Die Begriffe Darlehen und Kredit werden häufig synonym verwendet und miteinander verwechselt. Auch wenn Gemeinsamkeiten vorhanden sind, so ist ein Kredit schlussendlich doch nicht dasselbe wie ein Darlehen. Welche Unterschiede gibt es also und welche Form eignet sich für Ihre Finanzierung in Österreich? Diese und viele weitere interessante Fragen zum Thema Darlehen und Darlehensvertrag werden in diesem Beitrag beantwortet.
Definition: Was ist ein Dahrlehen?
Ein Darlehen ist die Bereitstellung von Geld durch einen Kreditgeber, das über einen bestimmten Zeitraum zurückgezahlt werden muss. Es handelt sich dabei um eine spezielle Form des Kredits, welcher von Kreditinstituten (wie Banken und Bausparkassen in Österreich) oder Leasinggesellschaften vergeben werden. Das Darlehen ist nur eine Unterform des Kredites. Die dazugehörigen Vereinbarungen werden in einem Kredit- oder Darlehensvertrag festgehalten.
Der wesentliche Unterschied zwischen Darlehen und Krediten ist, dass ein Darlehensvertrag erst bei Ausbezahlung des Geldes gültig ist. Beim Kredit ist der Vertrag mit der Unterzeichnung gültig, es besteht also sofort ein Schuldverhältnis zwischen Kreditgeber und -nehmer, obwohl noch kein Geld ausbezahlt wurde. Ein Darlehen kann unentgeltlich vergeben werden: Es muss lediglich der geliehene Betrag zurückgezahlt werden, zusätzliche Kosten gibt es nicht.
Praxistipp: Wir empfehlen in jedem Fall einen schriftlichen Vertrag.
Welche Arten von Darlehen gibt es?
Zusätzlich zu dem Darlehen für Immobilienkäufe gib es auch noch das Privatdarlehen und einige andere. Nachfolgend sehen Sie die wichtigsten Darlehensarten:
Partiarisches Darlehen
Ein partiarisches Darlehen (Beteiligungsdarlehen) ist eine Form der Beteiligungsfinanzierung. Als Entgelt für das Darlehen werden nicht wie üblich Zinsen vereinbart, sondern ein bestimmter Anteil am Gewinn oder am Umsatz eines Unternehmens. Bei dieser Form des Darlehens liegt der Schwerpunkt in erster Linie auf der Gewinnbeteiligung, wobei jedoch trotzdem Zinsen vereinbart werden können.
Eine ähnliche Variante ist auch das sogenannte sogenannte Crowdinvesting (eine Unterform des Crowdfundings). So kann man schon mit kleinen Beträgen inerfolgsversprechende Unternehmen oder innovative Projekte investieren. Man hilft somit bei der Umsetzung und kann vom Erfolg des Unternehmens profitieren.
Privat an privat gewährtes Darlehen
Nicht immer reicht das eigene Ersparte aus, um ungeplante Ausgaben zu stemmen, sei es eine Autoreparatur, eine neue Waschmaschine oder der kaputte Fernseher. Statt dafür zu einer Bank zu gehen, kann man natürlich auch bei Familie oder Freunden um ein Darlehen bitten. Bei diesem sogenannten Privatdarlehen fungieren natürliche Personen als Vertragspartner. Trotz guter Vertrauensbasis empfiehlt sich auch hier immer ein schriftlicher Vertrag.
Darlehen vom Sozialamt oder Bundesland
Personen, welche sich in einer Notlage befinden, können ein Darlehen als Hilfe in besonderen Lebenslagen erhalten, sofern dieses zur Deckung der persönlichen Grundbedürfnisse verwendet wird. Dieses Darlehen kann von unterschiedlichen Stellen gewährt werden und wird meistens ohne Zinsen vergeben. Sie können sich in Sozialeinrichtungen in Ihrer Umgebung oder bei der zuständigen Stelle Ihres Bundeslandes darüber erkundigen. Gründe für ein derartiges Darlehen könnten sein:
- Mietrückstände (zur Abwendung einer Räumungsklage)
- Notwendige Instandsetzung einer Wohnung
- drohende Strom- oder Gasabschaltung
Praxistipp: Fragen Sie auch in Ihrer Gemeinde nach: Viele Gemeinden bieten in manchen Fällen ebenfalls Unterstützungen dieser Art an.
