Photovoltaik: Kosten, Förderung und Voraussetzungen in Österreich

Autor: Mag. Elfi Stampfl
Kategorie: Immobilie
Datum: 16.06.2021

Nachhaltig eigenen Strom zu erzeugen und damit unabhängig von steigenden Energiepreisen werden – mit der Investition in die Photovoltaik-Technik ist dies in weiten Teilen möglich. Außerdem tragen Sie damit zur Energiewende in Österreich bei und sichern sich auf Dauer eine günstige Stromversorgung. Doch bevor Sie in eine Photovoltaik-Anlage investieren, haben Sie sicherlich eine Menge Fragen: Wie hoch sind die Anschaffungskosten sowie laufende Kosten? Wie sieht es mit der Wirtschaftlichkeit aus? Welche Förderungen gibt es für Photovoltaik in Österreich? In diesem Beitrag sind die wichtigsten Informationen für Sie zusammengestellt.

Nachhaltiges Bauen und ein verantwortungsvoller Umgang mit den begrenzt vorhandenen Ressourcen sind mit die aktuell und zukünftig wichtigsten Themen im Bereich Immobilien.

Erfahren Sie hierzu neben dem Thema Photovoltaik mehr in den Ratgeberartikeln Energieausweis, Ökologisches Bauen und Sanierungsdarlehen.

Photovoltaik: Das Wichtigste im Überblick

  • Die Anschaffungskosten für eine PV-Anlage liegen in Österreich bei durchschnittlich 1.500 – 1.800 Euro pro kWp (Leistungsmaß Kilowatt-Peak).
  • Die Amortisationszeit beträgt etwa 10 Jahre, wobei die Lebensdauer in etwa zwischen 20 und 30 Jahren schwankt.
  • Es kann mit einer durchschnittlichen Rendite von 3 -4 % jährlich gerechnet werden.
  • PV-Anlagen werden mit etwa 250 Euro pro kWp gefördert.
  • Geeignete Anbringungsorte sind neben Dächern auch Balkongeländer, Fassaden und Freiflächen auf dem Boden.
  • Die Kosten für Solaranlagen sind innerhalb der letzten Jahre stark gesunken.

Photovoltaik: Kosten für die Anschaffung

Wenn Sie in Österreich ein Haus bauen oder kaufen kann eine Solaranlage und die damit verbunden Kosten ein Thema sein. Eine pauschale Antwort auf die Frage, wie hoch die Photovoltaik-Kosten in Österreich sind, gibt es nicht. Diese sind von zahlreichen Faktoren abhängig. An einer individuellen Fachberatung und dem Vergleich von verschiedenen Angeboten werden Sie bei dieser Investition nicht vorbeikommen.

Grundsätzlich sind die Anschaffungskosten einer Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) abhängig von Flächengröße, Leistungsbedarf und Stand der Technik. Die Fixkosten fallen dabei in Relation zur steigenden Größe der Anlage. So bewegen sich die Solaranlage Kosten für Einfamilienhäuser mit einer Leistung von 5 kWp in einer Preisspanne von 7.500 – 15.000 Euro (mit Speicher), bzw. 1.500 – 1.800 Euro pro kWp (ohne Speicher). Bei dieser Investition werden etwa 85 % für die Anschaffung der Komponenten und ca. 15 % für die Montage veranschlagt.

KomponenteKosten (Indikation)
Solarmodule4.000 – 7.500 Euro
Wechselrichter1.000 – 2.000 Euro
Verkabelung und Zubehör1.000 – 2.500 Euro
MontageCa. 1.500 Euro
Haus-Elektrikvariabel
Optional: Stromspeicher6.000 – 20.000 Euro

Was bedeutet kWp?

Kilowatt-Peak oder kurz kWp ist die Maßeinheit für die Leistung einer Photovoltaik-Anlage. Sie gibt an, welche Höchstleistung in Kilowatt (kW) eine PV-Anlage erreichen kann. Nicht zu verwechseln sind kWp mit Kilowattstunden (kWh), welche die durch die Anlage erzeugte Strommenge/ Energie pro Stunde angibt.

Der Zusammenhang zwischen kWp und kWh anhand eines Beispiels:

Mit 1 kWp lassen sich etwa 1.000 kWh Solarstrom jährlich erzeugen (bei einer Dachfläche von etwa 7 – 9 m²).


