Wohnbauförderung in Salzburg

Datum: 04.06.2019 | Autor: Redaktion

Infina Wohnbau-Finanz-Experten Wohnbauförderung in Salzburg

Die Salzburger Wohnbauförderung ist auf den ersten Blick sehr attraktiv, da die Rückzahlung der Zuschüsse nicht vorgesehen ist. Warum es aber doch nicht ganz so einfach ist, was sich mit Anfang 2019 an der Wohnbauförderung durch das Land Salzburg geändert hat und wie es um die Sanierungsförderung in Salzburg steht, erfahren Sie hier.


Grundlagen der Wohnbauförderung in Salzburg

Bis 2018 wurden Zuschüsse zum Wohnbau in Salzburg noch nach dem „First come, first serve“-Prinzip vergeben: Wer zum Stichtag schnell genug den Online-Antrag absenden konnte, bekam die Förderung.

Da die einmalige Förderungssumme nicht zurückgezahlt werden muss, war der Andrang immer entsprechend groß und das Budget schnell ausgeschöpft. Seit 2019 hat sich diese Art der Vergabe geändert, dazu später gleich mehr. Gefördert werden jedenfalls folgende Wohnbauvorhaben:

  • Bau eines Wohnhauses oder Bauernhauses
  • Kauf eines Hauses in der Gruppe
  • Kauf einer neu errichteten Wohnung in einem Wohnhaus mit mindestens 3 Wohnungen (jeweils maximal 350 m² Nutzfläche)
  • Schaffung von zusätzlichem Wohnraum durch Auf-/Zu- oder Einbau
  • Sanierungsmaßnahmen

Die Aufteilung der Förderbetrags ist dabei recht übersichtlich. Neben einem Grundbetrag sind noch diverse Zuschüsse möglich. Diese werden vergeben für:

  • Jungfamilien und Alleinerziehende Familien mit vielen Kindern
  • Bauvorhaben, die wenig Grund beanspruchen
  • energetische und ökologisch sinnvolle Maßnahmen
  • Standortqualitäten
  • besondere Gründe, zum Beispiel Barrierefreiheit

Die Wohnnutzfläche spielt für die Höhe der Landesförderung eine große Rolle, wie der oben genannte Grundbetrag zeigt. Was die förderbare Fläche und die Größe des Haushalts betrifft, gelten folgende Regelungen:     

Die Auszahlung des endgültigen Förderbetrags erfolgt übrigens nach der Übergabe des fertigen Wohnraums. Dazu muss ein Nachweis über alle geforderten Voraussetzungen vorliegen, also unter anderem eine Meldebestätigung. 


Voraussetzungen für die Salzburger Wohnbauförderung

Über eine Förderung, die nicht zurückgezahlt werden muss, dürfte sich wohl jeder Eigenheimbesitzer in spe freuen. Damit der Antrag aber bewilligt werden kann, muss der Antragsteller alle Kriterien einer sogenannten begünstigten Person erfüllen.

Wer gilt bei Wohnbauförderung als begünstigte Person?

Erste Voraussetzung für die Förderung ist die Volljährigkeit. Auch die österreichische Staatsbürgerschaft oder Gleichstellung ist Pflicht, ebenso wie die Einhaltung gewisser Einkommensgrenzen. Das geplante Eigenheim muss außerdem zum Hauptwohnsitz werden, wenn es fertiggestellt ist.

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern ist Salzburg relativ großzügig, was die Fristen betrifft. Bis spätestens ein Jahr nach Bezug der geförderten Wohnung muss der bisherige Hauptwohnsitz aufgegeben werden. Grundsätzlich gilt: Wenn der Förderantrag eingeht, darf die Wohnungsübergabe nicht länger als sechs Monate her sein. Ausgenommen ist davon der Kauf durch den Erstmieter.

Die begünstigte Person muss darüber hinaus der erste Bewohner des Hauses bzw. der neu errichteten Wohnung sein. Eine Ausnahme besteht natürlich, wenn der Erstmieter zum Käufer wird und zu diesem Zeitpunkt das Objekt schon eine Weile bewohnt hat.

Einkommensgrenzen für Wohnbauförderung in Salzburg

Mit Einkommen ist im Fall der Wohnbauförderung das gemeinsame Nettoeinkommen aller Personen im Haushalt gemeint. Nicht zu diesem Betrag gezählt werden unter anderem Lohnsteuer, Versicherungsleistungen, Familien- und Studienbeihilfe oder auch Pflegegelder. Die Einkommensgrenzen sind bei der Salzburger Wohnbauförderung folgendermaßen festgelegt:


Wohnbauförderung in Salzburg 2019: Was ist neu?

Deutliche Änderungen in der Salzburger Wohnbauförderung gab es zuletzt 2015: Die maximale Fördersumme wurde dabei von 55.000 Euro auf 33.000 Euro gekürzt. Auch im Jahr 2019 wurde die Wohnbauförderung geändert. Nachzulesen sind die aktuellen Bestimmungen in der offiziellen Broschüre  (Stand: 2019) und in der Gesetzgebung

Neuerung 1: Höhe der Wohnbauförderung

Mit 1. Jänner 2019 wurden die Fördersummen neu festgelegt. Dabei sind die jeweiligen Fördersummen davon abhängig, ob es sich um einen Wohnungskauf oder um die Errichtung eines Hauses handelt. Die Salzburger Wohnbauförderung setzt sich dann aus einem Grundbetrag sowie diversen Zu- aber auch Abschlägen zusammen.