Darlehen für Selbständige
Selbständige finanzieren sich in der Regel über Kreditinstitute. Allerdings können auch alternative Geldquellen verwendet werden. Dabei handelt es sich beispielsweise um Förderstellen oder um Plattformen für Unternehmer, die sogenanntes Beteiligungskapital (Mezzaninkapital) anbieten.
Schwierig wird es für Selbständige, welche noch nicht lange im Geschäft sind. Diese werden generell als Jungunternehmer eingestuft. Das ist dann der Fall, wenn noch keine 3 vollständigen Jahresabschlüsse vorliegen. Das Rating dieser Unternehmen wird von Banken meist als schlecht eingestuft.
Falls Sie nach einer Finanzierung für Ihr Unternehmen suchen, stehen Ihnen unsere Corporate Finance-Experten gerne beratend zur Seite.
Darlehen beim Immobilienkauf in Österreich
Wird ein Darlehen für einen Immobilienkauf in Österreich vergeben, spricht man ebenfalls von einem Gelddarlehen. Dieses wird im Regelfall von einem Kreditinstitut gewährt, kann aber auch von Privatpersonen oder juristischen Personen stammen. Bei diesem Darlehen dient die Immobilie der Bank als primäre Sicherheit (Pfandrecht).
Nachdem die strengen staatlichen Vorgaben der Vergaberichtlinien (die sogenannte siehe hierzu: Neue Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung, auch bekannt als KIM-Verordnung) mit dem 30. Juni 2025 offiziell ausgelaufen sind, liegt die Bonitätsprüfung im Jahr 2026 wieder primär im Ermessen der einzelnen Banken. Dennoch fordern Kreditinstitute weiterhin einen soliden Anteil an Eigenkapital für eine nachhaltige Immobilienfinanzierung. Eine der bekanntesten Formen des Immobiliendarlehens für Verbraucher in Österreich ist das klassische Bauspardarlehen.
Darlehen aufnehmen: Worauf ist zu achten?
Wenn Sie ein Darlehen aufnehmen möchten, gibt es einige grundlegende Punkte, die Sie beachten sollten:
- Laufzeit: Die Laufzeit beeinflusst Ihre monatliche Belastung und die Gesamtkosten des Darlehens. Eine längere Laufzeit senkt die monatliche Rate, erhöht jedoch die Zinskosten insgesamt.
- Zinssatz: Der Zinssatz bestimmt die Höhe der Zinskosten. Achten Sie nicht nur auf den Sollzinssatz, sondern vergleichen Sie den Effektivzins, der auch Gebühren berücksichtigt.
- Zinsbindung: Entscheiden Sie sich zwischen variablen und festen Zinsen. Variable Zinsen können bei Niedrigzinsen vorteilhaft sein, bergen jedoch das Risiko steigender Zinsen. Feste Zinsen bieten Planungssicherheit.
- Flexibilität: Prüfen Sie, ob Sondertilgungen möglich sind und wie flexibel die Rückzahlung gestaltet werden kann, ohne hohe Gebühren zu riskieren.
- Nebenkosten: Berücksichtigen Sie alle zusätzlichen Kosten wie Bearbeitungsgebühren, die den Effektivzins beeinflussen.
Durch eine sorgfältige Planung und den Vergleich verschiedener Angebote können Sie das für Ihre Situation passende Darlehen finden und unnötige Kosten vermeiden.
Der Unterschied zwischen Darlehen und Kredit
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird selten zwischen Darlehen und Kredit unterschieden, aber rechtlich gibt es einige Unterschiede: Zum Beispiel sind Darlehen erst bei Auszahlung der Summe gültig, während ein Kredit in Österreich schon ab Vertragsunterzeichnung gültig ist. Auch die Laufzeit ist bei Krediten häufig kürzer als bei Darlehen. Bei Krediten wird unterschieden zwischen kurzfristig (bis 1 Jahr), mittelfristig (zwischen 1 und 4 Jahre) und langfristig (über 4 Jahre). Darlehen hingegen werden oftmals mit einer Laufzeit von 10 bis 35 Jahren angeboten.
