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Fertiggestellte Wohnungen

Lorenz Sigl Autor: Lorenz Sigl, MA
aktualisiert am 27. Januar 2026

Mit den Daten der Statistik Austria lässt sich die Bautätigkeit in Österreich genau nachvollziehen. Besonders interessant ist beispielsweise die Zahl der fertiggestellten Wohnungen: Hier wird deutlich, wie sich das Angebot an Neubauten entwickelt. Erfahren Sie hier alles zur Entwicklung seit 2006 und die Auswirkungen auf das aktuelle Wohnungsangebot sowie die Immobilienpreise.

Bedeutung für Ihre Wohnbaufinanzierung

Sie machen sich Gedanken über Wohneigentum und möchten selbst eine Immobilie erwerben? Dann ist die Anzahl der neugebauten Wohnungen selbstverständlich relevant für Ihre Pläne: Diese hat einen wesentlichen Einfluss auf das Wohnungsangebot am Markt und letztendlich auch auf die Immobilienpreise. In Zeiten reger Bautätigkeit ist eine Wohnbaufinanzierung unter Umständen leichter zu stemmen als bei knappem Wohnungsangebot, da die Immobilienpreise dann in der Regel höher liegen.

Statistik: fertiggestellte Wohnungen und Wohngebäude seit 2006

Abgesehen von den Boom-Jahren 2006 bis 2008 liegt die Anzahl der neu fertiggestellten Wohngebäude in Österreich seit 2005 konstant zwischen etwa 17.000 und 20.000 Einheiten. Im Jahr 2023 wurde mit 16.800 neuen Wohngebäuden erstmals wieder seit 2018 weniger als 18.000 Einheiten erstellt. In 2024 sank die Anzahl deutlich auf 12.600. Bei den fertiggestellten einzelnen Wohnungen zeigt sich in der langfristigen Betrachtung ein anderer Verlauf: Diese Anzahl stieg zwischen 2006 und 2021 deutlich um 65 % an, von rund 45.000 auf rund 74.500 Einheiten. Ab dem Jahr 2022 wurden dann jährlich, in 2022 mit 69.000, in 2023 mit 65.000 und in 2024 mit nur 54.000, deutlich weniger Wohnungen fertiggestellt.

Fertiggestellte Wohnungen & Gebäude in Österreich
2006 bis 2024

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Trend zu kleineren Wohneinheiten

Es ist also deutlich ersichtlich, dass die Zahl der fertiggestellten Einzelwohnungen stark zugenommen hat, jene der Wohngebäude aber nicht. Daraus lässt sich ein Trend zu kleineren Wohneinheiten ableiten: Gerade in den Universitäts- bzw. Landeshauptstädten stiegen die Immobilienpreise stark, sodass kleinere Wohnungen immer gefragter wurden. Da es an Bauflächen mangelt und die Preise für Baugrundstücke in Österreich in der Langfristbetrachtung explodieren, geht die Entwicklunghin zu einer verdichteten Bauweise mit höheren Wohngebäuden.

Investition in kleineres Wohneigentum als Alternative

Kleine und kompakte 1-Zimmer-Wohnungen in Universitätsstädten waren bzw. sind als Anlegerwohnungen sehr beliebt. Aber auch für die Eigennutzung sind sie eine sinnvolle Alternative, etwa als Zwischenstufe zum eigenen Hausbau oder -kauf bzw. einer späteren 2-Zimmer-Wohnung oder 3-Zimmer-Wohnung.

Aktuelle Entwicklung: Bautätigkeit 2023 bis 2026

Für die Entwicklung der Bautätigkeit in 2022 kann noch festgehalten werden, dass die Anzahl neuer Wohngebäude seit 2016 immer noch den zweithöchsten Wert erreicht hat. Die Entwicklung der Bauwirtschaft in Österreich geht zwischenzeitlich deutlich nach unten. Dennoch sind in 2023 aufgrund bereits begonnener Projekte noch einigermaßen gute Zahlen zu vermelden. Sowohl im Jahr 2024 als auch 2025 sank die Anzahl neuer Wohngebäude deutlich. Für 2026 wird eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau erwartet.

