Wohnbauförderung in Oberösterreich (OÖ)

Wohnbauförderung in Oberösterreich
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Autor: Mag. Harald Draxl
Kategorie: Finanzierung
Datum: 22.01.2021

Wie jedes andere Bundesland bietet auch das Land Oberösterreich (OÖ) einige Maßnahmen zur Wohnbau- und Sanierungsförderung. Hier erfahren Sie, wie es in OÖ mit der Förderung von Hausbau und Eigentumswohnungen steht, welche Sanierungsmaßnahmen gefördert werden und alles, was Sie sonst noch über die oberösterreichische Wohnbauförderung wissen müssen!

Wie wird Wohnbau in Oberösterreich gefördert?

Insgesamt gibt es in OÖ drei Varianten der Wohnbauförderung: das Landesdarlehen mit fixer oder variabler Verzinsung und die Förderung in Form eines nicht rückzahlbaren Zuschusses. Eine Jungfamilienförderung wie zum Beispiel in Wien bietet die Wohnbauförderung in OÖ zwar nicht, dafür ermöglicht sie aber gute Planbarkeit, was die Rückzahlung von Hypothekardarlehen betrifft.

Wohnbaukredit: Das Landesdarlehen in OÖ

Sie haben also in Oberösterreich drei Optionen der Wohnbauförderung zur Auswahl – aber was darf man sich genau unter den Modellen vorstellen? Sehen wir uns die Möglichkeiten im Detail an!

Variante 1:

Die Förderung besteht aus einem Zuschuss zu den Zinsen bei einem Hypothekardarlehen der oberösterreichischen Landesbank. Die Laufzeit beträgt 20 Jahre, wobei durch einen Zuschuss des Landes Öberösterreich der Fixzinssatz für die gesamt Laufzeit des Darlehens nur 0,75% beträgt. 

Der große Vorteil von diesem Modell liegt vor allem in der langfristigen Planbarkeit: Ihre Rückzahlrate, also die Kombination aus Tilgung und Zinsen, bleibt über 20 Jahre lang unverändert gleich. Wenn Sie sich für diese Variante entscheiden, muss der Antrag bis 31.12.2021 gestellt werden.

Variante 2:

Bei dieser Option gilt statt einer fixen die variable Verzinsung. Das Darlehen läuft über 30 Jahre, wobei der Landeszuschuss zu Beginn höher ist und sich ab dem 16. Jahr reduziert. Der Zuschuss beträgt insgesamt ein Sechstel der Darlehenssumme.

Aber Achtung: Nach 5 Jahren kann der Zuschuss für beide Varianten neu bemessen werden. Dies kann der Fall sein, wenn sich das Einkommen oder das Zinsniveau in der Zwischenzeit wesentlich geändert haben.

Variante 3:

Sie bekommen einen einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von 6 Prozent des geförderten Hypothekendarlehens. Die Höhe des Förderungsdarlehns beträgt 45.000 EuroAchtung: Auch in diesem Fall muss der Antrag bis zum 31.12.2021 eingereicht werden.

Die offizielle Anlaufstelle für alle Fragen und Informationen zum Thema Wohnbauförderung in Oberösterreich finden Sie übrigens unter folgender Adresse:

Amt der Oberösterreichischen Landesregierung
Direktion Soziales und Gesundheit, Abteilung Wohnbauförderung
Bahnhofplatz 1
4020 Linz
E-Mail: wo.post@ooe.gv.at
Telefon: +43 732 77 20 141 51


Wohnbauförderung bei Eigentumswohnungen und Hausbau in OÖ

Neubau, Kauf einer Eigentumswohnung oder eine Sanierung – was gilt eigentlich in Oberösterreich als förderbares Wohnbauvorhaben? Hier ein kurzer Überblick, in welchen Fällen Sie in der Regel mit Förderung rechnen können:

  • bei der Errichtung eines Eigenheims mit maximal 2 Wohneinheiten
     
  • bei der Errichtung eines Eigenheims als Teil einer Reihen- oder Doppelhausanlage, wobei als Reihenhaus ein Gebäude mit maximal 2 Stockwerken und mindestens 3 Wohneinheiten gilt
     
  • bei der Errichtung einer zweiten Wohnung, sofern das innerhalb der ersten 10 Jahre nach der ursprünglichen Baubewilligung geschieht und die Wohnung nach der Fertigstellung von einer nahestehenden Person bewohnt wird.
     
  • Wenn es sich bei dem Eigenheim um einen Neubau handeln soll, der den standardmäßigen Anforderungen an Heizwärmebedarf und Wasserversorgungsanlagen entspricht, beträgt das maximale geförderte Darlehen 45.000 Euro. Aber Achtung: Der Bau darf erst beginnen, sobald durch die Abteilung für Wohnbauförderung die Genehmigung für vorzeitigen Baubeginn erteilt wurde!

