Umschuldung: Für wen es sich lohnt

Umschuldung
Autor: Hagen Luckert
Kategorie: Finanzierung
Datum: 02.09.2021

Auch bei laufenden Krediten sollten Sie von Zeit zu Zeit prüfen: Sind die Konditionen noch passend – oder lassen sich mit einer Umschuldung z. B. Zinsen, Rate und Laufzeit optimieren? Schließlich bietet das aktuell niedrige Zinsniveau die Möglichkeit, extrem günstige Fixzinssätze zu vereinbaren. Aber was ist eine Umschuldung eigentlich genau? Wann lohnt es sich, den Kredit umzuschulden? Welche Kosten kommen in Österreich auf Sie zu? Und was ist bei Eintritt einer Krise zu tun? Diese und weitere Informationen finden Sie in diesem Ratgeber.

Was ist eine Umschuldung?

Umschuldung bedeutet, dass ein laufender Kredit durch einen oder mehrere neue Kredite abgelöst wird. Die Summe der Schulden bleibt dabei gleich. Ziel ist es meist, den Zinssatz oder die monatliche Rückzahlungsrate zu senken.

Mit einer Umschuldung kann man zudem das Kreditmodell wechseln. So wird zum Beispiel ein variabel verzinster Kredit zum Fixzinskredit, um in puncto Zinsen besser planen zu können. Auch eine Laufzeitänderung kann ein Grund für den Kreditwechsel sein. Mit längerer Kreditlaufzeit sinkt nämlich die monatliche Rate.

Die Schulden werden bei einer Umschuldung also umstrukturiert – in manchen Fällen werden auch mehrere Kredite zu einem neuen Kredit zusammengefasst.

Sie denken über eine Umschuldung nach? Dann vereinbaren Sie jetzt einen kostenlosen Beratungstermin mit Infina.

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Das Wichtigste im Überblick

  • Bei einer Umschuldung lösen Sie mit einem neuen Kredit einen oder mehrere bestehende Kredite ab.
  • Mit einer Umschuldung besteht die Chance, von neueren – an die aktuelle Lebenssituation angepassten – Kreditmodellen zu profitieren und in Summe weniger zurückzahlen zu müssen.
  • Trotz anfallender Entschädigungen (Pönalen) und Gebühren (in der Regel bei Wohnkrediten) lohnt sich in sehr vielen Fällen eine Umschuldung, da die Zinsen deutlich günstiger geworden sind.
  • Die Angebote an Krediten in Österreich sind vielfältig und häufig nicht direkt vergleichbar.
  • Es empfiehlt sich, von unabhängigen Wohnbau-Finanz-Experten überprüfen zu lassen, ob eine Umschuldung bei der bisherigen oder einer anderen Bank besser ist.
  • Im Falle einer Krise sollten bestehende Finanzierungen auf das Risiko steigender Zinsen überprüft werden.

Wann lohnt sich eine Umschuldung?

Eine Umschuldung lohnt sich, wenn die Ersparnis (durch z. B. niedrigere Zinsen) größer ist als die damit verbundenen Kosten (etwa Pönale, Grundbuchänderung).

Weitere Gründe, warum eine Umschuldung sinnvoll sein kann, sind z. B. Risikominimierung oder bessere Übersicht über die Schulden.

Es gilt also, beide Varianten – neuen Kredit und alten Kredit – genau durchzurechnen und zu vergleichen: Wo steige ich am Ende günstiger aus?

Tipp: Berechnen Sie die Kosten für die neue Finanzierung mit unserem Umschuldungs-Rechner. Sie erhalten einen ersten Eindruck, ob sich Ihr Kredit optimieren lässt.

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Eine Umschuldung macht umso mehr Sinn, …

  • je höher der noch ausstehende Kreditbetrag ist.
  • je länger der alte Kredit noch laufen würde.
  • je größer der Unterschied beim Zinssatz ist.
  • je besser Ihre derzeitige Bonität ist.
  • je geringer die Pönale ist, die Sie bei der Auflösung des alten Kredits zahlen müssen.

Tipp: Beim Vergleich der Zinsen sollten Sie auf den Effektivzinssatz achten. Denn dort sind sämtliche Zusatzkosten – wie z. B. die Kontoführungsgebühr – einberechnet.

