Inflation: Definition, Folgen und aktuelle Trends in Österreich

Inflation
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Autor: Mag. Peter Hrubec
Kategorie: Zinsen
Datum: 18.02.2022

Die Lebenshaltungskosten steigen laufend. Früher haben Sie für eine Laugensemmel oder eine Kugel Eis ein paar Schilling bezahlt, heute müssen Sie dafür häufig schon ein bzw. fast zwei Euro hinblättern. Der Grund dafür ist die Inflation, also die allgemeine Steigerung der Preise. In diesem Beitrag lesen Sie, wie Inflation entsteht, wie sie berechnet wird und welche Folgen eine hohe Inflationsrate hat. Zusätzlich widmen wir uns den aktuellen Auswirkungen der Corona-Krise auf die Inflationsrate.

Das Wichtigste im Überblick

  • Inflation meint einen generellen Anstieg der Preise von Waren und Dienstleistungen. Man bekommt weniger Güter für das gleiche Geld – das Geld wird weniger wert.
  • Leichte Inflation kurbelt die Wirtschaft an, eine hohe Teuerung hat jedoch sehr negative Folgen.
  • Die Zentralbanken haben deshalb das Ziel, die Inflation im Bereich von etwa 2 % pro Jahr zu halten.
  • Die Preisanstiege können entstehen, wenn die Nachfrage stark steigt, das Angebot knapp wird oder die Menge an Geld zunimmt.
  • Wer Schulden hat, profitiert in der Regel von der Geldentwertung. Personen mit fixem Einkommen (z. B. Angestellte und Pensionisten) verlieren tendenziell an Kaufkraft.
  • Kreditschulden durch die Inflation abzubauen, kann bei Anlegerwohnungen funktionieren. Der Mieter bezahlt nämlich Miete, die jährlich an die Inflation angepasst wird. Wer für sich selbst Eigentum schafft, sollte eher nicht auf die Hilfe der Inflation zählen.
  • Die Corona-Krise führt aktuell infolge einer Verknappung von Rohstoffen, Lieferunterbrechungen und Personalmangel zu Rekordinflationsraten.                                                                                             

Was ist Inflation: eine einfache Definition

Unter Inflation versteht man eine allgemeine Erhöhung des Preisniveaus: Das bedeutet, dass nicht nur ein einzelnes Produkt teurer wird, sondern alle Waren und Dienstleistungen insgesamt. Im Umkehrschluss ist damit das Geld weniger wert – denn für denselben Geldbetrag bekommt man nun weniger Güter als vorher. Das Gegenteil der Inflation ist die Deflation. Hier sinken die Preise und die Kaufkraft des Geldes nimmt zu.

Beispiel

Angenommen, Sie besitzen 10 Euro und können für dieses Geld 5 Stück Avocados für je 2 Euro kaufen. Im nächsten Jahr sind die Avocados teurer, sie kosten jetzt 2,50 Euro pro Stück. Für Ihre 10 Euro bekommen Sie also nur mehr 4 Avocados: Das Geld hat an Wert verloren.


Inflation in Österreich: Entwicklung der Inflationsrate 2011-2021

Um die Inflation zu messen, verwendet man die Inflationsrate. Sie gibt an, um wie viel Prozent die Preise gestiegen sind. Kostet ein Einkauf zum Beispiel in einem Jahr 100 Euro und im nächsten 102 Euro, dann beträgt die Inflationsrate 2 %.

Die Inflation in Österreich schwankte in den letzten Jahren zwischen 0 % und 4 %. Ein Preisanstieg im Bereich von 2 % gilt als normal und ist das Ziel von den meisten Zentralbanken. In der folgenden Tabelle sehen Sie die durchschnittliche Jahresinflation von 2011 bis 2021:

JahrJährliche Inflationsrate
20113,3 %
20122,4 %
20132,0 %
20141,7 %
20150,9 %
20160,9 %
20172,1 %
20182,0 %
20191,5 %
20201,4 %
20212,8 %

Quelle: Statistik Austria


Aktuelle Situation: Kommt jetzt die große Inflation wegen der Corona-Krise?