Weiteren Informationen zu der Salzburger Wohnbauförderung finden Sie hier

Bedeutet die Kürzung also, dass das Land Salzburg insgesamt weniger in Wohnbauförderung investiert? Nein, denn das Gesamtbudget bleibt nach wie vor gleich. Ziel der Neuregelung ist es vielmehr, die Fördergelder auf mehr Einzelfälle aufzuteilen und bestehenden Baugrund effizienter zu nutzen.

Neuerung 2: Vergabe der Wohnbauförderung

Seit 2019 profitieren von der Förderung nicht mehr jene, die den Antrag am schnellsten abschicken können. Stattdessen gibt es ein Präferenzsystem, bei dem bestimmte Kriterien ausschlaggebend sind. Alleinerzieher, größere Familien und Personen mit geringem Einkommen haben zum Beispiel eher Anspruch auf eine Förderung.

Neuerung 3: Förderperioden statt Stichtagen

Mit dem neuen System gibt es seit 2019 drei Förderperioden: Förderanträge werden bis 28. Februar, 30. Juni und 31. Oktober angenommen und dann zu je 50 Prozent nach sozialen und ökologischen Kriterien bewertet. Werden die entsprechenden Voraussetzungen nicht rechtzeitig erfüllt, wird der Antrag zum Ende der nächsten Periode ein zweites (und letztes) Mal evaluiert.

Neuerung 4: Abschaffung des Baubeginn-Verbots

Bis 2018 galt noch, dass nicht mit dem Bau des Eigenheims begonnen werden darf, solange der Förderungsantrag nicht eingegangen ist. Dieses Verbot endete mit 2019. Der Förderantrag muss erst spätestens sechs Monate nach Baubeginn eingehen.


Antrag und Kontakt für Wohnbauförderung in Salzburg

Alle Angelegenheiten rund um Wohnbauförderung regelt die Abteilung 10 „Wohnen und Raumplanung“ im Amt der Salzburger Landesregierung. Das Gebäude befindet sich ganz nah am Salzburger Hauptbahnhof.

Wichtige Links

Mit dem Förderrechner kann im Vorfeld berechnet werden, wie hoch die Fördersumme theoretisch wäre. Und hier geht es zum Assistenten für den eigentlichen Antrag .


Sanierungsförderung durch das Land Salzburg

Auch die Sanierungsförderung kommt in Salzburg in Form einer einmaligen, nicht rückzahlbaren Summe. Allerdings stehen für Sanierungsmaßnahmen ebenfalls nur begrenzte Mittel zur Verfügung.

Unabhängig vom verfügbaren Budget gelten als Sanierungsmaßnahmen, alle Arbeiten, die der Erhaltung und Verbesserung bestehender Wohnhäuser oder Wohnungen dienen. Das kann zum Beispiel sein:

  • Nachträglicher Einbau von Wärmeschutzmaßnahmen
  • Energiesanierung
  • Maßnahmen zum behinderten-/altengerechten Wohnen
  • Schaffung von neuem Wohnraum

Mit Ausnahme von Sanierungsmaßnahmen für spezielle Wohnbedürfnisse (zum Beispiel die Schaffung von Barrierefreiheit) müssen die baulichen Arbeiten an dem zu sanierenden Gebäude bereits mindestens fünf Jahre her sein.


Rückzahlung der Salzburger Wohnbauförderung

Die Neuerung der Wohnbauförderung in Salzburg bringt auch für alle Personen eine Änderung, die noch ein altes Förderungsdarlehen zurückzahlen. Es kommt dann nämlich die Möglichkeit, auf fixe Ratenzahlungen umzusteigen. Bisher wird die Ratenhöhe jedes Jahr anhand des Jahresnettoeinkommens neu berechnet und lässt sich dementsprechend schlecht vorausplanen.

Für alle, die nicht in Form eines Darlehens gefördert werden (bzw. wurden), entfällt die Frage nach der Rückzahlung. Auch in den kommenden Jahren dürfte sich in dieser Hinsicht nicht viel ändern: Die Landesregierung hat derzeit keine Pläne, das rückzahlbare Darlehen wieder einzuführen.

Die Wohnbau- und Sanierungsförderung verbleibt ausschließlich auf nicht rückzahlbarer Basis. Eine Ausnahme besteht nur, wenn der Wohnraum weniger als 25 Jahre so genutzt wird, wie es die Förderungsbestimmungen festlegen. In solchen Fällen müssen die Zuschüsse anteilig zurückgezahlt werden.

Fakt ist: Im Vergleich wirkt das Wohnbauförderungsangebot in Salzburg dadurch attraktiv, dass es nicht rückzahlbar ist. Fest steht außerdem, dass sich mit den Neuerungen ab 2019 deutlich mehr Häuslbauer als bisher über die Förderung freuen können. Trotzdem ist es nach wie vor auch in diesem Bundesland empfehlenswert, frühzeitig mit der Planung der Wohnbauförderung zu beginnen – die Zeit ist auf jeden Fall gut investiert!


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