Zinsentwicklung und Prognosen

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Autor: Mag. Harald Draxl
Kategorie: Zinsen
Datum: 06.05.2022

Wie werden sich die Zinsen 2022 und den Folgejahren entwickeln? Seit Anfang 2022 sind die Zinssätze für neue Fixzinskredite beispielsweise deutlich angestiegen. Werden Änderungen Einfluss auf aktuelle und zukünftige Wohnbaukredite haben? Grundsätzlich können Zinsen über kurz oder lang sehr stark schwanken, vor allem in den nächsten 2-3 Jahren sind unterschiedlichste Szenarien denkbar. Unsere Experten liefern Ihnen regelmäßig Informationen zur Entwicklung der Zinsmärkte sowie eine interessante Prognose zur weiteren möglichen Zinsentwicklung.

Einfach erklärt: Was sind Zinsen?

Zinsen werden von Banken bei Bereitstellung eines Kredites/Darlehens als Entgelt verlangt. Gut zu wissen: Verbraucher sind bei Zinsanpassungen durch den Kreditgeber besser geschützt als Unternehmer.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Arten von Zinsen und alle haben ihre eigene Berechnungsgrundlage. Einige sind so simpel, dass ein Taschenrechner ausreicht, andere hingegen sind viel komplexer. Für diese Fälle gibt es zum Beispiel diverse Zinsrechner im Internet. Man kann zwischen Kredit-, Bausparvertrag- und Sparbuchzinsen unterscheiden:

Informieren Sie sich in unserem Ratgeber, wie Sie Ihre individuelle Situation berechnen können:

Zinsrechner: Zinsen berechnen und vergleichen

Kreditzinsen

Wenn Sie einen Kredit in Österreich aufnehmen, müssen Sie eine Gegenleistung bringen. Diese wird im Kreditvertrag meist in Form eines Kreditzinses vereinbart. Kreditzinsen zahlen Sie somit als Gegenleistung für das geborgte Geld, das Sie vom Kreditgeber erhalten.

Bausparvertragszinsen

Im Gegenzug zu den Kreditzinsen erhalten Sie bei Abschluss eines Bausparvertrages die sogenannten Bausparvertragszinsen. Dabei leihen Sie einer der Bausparkassen in Österreich Geld und bekommen im Gegenzug Guthabenzinsen retour.

Sparbuchzinsen

Ähnlich wie bei den Bausparzinsen erhalten Sie bei Eröffnung eines Sparbuches Zinsen von der Bank. Hier leihen Sie der Bank Geld und bekommen dafür Zinsen. 


Der EURIBOR-Zinssatz und seine Zinsentwicklung

Im Kreditbereich spricht man häufig von EURIBOR-Zinssätzen. Der EURIBOR ist ein sogenannter Indikator, zu dem sich die Geldhäuser refinanzieren und in weiterer Folge Kreditmittel an den Endkunden oder Firmenkunden vergeben.

Unter Refinanzierung versteht man die Geldbeschaffung der Banken in Österreich, damit sie Kredite vergeben können. Es gibt unterschiedliche Quellen, bei denen sich Banken refinanzieren können. Häufig leihen sich Banken Geld von den Notenbanken wie der Europäischen Zentralbank. Kreditinstitute können sich aber auch über andere Geschäftsbanken oder Sparer refinanzieren.

Bausparkassen refinanzieren sich häufig durch Kundeneinlagen in Form von Bausparverträgen. Aber ganz gleich, woher die Refinanzierung kommt, die Kreditinstitute zahlen dafür ebenso einen Zins und haben somit dementsprechende Zinskosten. Bei der weiteren Kreditvergabe an Kunden verrechnen die Banken dann zusätzlich zu den Zinskosten einen Aufschlag (Marge). Dieser Aufschlag verbleibt bei der Bank und ist die sogenannte Zinsspanne. 


Die Zinsentwicklung in Österreich 2022

Die Zinssituation war seit vielen Jahren durch niedrige Zinsen gekennzeichnet. Lange Zeit wogen sich Kreditnehmer und Immobilienbesitzer durch Null- und Negativzinsen in Europa, Japan und den USA in Sicherheit. Seit dem Jahr 2015 gibt es sogar Zinsanomalien in Form von sogenannten Negativzinsen, die seit 2019 sogar die sehr langfristigen Zinsen am Markt für Zinstauschgeschäfte (EUR-Swapsätze) erreicht hatten, ehe es 2022 damit vorbei war. Noch im März 2021 lag die Inflation im Euroraum bei 1,3 % ehe diese bis März 2022 auf 7,5 % stieg. In den USA beschleunigte sich von Februar auf März 2022 die Teuerung von 7,9 auf 8,5 % und somit den höchsten Stand seit Dezember 1981. Explodierende Öl- und Erdgaspreise sowie steigende Nahrungsmittelpreise waren dafür verantwortlich. Lieferkettenunterbrechungen setzten sich durch den Krieg in der Ukraine weiter fort. Für die Eurozone erwartet der IWF ein um 1,1 Prozentpunkte niedrigeres BIP-Wachstum von 2,8 %.

