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Statistik Inflation: in Österreich 2000-2026

Autor: Hagen Luckert
aktualisiert am 05. Februar 2026

Die Inflationsrate beschreibt die Entwicklung der Verbraucherpreise in einem gewissen Zeitraum. Hohe Inflation ist einerseits günstig für all jene, die einen laufenden Kredit zurückzahlen – da der reale Wert der Schulden sinkt. Andererseits kann eine zu hohe Inflationsrate zur Erhöhung der Zinsen bei variablen Finanzierungen wegen steigender Leitzinsen führen. Erfahren Sie hier die aktuelle Statistik der Inflation in Österreich und welche Auswirkungen diese auf Ihre private Wohnbaufinanzierung hat.

Definition: Wie wird die Inflationsrate berechnet?

Die Inflationsrate beschreibt die Entwicklung der Preise für Waren und Dienstleistungen. Je höher die Inflation, desto stärker sind die Preise gestiegen. Um die Inflation zu berechnen, wird ein durchschnittlicher „Warenkorb“ zusammengestellt. Anhand dessen wird dann die Preissteigerung (z. B. innerhalb eines Jahres) berechnet: der sogenannte Verbraucherpreisindex (VPI).

Aktuelle Inflation in Österreich [Stand Januar 2026]

Die Inflationsrate lag im Januar 2026 bei 2,0 % (Schnellschätzung, Jahresinflation seit Januar des Vorjahres, VPI, Basis 2020) und sank damit stark gegenüber dem Vormonat Dezember 2025 (3,8 %). Im Januar 2025 hatte diese 3,2 % betragen.

Entwicklung der Inflation: Bedeutung für private Kreditkunden

Steigende Preise bedeuten im Umkehrschluss auch einen Wertverlust des Geldes. Für Inhaber eines Sparbuchs ist das bedauerlich – für Kreditnehmer bestehender Finanzierungen jedoch positiv: Denn in der Regel steigen mit der Inflation auch die Gehälter, die Kreditschulden bleiben jedoch gleich. Bei gleichbleibenden Zinsen (etwa im Fall einer Fixzinsbindung) lässt sich der Kredit dann leichter zurückzahlen. Die Europäische Zentralbank muss allerdings darauf achten, dass die Inflation nicht zu stark ansteigt – sie strebt einen Wert um die 2 % an. Geht die Entwicklung der Inflation zu stark nach oben, wird sie sukzessive die Leitzinsen anheben. Die Folge: Variabel verzinste bestehende Kredite sowie der Abschluss neuer Kredite verteuern sich. Sinkt die Inflation deutlich unter 2 %, so ist die EZB bestrebt, die Leitzinsen zu senken.

Tipp: Ihre monatliche Rate ist aufgrund der gestiegenen Zinsen zwischenzeitlich sehr hoch und nur noch schwer leistbar? Prüfen Sie kostenlos und unverbindlich, wie Ihre monatliche Kreditrate reduziert werden kann mit dem Kredit-Entlastungsrechner.

Inflation in Österreich historisch: letzte 25 Jahre

Die Inflation in den letzten 25 Jahren hat sich – bis auf die jüngsten Entwicklungen – im Wesentlichen zwischen 0 und 3 % bewegt. Der Europäischen Zentralbank (EZB) ist es somit in diesem Zeitraum gelungen, für weitgehende Preisstabilität zu sorgen. Ende 2021 setzte dann aber ein starker Inflationsanstieg ein und zwischen April 2022 und September 2023 befand sich die Inflation in Österreich konstant zwischen 6 und 12 %. Erst seit Oktober 2023 liegt diese wieder unter 6 %. Die historische Entwicklung der Inflation in Österreich sehen Sie in der beigefügten Grafik.