Wohnen im Grünen: Gegentrend durch künstliche Intelligenz?

Home-Office, Online-Meetings und „Remote Work“: All diese Arbeitsformen haben seit der Corona-Pandemie enorm zugenommen. Dadurch hat Wohnen im Stadtzentrum teilweise an Bedeutung verloren, stattdessen wurde Wohnen im Grünen wieder beliebter. Ob dieser Wohntrend länger anhält, bleibt abzuwarten. Die fortschreitende künstliche Intelligenz im beruflichen Umfeld wird zwischenmenschliche Interaktionen reduzieren, so dass ggf. ein Gegentrend zurück in die Ballungsräume einsetzen könnte, also die Suche nach verstärktem persönlichem Austausch in der Freizeit.

Bauverzögerungen und Teuerung von Rohstoffen

Bei Großbauprojekten gab es zwar vereinzelt Verzögerungen durch coronabedingte Baustopps. Globale Unterbrechungen der Lieferketten führten außerdem zur Verteuerung vieler Rohstoffe – welche durch die Krise in der Ukraine verstärkt wurden. Dennoch hat die Zahl der fertiggestellten Wohnungen 2022 mit 69.339 nochmals eine gute Größenordnung erreicht. Im Jahr 2023 sank die Zahl dann bereits auf 64.535 und im Jahr 2024 auf deutlich tiefere 54.472 Einheiten.


Prognose: Wie wird sich die Bautätigkeit entwickeln?

Die zwischenzeitlich wieder höheren Kreditzinsen für Wohnbaufinanzierungen bremsen die weitere Bautätigkeit massiv ein. Eines ist heute bereits klar: Einen Boom bei den fertiggestellten Wohnungen wird es auch 2026 nicht geben. Auch konkrete Zahlen zu den fertiggestellten neuen Wohnungen und Wohngebäuden für 2025 werden voraussichtlich erst im letzten Quartal 2026 vorliegen.

Weniger fertiggestellte Wohnungen im Jahr 2024, 2025 und 2026

Gestiegene Zinsen, eine bis vor kurzem noch erhöhte Inflation, weniger Bauflächen und immer noch hohe Grundstückspreise – diese Faktoren werden 2026 das Angebot an neuen Wohnungen und Häusern weiterhin knapp halten. Die sinkende Anzahl neuer Wohnungen sollte einen möglichen Einbruch der Immobilienpreise verhindern. Ebenso dürften die steigenden Lohnkosten in der Baubranche eher stabilisierend auf die Immobilienpreise wirken bzw. diese sogar ansteigen lassen (vgl. dazu den aktuellen Baukostenindex).

Angebot an neuem Wohneigentum wird kleiner und teurer

Vorausgesetzt ein unerwarteter zusätzlicher Zinsschock wegen galoppierender Inflation und drastischer Einbruch der Immobilienpreise bleibt aus, wird vermutlich auch 2026 der Wohnungsmarkt durch relativ wenige neue Immobilien mit eher stabilen bis höheren Preisen geprägt sein. Wenn Sie also eine passende neue Immobilie oder ein Grundstück in Aussicht haben, gilt die Maxime: besser früher als später zugreifen. Die Finanzierung von Wohneigentum dürfte aufgrund eines voraussichtlich stabilen oder leicht sinkenden Leitzinses auch tendenziell wieder etwas einfacher werden. Bei Gebrauchtimmobilien hingegen ist schon aufgrund der ESG-Thematik eher mit rückläufigen, temporär möglicherweise auch erheblichen Preisrückgängen zu rechnen.

Was kostet mein Wohnbaukredit?

Datenquelle: Statistik Austria
Bildquellen: Infina Grafik
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