Laufende Kosten für eine Solaranlage

Wenn Sie sich mit der Rentabilität einer Solaranlage befassen, so müssen die laufenden Kosten einer Solaranlage ebenfalls berücksichtigt werden. Die Betriebskosten einer PV-Anlage werden wesentlich von drei Positionen bestimmt: Wartung, Versicherung und Zählermiete. Etwa 300 Euro im Jahr können Sie für diese drei Betriebskostenpunkte kalkulieren.

Wartung und Reinigung: Es ist ratsam, direkt bei Montage einen Wartungsvertrag mit einem Fachmann zu vereinbaren, welcher Ihre Anlage jährlich bzw. jedes zweite Jahr reinigt und für die Instandhaltung sorgt. Hierfür sind etwa 200 Euro pro Wartung/ Reinigung zu erwarten.

Versicherung: Sie können Ihre Photovoltaik-Anlage gegen Schäden bspw. durch Sturm, Hagel, Feuer, Schneedruck, etc. versichern. Die Kosten bewegen sich dabei je nach gewähltem Tarif in etwa zwischen 50 und 200 Euro jährlich.

Zählermiete: In der Regel kommt noch die Zählermiete des Stromnetzbetreibers hinzu, welche zwischen 30 – 50 Euro pro Jahr beträgt.


Preisbeispiel: Kosten der Solaranlage für ein Einfamilienhaus

Für die Erzeugung von 1 kWp wird je nach Leistungsstärke eine Fläche von etwa 7 – 9 m² benötigt. Nimmt man die Mindestfläche von 7 m² und die durchschnittliche Leistung für ein Einfamilienhaus von 5 kWp, so ergibt sich eine Fläche von 35 m². Pro kWp können Sie ein Richtwert von durchschnittlich 1.650 Euro inkl. Montage ansetzen, woraus ein Grundpreis von 8.250 Euro für die Solaranlage entsteht.

Leistung5 kWp
Dachfläche35 m²
Kosten/ kWp1.650 Euro/ kWp
Gesamtkosten1.650 Euro*5 = 8.250 Euro

Nach wie vielen Jahren lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage?

Die Zeitspanne, bis die PV-Anlage die Investitionskosten erwirtschaftet hat (Amortisationszeit), hängt von der Höhe der Investitionskosten, dem Ertrag bzw. die Vergütung der produzierten Energieleistung sowie einer möglichen Förderung der Solaranlage durch den Bund ab. Die übliche Amortisationszeit einer Photovoltaik-Anlage in Privathaushalten beträgt 10 – 12 Jahre (bei durchschnittlich 1.000 Sonnenstunden/ Jahr).

Dies ist aber nur ein Richtwert, denn Sie können die Wirtschaftlichkeit Ihrer Anlage durchaus selbst steuern. So wird die Leistung maßgeblich durch Wahl der Solarmodule, die Dachneigung und Ausrichtung (idealerweise in Richtung Süden) sowie die regelmäßige Wartung bestimmt. Außerdem spielen die Sonneneinstrahlung sowie die Anzahl der Sonnenstunden eine große Rolle.


Mit welcher Einsparung kann man rechnen?

Neben der Kostenfrage interessieren sich Besitzer von Solaranlagen für die Fragen: Mit welcher Stromkosteneinsparung kann ich rechnen und welchen Gewinn erwirtschaftet meine Anlage nach der Amortisationszeit? Auch hier ist die Antwort abhängig von den gewählten Paneelen, der Ausrichtung, den Gesamtkosten, dem Eigenverbrauch, der Wartung, dem zu erwartendem Ertrag sowie weiteren Faktoren.

Über ihre gesamte Lebensdauer erwirtschaftet eine Photovoltaik-Anlage eine Rendite von rund 3 – 4 % jährlich. Den erzeugten Strom können Sie entweder für Ihren Haushalt nutzen oder ins österreichische Stromnetz einspeisen lassen. Die Tarife für die Einspeisevergütung variieren je nach Stromanbieter ungefähr zwischen 3,5 und 9 ct/ kWh.

Ein Beispiel zum Einsparungspotenzial:

Eine PV-Anlage mit 16 m² Kollektorfläche dient sowohl zu Warmwassererwärmung als auch zur Heizungsunterstützung. Die jährliche Einsparung der Energiekosten beträgt je nach Sonneneinstrahlung ungefähr zwischen 290 und 590 Euro. Ein schöner Umwelteffekt: die CO2-Einsparungen betragen bei diesen Werten etwa 2 Tonnen CO2/ Jahr.


