Statistik Immobilienpreise

Autor: Hagen Luckert
aktualisiert am 07. Juni 2022

Wer in den letzten Jahren die Statistik der Immobilienpreise verfolgte, konnte enorme Steigerungen beobachten. Besonders in der Bundes- und einigen Landeshauptstädten wie Wien, Salzburg und Innsbruck haben sich die Wohnungen stark verteuert. Erfahren Sie hier, wie sich die Immobilienpreise seit 2000 entwickelt haben und was dies für die nächsten Jahre bedeutet.

Immobilienpreise und Wohnbaufinanzierung

Wenn Sie darüber nachdenken, eine Wohnimmobilie zu kaufen, spielen die Immobilienpreise in Österreich natürlich eine große Rolle. Je höher diese steigen, desto schwieriger wird naturgemäß die Finanzierung von Eigentum. Darüber hinaus können steigende Immobilienpreise aber gerade der Anstoß sein, sich eine Wohnung oder ein Haus anzuschaffen: Denn oft werden hohe Kaufpreise über die Entwicklung der Mietpreise weitergegeben. Mit einer eigenen Immobilie können Sie sich gegen steigende Mieten absichern.

Immobilienpreise: Statistik der Jahre 2000-2021

So viel ist klar: Als Eigentümer oder Anleger einer Immobilie in Österreich konnten Sie in den vergangenen 20 Jahren hohe Wertsteigerungen erzielen. Der Wohnimmobilienpreisindex im Jahr 2021 beträgt 248,8 und ist damit fast 2,5-mal so hoch wie im Basisjahr 2000. Der Chart der Immobilienpreise zeigt den genauen Verlauf.

Phase der Stagnation in den frühen 2000er-Jahren

In den Anfangsjahren der 2000er blieben die Preise jedoch zunächst einmal konstant. 2004 lag das Preisniveau sogar knapp unter demjenigen von 2000. In den darauffolgenden Jahren 2005 bis 2007 kam es dann zu Nachholeffekten, wobei die Wertzuwächse zwischen 4,1 bis 5 % betrugen.

Starke Preisanstiege nach Finanzmarkt- und Corona-Krise

Nach der Finanzmarktkrise im Jahr 2008 stiegen die Preise für Wohnimmobilien in einer Bandbreite von mindestens 3,5 %, mit Spitzenwerten von bis zu 12,4 %. Grund für die zum Teil starken Preisanstiege waren unter anderem Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB).

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Diese erleichterten die Finanzierung von Wohneigentum, sodass die Nachfrage nach Immobilien stieg. In den Jahren 2009 bis 2020 nahmen die Immobilienpreise im Wohnbereich um durchschnittliche 5,7 % zu. Im Jahr 2021 war dann mit einer Steigerung von 11,8 % ein weiterer Preissprung zu beobachten. Niedrige Kreditzinsen ermöglichten den Immobilienkauf trotz weiter steigender Immobilienpreise.

Quartalsweiser Verlauf: Immobilienpreise 2021/2022

Die Österreichische Nationalbank liefert zudem eine quartalsweise Statistik der Immobilienpreise. Hier wird noch einmal deutlich, dass die Preise 2021 enorm zugelegt haben: Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen wurden alle drei Monate um 2-3 % teurer. Im ersten Quartal 2022 erfolgte sogar ein Anstieg von 3,7 %.

Wohnen im Grünen: Preise für Einfamilienhäuser legten zu

Besonders die Preise für Einfamilienhäuser begannen 2020 und 2021 überdurchschnittlich zu steigen. Im Verlauf der Corona-Krise verlagerte sich der Immobilienboom zunehmend in die „Provinz“. Der Trend zum Home-Office machte das Leben im Grünen wieder interessanter. Der Speckgürtel von Großstädten und ländliche Gebiete mit guter Infrastrukturanbindung standen daher im Fokus der Nachfrage.

Starkes Preiswachstum an günstigen Standorten

Bezüglich der Lage gab es 2020 und 2021 die stärksten Preissteigerungen außerhalb Wiens. Vor allem Immobilien an bisher noch günstigen Standorten sowie Einfamilienhäuser aus dem unteren Preissegment wurden um einiges teurer.

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Prognose: Steigen die Immobilienpreise weiter?

Wenn Sie noch kein Wohneigentum besitzen, sondern erst über den Kauf nachdenken – dann interessiert Sie wahrscheinlich vor allem die Frage: Wie lange hält dieser Preistrend an? Soll ich lieber jetzt kaufen, bevor es noch teurer wird – oder erst einmal abwarten?

Statistik der Immobilienpreise 2022 – Preisanstieg wird sich fortsetzen

2022 werden die Preise in vielen Regionen wohl weiter nach oben klettern, ggf. aber etwas moderater. Dafür spricht die aktuell hohe Inflation in Österreich, steigende Kosten für Baumaterialien und immer knapper werdende Bauflächen.

Der Wunsch nach Unabhängigkeit von Mietsteigerungen treibt die Nachfrage – und damit die Preise – weiter nach oben. Ein Dämpfer für die Immobiliennachfrage ist aber auch bereits bekannt: Die Kreditvergabe wird ab Sommer 2022 etwas erschwert, da die Finanzmarktaufsicht (FMA) hier strengere Richtlinien vorgibt.

Langfristig unterschiedliche Tendenzen denkbar

Die langfristige Statistik von Immobilienpreisen lässt sich jedoch nur schwer voraussagen. Zu vielfältig sind die Einflussfaktoren: Mit am wichtigsten ist hier der Leitzins-Verlauf, den die Europäischen Zentralbank (EZB) steuert. Eine deutliche Anhebung der Zinsen würde die Nachfrage nach Immobilien – und in Folge wohl die Preise – erheblich dämpfen. In Bezug auf Neubauten spielen Preisentwicklungen für Baugründe und Baustoffe eine wichtige Rolle. Nicht zuletzt sind Entscheidungen der österreichischen Politik entscheidend, etwa in Bezug auf Klimaauflagen für Altbauten oder Mietzinsobergrenzen.


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Datenquelle: Oesterreichische Nationalbank
Bildquellen: Infina Grafik
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