Die Notenbanken haben im Zuge von Maßnahmen zur Linderung der Folgen der Corona-Krise weltweit wesentlich mehr Geld in Umlauf gebracht als in normalen Wirtschaftszeiten, denn die Krise traf die Wirtschaft hart. In den USA gab es Einmalzahlungen als Unterstützung der Bevölkerung sowie zwischenzeitlich höhere Arbeitslosenunterstützungen in Kombination mit Infrastrukturprogrammen. Alleine im November 2021 hat der US-Kongress für letztere 550 Mrd. USD zur Verfügung gestellt. Somit stimmt die Nachfrageseite. Doch es mangelt am Angebot:

Wegen des Chipmangels wurden in der EU im Dezember 2021 bereits 22,8 Prozent weniger Autos zugelassen – der sechste Rückgang in Folge. Die langen Wartezeiten bei Neuwägen führen durch „Ausweichkäufe“ auf gebrauchte Fahrzeuge zu einem Preisschub bei Gebrauchtwägen, ein weltweites Phänomen, das in den USA besonders stark ausgeprägt ist. Dort hat es dazu führte, dass im Dezember 2021 die Preise für gebrauchte PKWs und Trucks auf Jahresbasis sich 37,3 % verteuerten.

Wegen der Aussichten auf weitere konjunkturelle Erholung, aber auch infolge geopolitischer Spannungen (Russland-Ukraine) stieg der Preis für Brent-Öl binnen 12 Monate um 68 %. Vor allem in Venezuela und Libyen können die Ölproduktionskapazitäten nicht so schnell hochgefahren werden. Die Preise für Mais und Weizen haben sich teils geopolitisch und teils ernte bedingt um je 42 bzw. 23 % verteuert. Zuletzt kam in den USA auch noch die Lohn-Preis-Spirale ins Laufen.

Stark steigende Verbraucherpreise, eine zwischenzeitliche Erscheinung?

Die Folge: Von Oktober 2021 bis Januar 2022 stieg in den USA die Inflationsrate von 6,2 % kontinuierlich auf 7,5 % und somit den höchsten Stand seit Februar 1982. Zunehmender Personalmangel führte im Januar in den USA zu einem weiteren Stundenlohnanstieg. Im Euroraum beschleunigte sich der Preisauftrieb von Oktober 2021 auf Januar 2022 von 4,1 auf 5,1 % und somit auf den höchsten Stand seit der Euroeinführung. Das sieht nach einer zumindest mittelfristigen Inflationsperiode aus. Nicht umsonst sind die Notenbanken weltweit in Alarmbereitschaft.

Fed und EZB stehen unter Zugzwang der Inflationsbekämpfung. Beide haben ursprünglich die Hartnäckigkeit der Inflation unterschätzt. Nun ist Handeln angesagt. Ab Anfang März 2022 ist in den USA das Anleihenkaufprogramm der Fed von ursprünglich 120 Mrd. USD pro Monat Geschichte und die Zeichen sprechen für eine kräftige Zinsanhebungsreihe.

Der Futuresmarkt preist bis zur letzten Fed-Sitzung im heutigen Jahr (am 14.12.2022) bereits mit einer Wahrscheinlichkeit von 60,2 % ein Leitzinsniveau von 1,75 bis 2,00 % ein (FedWatch-Tool-Daten per 14.02.2022). Dies hat deshalb Relevanz, weil die Terminmärkte ein effizientes Prognoseinstrumentarium sind.

Die EZB wird ihr Pandemie-Programm (massive Anleihenkäufe) per Ende März 2022 einstellen und auch das Asset Ankaufprogramm soll bis Oktober 2022 mit einem Zwischenschritt von 40 auf 20  Mrd. EUR herabgesetzt werden. Doch mit der Evaluierung der erforderlichen Geldpolitik anhand aktueller Wirtschaftsdaten könnte ab 10. März die EZB noch wesentlich klarere Signale geben, wohin der geldpolitische Trend geht.

Ein rasches Ende des Asset-Ankaufprogramms gefolgt von einer Normalisierung (auf 0 %) der noch mit -0,5 % negativen Einlagezinsen wünschen sich alle, die an Inflationsbekämpfung Interesse haben. Dann kann die EZB mit den erforderlichen Leitzinsanhebungen durchstarten. Unmittelbar nach der EZB-Ratssitzung von 3. Februar 2022 preiste die Zinskurve der EUR-Swapsätze mögliche Zinsschritte in zwei bis drei Jahren ein. Bereits mit zwei Leitzinsanhebungen stärker auf inflationäre Tendenzen reagierte die Bank of England, die im Februar 2022 die Bankrate um 0,25 Prozentpunkte auf 0,5 % anhob.

Wie geht es weiter?

Für eine Fortsetzung aktueller Inflationstendenzen sprechen folgende Faktoren:

  • Verzögerungen in der Weitergabe von Rohstoffpreissteigerungen
  • Containerknappheit und Lieferverzögerungen
  • Schlechte Ernten
  • Personalmangel quer durch alle Branchen
  • Mikrochip-Knappheit sollte sich erst 2022 entspannen. Bis dahin drohen im Automobilbereich und technischen Produkten aller Art längere Lieferzeiten
  • Langfristiges Geldmengenwachstum: M3 Geldmengenaggregat wächst um 10 bis 14 % p.a.. – ein Trend, welcher sich noch länger fortsetzen könnte.