Inflationsrate Österreich
2000 bis 2026 (in Prozent)

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Gemäßigte Inflation zwischen 2000 und 2021

Die Inflationsstatistik zeigt, dass sich die Inflationsrate zwischen 2000 und 2021 in einem relativ engen Korridor bewegt hat. Zwar gab es Schwankungen nach unten (0,5 % durchschnittliche Inflation im Jahr 2009) und nach oben (3,3 % im Jahr 2011), dennoch hat die EZB im Wesentlichen das angestrebte Inflationsziel von 2 % erreicht.

Hochinflation begann im Sommer 2021

Im Sommer 2021 begann jedoch eine Phase der Hochinflation, die zwischenzeitlich wieder deutlich rückläufig war. Das zeigt sich auch an der durchschnittlichen Inflationsrate 2021, die auf 2,8 % kletterte, während sie im Vorjahr noch 1,4 % betrug. Im Jahr 2022 stieg diese dann auf 8,6 %.

Im Gesamtjahr 2023 betrug die Inflationsrate in Österreich noch 7,8 % und 2024 dann wieder 2,9 %. Im Gesamtjahr 2025 liegt die die Inflation mit 3,6 % dann wieder deutlich höher. Die Gründe für die gestiegene Inflation waren zunächst in der Corona-Pandemie sowie der Ukraine-Krise und den daraus folgenden Maßnahmen zu suchen. Die überdurchschnittlich hohe Inflation in Österreich 2025 hat zwei Hauptgründe: den deutlichen Anstieg der Energiepreise nach dem Auslaufen staatlicher Entlastungen sowie eine im Euroraumvergleich besonders starke Teuerung bei Dienstleistungen infolge höherer Lohnkosten. Beide Faktoren wirken zeitverzögert und verstärken den Preisauftrieb stärker als in vielen anderen Euroländern. Für Privatkunden bedeutet das anhaltend höhere Lebenshaltungskosten.

Wenn Sie derzeit einen laufenden Fixzinskredit mit Abschluss vor 2022 haben, dann profitieren Sie von der erhöhten Inflation. Denn mit der Inflation steigen erfahrungsgemäß auch die Gehälter, die Rückzahlungsrate Ihres Kredits bleibt aber gleich.

Inflation: Monatliche Statistik 2025 und 2026

Anfang 2022 war die Inflationsrate exorbitant angestiegen und erreichte im Januar 2023, mit 11,2 % – den Höchststand in den letzten 70 Jahren. Danach ist die Inflationsrate wieder gesunken. Im Januar sowie Februar 2025 erfolgte erneut ein deutlicher Anstieg auf 3,2 % und im März 2025 lag die Inflationsrate in Österreich bei 2,9 %. Im April 2025 (3,1 %), Mai 2025 (2,9 %), Juni 2025 (3,3 %), Juli 2025 (3,6 %), August 2025 (4,1 %), September 2025 (4,0 %), Oktober 2025 (4,0 %), November 2025 (4,0 %) sowie Dezember 2025 (3,8 %) bewegte sich die Inflationsrate zuletzt im Bereich von rund 3 bis 4 %. Im Januar 2026 liegt die Inflationsrate mit 2,0 % (Schnellschätzung) wieder in ähnlicher Höhe wie die Eurozone (1,7 %).

Ursachen: Erst unterbrochene Lieferketten und Rohstoffpreise, dann Lohnerhöhungen

Die aktuelle Inflationsstatistik zeigt für Werte, die aufgrund der Ukraine-Krise und den damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen in 2024 und 2025 immer noch erhöht waren. Diese Preissteigerungen lassen sich zum einen auf Lieferketten-Unterbrechungen – eine Folge der Corona-Pandemie – zurückführen. Zum anderen verhinderte der Ukraine-Krieg dann seit Anfang 2022 zunächst eine Normalisierung der Preise: Steigende Rohstoff- und Energiepreise befeuerten die Inflation auf neue Höchststände. In 2025 kam es zudem im Dienstleistungssektor in Österreich zu deutlichen Preiserhöhungen infolge hoher Lohnabschlüsse-