Es lohnt sich übrigens, auf eine umweltfreundliche, energieeffiziente Bauweise zu achten, denn dafür wird man mit entsprechenden Förderzuschlägen belohnt:

  • Niedrigenergiehaus: 5.000 Euro
  • Optimalenergiehaus: 10.000 Euro
  • Verzicht auf mineralölbasierte Dämmstoffe: 10.000 Euro

Abgesehen davon ist auch die Familien- und Alltagssituation für zusätzliche Fördergelder ausschlaggebend. Folgende Zuschüsse sind möglich:

  • Pro Kind im gemeinsamen Haushalt, für das der Förderungswerber Familienbeihilfe bekommt: 12.000 Euro
  • Barrierefreiheit: 3.000 Euro
Noch Fragen?

Hier können Sie noch einmal alle Fördermaßnahmen für den Bereich Wohnen und Bauen nachlesen.

Wann ist die Eigenheimförderung in OÖ sinnvoll?

Fristen, Anträge, Voraussetzungen – beim Thema Wohnbauförderung fragt sich vielleicht so mancher Eigenheimbesitzer in spe, ob es den Aufwand überhaupt wert ist. Eine allgemein gültige Antwort hat in dieser Hinsicht natürlich niemand parat.

Fakt ist aber: Wenn Sie Wert auf möglichst hohe Planbarkeit legen, ist vor allem das Landesdarlehen mit fixer Verzinsung durchaus eine Überlegung wert. Denn unterm Strich bedeuten 20 Jahre gleichbleibende Rückzahlungsraten immerhin zwei Jahrzehnte, in denen Sie sich um Zinsschwankungen und höhere Tilgungszahlungen keine Gedanken machen müssen.  


Voraussetzungen für Wohnbauförderung durch das Land OÖ

Apropos Voraussetzungen – welche Eigenschaften muss das neue Eigenheim eigentlich haben, damit Wohnbauförderung gewährt wird? Da wären erstens die üblichen personenbezogenen Voraussetzungen, unter anderem:

  • Österreichische Staatsbürgerschaft oder gleichgestellt (EWR-Bürger)
  • Staatsangehörige eines Nicht-EWR-Staates müssen ununterbrochen und rechtmäßig mehr als fünf Jahre in Österreich ihren Hauptwohnsitz haben, Einkünfte beziehen, die der Einkommenssteuer in Österreich unterliegen oder Leistungen aus der Ö. Sozialversicherung erhalten haben und seit 2020 über Deutschkenntnisse gemäß der Oö. Wohnbauförderung-Deutschkenntnis-Verordnung 2020 verfügen.
  • Volljährigkeit
  • Eigentumsrecht
  • Die neue Wohnung wird Hauptwohnsitz, und zwar bis spätestens 3 Jahre nach dem Zusicherungsdatum.
  • Bestehende Wohnungen werden aufgegeben, und zwar bis spätestens 6 Monate nach Bezug der geförderten Wohnung.
  • Der rechtmäßige Aufenthalt aller im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen muss durch die Vorlage von Aufenthaltstiteln nachgewiesen werden.
  • Die geförderte Wohnung darf ausschließlich als Erstwohnsitz verwendet werden.

Zweitens spielt die Wohnfläche des geförderten Objekts eine Rolle: Jede Wohnung muss mindestens 80 m² groß sein. Handelt es sich um einen Neubau, müssen außerdem gewisse umwelttechnische Kriterien erfüllt werden:

  • Die Hauptheizmethode darf nicht auf Kohle, Heizöl oder Strom basieren.
  • Ein alternatives Energiesystem muss genutzt werden, z.B. eine nach EU-Richtlinien zertifizierte Wärmepumpe.

Alle Angaben zu Heizwärmebedarf etc. finden Sie im offiziellen Antragsformular „Bauteilbeschreibung Neubau“. Wenn Sie mehr zur erforderlichen Energieausstattung bei Neubauten wissen wollen, finden Sie beim Energiesparverband OÖ eine ausführliche Beschreibung.

Die dritte große Voraussetzung für Wohnbauförderung in Oberösterreich ist das Jahreshaushaltseinkommen. Damit ist die Summe der Einkommen von Einkommenswerber und allen weiteren im Haushalt lebenden Personen gemeint. Die Obergrenzen pro Jahr sind wie folgt gestaffelt:

Personen im HaushaltObergrenze pro Jahr
1 Person39.000 Euro
2 Personen 65.000 Euro
Je weitere Person ohne Einkommenzusätzlich 6.000 Euro
Alimentationsverpflichtungen pro Kindzusätzlich 6.000 Euro

Wird die jeweilige Grenze überschritten, fällt die Förderung dadurch nicht gleich ganz weg. Sie wird allerdings in Schritten von 25 Prozent gemindert, wenn das Einkommen um maximal 10, 20 oder 30 Prozent höher ist. Nicht zum Einkommen gezählt werden übrigens Förderungen wie Pflegegeld, Familienbeihilfe, Unterhaltungszahlungen, Waisenrente oder Zuschüsse für behinderte Personen im Haushalt. Weiters werden hierbei auch Einkünfte aus einer Lehrlingsentschädigung, einer Ferialbeschäftigung während der Schulausbildung oder einem Pflichtpraktikum im Rahmen einer Berufsausbildung, sowie Stundienbeihilfen nicht dazu gezählt.