Aber es gibt auch dis-inflationäre Faktoren und Argumente. Allerdings wären einige davon erst voraussichtlich nach 2022 ein Thema:

  • Schweinezykluseffekte: Schneller Kapazitätsausbau und in kurzer Zeit verwandelt sich ein Angebotsdefizit in einen Überschuss
  • Basiseffekte in die andere Richtung. Ausgehend von einer hohen Preisbasis kann es auch mal kräftig abwärts gehen
  • Eine drohende Pleitewelle nach Ablaufen von Stundungen und Sonderprogrammen könnte zu vermehrten Lagerabverkäufen führen
  • Weitere Lockdowns infolge von Omicron und neuer Virusmutationen: Diese hätte Massenentlassungen und Pleiten zur Folge.

Inflation: Ursachen und Folgen

Aber wie kommt es nun – allgemein gesprochen – zu einer Inflation? Dafür kann es mehrere Gründe geben, die wir im Folgenden erläutern. Außerdem besprechen wir, welche (positiven und negativen) Folgen die Teuerung auf die Wirtschaftslage hat und inwiefern Sie persönlich als Sparer, Kreditnehmer oder Konsument davon betroffen sind.

Wie entsteht Inflation?

Es gibt mehrere Faktoren, die zu einer Teuerung führen können. Zum Beispiel, wenn die Nachfrage größer ist als das Angebot oder die Geldmenge zunimmt. Man unterscheidet deshalb verschiedene Arten der Inflation:

  • die Angebotsinflation: Auf einmal gibt es weniger Waren und Dienstleistungen im Angebot – beispielsweise, weil die Rohstoffpreise gestiegen sind oder es Probleme mit der Produktion gibt. Die wenigen verbliebenen Produkte werden von den Unternehmen dann zu höheren Preisen verkauft.
  • die Nachfrageinflation: Hier wollen die Konsumenten auf einmal mehr Waren und Dienstleistungen kaufen, etwa um sich mit Lebensmitteln für eine Krise einzudecken. Die Unternehmen können die Produktion aber nicht so schnell nach oben fahren und die Nachfrage übersteigt das Angebot. Als Folge steigen die Preise.
  • Geldmengeninflation: Je mehr Geld im Umlauf ist, desto weniger Kaufkraft besitzt ein einzelner Euro. Bei der Geldmengeninflation nimmt die Menge an Geld zu, sodass es insgesamt an Wert verliert – und die Preise steigen. Der Grund liegt häufig in der Geldpolitik von Zentralbanken, die Geld in die Märkte pumpen, um die Wirtschaft anzukurbeln. So bewirkt ein niedriger Leitzins, dass sich Geschäftsbanken mit billigen Krediten versorgen können, und auch durch großangelegte Anleihenkäufe der Zentralbank wächst die Geldmenge.

Meist wirken mehrere Arten zusammen und die Preissteigerung lässt sich nicht auf einen einzelnen auslösenden Faktor zurückführen.

Folgen der Inflation

Die steigende Geldentwertung hat sowohl Folgen für die Wirtschaftslage als Ganzes als auch für individuelle Einzelpersonen. Grundsätzlich gesprochen profitieren Schuldner sowie Besitzer von Sachvermögen. Zu den Verlierern gehört tendenziell die Mittelschicht, insbesondere Arbeitnehmer, Sparer sowie Pensionisten.

  • Allgemeine Wirtschaftslage: Eine leichte Inflation wirkt sich positiv auf das Wirtschaftswachstum aus. Denn die Konsumenten erwarten, dass der Geldwert abnimmt, und geben das Geld somit lieber früher als später aus. Hohe Inflation hat jedoch negative Folgen für die Wirtschaft. Zum Beispiel kann sich die Teuerung immer wieder selbst verstärken und außer Kontrolle geraten. Ganz allgemein gesprochen führt ein starker Preisanstieg zu Unsicherheit in der Bevölkerung und bei Unternehmen und destabilisiert somit die Wirtschaft.

    Das Schreckgespenst der Hyperinflation: Bei einer sogenannten „Hyperinflation“, wo die Preise jeden Monat um mehr als 50 % steigen, steht am Ende sogar oft eine Währungsreform, weil die alte Währung kaum mehr Wert besitzt. Eine solch starke Geldentwertung entsteht meist durch Krieg oder Staatsversagen. In Österreich kam es zum Beispiel von 1919-1924 zu einer Hyperinflation, in der Folge wurde dann die fast wertlose Krone durch den Schilling ersetzt.