In den USA fordert der Präsident der Fed von St. Louis bis Jahresende 2022 eine Leitzinsanhebung auf 3,5 %. Am 04.05.2022 wurde der Leitzins nun bereits um 0,5 % angehoben. Dieser liegt jetzt zwischen 0,75 % und 1,00 %. Das einstige 120 Mrd. USD-Anleiheankaufprogramm der Fed endete Mitte März 2022 und am 16.03.2022 folgte die erste Leitzinsanhebung seit 2018 – um 0,25 % auf 0,25 bis 0,50 %. Auch eine Schrumpfung der hohen Bilanzsumme der Fed steht bevor. Dies kann über Auslaufen von Anleihenpositionen, aber auch über aktive Verkäufe erfolgen.

Wesentlich moderater sind die Schritte der EZB, dennoch sind klare Tendenzen erkennbar, die bereits dazu führten, dass im ersten Quartal 2022 der 3-Monats-Euribor um rund 0,10 Prozentpunkte auf -0,461 % anstieg: Das Pandemie-Anleihenankaufprogramm ist beendet und die geldpolitische Entscheidung vom 14.04.2022 kommentiert die EZB wie folgt: "Die monatlichen Nettoankäufe im Rahmen des APP werden sich im April auf 40 Mrd. €, im Mai auf 30 Mrd. € und im Juni auf 20 Mrd. € belaufen". Zu den Leitzinsen äußerte sich die EZB dahingehend, dass Änderungen der EZB-Leitzinsen einige Zeit nach dem Ende der Nettoankäufe des APP vorgenommen werden sollen und dabei graduell vorgegangen wird. Die Inflation soll auf mittlere Sicht bei 2 % stabilisiert werden. Günstige langfristige Refinanzierungsprogramme für Banken laufen indessen bald aus. Die Reaktion auf eine Rekordinflation von 7,5 % im März 2022 hält sich somit derzeit noch in engen Grenzen, zumal der Hauptrefinanzierungssatz noch immer bei 0 % liegt und der Zinssatz auf Einlagen der Banken, die ihre Überschussreserven bei der EZB parken, sogar noch immer mit -0,5 % negativ ist.

Allerdings ist der 3-Jahres-EUR-Swapsatz von -0,15 % zu Jahresbeginn bis zum 05.05.2022 bereits auf +1,28 % angestiegen, was jedenfalls Leitzinsanhebungen der EZB in den kommenden drei Jahren einpreist. Doch wie in unserer schnelllebigen Zeit das Markt-Szenario dann aussieht, ist ein anderes Kapitel. Indessen preisen in den USA bis 14.12.2022 die Futuresmärkte ein voraussichtliches Leitzinsniveau von 2,75 bis 3,00 % ein. Trifft dies zu, könnte das den Euro stark unter Druck setzen und dazu führen, dass die EZB noch heuer einen ersten Zinsschritt setzt – wenn auch gegebenenfalls nur bei den Einlagezinsen.

Neben den Zinssätzen spielt die aktuelle Situation der einzelnen Bank noch eine Rolle. Müssen Banken sich aufgrund von Bonitätsverschlechterungen teurer refinanzieren, dann werden Sie versuchen, die höheren Kosten auf die Konditionen beim Neuabschluss abzuwälzen. Auch könnten Banken zwischen Kreditnehmern mit besseren und schlechteren Bonitäten unterscheiden und den schlechteren bei Neuabschluss deutlich höhere Zinsen verrechnen.

In Deutschland planen die Marktaufseher bereits höhere Kapitalpuffer auf Immobilienkredite einzuführen und auch in Österreich sind restriktivere aufsichtsrechtliche Schritte vorgesehen, um einer Immobilienblase vorzubeugen. In Österreich winken voraussichtlich ab Sommer 2022 folgende Restriktionen: Während in Deutschland Banken mit höheren Kapitalpuffern konfrontiert sind und eine Obergrenze bei der LTV-Quote (loan-to-value) überlegt wird, empfiehlt hierzulande das FMSG der FMA, eine maximale Beleihungsquote in Höhe von 90 %, eine maximale Schuldendienstquote in Höhe von 40 % und eine Laufzeitbeschränkung in Höhe von 35 Jahren zu verordnen. Einige Ausnahmekontingente sollen den Kreditinstituten aber etwas Flexibilität gewährleisten. 