Mögliche Motive für eine Umschuldung

Grundsätzlich gibt es viele verschiedene Anlässe, um einen Kredit zu optimieren. Die häufigsten Beweggründe sind eine Verbesserung der Konditionen, eine Anpassung der Finanzierung an die aktuelle Lebenssituation sowie eine veränderte Risikoneigung.

Verschiedene Motive für die Umschuldung:

  • Veränderung der persönlichen Lebensplanung
  • Verlängerung der Fixzinsperiode
  • Verbesserung der Kreditmarge bzw. Zinskonditionen
  • Änderung der Liquiditätsplanung
  • Anpassung der Kreditlaufzeit aufgrund der Lebenssituation
  • Umstrukturierung in Bezug auf die Sicherstellung
  • Risikominimierung beim Fremdwährungskredit
  • Neuausrichtung im Rahmen einer Aufstockung (z. B. Sanierung, Modernisierung)
  • Änderung des Referenzzinssatzes
  • Einbindung teurer Dispo- und Ratenkredite
  • Verbesserung/Verschlechterung der Bonität bzw. Beleihung
  • Änderung des Zinsmodells abhängig von der persönlichen Risikoneigung (z. B. Umstellung variable Verzinsung auf fixe Verzinsung oder umgekehrt)

Gern klären wir im persönlichen kostenlosen Beratungsgespräch, ob sich eine Umschuldung für Sie lohnt!

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Niedrige Zinsen – die aktuelle Situation am Kreditmarkt

Einer der häufigsten Gründe für die Umschuldung sind derzeit die niedrigen aktuellen Kreditzinsen am Finanzmarkt. Gerade ältere Kredite und Bauspardarlehen haben oft deutlich höhere Zinssätze als aktuelle Kreditangebote.

Und: In einer Phase von Niedrigzinsen ist zu überlegen, ob ein Umstieg auf einen Fixzinssatz mit langer Laufzeit sinnvoll ist. Denn damit kann man sich die niedrigen Zinsen langfristig sichern – selbst, wenn die variablen Zinsen momentan noch günstiger sind.

Eine langfristige Fixierung auf niedrigem Zinsniveau bedeutet Kontinuität in den regelmäßigen Haushaltsausgaben.

Ist eine Umschuldung immer möglich?

Nein, denn wenn Sie zum Beispiel überschuldet oder zahlungsunfähig sind, wird es sehr schwer sein, einen neuen Kredit abzuschließen.


Was kostet die Umschuldung eines Kredits in Österreich?

Bei der Umschuldung eines Hauskredits können verschiedene Nebenkosten anfallen, die Sie unbedingt berücksichtigen sollten.

Mögliche Kosten der Umschuldung auf einen Blick:

  • Pönale: Wenn Sie den Kredit während einer laufenden Fixzinsphase vorzeitig auflösen, müssen Sie eventuell eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. Bei neueren Kreditverträgen (abgeschlossen ab dem 11.6.2010) darf diese aber maximal 1 % des vorzeitig zurückgezahlten Betrages betragen. Bis zu 10.000 Euro dürfen jährlich ohne zusätzliche Kosten zurückbezahlt werden. Aus Kreditverträgen mit variablen Zinsen können Sie ohne Strafzahlung aussteigen, Sie sollten aber die Kündigungsfristen im Blick haben.
  • Änderung der Hypothek: Sie haben einen Hypothekarkredit? Dann müssen Sie bei der Umschuldung die neue Bank ins Grundbuch in Österreich eintragen und dafür fallen Kosten an. Diese betragen 1,2 Prozent vom Wert des einzutragenden Pfandrechts. In manchen Fällen lassen sich durch eine Mindereintragung oder eine einverleibungsfähige Pfandurkunde die Kosten hierfür reduzieren.
  • Notarkosten: Gerade bei der Umschuldung von Immobilienkrediten ist häufig ein Notar notwendig, der z. B. die Übergabe der Sicherheiten regelt.
  • Bearbeitungsgebühren: Bei der Aufnahme des neuen Kredits werden meist zusätzliche Bearbeitungsgebühren anfallen, die Sie nicht unterschätzen sollten.
  • Verlust bei Fremdwährungskrediten: Falls Sie einen Fremdwährungskredit umschulden und sich der Wechselkurs zu Ihren Ungunsten entwickelt hat – dann wird ein Kreditwechsel bedeuten, diese Verluste zu realisieren, aber dann damit auch zu begrenzen.

