Wohnbauförderung in Salzburg

Wohnbauförderung in Salzburg
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Autor: Mag. Harald Draxl
Kategorie: Finanzierung
Datum: 18.01.2021

Die Salzburger Wohnbauförderung ist auf den ersten Blick sehr attraktiv, da die Rückzahlung der Zuschüsse nicht vorgesehen ist. Warum es aber doch nicht ganz so einfach ist, was sich im Jahr 2021 an der Wohnbauförderung durch das Land Salzburg geändert hat und wie es um die Sanierungsförderung in Salzburg steht, erfahren Sie hier.

Antrag und Kontakt für Wohnbauförderung in Salzburg

Alle Angelegenheiten rund um Wohnbauförderung regelt die Abteilung 10 „Wohnen und Raumplanung“ im Amt der Salzburger Landesregierung. Das Gebäude befindet sich ganz nah am Salzburger Hauptbahnhof.

Amt der Salzburger Landesregierung
Abteilung 10 – Planen, Bauen, Wohnen
Fanny-von-Lehnert-Straße 1
5020 Salzburg
Telefon: +43 662 8042 3000
E-Mail: wohnbaufoerderung@salzburg.gv.at

Wichtige Links

Mit dem Förderrechner kann im Vorfeld berechnet werden, wie hoch die Fördersumme theoretisch wäre. Und hier geht es zum Assistenten für den eigentlichen Antrag.


Grundlagen der Wohnbauförderung in Salzburg

Salzburg vergibt den Landeskredit nicht wie andere Bundesländer in Form von Landesdarlehen und Annuitätenzuschüssen, sondern als einmaligen nicht rückzahlbaren Zuschuss. Da die einmalige Förderungssumme nicht zurückgezahlt werden muss, war der Andrang immer entsprechend groß und das Budget schnell ausgeschöpft. Seit 2019 hat sich diese Art der Vergabe geändert, dazu später gleich mehr. Gefördert werden jedenfalls folgende Wohnbauvorhaben:

  • Bau eines Wohnhauses oder Bauernhauses
  • Kauf eines Hauses in der Gruppe
  • Kauf einer neu errichteten Wohnung in einem Wohnhaus mit mindestens 3 Wohnungen (jeweils maximal 350 m² Nutzfläche)
  • Schaffung von zusätzlichem Wohnraum durch Auf-/Zu- oder Einbau
  • Sanierungsmaßnahmen

Die Aufteilung des Förderbetrags ist dabei recht übersichtlich. Neben einem Grundbetrag sind noch diverse Zuschüsse möglich. Diese werden vergeben für:

  • Jungfamilien und alleinerziehende Familien mit vielen Kindern
  • Bauvorhaben, die wenig Grund beanspruchen
  • energetische und ökologisch sinnvolle Maßnahmen
  • Standortqualitäten
  • besondere Gründe, zum Beispiel Barrierefreiheit

Die Wohnnutzfläche spielt für die Höhe der Landesförderung eine große Rolle, wie der oben genannte Grundbetrag zeigt. Was die förderbare Fläche und die Größe des Haushalts betrifft, gelten folgende Regelungen:     

Personen im Haushalt

Förderbare Nutzfläche 

155 m2
265 m2
380 m2
490 m2
pro weitere Personje 10 m2 mehr

Die Auszahlung des endgültigen Förderbetrags erfolgt übrigens nach der Übergabe des fertigen Wohnraums. Dazu muss ein Nachweis über alle geforderten Voraussetzungen vorliegen, also unter anderem eine Meldebestätigung.

Die Mindesterfordernisse für eine Finanzierung durch das Salzburger Landesdarlehen sind dabei:

  • Eigenmittel in der Höhe von mindestens 10 % der (nachgewiesenen) Baukosten sowie
  • Fremdmittel (Kredit) in der Höhe von mindestens 20 % der (nachgewiesenen) Baukosten

Voraussetzungen für die Salzburger Wohnbauförderung

Über eine Förderung, die nicht zurückgezahlt werden muss, dürfte sich wohl jeder Eigenheimbesitzer in spe freuen. Damit der Antrag aber bewilligt werden kann, muss der Antragsteller alle Kriterien einer sogenannten begünstigten Person erfüllen.

Wer gilt bei Wohnbauförderung als begünstigte Person?

Erste Voraussetzung für die Förderung ist die Volljährigkeit. Auch die österreichische Staatsbürgerschaft oder Gleichstellung ist Pflicht, ebenso wie die Einhaltung gewisser Einkommensgrenzen. Das geplante Eigenheim muss außerdem zum Hauptwohnsitz werden, wenn es fertiggestellt ist.

