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Wohnbauförderung: Kriterien, Rückzahlung, Berechnung & Co.

Datum: 03.06.2019 | Autor: Redaktion

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Ob Neubau, Sanierung oder der Kauf einer Wohnung: Ein Eigenheim kostet viel Geld. Die Wohnbauförderung der Bundesländer ist dabei ein beliebtes Mittel, die Finanzierung zu erleichtern. Hier lesen Sie, welche Arten der Förderung es gibt, welche Kriterien bei der Eigenheimförderung gelten, wie Sie bei der Rückzahlung der Hausbauförderung sparen können und mehr!


Niederösterreich, Tirol, Salzburg – Wohnbauförderung in Österreich

Streng genommen gibt es die Wohnbauförderung nicht, denn jedes Land hat andere Regelungen. Sie alle hier aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen – und ist auch gar nicht nötig, denn genaue Erklärungen zur Eigenheimförderung in den einzelnen Bundesländern finden Sie in unseren jeweiligen Ratgebern:

Es gibt aber trotzdem ein paar Informationen, die österreichweit gelten. Da wäre erstens die Tatsache, dass bei der Wohnbauförderung alle Maßnahmen positiv gewertet werden, die umweltschonendes Wohnen möglich machen.

Zweitens gilt in ganz Österreich, dass finanzielle Unterstützungen wie Studienbeihilfe, Waisenpension, Pflegegeld, Familienbeihilfe etc. nicht zum Einkommen gezählt werden. Und das Jahreseinkommen entscheidet maßgeblich mit über das Ausmaß der Förderung. Drittens unterscheidet man in allen Bundesländern zwischen folgenden Arten von Wohnbauförderung:

  • Einmalige Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen
  • Zins- oder Annuitätenzuschüsse, bei der Rückzahlung eines Darlehens
  • Landes- bzw. Eigenmittelersatzdarlehen, mit günstigen Konditionen
  • Übernahme von Bürgschaften, damit ein Darlehen möglich wird

Zu guter Letzt wird außerdem zwischen der Förderung spezifischer Baumaßnahmen und der Personenförderung unterschieden. Die Baumaßnahmen gelten meistens der Energiesanierung. Die Personenförderung wiederum gilt dann, wenn sogenannter dringlicher Wohnbedarf besteht.


Kriterien für die Wohnbauförderung

Die finanzielle Unterstützung durch das Bundesland ist praktisch, keine Frage – allerdings müssen dafür auch einige Kriterien erfüllt werden:

  • Der Antragsteller muss die österreichische Staatsbürgerschaft haben oder gleichgestellt sein (EU-Länder, Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz).
  • Der Antragsteller muss (Mit-)Eigentümer der Liegenschaft sein oder eine Baugenehmigung haben. Alternativ kann diese Rolle eine nahestehende Person übernehmen.
  • Die Immobilie muss das ganze Jahr über als Hauptwohnsitz genutzt werden. Ferien- oder Wochenendhäuser werden nicht gefördert. Ob es sich tatsächlich um einen Hauptwohnsitz handelt, wird übrigens stichprobenartig überprüft!
  • Der bisher bewohnte Hauptwohnsitz muss spätestens 6 Monate nach dem Einzug in das geförderte Eigenheim aufgegeben werden.
  • Die Immobilie muss mindestens 80 m² groß sein. Der Keller zählt dabei nicht als Wohnfläche, es sei denn, die Nutzung als Hobbyraum, Arbeitszimmer etc. ist explizit geplant.
  • In dem zu fördernden Haus dürfen keine fossilen Brennstoffe mehr eingesetzt werden. Ein Tipp: Lassen Sie die Energiekennzahl durch eine zertifizierte Beratungsstelle feststellen!
  • Eine Netto-Einkommensgrenze muss eingehalten werden. Zudem ist der Nachweis über ein gesichertes Mindesteinkommen nötig, wenn es um ein Darlehen als Förderung geht. 

Die Einkommensgrenzen sind ein gutes Beispiel dafür, dass jedes Bundesland eigene Werte festlegt. Im Burgenland etwa darf eine Einzelperson, die den Antrag auf Förderung stellt, maximal 35.000 Euro Jahreseinkommen haben und muss mindestens 747 Euro netto pro Monat verdienen. In Wien, Tirol, Salzburg etc. gelten wieder andere Zahlen.