Umschuldung leicht gemacht: der Umschuldungs-Rechner

Mit einem Umschuldungs-Rechner können Sie sich einige Zeit und Mühe für Ihren Umschuldungskredit sparen. Hier vergleichen Sie mit wenigen Klicks die Angebote und finden dadurch die Variante, die tatsächlich am günstigsten ist.

Holen Sie sich mit unserer Hilfe in jedem Fall einen Finanzierungsvorschlag ein. Diese Aufstellung sollte alle wichtigen Informationen enthalten, sodass Sie eine aussagekräftige Planung für Ihre Finanzen erstellen können.

Verschaffen Sie sich mit einem Rechner jetzt einen ersten Überblick. Im Anschluss können Sie uns gerne für einen persönlichen Beratungstermin ganz in Ihrer Nähe kontaktieren.

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 Auf der Basis eines kostenlosen persönlichen Beratungsgesprächs führen wir folgende Schritte durch:

  • Detailprüfung aktueller Stand Ihrer Finanzierung
  • Analyse und gemeinsame Erarbeitung verschiedener Alternativen (Kreditmodelle)
  • Abgleich dieser Alternativen mit den aktuellen Angeboten des Marktes
  • Prüfung sämtlicher Bedingungen der besten Angebote
  • Prüfung der Umsetzung dieser Alternativen für Ihre Finanzierung
  • Ausarbeitung von konkreten Umschuldungsalternativen
  • Begleitung im gesamten Prozess bis zum neuen Vertragsabschluss

In sehr vielen Fällen lässt sich durch die Optimierung des Kredits einiges einsparen!

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Kredit an die aktuelle Lebenssituation anpassen

Ihren Kredit zu optimieren, muss nicht zwangsläufig zum Ziel haben, dass Sie weniger Gesamtkosten haben. Auch anderweitige Motive sind denkbar, wie z. B. weniger Risiken, mehr Flexibilität bei der Rückzahlung, eine geringere monatliche Rate etc.

Im Rahmen eines Umschuldungskredits kann Ihre Finanzierung an eine möglicherweise veränderte Lebenssituation angepasst werden. Vor einem Beratungstermin sollten Sie nachfolgende Punkte dahingehend überprüfen, wie diese sich seit dem Abschluss der bisherigen Finanzierung verändert haben:

  • Einkommensverhältnisse (Höhe, selbständig/unselbständig)
  • Familiensituation
  • Liegenschaftsverhältnisse (wurden seit der letzten Finanzierung Investitionen getätigt?)
  • Veränderte Nutzung der Liegenschaft (eigengenutzt/vermietet)
  • Etwaig geleistete Sondertilgungen
  • Aktueller Kreditsaldo (letzter Kontoauszug oder Netbanking)
  • Persönliche Risikoneigung (Fixzins versus variable Verzinsung)
  • Aktuelle Präferenzen und Planungen

Für die finale Beurteilung einer Umschuldung muss immer die gesamte Situation betrachtet werden.


Wie funktioniert eine Umschuldung?

Grundsätzlich funktioniert eine Umschuldung so, dass Sie einen neuen Kredit aufnehmen und mit diesem geliehenen Geld die Schulden des alten Kredits zurückzahlen. Im Idealfall haben Sie dann einen neuen laufenden Kredit, der für Ihre Lebenssituation deutlich günstiger ist als der alte.

Die folgenden Schritte zeigen Ihnen, wie eine Umschuldung typischerweise abläuft:

1. Aktuelle Situation bewerten: Analysieren Sie Ihren aktuellen Kredit und prüfen Sie, ob dieser noch zur aktuellen Situation passt. Können Sie die Monatsrate gut stemmen?

Sind die Zinsen evtl. höher als im aktuellen Niedrigzins-Umfeld üblich? Wie zufrieden sind Sie mit dem Zinsmodell (Fixzins oder variable Verzinsung)? Möchten Sie den Kredit aufstocken, z. B. für eine Sanierung?