Photovoltaik-Förderung in Österreich

Um die Investitionskosten von Solaranlagen zu reduzieren und die Energiewende in Österreich voranzutreiben, gibt es PV-Anlagen Förderungen von Bund und Ländern sowie durch spezielle Institutionen. Es lohnt sich zudem bei Ihrer Gemeinde anzufragen, ob diese eine zusätzliche Förderung für PV-Anlagen budgetiert hat. Achten Sie beim Förderungsantrag auch darauf, ob die Förderung für Photovoltaik mit gewissen Verpflichtungen gegenüber dem Strombetreiber verknüpft ist. Nachfolgend finden Sie wesentliche Fördermöglichkeiten in Österreich (Stand: 15.06.2021).

    Förderungen der ÖMAG

    Die Ökostromabwicklungsstelle (ÖMAG) bietet einen Investitionszuschuss für PV-Anlagen und Stromspeicher.

    • Förderfähig sind Anlagen mit einer Leistung von 5 bis 500 kWp.
    • Die ÖMAG-Förderung ist eine Kombination aus:
    • Einem Einmalzuschuss für Solaranlagen über 250 Euro/ kWp
    • und einen Tarif für die Einspeisung des erzeugten Stroms von 7,06 ct/ kWp über 13 Jahre Förderlaufzeit.
    • Der einmalige Investitionszuschuss ist mit höchstens 30 % der Gesamtinvestition gedeckelt.

    Klima- und Energiefonds

    Der Klima- und Energiefonds der österreichischen Bundesregierung unterstützt die Solaranlage Kosten mit einer Förderung, welche seit 22.12.2020 beantragt werden kann.

    • Förderfähig sind sowohl natürlich als auch juristische Personen.
    • Gefördert werden maximal bis 50 kWP einer Photovoltaik-Anlage.
    • Der Fördersatz beträgt für Anlagen
    • bis 10 kWp: 250 Euro/ kWp,
    • über 10 und bis 20 kWp: zusätzlich 200 Euro/ kWp
    • über 20 und bis maximal 50 kWp: zusätzlich 150 Euro/ kWp.
    • Für gebäudeintegrierte Anlagen gibt es zusätzlich 100 Euro/ kWp.
    • Die maximale Fördersumme ist auf höchstens 35 % der anerkennbaren Gesamtinvestition begrenzt.

    AWS Investitionsprämie

    Die aws Investitionsprämie ist eine Förderung für Solaranlagen vom Bund. Sie soll die österreichische Wirtschaft unterstützen und ist mit der ÖMAG-Förderung kombinierbar.

    • Förderfähig sind alle Unternehmen mit Sitz in Österreich (keine Privatpersonen).
    • Gefördert werden Neuinvestitionen in netzgekoppelte PV-Anlagen und Stromspeichern, deren Antrag zwischen 01.09.2020 und 31.05.2021 eingereicht wurden. Eine Umsetzung muss bis spätestens 28.02.2023 erfolgen. Bei Investitionen über 20 Mio. Euro bis zum 28.02.2025.
    • Der Fördersatz beträgt 14 % der förderfähigen Investitionskosten, wobei die minimale beantragbare Fördersumme 5.000 Euro und die maximale Fördersumme 50 Mio. Euro ohne USt. pro Unternehmen beträgt.

    Förderungen der Bundesländer

    Auf Landesebene gibt es verschiedene Programme für die PV-Förderung Solaranlage. So umfasst beispielsweise die Photovoltaik-Förderaktion der Stadt Wien folgende Unterstützung:

    • Förderfähig sind PV-Anlagen natürlicher und juristischer Personen.
    • Gefördert werden neu installierte PV-Anlagen im Netzparallelbetrieb mit über 50 kWp bzw. mindestens 900 Volllaststunden im Jahr.
    • Der Fördersatz beträgt für Anlagen
    • bis 100 kWp: 250 Euro/ kWp
    • über 100 kWp (Obergrenze 500 kWp): zusätzlich 200 Euro/ kWp.
    • Die maximale Fördersumme ist auf höchstens 30 % der förderfähigen Kosten (unter Abzug der Erlöse der Jahre 1 bis 5) begrenzt.