  • Gewinner der Inflation: Wer Schulden hat, der profitiert von der Inflation. Schließlich verändert sich die nominale Schuldsumme nicht, aber der reale Wert davon sinkt. Vor allem Staaten, die oft hoch verschuldet sind, können durch Inflation ihre Schulden schneller loswerden. Wer große Vermögen besitzt, dem kann die Preissteigerung ebenfalls wenig anhaben. Denn er kann sein Vermögen meist so anlegen, dass es kaum an Wert verliert – beispielsweise in Sachwerten wie Immobilien.

  • Verlierer der Inflation: All jene, die ein festes Einkommen beziehen, sind die Verlierer der Inflation. Insbesondere betrifft das unselbstständig Beschäftigte, Pensionisten oder Arbeitslose. Der Grund liegt darin, dass Lohn und staatliche Zahlungen gar nicht, zu gering oder nur verzögert an die Inflation angepasst werden. Deshalb können sich diese Gruppen immer weniger Güter kaufen.
    Aber auch Sparer mit einem kleinen Sparvermögen leiden unter der Geldentwertung: Das Geld am Sparbuch oder die private Altersvorsorge ist dann plötzlich weniger wert.

Kurz und knapp: Wie viel Inflation ist gut?

Eine sehr hohe Inflation hat ernste Folgen für die Gesellschaft. Deshalb bemüht sich die Zentralbank in der Regel um stabile Preise und eine geringe Inflation. Allerdings ist eine Deflation (also eine Inflationsrate unter 0) ebenfalls nicht erwünscht, weil sich diese genauso negativ auf das Wirtschaftswachstum auswirkt. Zentralbanken zielen daher auf eine Inflationsrate im Bereich von 2 % pro Jahr, um einen gewissen Sicherheitsabstand zur Deflation zu wahren, aber trotzdem weitgehend stabile Preise zu gewährleisten.


Welche Auswirkung hat die Inflation auf Wohnkredite?

Generell gesprochen profitieren Kreditnehmer von der Inflation: Der nominale Betrag ihres Kredits bleibt gleich, aber das Geld ist weniger wert. Somit sinkt die reale Schuldensumme. Kredite lassen sich somit leichter zurückzahlen, man kann sie „weginflationieren“. Jedoch gilt das heute nur mehr bedingt.

Das Problem dabei: Löhne und Gehälter hinken der Inflation hinterher. Diese sind in den letzten Jahren nicht im gleichen Maße gestiegen wie die Verbraucherpreise. Wer seinen Wohnkredit durch ein regelmäßiges Einkommen finanziert, kann also in den meisten Fällen nicht auf die Hilfe der Inflation vertrauen.

Ein anderer Fall sind Anlegerwohnungen: Wer in Immobilien investiert und die Kreditraten durch Mieten finanziert, hat bessere Karten. Denn der Mietzins wird jedes Jahr verlässlich an den neuen Verbrauchpreisindex angepasst. Somit steigen die Mieten im Einklang mit der Inflation, die Kreditsumme bleibt jedoch gleich.

Von Vorteil ist es außerdem, die Zinsen durch Fixzinsvereinbarungen abzusichern. Denn mit dem Preisanstieg steigen auch die am Markt vorherrschenden Zinsen. Bei einem Kredit mit variablem Zinssatz fressen somit die höheren Zinsen die Vorteile der Inflation wieder auf. Dem kann man vorbeugen, indem man auf einen Wohnkredit mit langfristigen, fixen Zinsen setzt.

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Wie wird die Inflation gemessen?

Wie lässt sich nun messen, ob und wie viel die Preise gestiegen sind? Zu diesem Zweck arbeiten Ökonomen mit einem beispielhaften „Warenkorb“ und dem sogenannten Verbraucherpreisindex:

Durchschnittlicher Warenkorb als Basis

Jede und jeder wird die Inflation ein wenig anders spüren: Schließlich konsumieren wir unterschiedliche Dinge. Die eine fährt viel mit dem Auto und merkt es besonders, wenn der Benzinpreis anzieht; den anderen trifft vor allem die Steigerung der Tabakpreise.

Um die allgemeine Inflation zu messen, erstellt man daher für gewöhnlich einen fiktiven „durchschnittlichen“ Warenkorb von privaten Haushalten. Dieser enthält Lebensmittel, Elektronikartikel, Wohnkosten – kurz: alle Güter und Dienstleistungen, die die Österreicherinnen und Österreicher im Durchschnitt konsumieren. Für diesen Warenkorb wird nun monatlich der Gesamtpreis ermittelt, um daraus die monatliche bzw. jährliche Inflation zu berechnen.