Da die Kreditsumme bei Darlehen meist höher ist, sind auch die Zinsen weit günstiger als bei Krediten. Zudem verlangt die Bank bei Darlehen diverse Sicherheiten, was ebenfalls zu niedrigen Zinssätzen führt. Kredite in Österreich können außerdem nur entgeltlich vergeben werden, Darlehen aber auch unentgeltlich. Ein weiterer Unterschied ist die Vergebührung vom Finanzamt. Ein Darlehen ist eine "Unterkategorie" von Krediten, man kann also sagen, dass jedes Darlehen auch ein Kredit ist - aber nicht jeder Kredit ist ein Darlehen. Darlehen sind in erster Linie langfristige Geldanleihen, die meistens für eine Immobilienfinanzierung abgeschlossen werden.
Was passiert nach dem Darlehensvertrag in Österreich?
Darlehen werden in der Regel mit einer festen Laufzeit abgeschlossen, die oft mehrere Jahrzehnte umfasst. Wie kann man also währenddessen in einen Darlehensvertrag eingreifen? Grundsätzlich gilt: Wenn Kreditinstitute Verträge mit Verbrauchern (Konsumenten) abschließen, genießt der Privatkunde als wirtschaftlich schwächere Partei immer einen erhöhten gesetzlichen Schutz. Kreditinstitute können daher in bestehende, hypothekarisch besicherte Kreditverträge nicht einseitig wirksam eingreifen – jedenfalls nicht, solange der Kreditnehmer seine Raten regelmäßig und ohne Verzug bezahlt. Die nachfolgenden Informationen und Eingriffsmöglichkeiten gelten daher insbesondere für Verträge mit Verbrauchern.
Aber können bestehende Darlehen überhaupt umgeschuldet werden? Ja, solange die Kündigungsfristen bzw. Pönalen berücksichtigt werden. Eine Umschuldung kann auch im Rahmen einer Forderungseinlösung gemacht werden, das heißt die bestehende Bank verbleibt mit der eingetragenen Hypothek im Grundbuch, diese wird jedoch an die neue Bank abgetreten.
Praxistipp: Profitieren Sie hier von einer persönlichen Beratung und einem neuen Kreditmodell im Rahmen einer Umschuldung, welches aktuell für Sie das passende ist.
Zinsen beim Darlehen
Zinsen zu vereinbaren ist bei einem Darlehen keine Pflicht. Im Idealfall bekommen Sie das Geld ohne jegliche Zinsen, Sie zahlen also wirklich nur den Betrag zurück, den Sie erhalten haben. Dieser Fall tritt häufig bei Privatdarlehen auf, denn im Familien- und Freundeskreis wird selten eine Entschädigung für das Leihen von Geld verlangt.
Leihen Sie sich hingegen Geld von einer der vier Bausparkassen in Österreich, handelt es sich um ein klassisches Bauspardarlehen. Dieses kann für wohnwirtschaftliche Maßnahmen – wie beispielsweise Hausbauten oder Wohnungskäufe – beantragt werden. Die gesetzliche Obergrenze liegt hier mittlerweile bei 440.000 Euro pro Person (bzw. 880.000 Euro bei zwei Kreditnehmern). Neben der langen Laufzeit gibt es einen weiteren großen Vorteil: Die Zinsen sind gesetzlich auf maximal 6 % beschränkt. Die Bausparkassen haben sich traditionell auf Fixzinsprodukte spezialisiert, darüber hinaus werden jedoch auch variable Produkte zu den besagten Konditionen vergeben.
Es ist also egal, wie sich Wirtschaft und Finanzmärkte in den nächsten Jahrzehnten entwickeln: Bei Bauspardarlehen können Ihre Zinsen in der Regel nie mehr als 6 % betragen. Dies bringt Ihnen langfristige Sicherheit und eine hervorragende Planbarkeit. Die Zinsen bei Bauspardarlehen werden ähnlich berechnet wie bei gewöhnlichen Immobilienkrediten, lediglich der Refinanzierungszinssatz ist ein anderer, da Bausparkassen üblicherweise den 12-Monats-EURIBOR als Basis heranziehen.
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