Lesen Sie mehr in unserem Ratgeber zum Thema aktueller Zinssätze

Aktuelle Kreditzinsen & Zinssätze in Österreich


Zinsentwicklung bei der Immobilienfinanzierung

Bei Immobilienfinanzierungen muss man zwischen kurzfristigen und langfristigen Zinsen unterscheiden: Bei einem langfristigen Zinssatz handelt es sich um einen Zinssatz, der über einen längeren Zeitraum (5-30 Jahre) angewendet wird. Kurzfristige Zinssätze beziehen sich meist auf eine Laufzeit von bis zu 12 Monaten. Damit verbundene Finanzierungen gelten daher als variable Kredite und werden laufend angepasst.

Die kurzfristigen Zinsen blieben im Euroraum lange Zeit niedrig, da die EZB nicht wollte, dass die Zinsen der Konjunktur vorauseilen. Mit der 7,5 %-Inflation – Tendenz noch steigend – relativiert sich die Situation. Während die Euriborsätze von der EZB relativ gut gesteuert werden können, sofern es keinerlei Verwerfungen am Interbanken-Geldmarkt gibt, ist das Pricing am langen Ende ein wesentlich komplexerer Prozess:

Faktoren sind hier Zins- und Inflationserwartungen, Entwicklung der Bonität von Banken und Staaten (Wie agieren die Rating-Agenturen?), aktuelle Konjunktur- und Inflationsdaten sowie die Ausgänge von Staatsanleihen-Auktionen. Diese Faktoren trieben zuletzt am langen Ende in den USA und Europa die Kapitalmarktzinsen nach oben, während zahlreiche Länder inklusive USA und Großbritannien bereits steigende Leitzinsen aufwiesen. In Europa wird eine Leitzinswende von der EZB noch hinausgezögert, doch von zahlreichen Seiten bereits heuer eingefordert.

Haben Sie derzeit einen Kredit mit variablen Zinsen, können Sie das aktuell immer noch niedrige Fixzinsniveau nutzen, um Ihren Kredit gegen zukünftige Zinssteigerungen abzusichern. Die beste Möglichkeit dafür ist ein Wechsel auf einen Fixzinskredit.

Info

Variable Finanzierungen an Verbrauchern müssen an einen Indikator gebunden sein, der von der Bank anzugeben ist. Die getroffene Zinsvereinbarung kann bis zum Ablauf der Finanzierung vom Kreditgeber nicht einseitig geändert werden. Gegen negative Marktentwicklungen z. B. einen kräftigen Zinsanstieg, kann sich ein Kreditnehmer jedoch nur durch Abschluss einer Zinsabsicherung schützen, wie zum Beispiel mit einer Fixzinsvereinbarung. Der Kreditzins wird dann auf eine Laufzeit von 5-30 Jahren fixiert.

Zinsen berechnen: Das sollten Sie wissen

Möchten Sie Ihre Zinsen selbst berechnen, kann dies unter Umständen ein schwieriges Verfahren werden: Viele Daten, die für die Berechnung nötig sind, stehen Privatpersonen vor dem ersten Gespräch mit der Bank nämlich gar nicht zur Verfügung.

Gut, dass es unseren Infina Zinsrechner gibt. Berechnen Sie kostenlos Ihre Zinsen und ersparen Sie sich damit unnötiges Kopfzerbrechen:

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Die Zinsentwicklung in Europa

Die Corona-Krise hat einen reifen Konjunkturzyklus mit solidem Wachstum und zu erwartenden (weiteren) Leitzinserhöhungen in den USA und im weiteren Verlauf auch in Europa abrupt beendet. Nachdem Staaten und Notenbanken den Lockdown-Folgen mit billionenschweren Programmen weltweit entgegenwirkten und mit der Lockerung der Seuchenbekämpfungsmaßnahmen eine Wiederbelebung des Dienstleistungssektors eingesetzt hatte, trifft nun plötzlich eine starke Nachfrage auf ein durch Lieferkettenunterbrechungen begrenztes Angebot.