    Entwicklung der Photovoltaik-Kosten in den letzten Jahren

    Photovoltaik zählt zu den stark wachsenden Branchen in Österreich. Die Photovoltaik-Kosten haben sich im Laufe der letzten 15 Jahren um rund 65-75 % reduziert. Im Jahr 2006 lag der Preis noch bei etwa 5.000 Euro/ kWp, heute liegt er bei durchschnittlich nur noch 1.650 Euro/ kWp.


    Photovoltaik: Preise der einzelnen Komponenten

    Um einen Überblick zu den Photovoltaik Kosten zu bekommen, sind nachfolgend wesentliche Komponenten beschrieben. Aber auch das Herstellungsland und die preislichen Unterschiede zwischen den Anbietern spielen eine tragende Rolle.

    Solarmodule

    Die größte Kostenposition einer Solaranlage sind die Solarmodule, welche auf dem Dach angebracht werden, um möglichst viel Sonneneinstrahlung einzufangen und in Gleichstrom umwandeln zu können. Sie werden auch PV-Paneele, PV-Module oder Solar-Paneele genannt. Hierfür muss für ein Einfamilienhaus mit 5kWp-Anlage mit ca. 4.000 bis 7.500 Euro gerechnet werden. Die Preise für ein Modul variieren je nach Beschaffenheit (monokristalline, polykristalline, Dünnschichtzellen oder die noch neueren CIGS*-Module), Größe, Leistung und Art.

    *(Die Abkürzung CIGS steht für die Bezeichnung der Elemente Kupfer, Indium, Gallium, Schwefel und Selen in der englischen Sprache).

    Wechselrichter

    Ein Wechselrichter wandelt den von Solarmodulen erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom um, damit dieser ins Hausnetz bzw. öffentliche Stromnetz eingespeist werden kann. Auch hier hängen die Preise von den technischen Spezifikationen und dem Hersteller ab. Sie können mit etwa 1.000 bis 2.000 Euro für einen Wechselrichter rechnen.

    Haus-Elektrik und Sicherheitskomponenten

    Photovoltaik-Anlagen benötigen neben einer fachgerechten Montage außerdem besondere Sicherheitsmaßnahmen. Hierzu zählen die Installation von Trennschalter, Feuerwehrschalter und Überspannungsschutz für die Stromableitung bei Blitzeinschlag. Je nach Zustand der Hauselektronik sind ggf. einzelne Teile zu erneuern, wie z. B. ein Stromzähler.

    Verkabelung

    Die Verkabelung ist bei einer Photovoltaik-Anlage nicht zu vernachlässigen, da diese eine wichtige Rolle spielt und sämtlichen Witterungsbedingungen ausgesetzt ist. Es lohnt sich also für Kabel und Stecker auf eine entsprechende Qualität zu achten, um langfristig Freude an der Solaranlage zu haben und frühzeitige Reparaturen zu vermeiden.

    Insgesamt können Sie für Verkabelung und Kleinteile inkl. Zubehör mit ca. 1.000 – 2.500 Euro kalkulieren.

    Montage

    Für die Montage einer Solaranlage ist es ratsam die Leistung eines Profis in Anspruch zu nehmen, damit es bei der Sicherheit und Gewährleistung zu keinen Problemen kommt. Durchschnittlich können Sie hierfür mit rund 1.500 Euro rechnen, wobei die Montagekosten je nach Anlagengröße und -art sowie Beschaffenheit des Aufstellungsorts deutlich schwanken können.

    Der gängigste Aufstellungsort ist das Dach. Ist das bestehende Dach aber bereits in die Jahre gekommen und dadurch die Statik durch zusätzliche Belastung beeinträchtigt, kann in Erwägung gezogen werden das Dach zu erneuern oder - bei genügend Grundstücksfläche - über eine Freifeld-Solaranlage nachzudenken.

    Unter Umständen können folglich Zusatzkosten entstehen, die auf den ersten Blick nichts mit der eigentlichen PV-Anlage zu tun haben.

    Photovoltaik-Speicher

    Eine optionale Ergänzung zur PV-Anlage ist ein Solarstromspeicher, welcher überschüssige Energie an Sonnenzeiten speichert und bspw. an stark bewölkten Tagen oder nachts für den Eigenverbrauch zur Verfügung stellt. Ebenso kann dieser eingesetzt werden, wenn Sie Ihr Hybrid- oder Elektrofahrzeug mittels des PV-Speichers aufladen wollen.

