Variable Zinsen

Variable Zinsen
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Autor: Mag. Harald Draxl
Kategorie: Zinsen
Datum: 14.07.2021

Variable Zinsen schwanken, denn diese orientieren sich an der Marktentwicklung der Leitzinsen. Für die Immobilienfinanzierung können variable Zinsen durchaus interessant sein, denn variable Kredite sind aufgrund des aktuell niedrigen Zinsniveaus äußerst günstig. Sind diese aber die richtige Wahl oder ist für einen langfristigen Wohnkredit doch eine Fixzinsbindung die bessere Alternative? Weitere Details dazu liefert Ihnen dieser Beitrag. 

Definition: Was bedeutet variabler Zinssatz?

Ein variabler Zinssatz richtet sich nach dem aktuellen Leitzinssatz. Steigen bzw. sinken die Leitzinsen, so steigt bzw. sinkt auch der variable Zinssatz. Die Kreditrate passt sich also bei variabler Verzinsung während der gesamten Kreditlaufzeit immer wieder dem neuen Zinsniveau an. Als Kreditnehmer bedeutet das für Sie, dass bei steigenden Sollzinsen Ihre monatliche Ratenbelastung steigt.

Ein variabler Immobilienkredit Österreich ist aufgrund des niedrigen Zinsniveaus aktuell äußerst günstig – dies könnte sich in den nächsten Jahren aber wieder ändern. Eine Finanzierung mit variablen Zinsen sollte also mit Bedacht gewählt werden, denn zukünftige Zinssätze in der Höhe von 3 % oder mehr sind nicht unwahrscheinlich.


Variable Zinsen: Euribor und Entstehung

Doch zunächst einmal die Grundlagen: Wie entstehen variable Zinsen überhaupt?  Es gibt zwei Parameter, die für die Entstehung bzw. Höhe des variablen Zinssatzes wichtig sind. Das ist einerseits der Euribor als Referenzzinssatz und andererseits die Marge, also der Aufschlag der Bank.

Zinssatz = Referenzzinssatz + Marge

Die gängigen Euribor-Modelle sind der 3-Monats-Euribor sowie der 12-Monats-Euribor, welcher in Österreich meist von Bausparkassen angeboten wird. Da die kurzfristigen Euribor-Sätze aktuell negativ sind bzw. unter null liegen, ergeben sich bei einem variablen Kredit sehr günstige Außenzinssätze (Zinssatz für den Kundenkredit).


Der Vergleich (2021): variabler oder fixer Zinssatz?

Es gibt aber nicht nur variable Zinsen, sondern auch eine Fixzinsbindung ist möglich. Diese zwei Modelle unterscheiden sich lediglich darin, dass sich variable Zinsen ständig ändern, während Fixzinsen für eine vereinbarte Laufzeit gleichbleiben. Aber welche Vor- und Nachteile gibt es nun konkret und welches Modell ist für Sie als Kreditnehmer die richtige Wahl?

Kurz gesagt: Wenn Sie mit höheren Zinsbelastungen leben können und bei Zinssteigerungen nicht nervös werden, sollten Sie eine variable Verzinsung in Betracht ziehen. Ebenfalls hilfreich sind eine gute Bonität und zukünftige Sondertilgungen, um das Risiko für zu hohe monatliche Belastungen zu reduzieren. Vergessen Sie aber nicht, dass Zinssätze von bis zu 6 % oder schlimmstenfalls mehr möglich sind, das würde Ihre Monatsrate erheblich erhöhen - ist eine so hohe Rate für Sie nicht finanzierbar, dann wählen Sie lieber eine Fixzinsbindung.

Nichtsdestotrotz bietet ein variabler Zinssatz viele Vorteile. Da wäre zum Beispiel die Höhe des Zinssatzes, welcher wesentlicher niedriger ist als ein fixer Zinssatz. Das führt zu einer geringeren monatlichen Belastung. Außerdem sind vorzeitige Tilgungen kostenfrei (unter Einhaltung der Kündigungsfrist) möglich.