Diese Knappheit wird durch den Krieg in der Ukraine noch zusätzlich verstärkt. Die Folge sind Lieferverzögerungen, Teuerung, Personalmangel, etc.. Die US-Inflation ist mit 8,5 % im März 2022 (höchster Stand seit Dezember 1981) für einige Betrachter bereits „außer Kontrolle“, während die Inflation in Europa mit 7,5 % ebenfalls kritisch zu betrachten ist. Dass die EZB im Jahr 2022 nicht nur ihr Pandemie-Anleihenaufkaufprogramm beendet hat, sondern auch das reguläre Vermögensaufkaufprogramm (Asset-Purchasing-Programm) beenden will, deutet auch in Europa auf eine gewisse Handlungsbereitschaft der Notenbanker hin, welche jedoch der aktuellen Inflationssituation weit hinterherhinkt.

Deshalb sollten Kreditnehmer sich vor allem über langjährige Fixzinsbindungen das aktuell noch leistbare Zinsniveau einfrieren. Zuletzt haben die Kreditinstitute ihre Neukonditionen für Fixzinsbindungen deutlich verteuert.


Langfristige Zinsprognose: Was kann passieren?

Prognose der Zinsentwicklung bis 2023

Zwei Kräfte ziehen an der Weltwirtschaft, nämlich Stagnation und Inflation. Die eine Kraft ist die Konjunkturabkühlung, welche vor allem in China durch die Abriegelung Shanghais und in Europa infolge des Ukraine-Kriegs spürbar wurde, während in den USA eine Konsolidierung des privatwirtschaftlichen Aktivitätsniveaus auf hohen Niveau stattfindet. Generell sind Treibstoffe und fossile Brennstoffe knapp, was sich durch den Konflikt der EU mit Russland in Europa noch weiter verschärft. Bereits im Herbst 2021 führte eine regelrechte Kohle- und Energiekrise zwischenzeitlich zu einer Stagnation der Industrieproduktion und war mitverantwortlich dafür, dass sich Chinas BIP-Wachstum im vierten Quartal auf 4 % abgekühlt hat. Nach einer zwischenzeitlichen Erholung im ersten Quartal drohen neue Corona-Maßnahmen in China diese im Keim zu ersticken, während die Teuerung ihren Verlauf nimmt.

Dieses Szenario wird auch als Stagflation bezeichnet und setzt sich aus den Begriffen Stagnation und Inflation zusammen. Mit einer Beschleunigung des Inflationstrends im ersten Quartal 2022 nahm am langen Ende der Zinsdruck zu und die EUR-Swapsätze preisen binnen drei Jahren auf jeden Fall mehrere Leitzinsanhebungen in 25-Basispunkte-Schritten ein. 1,00 bis 1,50 % Leitzinsen bis Ende 2023 erscheinen durchaus plausibel, wenn man den historischen Spread zwischen Euro- und Dollarzinsen von 2 Prozentpunkten im Auge behält. Voraussetzung ist aber ein schnelles Umdenken des Entscheidungsgremiums der EZB, welches rasch auch die negativen Einlagezinsen wieder auf Nullniveau anhebt. Dies könnte sich jedoch als „Wunschdenken von Banken und Versicherungen“ entpuppen, die von höheren Zinsen profitieren würden. Dafür gibt es von regulatorischer Seite noch Einflussfaktoren auf die Konditionsgestaltung der Banken:

Auf der Bankenseite in Österreich müssen noch die möglichen Folgen des herannahenden Regelwerks Basel IV abgewartet werden. Unabhängig von Basel IV arbeitet die FMA bereits an strengeren Vergabe-Richtlinien für Immobilienkredite. Jedenfalls könnte alleine schon Basel IV eine höhere Eigenmittelunterlegung für Kredite bedeuten. Banken würden dann noch strenger als heute zwischen guten und schlechten Bonitäten differenzieren.

EZB-Prognose zur Zinsentwicklung

Die Europäische Zentralbank (EZB) muss im Euroraum auf Stabilität setzen, um den Wunsch nach einer kontrollierten Inflation umsetzen zu können. Bei nachhaltiger Überschreitung des gewünschten mittelfristigen Inflationsziels von 2 % können die Leitzinsen angehoben werden. Unter diesem Aspekt wären Leitzinsanhebungen längst überfällig. Und auch die Zwischenschritte wie Beendigung des APP im dritten Quartal und nachfolgend Neutralisierung der negativen Einlagezinsen (durch Anhebung auf Nullniveau) erscheinen für kritische Beobachter wie „faule Ausreden“, denn die tatsächlichen wunden Punkte liegen im Bankensystem hoch verschuldeter Peripherieländer der Eurozone wie zum Beispiel Griechenland, Italien, Zypern, Spanien und Portugal. Obwohl alle Zeichen auf Inflationsbekämpfung stehen sollten, könnte dieses „Politikum“ der wichtigsten Aufgabe der EZB zuwiderlaufen. Aber bei entsprechendem Druck auch seitens der Vertreter des ehemaligen Hartwährungsblocks der EU (Niederlande, Deutschland, Österreich, Luxemburg und Belgien) und diverser Banken- und Versicherungsverbände wäre das zuvor beschriebene Szenario von Leitzinsen über einem Prozent bis Ende 2023 durchaus vorstellbar.