    Je nach Kapazität, Entladungstiefe etc. bewegen sich die Preise hierbei zwischen 6.000 und 20.000 Euro. Es lohnt sich aber bei der Anschaffung der PV-Anlage zumindest die spätere Nachrüstung eines Speichers einzuplanen, denn Experten zufolge werden die Preise für Solarstromspeicher in den nächsten Jahren fallen, sodass diese bald zur Standardausstattung einer Photovoltaik-Anlage gehören könnten.

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    Funktion einer Photovoltaik-Anlage kurz erklärt

    Bei der Funktion einer Photovoltaik-Anlage handelt es sich um die direkte Umwandlung von Licht- bzw. Sonnenenergie in elektrische Energie. Licht fällt auf Solarzellen, welche zu größeren Solarmodulen verschaltet sind, wodurch Elektronen angeregt werden bzw. Spannung entsteht und Gleichstrom erzeugt wird. Mithilfe eines Wechselrichters wird der erzeugte Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt. Je höher die Sonneneinstrahlung ist, bspw. an besonders sonnigen Tagen, desto mehr Solarstrom wird durch die PV-Anlage produziert.


    Welcher Ort eignet sich für eine Photovoltaik-Anlage?

    Eine geeignete Fläche auszuwählen gehört zu den ersten Punkten bei der Planung einer PV-Anlage. Klassischerweise werden Solaranlagen auf Dächern angebracht. Doch welche Orte eignen sich außerdem? Gibt es jeweils Vor- und Nachteile? Erfahren Sie hierzu mehr.

    Photovoltaik am Dach

    Dächer sind der ideale Ort für PV-Anlagen, da die Flächen ohnehin vorhanden sind und meist für keine anderen Zwecke genutzt werden. Aufgrund der Positionshöhe ist die Verschattung in der Regel gering, wodurch die maximale Ausschöpfung der Sonnenenergie möglich ist.

    Nichtsdestotrotz ist es wichtig den Neigungswinkel, die Ausrichtung und die Art des Daches (Spitz-, Schräg- oder Flachdach) bei der Planung zu beachten. So wird ein optimaler Ertrag erzeugt, wenn ein Schrägdach mit etwa 30° Neigungswinkel südlich ausgerichtet ist und die Sonneneinstrahlung senkrecht auf die Solarzellen trifft.

    Photovoltaik am Balkongeländer

    Wenn Sie die etwas gewöhnungsbedürftige Optik nicht stört, so sind solare Balkongeländer eine Alternative zur klassischen Dachmontage. Die Funktionsweise bleibt die gleiche, auch wenn es sich dabei um eine kleinere Version einer PV-Anlage handelt und die Nutzung von Sonnenenergie in Wohnungen ermöglicht. Aufgrund des steilen Neigungswinkels und der meist kleineren Kollektorfläche, erzeugen solare Balkongeländer in der Regel weniger Energie als auf dem Dach. Die Montage für Photovoltaik am Balkon gestaltet sich hingegen einfacher dank der besseren Zugänglichkeit.

    Photovoltaik an der Fassade

    Eignet sich das vorhandene Dach aufgrund einer zu steilen bzw. flachen Neigung oder anderweitigen Nutzung (Dachterrasse, Bepflanzung, etc.) nicht für eine Solaranlage, kann auch die Hausfassade als Anbringungsort dienen. Was bei privaten Immobilien noch selten zu sehen ist, kommt bei Hochhäusern und Gewerbeimmobilien immer häufiger zum Einsatz. Im Vergleich zu Dächern haben Fassaden den Nachteil, dass etwa 20 – 30 % weniger Sonnenenergie wegen den abfallenden Wänden und dem damit ungünstigeren Einfallswinkel erzeugt wird.

    Photovoltaik auf dem Boden

    Verfügt man über genügend Freiflächen lohnt sich unter Umständen eine PV-Anlage auf dem Boden. Vorteile gegenüber der Dachmontage sind die leichte Zugänglichkeit für Installation und Wartung sowie die Möglichkeit lichthemmende Schneemassen im Winter freizuräumen. Außerdem kann der Einfallswinkel und die Ausrichtung optimiert werden, da das Gestell für die Module frei gestaltet werden kann. Eine Montage auf dem Boden eignet sich aber nur, wenn keine Bäume oder sonstige hohe Objekte die direkte Sonneneinstrahlung beeinträchtigen. Darüber hinaus können je nach Bundesland die Förderungsbeiträge anders ausfallen und unter Umständen eine Baugenehmigung vonnöten sein.