EZB-Leitzinserhöhungen bekämpften wirksam Inflation

Inflationsrate Österreich
Februar 2025 bis Januar 2026 (in Prozent)

Infina

Das Wirtschaftswachstum in Europa wird wegen der politischen Ereignisse aktuell stark eingebremst. Die Europäische Zentralbank (EZB) zögerte deshalb lange mit einer Erhöhung der Leitzinsen, die bei einer solch hohen Inflation eigentlich naheliegend gewesen wäre. Auch die wegen Corona erhöhte Staatsverschuldung in Europa spielt hier eine Rolle – denn Leitzinserhöhungen kommen die EU-Staaten teuer zu stehen. Im Juli 2022 erfolgte dann die erste, danach acht weitere und zuletzt im September 2023 die zehnte Leitzinserhöhung in Folge durch die EZB. In ihren Sitzungen seit Oktober 2023 verzichtete die EZB dann zunächst auf weitere Leitzinserhöhungen und hatte den Leitzins unverändert belassen, da die Inflationsraten im Euroraum zwischenzeitlich deutlich gesunken waren. Im Juni, September, Oktober und Dezember 2024 sowie Januar, März, April und Juni 2025 erfolgten dann acht Leitzinssenkungen um jeweils 0,25 %.

Zinsdifferenz zwischen Fixzinsen und variablen Zinsen nimmt wieder zu

Mittelfristig ist nicht damit zu rechnen, dass die Leitzinsen wieder auf ein Nullzinsniveau zurückgehen. Aufgrund der zwischenzeitlich wieder normalisierten Zinskurve liegen die Zinssätze für Fixzinskredite im laufenden Jahr 2026 bereits wieder höher. Die Zinsdifferenz bei Neuabschlüssen begann langsam in 2025 zu steigen, dennoch ist der Zinssatz für eine Wohnbaufinanzierung mit Fixzinssatz unverändert noch attraktiv, da die Riskoprämie in Form eines höheren Zinssatzes noch unter 1 % liegt. Deshalb gilt: Je schneller Sie sich mit einem langjährigen Fixzinskredit absichern, desto sicherer sollten Sie langfristig damit aufgestellt sein.

Tipp: Verwenden Sie unseren Kredit Entlastungsrechner, um die monatliche Liquidität zu verbessern und eine bestehende variable Finanzierung abzusichern.


Prognose: Wie wird sich die Inflationsrate 2026 entwickeln?

Mit einer Inflationsrate von 8,6 % für das Gesamtjahr 2022 und 7,8 % für das Gesamtjahr 2023 weist die Statistik der Inflation in Österreich Werte aus, die seit vielen Jahrzehnten nicht mehr zu sehen waren. Auch im Jahr 2025 lag die Inflationsrate mit 3,6 % noch deutlich über 2 %. Doch die Regierung ergriff eine Reihe von  preisdämpfenden Maßnahmen wie beispielsweise eine vorgesehene Reduktion der Umsatzsteuer auf bestimmte Nahrungsmittel.

Am Montag, dem 02.02.2026, senkte das Institut für Höhere Studien seine Inflationserwartung für das Jahr 2026 von 2,5 auf 2,2 %. Die Entlastungsmaßnahmen der Regierung sollten laut IHS-Schätzung die Inflationsrate in Summe um 0,7 Prozentpunkte drosseln. Alleine die Senkung der Elektrizitätsabgabe bringt 0,12 bis 0,16 Prozentpunkte. Hinzu kommen unter anderem noch die Ausweitung der Mietpreisbremse auf bisher ungeregelte Mieten und die temporäre Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel.

Risikofaktor bleibt die Geopolitik, die Auswirkungen auf die Öl- und Gaspreise haben kann. Somit sind Inflationsprognosen spätestens für 2027 noch mit großer Unsicherheit behaftet.


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Datenquelle: Statistik Austria
Bildquellen: Infina Grafik
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