2. Umschuldungs-Kosten berechnen: Informieren Sie sich, welche Nebenkosten bei einem Kreditwechsel auf Sie zukommen. Müssten Sie bei der Ablösung Ihres alten Darlehens eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen? Wie sieht es mit Grundbuchänderung und Notarkosten aus?

3. Alternativen vergleichen: Nun gilt es, die richtige Bank für die Kreditoptimierung zu finden. Lassen Sie einen Wohnbau-Finanz-Experten verschiedene Angebote einholen und achten Sie auf alle Kostenbestandteile – z. B. Zinssatz, Bearbeitungsgebühr und Kontoführungsgebühr. Wie auch bei der ersten Kreditaufnahme hängt der angebotene Zinssatz von Ihrer Bonität, den gebotenen Sicherheiten und der Kreditsumme ab.

4. Kreditvertrag unterzeichnen: Ist der geeignete Finanzierungspartner gefunden, dann wird der neue Kreditvertrag unterzeichnet.

5. Umschuldung abwickeln: Im Zuge der Umschuldung wird der alte Kredit von der neuen Bank vollständig getilgt. Dabei gehen ggf. auch Sicherheiten (etwa die Hypothek im Grundbuch) auf die neue Bank über. Die bisherige Bank übergibt dazu dem neuen Kreditinstitut eine Löschungsquittung, als Beleg dafür, dass die Hypothek nicht mehr gilt und die neue Bank lässt eine neue Hypothek eintragen.

Tipp: Wenn Sie den Zeitpunkt für die Umschuldung festlegen, sollten Sie eventuelle Kündigungsfristen bei Ihrer alten Bank beachten.


Infina – wir unterstützen Sie bei der Umschuldung

Als unabhängiger Kreditvermittler unterstützen wir Sie gerne bei der geplanten Umschuldung und helfen Ihnen, den optimalen Kredit zu finden. Im Rahmen einer kostenlosen, unverbindlichen Beratung besprechen wir Ihre individuelle Situation und zeigen Ihnen verschiedene Kreditmodelle auf.

Warum Kredit umschulden mit Infina?

  • Wir haben den Überblick über die Kreditangebote von über 100 Banken und Bausparkassen und können entsprechende Top-Konditionen für Sie aushandeln.
  • Sie ersparen sich zahlreiche Einzeltermine bei Banken und dadurch viel Zeit.
  • Wir analysieren Ihre individuelle Situation und besprechen die Vor- und Nachteile eines Kreditwechsels.
  • Kostenlose Beratung – eine Bearbeitungsgebühr fällt nur im Falle einer tatsächlich durchgeführten Umschuldung an.

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Kredit umschulden: Darauf müssen Sie achten

Mit einer Umschuldung lassen sich in vielen Fällen die Kreditkonditionen deutlich verbessern. Allerdings gibt es dabei einige Stolperfallen, die Sie im Blick behalten sollten. Worauf gilt es beim richtigen Umschulden zu achten?

  • Kündigungsfrist: Informieren Sie sich über die Kündigungsfrist Ihres alten Kredits – diese kann z. B. bei einem Kredit mit variablen Zinsen bis zu sechs Monate lang sein.
  • Effektivzinsen: Beim Vergleich von altem und neuem Kredit sollten Sie auf die Effektivzinsen achten – und nicht nur auf die Sollzinsen. Denn beim Effektivzinssatz sind zusätzlich zum Sollzins die Nebenkosten und Gebühren eingerechnet.
  • Alle Kosten im Auge haben: Lassen Sie sich nicht vorschnell von einem günstigen Zinssatz locken, sondern berücksichtigen Sie sämtliche Nebenkosten, die beim Kreditwechsel anfallen. Nur so können Sie berechnen, ob er sich wirklich rentiert.
  • Angebote vergleichen: Um bei Ihrem neuen Kredit die optimalen Konditionen herauszuholen, sollten verschiedene Banken kontaktiert und deren Angebote vergleichen werden. Ein unabhängiger Kreditvermittler wie Infina kann Ihnen dabei eine wertvolle Hilfe sein.
  • Bedarf für Restschuldversicherung genau prüfen: Beim Kreditabschluss wird oft eine Restschuldversicherung angeboten – eine solche ist aber nicht immer sinnvoll. Prüfen Sie deshalb genau, ob Sie diese benötigen, und lehnen Sie ggf. ab.
  • Bei Überschuldung an Schuldnerberatung wenden: Wenn Sie in eine Überschuldung gerutscht sind und etwa Kreditraten nicht mehr zahlen können – dann empfehlen wir als ersten Schritt einen Termin bei einer staatlichen Schuldnerberatung. Diese ermittelt mit Ihnen den besten Weg aus der Verschuldung.
  • Vorsicht bei Verschlechterung der Bonität: Ihre Bonität hat sich verschlechtert, z. B. wegen geringerem Einkommen oder anderweitigen Schulden? Dann sollten Sie vermutlich von einer Umschuldung absehen, denn hier wird die Bonität erneut geprüft – und Sie steigen vielleicht mit schlechteren Konditionen aus als beim alten Kredit.