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern ist Salzburg relativ großzügig, was die Fristen betrifft. Bis spätestens ein Jahr nach Bezug der geförderten Wohnung muss der bisherige Hauptwohnsitz aufgegeben werden. Grundsätzlich gilt: Wenn der Förderantrag eingeht, darf die Wohnungsübergabe nicht länger als sechs Monate her sein. Ausgenommen ist davon der Kauf durch den Erstmieter.

Die begünstigte Person muss darüber hinaus der erste Bewohner des Hauses bzw. der neu errichteten Wohnung sein. Eine Ausnahme besteht natürlich, wenn der Erstmieter zum Käufer wird und zu diesem Zeitpunkt das Objekt schon eine Weile bewohnt hat.

Einkommensgrenzen für Wohnbauförderung in Salzburg

Mit Einkommen ist im Fall der Wohnbauförderung das gemeinsame Nettoeinkommen aller Personen im Haushalt gemeint. Nicht zu diesem Betrag gezählt werden unter anderem Lohnsteuer, Versicherungsleistungen, Familien- und Studienbeihilfe oder auch Pflegegelder. Die Einkommensgrenzen sind bei der Salzburger Wohnbauförderung folgendermaßen festgelegt:

Personen im HaushaltNettoeinkommen pro JahrNettoeinkommen pro Monat
135.880 Euro2.990 Euro
255.200 Euro4.600 Euro
359.340 Euro4.945 Euro
466.240 Euro5.520 Euro
570.380 Euro5.865 Euro
674.520 Euro6.210 Euro
mehr als 680.040 Euro6.670 Euro

Ablauf der Salzburger Wohnbauförderung

Vergabe der Wohnbauförderung

Seit 2019 profitieren von der Förderung nicht mehr jene, die den Antrag am schnellsten abschicken können. Stattdessen gibt es ein Präferenzsystem, bei dem bestimmte Kriterien ausschlaggebend sind. Alleinerzieher, größere Familien und Personen mit geringem Einkommen haben zum Beispiel eher Anspruch auf eine Förderung.

Förderperioden statt Stichtagen

Mit dem neuen System gibt es seit 2019 drei Förderperioden: Förderanträge werden bis 28. Februar, 30. Juni und 31. Oktober angenommen und dann zu je 50 Prozent nach sozialen und ökologischen Kriterien bewertet. Werden die entsprechenden Voraussetzungen nicht rechtzeitig erfüllt, wird der Antrag zum Ende der nächsten Periode ein zweites (und letztes) Mal evaluiert.

Höhe der Wohnbauförderung

Die jeweiligen Fördersummen sind davon abhängig, ob es sich um einen Wohnungskauf oder um die Errichtung eines Hauses handelt. Die Salzburger Wohnbauförderung setzt sich dann aus einem Grundbetrag sowie diversen Zu- aber auch Abschlägen zusammen.

Abschaffung des Baubeginn-Verbots

Bis 2018 galt noch, dass nicht mit dem Bau des Eigenheims begonnen werden darf, solange der Förderungsantrag nicht eingegangen ist. Dieses Verbot endete mit 2019. Der Förderantrag muss erst spätestens sechs Monate nach Baubeginn eingehen.


Wohnbauförderung in Salzburg 2021: Was ist neu?

Deutliche Änderungen in der Salzburger Wohnbauförderung gab es zuletzt 2015: Die maximale Fördersumme wurde dabei von 55.000 Euro auf 33.000 Euro gekürzt. Auch im Jahr 2021 wurde die Wohnbauförderung geändert. Nachzulesen sind die aktuellen Bestimmungen in der offiziellen Broschüre (Stand: 2021) und in der Gesetzgebung

Neuerung 1: Förderungserhöhung

Die durchschnittliche Kaufförderung, welche 2019 noch bei rund 31.000 Euro lag, wurde auf rund 40.000 Euro erhöht. Personen, die mit Hauptwohnsitz in der Wohnung leben, die Einkommensgrenzen erfüllen und weniger als den max. Quadratmeterpreis zahlen, erhalten die Kaufförderung.