Und für jene, die zwar keine Fixzinsbindung möchten, aber eine variable Verzinsung als zu riskant empfinden, gibt es eine sogenannte Zinsabsicherung in Form eines Zinscaps. Manche Banken, vor allem Bausparkassen, bieten sogenannte Bandbreitenkredite an, bei denen sowohl eine Zinsuntergrenze als auch eine Zinsobergrenze vereinbart wird. Das verhindert das Risiko einer zu hohen Monatsrate. Leider ist dieses Modell nicht bei jedem Kreditinstitut erhältlich.

Was spricht aber nun für einen fixen Zinssatz? Nun, der Nachteil variabler Zinsen sind die möglichen Zinssteigerungen – und genau das ist der große Vorteil bei einem Fixzinssatz, denn hier gibt es für einen vereinbarten Zeitraum keine steigenden Zinsen. Dies bringt Ihnen nicht nur Sicherheit, sondern auch eine bessere Kalkulierbarkeit für die monatlichen Ausgaben der Kreditrate.

Sowohl in einem sehr guten Aufschwungsszenario als auch sehr schlechten Krisenszenario können die Kreditzinsen steigen. Das aktuelle Szenario einer mäßigen Rezession in Europa (abgeleitet aus Umfragedaten renommierter Institute) ist indessen positiv für Kreditnehmer, zumal dann die Sollzinsen noch einige Zeit niedrig bleiben. Trotzdem kann es schnell anderes kommen. Während im Aufschwung schlichtweg die Inflationserwartungen steigen, sind es in der Krise steigende Risikoaufschläge der Banken, die selbst mit höheren Refinanzierungsaufschlägen konfrontiert werden würden.

Per Mitte April 2021 zeichnete sich bereits ein inflationäres Aufschwungsszenario ab, welches die Zinsen am langen Ende bereits einpreiste. Doch erste Abkühlungstendenzen der US-Wirtschaft sowie in China, aber auch die wiederholte Sicht der Notenbanker in den USA und Europa, dass der Inflationsanstieg nur temporär sei, führten zu einer Beruhigung an der Zinsfront im Juli 2021. Starke Konjunkturdaten und anhaltende Inflationstrends könnten jedoch am langen Ende erneut die Sollzinsen nach oben treiben, weshalb vorsichtige Kreditnehmer das nach wie vor niedrige Zinsniveau auf 15 oder 20 Jahre sichern.

Jedoch kostet dies, die Zinsen sind bei Fixzinskrediten höher als bei variablen Krediten. Außerdem sind Sondertilgungen nur selten kostenfrei und jederzeit möglich, meist wird dafür ein Pönale von 1 % verrechnet. Eine umfangreiche Entscheidungshilfe bietet auch unser Beitrag zu diesem Thema.

Lesen Sie mehr in unserem Beitrag zu den Zinsoptionen

 Variable oder fixe Zinsen: Optionen beim Kredit

Sie haben aktuell eine Finanzierung mit variablem Zinssatz. Jetzt denken Sie darüber nach, den Zinssatz langfristig abzusichern? Mit einem unserer Kreditvergleichsrechner können Sie sich zu den aktuellen Konditionen ein Bild machen. Auch die Laufzeit der Finanzierung und Höhe der monatlichen Rate können Sie bei Bedarf damit anpassen.

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Immobilienfinanzierung mit variablem Zinssatz

Bei der Immobilienfinanzierung kann man zwischen einem Kredit und einem Darlehen wählen. Doch was ist der Unterschied? Ein Kredit ist ein sogenanntes Dauerschuldverhältnis. Dieses entsteht sowohl bereits durch mündliche Vereinbarung als auch schriftlich mit der Unterfertigung eines Kreditvertrages. Die Bank ist Kreditgeber und stellt dem Kreditnehmer Geld für einen bestimmten Zeitraum zu einem festgelegten Zinssatz und sonstigen Kreditbestimmungen zur Verfügung. Der Kreditnehmer verpflichtet sich, den Geldbetrag inklusive der vereinbarten Zinsen wieder zurückzuzahlen.