Konkrete Zinsprognosen der EZB existieren nicht. Prognosen zur weiteren Leitzinsentwicklung werden nur von Dritten, also von der EZB unabhängigen Analysten, erstellt. Was es allerdings gibt und intuitiv auch ein mögliches Zinsszenario vermittelt, sind regelmäßige Inflations- und Wachstumsprognosen. Die Pandemie ist noch nicht vorbei und der Krieg in der Ukraine ist eine weitere Erschwernis für Wirtschaftsprognosen. Doch Mitte April 2022 zeigt eine EZB-Expertenbefragung für 2022 und 2023 stark nach oben revidierte Inflationserwartungen für die Eurozone. Die Staatsschuldenquote von rund 98 % des BIP im Euroraum könnte jedoch zu einer Zurückhaltung in puncto konkreter Zinsschritte beitragen.

Die Zinsentwicklung in den nächsten 20 Jahren

Es können keine Prognosen über Zinsentwicklungen der nächsten 10 bis 20 Jahre aufgestellt werden. Die Kapitalmärkte sind viel zu beweglich. Schon kleinere Krisen können Prognosen über Nacht komplett widerlegen. In den letzten 50 Jahren hat es im Schnitt alle 7-8 Jahre eine merkliche Krisensituation an den Weltfinanzmärkten gegeben. Die letzte Wirtschaftskrise war 2008, also schon vor 13 Jahren. Nun befinden wir uns in einer neuen Krise, in der die Karten letztendlich wieder neu gemischt werden.

Baufinanzierung: Mögliche Zinsprognosen

Derzeit sind zwei Szenarien möglich. Im Falle einer starken Konjunktur und nachhaltiger globaler Inflation steigen zuerst einmal die Zinsen am langen Ende kräftig an, gefolgt von den Euriborsätzen, wenn sich die Hinweise auf ein Handeln der EZB verdichten.

Zwar fehlt die starke Konjunktur, aber die Intensität der Inflation hat dieses Szenario bereits eingeleitet und dieses kann wieder in eine Stagnation (bzw. Stagflation) und somit eine Rezession münden. Dann könnten neue Unterstützungsprogrammen seitens der EZB aufgesetzt werden. Eine erneute langjährige Niedrigzinsphase („Japan-Szenario“) wäre dann nicht ausgeschlossen. Hingegen bei anhaltendem BIP-Wachstum und hoher Inflation kann es durchaus zu Leitzinsanhebungen der EZB kommen.

Auf der Bankenseite wären zunehmend höhere Risikoaufschläge und Liquiditätskosten der Banken die größte Gefahr für steigende Zinssätze im Bereich Wohnbaufinanzierung. Die Nutzung von noch verfügbaren exzellenten Konditionen für langfristige Fixzinsbindungen sollten also unbedingt geprüft werden. Die Wohnbau-Finanz-Experten der Infina informieren Sie gerne hierzu.

Mit einer Fixzinsvereinbarung haben Sie die bestmögliche Kalkulationsbasis für Ihre monatlichen Verpflichtungen. Das ist in so unsicheren Zeiten wie diesen wichtiger denn je.

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Bildquellen:  Roman Samborskyi/ Shutterstock.com, Mabeline72/ Shutterstock.com
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Über den Autor: Mag. Harald Draxl
Position: Geschäftsführer

Meine Kreditkompetenz habe ich 1995 durch die Leitung des Gewerbekunden-Centers bei der Creditanstalt AG und seit 1997 als Baufinanzierungs-Spezialist bei der CA Baufinanzierungs-Beratung GmbH aufgebaut. Im Jahr 2002 wurde ich Gesellschafter bei der Infina und ab November 2004 in die Geschäftsführung berufen. Meine Zuständigkeit ist seither die Leitung unseres Vertriebes und der Banken-Kooperationen. Ich beschäftige mich tagtäglich mit den Entwicklungen am österreichischen Kredit- und Immobilienmarkt, um unsere gesamte Vertriebsorganisation stets über die besten Produkte und aktuellen Zinssätze für die Kundenberatungen auf dem Laufenden zu halten.

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