Neuerung 2: Gebührenbefreiung

Die Eingabegebühr zur grundbürgerlichen Eintragung der Pfandrechte, die Eintragungsgebühr für Pfandrechte und die Beglaubigungskosten der Schuld- und Pfandbestellungsurkunde können seit 2020 gebührenbefreit werden. Dies ist allerdings nur möglich, wenn die Befreiung mit dem Antrag auf Eintragung der Pfandrechte beantragt wird. Wichtig ist hierbei auch, dass die Wohnnutzfläche nicht größer als 130 m2 bzw. 150 m2(ab 6 im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen) ist. Sollte sich allerdings im nachhinein  herausstellen, dass die Nutzfläche der Wohnung 130 m2 bzw. 150 mübersteigt oder, dass durch einen Zu- oder Umbau die Fläche vergrößert wurde, so kann eine hohe Nachzahlung der Gebührenbefreiung die Folge sein. Weiters ist auch mitzuteilen, wenn innerhalb von 5 Jahren die Wohnbauförderung wegfällt und somit die Pfandrechte aus dem Grundbuch gelöscht werden.


Sanierungsförderung durch das Land Salzburg

Auch die Sanierungsförderung kommt in Salzburg in Form einer einmaligen, nicht rückzahlbaren Summe. Allerdings stehen für Sanierungsmaßnahmen ebenfalls nur begrenzte Mittel zur Verfügung.

Unabhängig vom verfügbaren Budget gelten als Sanierungsmaßnahmen, alle Arbeiten, die der Erhaltung und Verbesserung bestehender Wohnhäuser oder Wohnungen dienen. Das kann zum Beispiel sein:

  • Nachträglicher Einbau von Wärmeschutzmaßnahmen
  • Energiesanierung
  • Maßnahmen zum behinderten-/altengerechten Wohnen
  • Schaffung von neuem Wohnraum

Mit Ausnahme von Sanierungsmaßnahmen für spezielle Wohnbedürfnisse (zum Beispiel die Schaffung von Barrierefreiheit) müssen die baulichen Arbeiten an dem zu sanierenden Gebäude bereits mindestens fünf Jahre her sein.


Rückzahlung der Salzburger Wohnbauförderung

Die Neuerung der Wohnbauförderung in Salzburg bringt auch für alle Personen eine Änderung, die noch ein altes Förderungsdarlehen zurückzahlen. Es kommt dann nämlich die Möglichkeit, auf fixe Ratenzahlungen umzusteigen. Bisher wird die Ratenhöhe jedes Jahr anhand des Jahresnettoeinkommens neu berechnet und lässt sich dementsprechend schlecht vorausplanen.

Für alle, die nicht in Form eines Darlehens gefördert werden (bzw. wurden), entfällt die Frage nach der Rückzahlung. Auch in den kommenden Jahren dürfte sich in dieser Hinsicht nicht viel ändern: Die Landesregierung hat derzeit keine Pläne, das rückzahlbare Darlehenwieder einzuführen.

Die Wohnbau- und Sanierungsförderung verbleibt ausschließlich auf nicht rückzahlbarer Basis. Eine Ausnahme besteht nur, wenn der Wohnraum weniger als 25 Jahre so genutzt wird, wie es die Förderungsbestimmungen festlegen. In solchen Fällen müssen die Zuschüsse anteilig zurückgezahlt werden.

Fakt ist: Im Vergleich wirkt das Wohnbauförderungsangebot in Salzburg dadurch attraktiv, dass es nicht rückzahlbar ist. Fest steht außerdem, dass sich mit den Neuerungen ab 2021 deutlich mehr Häuslbauer als bisher über die Förderung freuen können. Trotzdem ist es nach wie vor auch in diesem Bundesland empfehlenswert, frühzeitig mit der Planung der Wohnbauförderung zu beginnen – die Zeit ist auf jeden Fall gut investiert!

Informieren Sie sich ausführlich über die Förderungsoptionen und -bedingungen in Ihrem Bundesland – es zahlt sich aus! Wir helfen Ihnen gerne!

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Über den Autor: Mag. Harald Draxl
Position: Geschäftsführer

Meine Kreditkompetenz habe ich 1995 durch die Leitung des Gewerbekunden-Centers bei der Creditanstalt AG und seit 1997 als Baufinanzierungs-Spezialist bei der CA Baufinanzierungs-Beratung GmbH aufgebaut. Im Jahr 2002 wurde ich Gesellschafter bei der Infina und ab November 2004 in die Geschäftsführung berufen. Meine Zuständigkeit ist seither die Leitung unseres Vertriebes und der Banken-Kooperationen. Ich beschäftige mich tagtäglich mit den Entwicklungen am österreichischen Kreditmarkt, um unsere gesamte Vertriebsorganisation stets über die besten Produkte und aktuellen Zinssätze für die Kundenberatungen auf dem Laufenden zu halten.

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