Wohnbauförderung in Vorarlberg

Datum: 05.06.2019 | Autor: Redaktion

Infina Wohnbau-Finanz-Experten Wohnbauförderung in Vorarlberg

Die Vorarlberger Landesregierung setzt in der Wohnbauförderung wie auch andere österreichische Bundesländer vor allem auf die Unterstützung von ökologisch sinnvollen Baumaßnahmen. Was das konkret für die Wohnbauförderung in Vorarlberg bedeutet und wie die Rückzahlung des Landesdarlehens abläuft, erfahren Sie hier!


Wohnbauförderung durch das Land Vorarlberg – was heißt das?

In Vorarlberg kommt die Wohnbauförderung in Form eines Darlehens. Wenn es sich um die Förderung eines Sanierungsvorhabens handelt, ist allerdings auch ein nicht rückzahlbarer, einmaliger Zuschuss möglich. Sehen wir uns also die Optionen für Hausbau- und Sanierungsvorhaben etwas genauer an!

Welche Förderung von Immobilien und Hausbau gibt es in Vorarlberg?

Das Wohnbaudarlehen für Neubauten bzw. den Kauf von Eigenheimen setzt sich in Vorarlberg aus einer Grundförderung und individuell festgesetzten Bonuszuschlägen zusammen. Unabhängig von der Höhe der Förderung gilt immer, dass das Darlehen über eine Laufzeit von 35 Jahren zurückgezahlt wird. Sie haben dabei die Wahl zwischen fixer und steigender Verzinsung, doch dazu später mehr.

Und wie hoch fällt die Förderung nun aus? Bevor wir weiter unten im Text zu den genauen Zahlen kommen, hier zunächst die einfache Zusammenfassung: Die Basisförderung wird danach berechnet, wie viele Quadratmeter Nutzfläche das geförderte Objekt hat. Bei den Bonuszuschlägen werden eine ökologische Bauweise, die Kinderzahl und das Haushaltseinkommen berücksichtigt:

  • Pro Kind: zusätzlich 50 Euro/m²
  • Ab 3 Kindern oder bei Mehrlingsgeburten: pro Kind zusätzlich 75 Euro/m²
  • Bei einem niedrigen Einkommen laut festgelegten Grenzen: zusätzlich bis zu 150 Euro/m², abhängig von der Größe des Haushalts

Die Kriterien, für die Bonuszuschläge vergeben werden, finden Sie in der Liste des Energieinstituts Vorarlberg oder in der offiziellen Broschüre der Landesregierung (PDF). Alle Anfragen können Sie an folgende Stelle richten:

Sanierungsförderung in Vorarlberg

Genau wie für den Kauf oder Neubau von Eigenheimen vergibt das Land Vorarlberg für Sanierungsvorhaben ein Darlehen. Auch die Sanierungsförderung ist unterteilt in Basis- und Bonusförderung. Alternativ ist ein nicht rückzahlbarer Einmalzuschuss möglich, der 40 Prozent des maximal möglichen Darlehensbetrags abdeckt, maximal aber 30.000 Euro betragen kann.

Die Basisförderung wird nicht nach der gesamten Nutzfläche berechnet, sondern danach, um wie viele Quadratmeter sanierte Fläche es sich handelt. Dabei kommt es auf das konkrete Sanierungsvorhaben an:

  • Dach- und Außenwandsanierung: bis zu 240 Euro/m²
  • Fenstertausch für bessere Isolierung der Wohnräume: bis zu 770 Euro/m²
  • Sanierung, um erhaltenswerte Wohnhäuser auf einen modernen Stand zu bringen: bis zu 1.500 Euro/m² oder der oben erwähnte einmalige Zuschuss (maximal 30.000 Euro)

Eine Übersicht aller förderbaren Sanierungsmaßnahmen finden Sie in der Broschüre zur Sanierungsförderung  (PDF).

Bonuszuschläge gibt es für alle Maßnahmen, die zu einem deutlich geringeren Heizwärmebedarf führen. Ausschlaggebend für die Zusatzförderungen ist außerdem das Einkommen des Haushalts. Die genauen Richtlinien sowie alle Antragsformulare zur Sanierungsförderung finden Sie hier  zusammengefasst.

Die Voraussetzungen für eine geförderte Sanierung sind übersichtlich. So muss das Wohnhaus mindestens 20 Jahre alt sein und die Sanierungsmaßnahme für eine energietechnische Verbesserung sorgen. Die Sanierungsförderung ist außerdem dann eine Option, wenn Zu- oder Anbauten bei bereits bestehendem Wohnraum errichtet werden sollen und dadurch Grund gespart wird.

Wie kann man die Wohnbauförderung berechnen?

Die Wohnbauförderung besteht, wie bereits erwähnt, aus der Basis- und Zusatzförderung. Wie hoch die Grundförderung ist, hängt vom Immobilientyp ab: Für ein Einfamilienhaus gibt es 300 Euro/m², bei Zu-, Um- oder Ersatzneubauten können es sogar 800 Euro/m² sein.

Relativ umfassend ist im Vergleich dazu die Liste mit Faktoren, für die es Bonuszahlungen gibt. Solche Bonuszuschläge werden vergeben für:

  • die Nutzung umweltschonender Materialien und hohe Energieeffizienz: bis zu 610 Euro/m² zusätzlich
  • PVC-freie Fenster bzw. Innentüren sowie Holzfassaden oder nachhaltige Dämmstoffe: bis zu 100 Euro/m² zusätzlich
  • die Förderung von umweltfreundlichen Transportmitteln (Fahrrad, E-Mobilität, Carsharing), z.B. durch Fahrradabstellplätze oder Schnellladestationen: bis zu 80 Euro/m² zusätzlich
  • barrierefreie Gestaltung der Wohnräume, sodass die Wohnung für mehrere Generationen ausgelegt ist
  • den Einbau von Sicherheitsfenstern oder -türen

Weitere Bonuszahlungen sind möglich, wenn es sich um den Erstkauf einer kompakten Wohnung mit geringen Errichtungskosten handelt. Zusätzlich bis zu 275 Euro/m² gibt es für solche sogenannten Hausstandgründungen in einer kompakten Eigentumswohnung.