Eigenheimförderung – aber wie, für wen und wie viel?

Wohnbauförderung, Eigenheimförderung, Hausbauförderung: Der Begriffsdschungel scheint auf den ersten Blick ziemlich dicht. Und ziemlich schnell taucht die Frage auf, wie sich eigentlich die Wohnbauförderung berechnen lässt.

Eigenheimförderung versus Wohnbauförderung

Als Eigenheim gilt ein Wohnhaus mit maximal zwei Wohnungen. Daneben gibt es noch Eigenheime in Gruppen: Das sind mindestens zehn Häuser mit maximal 800 m² Bauplatz. Mit der Wohnbauförderung ist die Schaffung von Wohnraum gemeint, zum Beispiel durch:

  • Neubau
  • Sanierung
  • Renovierung
  • Umbau
  • Zubau

Von der Art des Bau- bzw. Kaufvorhabens hängt auch das Ausmaß der Förderung ab. Aber welche Faktoren spielen konkret eine Rolle, wenn es um die Berechnung der Wohnbauförderung geht?

Wie kann ich die Wohnbauförderung berechnen?

Grundlage der Förderung ist zunächst einmal die Zahl der im Haushalt lebenden Personen und deren gesammeltes Einkommen. Die Gehälter von Ehepartner, eingetragenem Partner oder Lebensgefährten werden also zum Einkommen des Antragstellers hinzugerechnet. Versicherungsbeiträge, Werbungskosten und Lohnsteuerbeiträge werden von diesem Jahreseinkommen abgezogen.

Beim Antrag muss das Haushaltseinkommen vom Vorjahr laut Jahreslohnzettel eingereicht werden. Das gilt zumindest, wenn es sich um ein Angestelltenverhältnis handelt. Selbstständige müssen den Einkommenssteuerbescheid vom Vorjahr abgeben, negative Einkünfte und Verlustvorträge werden dabei nicht berücksichtigt.

Übersteigt das gemeinsame Jahreseinkommen die Grenze, die im jeweiligen Bundesland gilt, heißt das nicht, dass eine Wohnbauförderung unmöglich ist. Die Förderung wird dann allerdings entsprechend schrittweise reduziert.

Ist das Einkommen also der einzige Faktor, der über die Wohnbauförderung entscheidet? Nein, denn abgesehen davon wird natürlich auch die Familiensituation berücksichtigt. Die Einkommenshöchstgrenze steigt zum Beispiel mit jedem Kind. Außerdem spielt es eine Rolle, wie energieeffizient das Haus ist und um wie viel Wohnfläche es eigentlich gehen soll.

Mit anderen Worten: Eine universell einsetzbare Formel, mit der man die Wohnbauförderung berechnen kann, lässt sich leider nicht festlegen. Es mag zwar etwas Zeit kosten, aber letztendlich führt kein Weg daran vorbei, sich mit den Regelungen des jeweiligen Bundeslandes vertraut zu machen.

Hausstandsgründung und Hausbauförderung für Jungfamilien

Wer in Wien, der Steiermark oder Kärnten eine Wohnbauförderung beantragen will, kann die sogenannte Förderung für Jungfamilien beanspruchen. Als Jungfamilie gilt ein Paar, wenn beide Partner zum Zeitpunkt der Antragstellung das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Ob es in der Familie schon Kinder gibt, spielt dabei keine Rolle.

Gleichgestellt sind schwerbehinderte Menschen unter 35 Jahren mit mindestens 80 Prozent Erwerbsminderung. Familien mit mindestens 3 Kindern oder einem Kind, das laut Familienausgleichsgesetz 1967 behindert ist, können diese Art der Wohnbauförderung ebenfalls beantragen.

Gefördert wird bei dem Modell die Hausstandsgründung. Damit ist der Kauf von Wohnraum und der notwendigen Ausstattung mit Möbeln, Sanitäranlagen etc. gemeint – also unter anderem der Hausbau.