Umschuldungskredit: Zinssätze richtig vergleichen

Zinssatz ist nicht gleich Zinssatz. Ganz wesentlich beim Vergleich von Umschuldungskrediten ist es, den Unterschied zwischen Nominal- und Effektivzinssatz zu kennen.

Der nominale Zinssatz ist der Jahreszinssatz, mit welchem der Kreditbetrag zu verzinsen ist. Über die tatsächliche Kostenbelastung eines Kredites gibt dieser Nominalzins jedoch noch keine Auskunft, da Nebenkosten noch nicht berücksichtigt sind. Im effektiven Jahreszinssatz hingegen sind die Nebenkosten wie Bearbeitungsgebühr, verlangte Kreditrestschuldversicherung oder Kontoführungsgebühr eingerechnet.

Der effektive Jahreszinssatz drückt damit für den Kreditnehmer den Preis des Kredites aus und ist damit stets höher als der Nominalzins eines Kredits. Wenn Sie verschiedene Angebote vergleichen, sollten Sie deshalb immer auf den effektiven Zinssatz achten.


Welchen Kredit soll ich im Rahmen der Umschuldung wählen?

Vor der Entscheidung „Fixzinssatz oder variable Zinsen“ sind Sie bereits bei Abschluss des aktuell noch laufenden Kredits gestanden. Die Zinssätze haben sich aber zwischenzeitlich genauso verändert wie vielleicht auch Ihre persönlichen Lebensumstände.

Im Rahmen einer Umschuldung haben Sie die Möglichkeit, Ihre Finanzierung in Bezug auf Fixzinssatz, variablen Zinssatz, Erhöhung oder Senkung des Kreditbetrags, zukünftige Sondertilgungsmöglichkeiten sowie Ratenhöhe und Laufzeit neu zu justieren. Wichtige Kriterien für die Wahl des richtigen Kreditmodells sind:

  • persönliche Vorlieben
  • Ihre aktuelle Bonität
  • freie Vermögenswerte

Welcher Umschuldungskredit also der richtige für Sie ist, kann Ihnen schlussendlich am besten ein Wohnbau-Finanz-Experte sagen.

Als Entscheidungshilfe, das passende persönliche Zinsmodell zu finden, steht Ihnen ein weiterer Ratgeber zur Verfügung:

Fixzinsen oder variable Zinsen


Was mache ich bei Eintritt einer Krise mit meinem Kredit?

Während der Laufzeit eines bestehenden Kredits können verschiedene Krisensituationen auftreten:

  • Krise im persönlichen Umfeld, wie beispielsweise
    unerwarteter Todesfall eines von mehreren Kreditnehmern,
    ein Unfall,
    eine Scheidung oder
    ein anderes Ereignis, welches die Kreditnehmer finanziell in eine andere Situation versetzt.
  • Krisen außerhalb des persönlichen Umfelds, wie beispielsweise
    wirtschaftliche Schwierigkeiten einzelner Branchen,
    nationale oder globale Krisen (z. B. Epidemien oder Pandemien wie Corona) oder
    eine Finanzkrise.