    FAQs zu Photovoltaik in Österreich

     

    Ein Solarstromspeicher lohnt sich vorwiegend dann, wenn der erzeugte Strom auch selbst und zu jeder Tages- oder Nachtzeit verbraucht wird. Je mehr Eigenverbrauch benötigt wird und je geringer die Einspeisevergütung wird, desto eher lohnt sich ein Stromspeicher, dessen Anschaffung sich nach rund 12 bis 15 Jahren rechnen kann. 

     

     

    Die Anschaffungskosten für eine 10 kWp-Photovoltaikanlage (ohne Speicher) liegen je nach technischen Details und Anbieter zwischen 10.000 – 18.000 Euro.

     

     

    Die Höhe und Art der Förderung einer Solaranlage hängt teilweise von der Leistung und Nutzung der PV-Anlage ab. Anlagen von Privathaushalten werden von Fördereinrichtungen mit rund 250 €/ kWp bezuschusst, wobei der Zuschuss auf 30 – 35 % der Gesamtinvestition gedeckelt ist. Die ÖMAG bietet zudem noch eine Einspeisevergütung über etwa 7 ct/ kWp über eine Förderlaufzeit von 13 Jahren an.

     

     

    Zu den möglicherweise unerwarteten Nebenkosten können u. a. die Umsatzsteuer und die Einkommensteuer zählen. Informieren Sie sich zu diesen Themen vor der Anschaffung und dem Betrieb einer Solaranlage. Ferner können ungeplante Reparaturkosten, bspw. der Ersatz eines defekten Wechselrichters über 1.000 – 2.500 Euro im Laufe der Jahre auf Sie zukommen.

     

     

    Die durchschnittliche Lebensdauer einer Solaranlage liegt bei etwa 20 – 30 Jahre. Wenn einzelne Komponenten ausgetauscht werden, kann sich die Lebensdauer entsprechend erhöhen und die Anlage ist in der Lage noch lange weiter Strom zu produzieren.

     

     

    Die benötigte Fläche für 1 kWp beträgt zwischen 7 – 9 m2. Um den Energieverbrauch eines durchschnittlichen Einfamilienhauses (vierköpfige Familie) zu decken und überschüssige Energie einspeisen zu können, sollte die Photovoltaik-Anlage eine Leistung von 5 kWp erreichen und somit eine Fläche von 35 - 45 m² betragen.

     


    Photovoltaik: Kosten in den letzten Jahren stetig gesunken

    Oftmals wird von der Investition in eine Photovoltaik-Anlage wegen der hohen Gesamtkosten abgesehen. Dabei sind die Kosten hierfür in den letzten Jahren stetig und deutlich gesunken. Das liegt vor allem daran, dass sich die Preise für den größten Kostenfaktor, die Solarmodule, konstant reduzieren.

    Somit zählt Photovoltaik mittlerweile zu den günstigsten Energieformen. Während der Lebensdauer von 20 – 30 Jahren wird Strom für den Eigenverbrauch produziert und sogar vervielfacht, sodass sich die Anschaffung nach etwa 10 Jahren schon ausbezahlen kann. Verfügen Sie also über eine günstig ausgerichtete und freie Dachfläche, lohnt sich die Planung einer hauseigenen PV-Anlage aus wirtschaftlicher Sicht gewiss.

     

    Bildquellen:  anatoliy_gleb/ Shutterstock.com, anatoliy_gleb/ Shutterstock.com, Smileus/ Shutterstock.com
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    Über den Autor: Mag. Elfi Stampfl
    Position: Leiterin Finanzierungsservice & Infina Academy

    Meine Expertise im Bereich der Organisation und Ausbildung habe ich als Verwaltungsleiterin einer großen Genossenschaft in Südtirol erworben. Die Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Unternehmen war für mich die beste Schule des Lebens. Seit 2013 leite ich das Finanzierungsservice der Infina. Mein hohes Qualitätsverständnis führte zur Gründung der Infina Academy, da es mein Anspruch ist, dass unsere Wohnbau-Finanz-Experten dazu befähigt sind, die beste Finanzierungsberatung in ganz Österreich anzubieten. Für mich persönlich sind Ehrlichkeit und die Bereitschaft für den Kunden alles zu tun das höchste Gebot.

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