Nicht zuletzt gibt es noch den Bonus für verdichtete Bauweise. Ausschlaggebend ist dabei die Baunutzungszahl, also das Verhältnis von Gesamtgeschoss- und Nettogrundfläche. Berechnen lässt sich diese Zahl mit folgender Formel:

(Gesamtgeschossfläche ÷ Nettogrundfläche) × 100

Wenn also zum Beispiel ein Haus drei Stockwerke mit jeweils 110 m² Geschossfläche hat, sind das 330 m² Gesamtgeschossfläche. Geht man von 500 m² Grundfläche aus, ergäbe das folgende Baunutzungszahl:

(330 m² ÷ 500 m²) × 100 = 66

Mit dieser Zahl hätte der Bauherr Anspruch auf die Zusatzförderung: Den Bonuszuschlag gibt es ab einer Baunutzungszahl von 54. Ganz abgesehen davon gelten aber natürlich noch einige andere Voraussetzungen, damit die Wohnbau- bzw. Sanierungsförderung vergeben wird.


Voraussetzungen für die Vorarlberger Wohnbauförderung

Das Einkommen und die üblichen personenbezogenen Voraussetzungen spielen eine wesentliche Rolle, wenn es darum geht, ob die Wohnbauförderung vergeben wird. Anders als in den meisten anderen Bundesländern gibt das Land Vorarlberg keine Jahresnettoeinkommensgrenzen vor, sondern bezieht sich auf das monatliche Nettoeinkommen.

Einkommensgrenzen bei der Wohnbauförderung

Wenn Sie einen Antrag auf Wohnbauförderung stellen wollen, sollten Sie zunächst folgende Rechnung durchführen: Ziehen Sie vom Jahresbruttoeinkommen laut Jahreslohnzettel bzw. Einkommenssteuerbescheid die Sozialversicherung und Lohnsteuer ab.

So erhalten Sie das Jahresnettoeinkommen. Teilen Sie den Wert durch 12, um den Netto-Monatslohn zu erhalten. Um förderberechtigt zu sein, darf dieser Wert je nach Haushaltsgröße folgende Grenzen nicht übersteigen:

  • 1 Person: 3.100 Euro
  • ab 2 Personen: 5.500 Euro

Übrigens: Wenn in Ihrem Haushalt Kinder unter 25 Jahren leben, die monatlich nicht mehr als 800 Euro verdienen, zählt das nicht zum gemeinsamen Haushaltseinkommen! Bei einem höheren Verdienst wird nur der Differenzbetrag zu den 800 Euro zum gemeinsamen Haushaltseinkommen hinzugezählt.

Allgemeine Voraussetzungen für Förderungen durch das Land

Neben den Einkommensgrenzen sollten Sie für die Wohnbauförderung diese grundlegenden Voraussetzungen erfüllen:

  • österreichische Staatsbürgerschaft oder Gleichstellung
  • Hauptwohnsitz im geförderten Objekt
  • Dringender Wohnbedarf
  • Eigentumsrecht
  • Angemessene Wohnnutzfläche, d.h. 150 m² bei bis zu 5 Personen und 170 m² ab 6 Personen
  • Gesicherte Finanzierung bei einem angemessenen Gesamtpreis
  • Nachweisliches Defizit bei der eigenständigen Finanzierung des gesamten Eigenheimprojekts
  • das zugesicherte Förderungsdarlehen ist im Grundbuch erstrangig sicherzustellen.

Auch in Vorarlberg gelten damit sehr ähnliche Bedingungen für die Wohnbauförderung, wie in den anderen Bundesländern der Fall ist. Bleibt nur noch die Frage, wie es nach der Zusage weitergeht – wann beginnt die Rückzahlung und wie läuft sie ab?


Die Rückzahlung der Wohnbauförderung

Wenn es darum geht, die Fördergelder zurückzuzahlen, haben Sie grundsätzlich die Wahl zwischen zwei Zinsmodellen: Einerseits gibt es die fixe Verzinsung, bei der Sie kontinuierlich 1,75 Prozent Zinsen zahlen. Andererseits können Sie sich auch für steigende Annuitäten im Verlauf der 35 Jahre entscheiden. Die Staffelung sieht in so einem Fall wie folgt aus:

Die Rückzahlungsraten sind ab dem Zeitpunkt, zu dem das geförderte Objekt bezogen bzw. der Neubau abgeschlossen wird, immer zum Monatsersten fällig. Grundsätzlich dauert die Rückzahlungsperiode 35 Jahre, aber auch eine vorzeitige Rückzahlung der Wohnbauförderung ist in Vorarlberg möglich.

Der kurze Überblick zeigt: Ob Wohnbau- oder Sanierungsförderung, das Land Vorarlberg bietet einige Varianten des geförderten Wohnbaus. Besonders praktisch ist dabei, dass auch Zu- und Anbauten seit neuestem zur Sanierungsförderung zählen und auf diese Weise höhere Fördersummen möglich werden. Wenn Sie also ein Eigenheim kaufen, bauen oder sanieren wollen, kann es sich eindeutig lohnen, die offiziellen Broschüren einmal genau durchzugehen!


Informieren Sie sich ausführlich über die Förderungsoptionen und -bedingungen in Ihrem Bundesland – es zahlt sich aus! Wir helfen Ihnen gerne! Kontaktieren Sie uns