Was ist in solchen Situationen zu tun? Zunächst sollten Sie überlegen, was dies aktuell für Ihre finanzielle Situation bedeutet, und abschätzen, wie Ihre Finanzlage nach der Krise aussehen könnte. Am besten besprechen Sie Ihre Situation mit einem Experten. Dabei gilt es zu schauen, wo man Einsparungen vornehmen kann und wie man Risiken minimieren kann.

Einsparungen durch Umschuldung 

Kurzfristige finanzielle Engpässe sollten – wenn möglich – durch Rücklagen abgedeckt werden. Wenn das nicht möglich ist, kann mit der Bank über eine Stundung des Kredits verhandelt werden.

Weitere Einsparungen können Sie durch Umschuldung erzielen: Wenn Sie eine bestehende Finanzierung mit Fixzinssatz, welche Sie in einer Phase höherer Zinsen abgeschlossen haben, jetzt in eine neue Finanzierung mit niedrigerem Fixzinssatz umschulden, sparen Sie in Summe häufig mehrere tausend Euro.

Ein Kreditwechsel kann auch sinnvoll sein, wenn Sie durch die Krise mit dauerhaft geringeren Einkünften rechnen. Eine Verlängerung der Gesamtkreditlaufzeit entlastet Sie bei der monatlichen Rate.

Bei einer Umschuldung in der Krise ist Folgendes zu beachten:

  • Schlechtere Konditionen bei Banken: Während oder in Folge einer Krise kommt es häufig zu höheren Kreditausfällen bei den Banken. Diese haben daher höhere Risikokosten zu tragen, weshalb die Zinsen höher ausfallen. Zudem bekommen Berufsgruppen von „Krisenbranchen” erheblich schwieriger eine neue Finanzierung oder müssen deutlich mehr Eigenkapital in eine Finanzierung einbringen.
  • Niedrigere Bewertung Ihrer Immobilie: In Krisenzeiten oder im Anschluss an eine Krise steigt die Gefahr fallender Immobilienpreise in Österreich. Es könnte also sein, dass Ihre Immobilie bei einer Kreditanfrage (zum Beispiel einer Umstellung von variablem Zinssatz auf Fixzinssatz) niedriger bewertet wird. Die Belehnung Ihrer Immobilie könnte dann höher ausfallen, sodass sich die Kreditkonditionen insgesamt verschlechtern.

Häufig setzen diese Veränderungen zeitlich verzögert ein. Insofern sollten Sie zu Beginn bzw. während einer Krise aktiv werden und einen Umschuldungskredit in Erwägung ziehen.

Risiko reduzieren durch Fixzinssatz 

In Krisen lässt sich die Entwicklung der Zinsen nur schwer voraussagen. Daher sind variable Zinsen dann tendenziell mit höherem Risiko behaftet. Wenn Sie sich wegen der bisher niedrigen Zinsen für eine Finanzierung mit variablem Zinssatz entschieden haben, gilt es jetzt genau zu überlegen. Möglicherweise ändert sich der Zinssatz durch die Krise bedeutend. Nur ein Fixzinssatz bietet Ihnen langfristig die Gewissheit, dass die Kosten der Finanzierung gleichbleiben.

Dann profitieren Sie zwar nicht mehr davon, wenn die Zinsen nochmals sinken; dafür gewinnen Sie aber erheblich mehr Sicherheit.


Umschuldung verschiedener Kreditarten

Ob Immobilien- oder Dispokredit: Ein Kreditwechsel kann sich in vielen Fällen rechnen. Je nach Kreditart sind aber spezielle Eigenheiten zu beachten.

Immobilienkredit umschulden

Einen Immobilienkredit umzuschulden kann oft zu erheblichen Einsparungen führen. Gerade Baukredite, die kurz vor der Finanzkrise abgeschlossen wurden, laufen meist zu vergleichsweise hohen Zinssätzen.

Und: Immobilienfinanzierungen geben der Bank mit einer Hypothek ein Höchstmaß an Sicherheit und werden gern vergeben. Daher ist dieser Markt in Österreich heiß umkämpft und es bestehen für Kunden gute Möglichkeiten, sich günstige Kreditkonditionen zu sichern.

