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Hochzinsphase in Österreich: Auswirkungen, Dauer & Tipps für Kreditnehmer

Steigende Zinsen bei Immobilienfinanzierungen symbolisiert durch Hausmodelle und Wachstumskurve
Autor: Hagen Luckert
Kategorie: Zinsen
Datum: 25.02.2026

Hochzinsphasen sind gut für Sparer, aber für die meisten Kreditnehmer schlecht. In einer Hochzinsphase müssen Sie für Ihre Kredite überdurchschnittlich hohe Zinsen bezahlen. Viele Kreditnehmer können sich dann nur noch weniger oder keinen Wohnraum leisten. Was erwartet Sie in einer Hochzinsphase? Wie können Sie in einer Hochzinsphase noch das Beste aus Ihrer Situation als Kreditnehmer machen? Mehr dazu in diesem Ratgeber.

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Das Wichtigste im Überblick: Hochzinsphase in Österreich

  • Eine Hochzinsphase ist ein Zeitintervall, in dem der Zinssatz über dem Durchschnittszinssatz liegt.
  • Die Höhe der Kreditzinsen in Österreich wird maßgeblich von der Höhe der Leitzinsen der EZB bestimmt.
  • Aktuell befinden wir uns in einer moderaten Zinsphase, aber weder in einer Hochzins- noch Niedrigzinsphase
  • Die Dauer einer Hochzinsphase hängt von Inflationstrends und Bankenstabilität ab.
  • In einer Hochzinsphase kann eine Umschuldung zu niedrigeren Kreditzinsen und Kreditraten führen. Längere Laufzeiten reduzieren ebenfalls die monatlichen Raten.

Was heißt „Hochzinsphase“ konkret?

Als Hochzinsphase wird eine Marktperiode bezeichnet, in der sich die Baufinanzierungszinsen (Swap-Sätze/Euribor) signifikant oberhalb des langfristigen 10-Jahres-Mittels bewegen (Definition abgeleitet aus den Zinsstatistiken der Oesterreichischen Nationalbank, Stand 2026, abrufbar unter oenb.at). Die letzte „echte“ Hochzinsphase bezogen auf die vergangenen fünf Jahrzehnte gab es in den frühen 1990er-Jahren noch vor der Einführung des Euro. Zu diesem Zeitpunkt waren in Österreich (Quelle: Fiskalrat.at, Bericht über die Finanzschulden 1992, Seite 29) und Deutschland (Quelle Deutsche Bundesbank) die Leitzinsen bei über 8 %. Hingegen eine Niedrigzinsphase liegt vor, wenn der risikofreie Zinssatz, der in der Regel von einer Zentralbank festgelegt wird, über einen längeren Zeitraum unter dem historischen Durchschnitt liegt. Aktuell befinden sich die Kreditzinsen im Euroraum weder in einer Hoch- noch Niedrigzinsphase. Eine Hochzinsphase würde variable Kreditzinsen von ca. 5 % und mehr bedeuten. Die variablen Kreditzinsen entwickeln sich im Gegensatz zu den Zinsen für langjährige Fixzinsbindungen im Einklang mit den Leitzinsen. Hingegen bei Fixzinsbindungen können die Darlehenszinsen entweder weit über den variabel verzinsten Alternativen liegen, oder im eher seltenen Falle einer inversen Zinskurve auch darunter.


Warum steigen die Zinsen? Ursachen & Treiber

Die Zinsen steigen im Einklang mit den Leitzinsen der Zentralbank, für Österreich ist das die Europäische Zentralbank (EZB), die sich bei Leitzinsentscheidungen vor allem an Inflationstrends orientiert. Österreich ist Teil der Eurozone und hat keine eigenständige Geldpolitik mehr. Die Österreichische Nationalbank (OeNB) ist nur noch Teil des Eurosystems und koordiniert ihre Aktivitäten im Rahmen der Vorgaben der EZB. Somit ist der von der EZB festgelegte Leitzins auch für die Kreditzinsen in Österreich relevant. Eine Leitzinserhöhung der EZB verteuert die Finanzierungskosten in Österreich, da in der Folge die Zinssätze für Kredite bei den heimischen Banken steigen. Die EZB orientiert sich bei Leitzinsentscheidungen ihrerseits an Inflationstrends im gesamten Euroraum und der Dynamik der Wirkung von geldpolitischen Entscheidungen. Je höher die Inflation, desto höher sind vom Grundsatz die Zinsen. Dadurch sollen Ausgaben und Investitionen sinken und eine mäßigere wirtschaftliche Aktivität wieder zu rückläufigen Inflationsraten führen. Das Stabilitätsziel der EZB liegt dabei bei einer nachhaltigen Inflationsrate von 2 %.