Was ist der Verbraucherpreisindex?

Zum Vergleich der Preise verwendet man den Verbraucherpreisindex (VPI). Häufig hört man zudem von der sogenannten „Indexanpassung“, zum Beispiel von bei Mietzins, Versicherungsbeiträgen oder Gehalt. Das bedeutet nichts anderes, als dass die Zahlungen an die allgemeine Teuerung angepasst werden. Wenn beispielsweise der VPI um 2 % gestiegen ist, wird auch die Mietvorschreibung um 2 % angehoben.

Neben dem österreichweiten VPI gibt es noch den „harmonisierten Verbraucherpreisindex“ (HVPI). Dieser wird EU-weit auf die gleiche Art und Weise ermittelt. Somit kann man mit dem HVPI die Teuerung der einzelnen EU-Länder vergleichen.

Inflationsrate berechnen: So wird’s gemacht

Hier noch einfaches Beispiel für die Berechnung der Inflation. Angenommen, der Warenkorb kostet am Beginn des Jahres 2021 genau 740 Euro. Ein Jahr später kostet dieser Warenkorb 761 Euro.

Dann berechnet man die Inflationsrate folgendermaßen:

(Neuer Preis/Alter Preis) * 100 – 100 = Inflationsrate

(761/740) * 100 – 100 = 2,8 %

Der VPI von 2021 (auf Basis von 2020) wäre dann: 102,8

Alles wird ständig teurer? Die gefühlte Inflation

Auch wenn die tatsächliche Teuerung gar nicht so besonders hoch ist, hat man manchmal den Eindruck, dass die Preise enorm steigen. Das ist dann die „gefühlte Inflation“, die sich manchmal von der tatsächlichen Teuerung stark unterscheidet. Dafür gibt es mehrere Gründe:

Insgesamt hat das zur Folge, dass wir im Alltag die tatsächliche Inflation meist nicht so gut abschätzen können.

  • Manche Waren kaufen wir tagtäglich ein und es fällt uns besonders auf, wenn sie teurer werden (zum Beispiel Milch).
  • Einige Zahlungen (wie etwa Handygebühren) werden zum Großteil über automatischen Kontoeinzug abgewickelt, sodass uns hier Preisveränderungen kaum auffallen
  • Einige Waren tragen sehr stark zur Inflation bei, weil sie einen großen Teil unserer Ausgaben ausmachen (zum Beispiel Wohnkosten). Wenn hier die Preise sinken oder steigen macht das viel mehr aus, als wenn z. B. der Milchpreis steigt.

Leichte Inflation ist kein Grund zur Sorge

Zwar mag es ärgerlich sein, wenn die Lieblingseissorte schon wieder teurer geworden ist. Ein leichter Preisanstieg ist jedoch prinzipiell etwas Gutes. Solange sich dieser im Bereich von 2 % pro Jahr bewegt, ist dies optimal für die Wirtschaftslage. Wünschenswert ist es natürlich, dass Löhne und Gehälter rechtzeitig angepasst werden, sodass die reale Kaufkraft gleich bleibt. Eine zu hohe Inflation – wie sie aktuell vorherrscht - führt hingegen zu Verunsicherung bei Unternehmen und Konsumenten. Unternehmen drohen in eine Preis-Kosten-Schere zu geraten, während Arbeitnehmern Reallohneinbußen drohen. Deshalb haben Zentralbanken in den USA, der Eurozone, Großbritannien, Australien, Neuseeland und vor allem in Osteuropa bereits reagiert, meist in Form von Leitzinsanhebungen, um den Preisanstieg in 2022 abzumildern.

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Über den Autor: Mag. Peter Hrubec
Position: Prokurist

Die Neugier für neue Themen, die die Finanzdienstleistung bewegen, zieht sich wie ein roter Faden durch meine berufliche Laufbahn. Bei AXA Equity & Law war ich für die Markterschließung Österreich sowie die Einführung der betrieblichen Vorsorge zuständig. Im Anschluss daran beschäftigte ich mich als geschäftsführender Gesellschafter von Nova Portfolio Management mit innovativen Vermögensanlage-Konzepten. Seit dem Jahr 2009 bin ich als Prokurist bei Infina schwerpunktmäßig in den Bereichen Product Consulting, sowie der Vertriebs- und Bankenbetreuung verantwortlich. Darüber hinaus liegt mein Fokus auf rechtlichen Fragestellungen und der Analyse von Markt- und Zinsentwicklungen.

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