Wie gesagt: Aktuell gibt es die Förderung für Jungfamilien in einigen Bundesländern. Wenn man sich aber um Wohnbauförderung in Wien, der Steiermark oder Kärnten bewirbt, kann es doch nicht schaden, diese Regelungen zu kennen.    


Hausbauförderung bei einem Neubau

Ganz egal, in welcher Form der Hausbau gefördert wird: Über die finanzielle Entlastung dürfte sich jeder Häuslbauer freuen. Damit die Hausbauförderung aber bewilligt wird, muss der Antrag gestellt werden, bevor mit dem Bau begonnen wird. Da die Bearbeitung durchschnittlich 6 Monate dauert, ist gute Planung gefragt!

Die Baufinanzierung muss nachweislich durch Eigenkapital und/oder einen Kredit gedeckt sein – es soll schließlich kein Risiko bestehen, dass das Bauvorhaben abgebrochen werden muss. Ein weiteres Kriterium ist die Nutzung als Hauptwohnsitz: Der Antragsteller muss selbst in dem Haus wohnen, sobald es fertiggestellt ist. Die Vermietung eines geförderten Neubaus ist nicht erlaubt, das gilt auch für geförderte Eigentumswohnungen.

Übrigens: Sofern es sich um maximal 130 m² Wohnfläche handelt, kann beim Finanzamt ein Antrag auf Erlass der Grundbucheintragungsgebühr gestellt werden. Diese Gebühr beträgt immerhin 1,2 Prozent des Darlehensbetrags. 


Übernahme der Wohnbauförderung

Was passiert eigentlich, wenn ein gefördertes Objekt verkauft werden soll? Nun ja: Der Verkauf ist nicht einfach so möglich, da im Grundbuch ein Veräußerungsverbot eingetragen sein kann. Das gilt zumindest dann, wenn es sich um Förderung in Form eines Darlehens und damit um eine entsprechend hohe Summe handelt. 

Möglich ist der Verkauf unter Zustimmung des Landes allerdings, wenn die geförderte Immobilie von einer Person gekauft wird, die ebenfalls nach den oben genannten Kriterien förderungsberechtigt ist.     


Rückzahlung der Wohnbauförderung

Es gibt, wie schon erwähnt, Förderungen, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Wie sieht es aber mit den restlichen Fördermaßnahmen aus, die früher oder später zurückzuzahlen sind? Wie viel Flexibilität ist bei der Rückzahlung möglich?

Ist eine vorzeitige Rückzahlung möglich?

Wenn es sich um ein Förderungsdarlehen handelt, sind die Rückzahlungsraten in der Regel zunächst niedrig und steigen erst mit den Jahren. Eine vorzeitige Tilgung des Darlehens ist aber durchaus möglich und teils sogar mit einem erheblichen Nachlass verbunden.

Ob und wie viel man durch die vorzeitige Rückzahlung sparen kann, hängt vom Bundesland ab. Es gelten dabei unterschiedliche Regelungen, wie lange der Kredit schon gelaufen sein muss und wie viel weniger man zurückzuzahlen hat.

Beispiel für eine Rückzahlung der Wohnbauförderung

Um das Ganze etwas anschaulicher zu gestalten, sehen wir uns hier die vorzeitige Rückzahlung am Beispiel Kärnten an. In diesem Bundesland gibt es 25 Prozent Nachlass, wenn der Restbetrag des Darlehens mindestens 5 Jahre vor Fälligkeitstermin zurückgezahlt wird. Die zweite Voraussetzung ist aber, dass die verfrühte Rückzahlung erst frühestens 10 Jahre erfolgt, nachdem der Kredit zugesichert wurde.

25 Prozent sind nicht wenig, ebenso wie einmalige Zuschüsse oder Unterstützung bei der Zinszahlung eine große Hilfe sein können. Um von der Wohnbauförderung profitieren zu können, ist es jedoch wichtig, diesen Faktor von Anfang an beim Projekt Eigenheim mit einzuplanen


Informieren Sie sich also ausführlich über die Förderungsoptionen und -bedingungen in Ihrem Bundesland – es zahlt sich aus! Wir helfen Ihnen gernen! Kontaktieren Sie uns