Sie erfüllen alle nötigen Voraussetzungen und fragen sich jetzt, welche Unterlagen nötig sind, damit Ihr Antrag so schnell wie möglich bearbeitet werden kann? Dann finden Sie hier eine Auflistung aller Belege, Dokumente etc., die Sie für den Antrag brauchen:

  • Aktueller Grundbuchauszug
  • Rechtskräftiger Baubewilligungsbescheid
  • Färbige Ausfertigung oder Farbkopie des baubehördlich genehmigten Bauplans
  • Energetischer Befund des OÖ Energiesparverbands
  • Einkommensnachweis für das vorangegangene Kalenderjahr der (des) Förderungswerber(s) und deren Ehegatten bzw. Lebensgefährten und eingetragene Partner ­– Nachweis durch Jahreslohnzettel vom Arbeitgeber, Einkommenssteuernachweis, Bestätigung über Bezug von diversen Sozialleistungen, z. B.: Arbeitslosen-, Kinderbetreuungs-, Wochengeld, bedarfsorientierte Mindestsicherung, Notstandshilfe, u. dgl.
  • Bestätigung des Finanzamts über den Bezug von Familienbeihilfe

Fenstertausch, Heizung & Co.: Wohnbauförderung bei Sanierungen in OÖ

Vom Fernwärmeanschluss bis zu neuen, besser isolierenden Fenstern: Sanierungsmaßnahmen gibt es viele. Auch in dieser Hinsicht haben Sie die Möglichkeit, Förderung durch das Land zu beantragen. Folgende Maßnahmen werden bezuschusst:

Wie hoch die Sanierungsförderung jeweils ausfällt, hängt vom Einzelfall ab. Für konkrete Fragen zu Ihrem Sanierungsvorhaben können Sie zum Beispiel über dieses Kontaktformular einen Beratungstermin vereinbaren oder sich an die oben genannte Adresse wenden.


(Vorzeitige) Rückzahlung der Wohnbauförderung in Oberösterreich

Wenn es die eigene Finanzlage zulässt ist es im Fall der Wohnbauförderung in Oberösterreich durchaus möglich, das Darlehen vorzeitig zurückzuzahlen oder zusätzliche Teiltilgungen zu leisten. Stichtag ist immer die Halbjahresfälligkeit.

Ist das Landesdarlehen vollständig zurückgezahlt, bekommen Sie als Eigentümer der Wohnung(en) eine Löschungserklärung, mit der Sie beantragen können, dass die eingetragene Hypothek beim Bezirksgericht gelöscht wird.

Die reguläre Rückzahlung des Landesdarlehens gestaltet sich von Fall zu Fall unterschiedlich. Ein Beispiel dafür, wie so ein Tilgungsplan aussehen könnte, finden Sie in der zweiten Hälfte der offiziellen Broschüre.

Ob Sie nun eine Eigentumswohnung kaufen, ein Haus bauen oder bestehendes Eigentum sanieren wollen: Die Wohnbauförderung in Oberösterreich bietet einige sehr interessante Förderungsmöglichkeiten für Häuslbauer.  

Informieren Sie sich ausführlich über die Förderungsoptionen und -bedingungen in Ihrem Bundesland – es zahlt sich aus! Wir helfen Ihnen gerne!

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Über den Autor: Mag. Harald Draxl
Position: Geschäftsführer

Meine Kreditkompetenz habe ich 1995 durch die Leitung des Gewerbekunden-Centers bei der Creditanstalt AG und seit 1997 als Baufinanzierungs-Spezialist bei der CA Baufinanzierungs-Beratung GmbH aufgebaut. Im Jahr 2002 wurde ich Gesellschafter bei der Infina und ab November 2004 in die Geschäftsführung berufen. Meine Zuständigkeit ist seither die Leitung unseres Vertriebes und der Banken-Kooperationen. Ich beschäftige mich tagtäglich mit den Entwicklungen am österreichischen Kreditmarkt, um unsere gesamte Vertriebsorganisation stets über die besten Produkte und aktuellen Zinssätze für die Kundenberatungen auf dem Laufenden zu halten.

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