Fertiggestellte Wohnungen

Autor: Hagen Luckert
aktualisiert am 07. Juni 2022

Mit den Daten der Statistik Austria lässt sich die Bautätigkeit in Österreich genau nachvollziehen. Besonders interessant ist beispielsweise die Zahl der fertiggestellten Wohnungen: Hier wird deutlich, wie sich das Angebot an Neubauten entwickelt. Erfahren Sie hier alles zur Entwicklung seit 2006 und die Auswirkungen auf das aktuelle Wohnungsangebot sowie die Immobilienpreise.

Bedeutung für Ihre Wohnbaufinanzierung

Sie machen sich Gedanken über Wohneigentum und möchten selbst eine Immobilie erwerben? Dann ist die Anzahl der neugebauten Wohnungen selbstverständlich relevant für Ihre Pläne: Diese hat einen wesentlichen Einfluss auf das Wohnungsangebot am Markt und letztendlich auch auf die Immobilienpreise. In Zeiten reger Bautätigkeit ist eine Wohnbaufinanzierung unter Umständen leichter zu stemmen als bei knappem Wohnungsangebot.

Statistik: fertiggestellte Wohnungen und Gebäude seit 2006

Abgesehen von den Boom-Jahren 2006 bis 2008 liegt die Anzahl der neu fertiggestellten Wohngebäude in Österreich seit 2005 konstant zwischen etwa 17.000 und 20.000 Einheiten. Bei den fertiggestellten einzelnen Wohnungen zeigt sich aber ein anderer Verlauf: Diese Anzahl stieg zwischen 2006 und 2020 um über 50 % an, von rund 45.000 auf rund 68.000 Einheiten.

Trend zu kleineren Wohneinheiten

Es ist also deutlich ersichtlich, dass die Zahl der fertiggestellten Einzelwohnungen stark zugenommen hat, jene der Wohngebäude aber nicht. Daraus lässt sich ein Trend zu kleineren Wohneinheiten ableiten: Gerade in den Universitäts- bzw. Landeshauptstädten stiegen die Immobilienpreise stark, sodass kleinere Wohnungen immer gefragter wurden. Da es an Bauflächen mangelt und die Preise für Baugrundstücke in Österreich explodieren, geht die langfristige Entwicklung hin zu einer verdichteten Bauweise mit höheren Wohngebäuden.

Investition in kleineres Wohneigentum als Alternative

Kleine und kompakte Wohneinheiten in Universitätsstädten waren bzw. sind als Anlegerwohnungen sehr beliebt. Aber auch für die Eigennutzung sind sie eine sinnvolle Alternative, etwa als Zwischenstufe zum eigenen Haus oder einer größeren Wohnung. Mit einer Investition in kleinere Wohnungen liegen Sie jedenfalls voll im Trend.

Definition
Daten

Aktuelle Entwicklung: Bautätigkeit 2021 und 2022

Für die kurzfristige Entwicklung der Bautätigkeit liegen zwar noch keine Zahlen vor – so viel lässt sich aber bereits jetzt sagen: Die Corona-Krise und ihre vielfältigen Folgen wirkt sich 2021 und 2022 auch auf die Neubauten aus.

Steigende Beliebtheit: Wohnen im Grünen

Home-Office, Online-Meetings und „Remote Work“: All diese Arbeitsformen haben durch die Corona-Pandemie enorm zugenommen. Dadurch hat Wohnen im Stadtzentrum teilweise an Bedeutung verloren, stattdessen wurde Wohnen im Grünen wieder beliebter. Dies führte seit 2020 zu einer leicht verstärkten Bautätigkeit bei Ein- und Zweifamilienhäusern.

Bauverzögerung und Teuerung von Rohstoffen

Insgesamt ist jedoch zu erwarten, dass die Zahl der fertiggestellten Wohnungen 2021 etwas abgesunken ist. Bei Großbauprojekten gab es vereinzelt Verzögerungen durch coronabedingte Baustopps. Globale Unterbrechungen der Lieferketten führten außerdem zur Verteuerung vieler Rohstoffe – aktuell weiter verstärkt durch die Krise in der Ukraine.


Prognose: Wie wird sich die Bautätigkeit entwickeln?

Wie sich der Krieg in der Ukraine und die Rohstoffknappheit auf die weitere Bautätigkeit auswirken werden, lässt sich noch nicht genau abschätzen. Eines ist allerdings klar: Einen Boom bei den fertiggestellten Wohnungen wird es 2022 wahrscheinlich nicht geben.

Weniger fertiggestellte Wohnungen im Jahr 2022

Weniger Bauflächen und explodierende Grundstückspreise – diese Faktoren werden 2022 das Angebot an neuen Wohnungen und Häusern vermutlich weiter verknappen. Als Folge ist dann auch mit einem weiteren Anstieg der Immobilienpreise zu rechnen. Ebenso dürften weitere Teuerungen bei den Rohstoffen die Baukosten und Immobilienpreise nach oben treiben (vgl. dazu den aktuellen Baukostenindex).

Angebot an Wohneigentum wird kleiner und teurer

Vorausgesetzt ein erheblicher Konjunktureinbruch und drastischer Einbruch der Immobilienpreise bleibt aus, wird 2022 und vermutlich auch 2023 der Wohnungsmarkt durch weniger und noch dazu teurere Immobilien geprägt sein. Wenn Sie also eine passende Immobilie oder ein Grundstück in Aussicht haben, gilt die Maxime: besser früher als später zugreifen. Die Finanzierung von Wohneigentum dürfte aufgrund eines voraussichtlich steigenden Leitzinses auch tendenziell schwieriger werden.


Was kostet mein Wohnbaukredit?

Datenquelle: Statistik Austria
Bildquellen: Infina Grafik
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