Ein Darlehen kann theoretisch auch unentgeltlich gewährt werden. Der Darlehensvertrag kommt in der Regel erst dann Zustande, wenn der Vertragsgegenstand, in der Regel als Geld definiert, dem Darlehensnehmer übergeben bzw. überwiesen wurde. Vor der Übergabe bestehen zwischen Darlehensgeber und -nehmer lediglich vorvertragliche Verpflichtungen, die im Darlehensvertrag geregelt sind.

Variabler Zinssatz beim Kredit

Nachdem Kredite auch häufig als kurzfristige Privatkredite ohne hypothekarische Besicherung angeboten und vergeben werden, schließt man diese meist mit einem variablen Zinssatz ab. Durch die kurzen Kreditlaufzeiten bis max. 10 Jahre und durch den dadurch rascheren Tilgungsverlauf ist es nicht üblich, diese sogenannten Privatkredite mittels Fixzinssatz abzuschließen.

Natürlich ist es auch möglich, einen Kredit längerfristig abzuschließen. Dabei spricht man dann meist von einem sogenannten Hypothekarkredit. Diese Kreditform verlangt eine grundbücherliche Sicherstellung des Kredites auf der Liegenschaft des Kunden.

Variabler Zinssatz bei Darlehen

Darlehen sind hingegen meist langfristige Vereinbarungen. Der Begriff Darlehen wird in der Regel von den Bausparkassen verwendet. Aber auch Banken vergeben Darlehen. Wenn Sie einen variablen Zins bei einem Bauspardarlehen abschließen, spricht man vom sogenannten klassischen Bauspardarlehen. In diesem Fall erhalten Sie eine Zinsunter- und eine Zinsobergrenze. Die Zinsobergrenze hat derzeit eine Laufzeit von max. 20 Jahren (ab Zuteilung). 

Die Rückzahlung bei variablen Zinsen

Die Rückzahlung eines variablen Kredites ist jederzeit möglich, denn Sondertilgungen können in beliebiger Höhe kostenfrei durchgeführt werden. Während einige Banken Sondertilgungen ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist anbieten, gibt es auch Banken, die die Einhaltung der 6-monatigen Kündigungsfrist fordern – dies muss aber explizit vertraglich vereinbart werden.

Ein Kredit mit variablen Zinsen kann unter Umständen die perfekte Wahl für Sie sein. Halten Sie sich lediglich die Nachteile vor Augen und lassen Sie sich nicht zu sehr von den aktuell günstigen Zinsen blenden, denn diese werden voraussichtlich wieder steigen. Egal, ob Sie sich nun für einen Kredit mit kurzer Laufzeit oder für ein längeres Immobiliendarlehen entscheiden – eine Beratung ist wichtig, damit Sie das für Sie optimale Zinsmodell finden und dadurch Ihre Rückzahlung sowie Ihre monatlichen Kreditraten auch wirklich finanzierbar sind.

Sie möchten einen Kredit mit variablen Zinsen oder suchen noch das für Sie passende Kreditmodell? Wir beraten Sie gerne!

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Über den Autor: Mag. Harald Draxl
Position: Geschäftsführer

Meine Kreditkompetenz habe ich 1995 durch die Leitung des Gewerbekunden-Centers bei der Creditanstalt AG und seit 1997 als Baufinanzierungs-Spezialist bei der CA Baufinanzierungs-Beratung GmbH aufgebaut. Im Jahr 2002 wurde ich Gesellschafter bei der Infina und ab November 2004 in die Geschäftsführung berufen. Meine Zuständigkeit ist seither die Leitung unseres Vertriebes und der Banken-Kooperationen. Ich beschäftige mich tagtäglich mit den Entwicklungen am österreichischen Kreditmarkt, um unsere gesamte Vertriebsorganisation stets über die besten Produkte und aktuellen Zinssätze für die Kundenberatungen auf dem Laufenden zu halten.

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