Bei der vorzeitigen Umschuldung eines Baukredits in der Fixzinsphase ist zu beachten, dass eine Pönale anfallen kann. Außerdem bringt die Umschuldung einer Hypothek Zusatzkosten mit sich, da das Pfandrecht im Grundbuch abgeändert werden muss.

Tipp: Sie sollten den Kreditwechsel nicht so lange hinausschieben, bis die Kreditrate kaum mehr zu tragen ist. Denn dann werden die angebotenen Bankkonditionen weniger vorteilhaft sein.

Bauspardarlehen umschulden

Auch bei Bauspardarlehen kann sich die Umschuldung in Österreich lohnen. Denn vor der Finanzkrise hatten Bauspardarlehen oft eine Zinsuntergrenze von 3 %, während aktuell Wohnkredite mit 1 % Sollzinsen angeboten werden.

Grundsätzlich gilt aber: Die Umschuldung eines Bausparvertrags mit kurzer Restlaufzeit ist meist nicht mehr sinnvoll. Diese Kredite abzulösen ist in der Regel nicht rentabel. Anders ist der Fall bei Bauspardarlehen mit noch hohen Kreditsummen – bereits geringe Zinsunterschiede können zu hohen Einsparungen führen.

Schweizerfranken-Kredit umschulden?

Ob Sie einen CHF-Kredit umschulden sollten, hängt von mehreren Faktoren ab.

Primär ist zu klären, wie sich Ihre Risikoneigung im Vergleich zum Kreditabschluss verändert hat. Ihre Risikoeinschätzung hängt oft stark von der bisherigen Entwicklung Ihrer Kreditposition sowie von Ihrer Einkommenssituation ab.

Weiters sind Ihre Einschätzung des zukünftigen Fremdwährungskurses, die Entwicklung der Ansparprodukte und auch die Einschätzung des Zinsniveaus von entscheidender Bedeutung.

Umschulden eines Dispokredits 

Der Dispositionskredit ermöglicht es, das Girokonto zu überziehen. Allerdings sind Dispokredite meist mit hohen Zinssätzen verbunden.

Wenn Ihr Konto dauerhaft überzogen ist, ist daher eine Umschuldung auf einen Konsum- oder Privatkredit ratsam.

Mit einem Privatkredit können Sie den Minusbetrag auf dem Girokonto tilgen und steigen damit günstiger aus als mit einer regelmäßigen Kontoüberziehung. Allerdings ist ein solcher Kredit in der Regel mit einer Mindestvertragslaufzeit verbunden. Sie sollten also sichergehen, dass die monatliche Rate Ihr Budget nicht sprengt – und dass das Girokonto nicht konstant weiter überzogen wird.

Ein Beispiel:
Sie haben Familienzuwachs bekommen und dadurch hat sich Ihre finanzielle Situation in den letzten Monaten verändert. Die laufende hohe Rate für ein Eigenheim konnten Sie nur bezahlen, indem Sie Ihr Konto überzogen haben. Mit einer Umschuldung erhöhen Sie die Laufzeit des Kredits und haben nun eine niedrigere monatliche Rate zu zahlen. Außerdem gleichen Sie dabei auch den Dispokredit aus, sodass Sie dafür keine hohen Zinsen mehr zahlen müssen.

Egal, wie Ihre neue Lebenssituation aussieht: Wir finden mit Ihnen gemeinsam ein neues Kreditmodell, das zu Ihnen passt. Unsere Infina-Finanz-Experten beraten Sie individuell und kostenlos!

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Über den Autor: Hagen Luckert
Position: Geschäftsführer

Meine gesamte berufliche Laufbahn habe ich im Kreditbereich verbracht. Zunächst im Sparkassen- sowie im Großbankensektor. Nach Leitung der Business-Unit Kreditstrategie- und Organisation in einem großen Beratungsunternehmen war ich als Geschäftsführer einer Kreditfabrik tätig. Im Anschluss daran war ich als Vorstand in einem Softwareunternehmen für künstliche Intelligenz im Bankenbereich tätig und habe 2019 in die Geschäftsführung von Infina gewechselt. Die ständige Recherche, strukturierte Aufbereitung und verständliche Veröffentlichung von allen Fragestellungen rund um das Kreditgeschäft gehören zu den wesentlichen Schwerpunktsetzungen meiner Funktion.

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