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Auswirkungen auf Kreditnehmer & Immobilienkäufer

Eine Hochzinsphase hat hohe Darlehenszinsen zur Folge und kann mitunter sogar vereinzelt zu Schwierigkeiten in der Zahlung der monatlichen Kreditraten führen. Das betrifft Kreditnehmer mit variablen Zinsen oder ausgelaufener Fixzinsperiode. Während eine Fixzinsperiode für die Bindungsdauer Sicherheit in Form gleichbleibender Raten ermöglicht, sind Kreditnehmer mit variablen Krediten von höheren Monatsraten betroffen. Abhängig von den aktuell vorherrschenden Hypothekenzinsen und dem Einkommen, können Kreditnehmer sogar vereinzelt in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Sind in einer Hochzinsphase die aktuell zu zahlenden Immobilienzinsen zu hoch, halten sich vor allem Jungfamilien mit Kaufentscheidungen bei Immobilien zurück und bleiben lieber noch länger zur Miete. Wenn Sie rechtzeitig Fixzinskredite mit möglichst langer Bindungsdauer aufgenommen haben, sind Sie in einer zwischenzeitlichen Hochzinsphase auf der sicheren Seite. Doch in der Hochzinsphase selbst bieten Ihnen als risikofreudige Kreditnehmer mit guter Bonität variable Hypothekenzinsen die Chance, im Einklang mit sinkenden Leitzinsen zeitnah an rückläufigen Kreditzinsen zu partizipieren.


Strategien & Tipps in der Hochzinsphase

Zu Beginn 2026 sind die Kreditzinsen „im neutralen Bereich“. Doch die nächste Hochzinsphase kommt bestimmt. Folgende Handlungsoptionen stehen Ihnen dann zur Verfügung:

  • Umschuldung prüfen: Bekommen Sie irgendwo günstigere Konditionen bei längerer Laufzeit als die aktuelle Restlaufzeit, kann sich eine Umschuldung lohnen. Achten Sie im Falle einer Fixzinsperiode noch auf die Höhe der vereinbarten Pönale.
  • Fixzinsbindung nachverhandeln: Schließen Sie eine Fixzinsbindung zu aktuell teuren Konditionen ab, besteht bei manchen Instituten die Möglichkeit, nach deutlichen Zinsrückgängen über Anpassungen nach unten zu verhandeln. Der Vorteil liegt in mehr Kalkulierbarkeit, der Nachteil in höheren Zinskosten. In manchen Fällen kann sich trotz 1 % Pönale eine Umschuldung sogar relativ schnell amortisieren.
  • Kreditkosten reduzieren: Im Falle einer inversen Zinsstruktur (Zinsen am langen Ende günstiger als kurzfristige Zinsen) können Sie auf Fixzinsbindungen umstellen. Ansonsten besteht schlicht die Möglichkeit eines Angebotsvergleichs bei Wohnbau-Finanz-Experten wie die von Infina anzufragen. Finden diese entsprechend günstigere Alternativen, lohnt sich auch ein Umschuldungskredit.
  • Bonität verbessern: Sie können mehr Sicherheiten einbringen, einen Nebenjob annehmen, Räumlichkeiten vermieten und aus bestehenden Reserven laufende Konsumkredite tilgen. All diese Maßnahmen verbessern Ihre Bonität, was sich positiv auf Ihre (neuen) Darlehenszinsen auswirkt. Der Vorteil liegt in der Möglichkeit höhere Kreditsummen als bisher aufnehmen zu können. Doch wenn Sie schnelle Konditionsvorteile realisieren möchten, müssen Sie einen Angebotsvergleich durchführen lassen und dann auch zeitnah handeln.
  • Förderungen & Unterstützungen in Österreich nutzen: Solange die Fördertöpfe noch nicht ausgeschöpft sind, können Sie auch Wohnbauförderungen oder im Falle von Sanierungsdarlehen einschlägige Sanierungsförderungen beantragen.

Häufige Fragen zur Hochzinsphase (FAQ)

Eine Hochzinsphase dauert so lange, so lange die Bekämpfung der Inflation überdurchschnittliche höhere Leitzinsen der Notenbank erfordert.

Diese Entscheidung hängt von Ihrem Einkommen, den Eigenmitteln, dem Kaufpreis und diversen persönlichen Vorlieben ab, aber unter Markttiming-Aspekten wäre derzeit durchaus ein günstiger Zeitpunkt.

Möchten Sie sich in Österreich vor einer weiteren Leitzinserhöhung absichern, dann ist selbst in einer Hochzinsphase ein fixer Zinssatz ein Thema, hingegen im Falle einer gewissen Risikofreude und guter Bonität erscheint eher die variable Verzinsung (historisch betrachtet höhere Wahrscheinlichkeit bald sinkender Zinsen) vorteilhafter.

Bildquellen: rahit / Adobe Stock, Tobias / Adobe Stock, bnenin / Adobe Stock
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Über den Autor: Hagen Luckert
Position: Geschäftsführer

Meine gesamte berufliche Laufbahn habe ich im Kreditbereich verbracht. Zunächst im Sparkassen- sowie im Großbankensektor in Deutschland. Nach Leitung der Business-Unit Kreditstrategie- und Organisation in einem großen Beratungsunternehmen war ich als Geschäftsführer einer Kreditfabrik tätig. Im Anschluss daran wurde ich als Vorstand in einem Softwareunternehmen für künstliche Intelligenz im Bankenbereich berufen und habe 2019 in die Geschäftsführung von Infina gewechselt. Die ständige Recherche, strukturierte Aufbereitung sowie verständliche Veröffentlichung von allen Fragestellungen rund um das Kreditgeschäft gehören zu den wesentlichen Schwerpunktsetzungen meiner Funktion.

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