momentan sehr niedrigen Swap-Sätze lohnt sich ein Fixzinskredit in Österreich definitiv. In unserem Ratgeber erfahren Sie alles über die aktuellen Fixzinssätze, die optimale Laufzeit und vieles mehr. 


Aktuelle Fixzinssätze

Was bedeutet denn überhaupt „Fixzins“? Wie der Name schon sagt, werden Zinsen über eine gewisse Laufzeit fix vereinbart. Dadurch können sich Kreditnehmer gegen Zinssteigerungen absichern und haben eine genaue Kalkulation für die monatliche Rückzahlung. Ein Fixzinskredit bietet also Sicherheit – doch diese Sicherheit hat ihren Preis.

Fixzinssätze sind teurer als variable Kredite. Zudem sind keine Sondertilgungen in unbegrenzter Höhe sofort und kostenfrei möglich, denn das Verbraucherkreditgesetz (VKrG.) regelt seit 2011 die Möglichkeiten von Sondertilgungen während einer Fixzinsperiode. Grundsätzlich können Verbraucher während einer Fixzinsperiode vorzeitige Tilgungen machen - es wird aber von der finanzierenden Bank ein sogenanntes Pönale von max. 1 % für den vorzeitig getilgten Betrag verrechnet. Unternehmer können während einer Fixzinsperiode keine Sondertilgungen leisten.


Der Fixzinssatz bei Krediten in Österreich

Kredite mit Fixzinssatz haben in Österreich erst in den letzten 3-4 Jahren an Beliebtheit gewonnen. Sie sind aufgrund der niedrigen Zinssätze eine günstige Wahl. Doch wann lohnt sich ein Fixzinskredit? Nehmen wir an, der Fixzinssatz ist im Vergleich zu einem variablen Zinssatz nicht teurer als 1 %, dann lohnt sich ein Fixzinssatz definitiv: Die Kreditrate ist dann bei einem Fixzinsmodell nur geringfügig höher als jene bei einem variablen Zinsmodell.

Aber auch gegen den Abschluss eines Fixzinssatzes können verschiedene Gründe sprechen:

  • Die Zins- und damit auch Ratendifferenz zwischen variablen und Fixzinssatz ist zu hoch.
  • Wunschlaufzeit kann nicht abgesichert werden.
  • Die Flexibilität, Sondertilgungen zu leisten, ist eingeschränkt.
  • Sie erwarten keine steigenden Zinsen.

Fakt ist: Sie als Kreditnehmer entscheiden, welches Kreditmodell für Sie das Beste ist. Da in Österreich die Kreditangebote derart unterschiedlich ausgeprägt sind und von Bank zu Bank verschieden sind, empfehlen wir Ihnen in jedem Fall einen umfassenden Kreditvergleich vorzunehmen.

10, 20 oder 30 Jahre: Fixzinssatz für wie lange?

Eine Fixzinsbindung wird mit verschiedenen Laufzeiten angeboten, doch welche Laufzeit ist die beste für Sie? Das finden Sie am ehesten heraus, indem Sie Ihre Finanzierung so exakt wie möglich planen:

  • Wie entwickelt sich Ihr Einkommen in den nächsten Jahren?
  • Möchten Sie außerordentliche Sondertilgungen machen? In welcher Höhe?
  • Wie ist die aktuelle Familiensituation? Wie sieht Ihre Familienplanung aus?

Keine Angst, denn die richtige Laufzeit gibt es für jeden. Aktuell werden in Österreich Fixzinslaufzeiten zwischen 5 und 30 Jahren angeboten. So können Sie Ihren Kredit an Ihr jeweiliges Lebensmodell anpassen und gezielt darauf ausrichten. Sehen wir uns die Laufzeiten im Detail an:

Ein kurz- bis mittelfristiger Fixzinskredit bis zu 10 Jahre eignet sich optimal, wenn dieser im Vergleich zu längeren Fixzinsen wesentlich günstiger ist und man laufend oder zum Ende der Fixzinszeit größere Sondertilgungen vornehmen kann. Bei Fixzinssätzen von 15 Jahren spricht man von längerfristigen Absicherungsmodellen. Diese Laufzeit sollte man wählen, man eine fixe Kalkulationsbasis haben möchte und die Risikoneigung eher gering ist.

20- bzw. 25-jährige Fixzinssätze sind interessant, wenn diese im Vergleich zu 15-jährigen Fixzinsmodellen nur geringfügig teurer sind. Kunden, die das Risiko steigender Zinsen fast vollständig ausschließen wollen, sind mit dieser Laufzeit gut beraten.

Ein 30-jähriger Fixzinskredit bei gleicher Kreditlaufzeit ist ein sogenanntes Voll-Tilgungs-Modell. Hier existiert für die gesamte Laufzeit kein Zinsrisiko. Lediglich der Risikoaufschlag für diese lange Fixzinszeit könnte gesamt gesehen höher ausfallen, als bei einem variablen Kredit.

Euribor und Fixzinsen: der Zusammenhang

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Euribor und Fixzinsen? Nein, denn der Euribor hat keine direkte Auswirkung auf den Fixzinssatz, sondern ist die Basis für die Vergabe von variablen Zinsen. Der Fixzinssatz wird nämlich aus dem jeweiligen Swap-Satz und der Marge, die auf den Swap-Satz aufgeschlagen wird, gebildet. Manche Banken kalkulieren hingegen mit einem internen Refinanzierungssatz, welcher je nach Laufzeit der Finanzierung und des Fixzinssatzes unterschiedlich hoch ist. 


Fixzinssatz und variable Zinsen im Vergleich

Ein Fixzinssatz unterscheidet sich zu variablen Zinsen lediglich in der Veränderbarkeit der Zinsen. Variable Zinsen schwanken und orientieren sich am aktuellen Marktzinsniveau, fixe Zinsen bleiben für eine gewisse Laufzeit gleich. Nach der vereinbarten Laufzeit wird aber aus einem Kredit mit Fixzinsen ebenfalls ein variabler Kredit.  

Achten Sie deshalb auf die sogenannte Anschlusskondition nach Ablauf der Fixzinsphase. Diese ist in der Regel ein variabler Zinssatz. Da Sie nicht wissen, wie hoch dieser variable Zinssatz nach Ablauf der Fixzinsphase sein wird, empfiehlt es sich, laufende Sondertilgungen einzuplanen. Diese reduzieren die Kreditaushaftung nach Ablauf der Fixzinsvereinbarung und folglich auch Ihre Restrisiken hoher Kreditraten durch zukünftig hohe Zinsen.

Es gibt viele verschiedene Modelle am österreichischen Markt, aber nicht jedes Modell passt zu den persönlichen Vorstellungen. Mit einem umfassenden Kreditvergleich findet man die optimale Finanzierung bestimmt.