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Referenzzinssatz

Der Referenzzinssatz (auch Indikator genannt) beschreibt einen genau definierten Zinssatz auf dem Markt. Dabei dienen derartige Referenzzinssätze oder Zinsindizes in der Finanzwirtschaft als Bezugseinheit.

Ein Referenzzinssatz kann durch unterschiedliche Methoden ermittelt werden. Eine übliche Methode ist die Ermittlung durch das Einholen verschiedener Angebote von Marktteilnehmern wie Kreditinstituten, die zum vereinbarten Zeitpunkt ihren Preis bekannt geben. Aus den eingehenden Angeboten wird ein Durchschnittswert gebildet, der ab diesem Zeitpunkt den Referenzzinssatz darstellt. Eine andere Variante ist die Verwendung von Referenzzinsätzen, die durch Zentralbanken bekannt gegeben werden. Zinsindizes, die mittels Durchschnittswerte gebildet werden, sind die Familie der Euribor sowie der Swap Zinssätze. Der bekannteste Vertreter der zweiten Kategorie ist in Europa der EZB-Leitzins.

Euribor, Swap oder Leitzins

Euribor ist die Abkürzung für „European Interbank Offered Rate“. Der Euribor ist ein tagesaktueller Referenzwert, auf dessen Basis Kreditinstitute bereit sind, sich gegenseitig Geld zu leihen. Euribor Sätze werden täglich für unterschiedliche Laufzeiten bestimmt und regelmäßig bekannt gegeben.

Der Begriff Swap bedeutet übersetzt „Tausch“. Als Referenzzinssatz beschreibt ein Swapsatz jenen Durchschnittspreis, zu dem eine Vertragspartei bereit ist einen variablen Zinssatz gegen einen fixen Zinssatz zu tauschen. Swap Sätze werden täglich für unterschiedliche Laufzeiten bestimmt und publiziert.

Im Gegensatz zu Euribor und Swap Sätzen wird ein Leitzins durch eine Zentralbank einseitig festgelegt. Der EZB-Leitzins wird somit von der Europäischen Zentralbank (EZB) bestimmt und europäische Geschäftsbanken können sich mit diesem Satz gegen die Aushändigung von Sicherheiten bei der EZB refinanzieren. Der EZB-Leitzins ändert sich nur dann, wenn dies durch die Gremien der EZB beschlossen wird.

Referenzzinssatz plus Bankenmarge = Nominalzins

Die eben beschriebenen Zinssätze dienen Kreditinstituten als Referenzzinssätze. Bei Krediten und der Kalkulation der Zinssätze für Kreditnehmer, liegt meist einer dieser Referenzzinssätze als Ausgangswert zu Grunde. Dieser Ausgangswert, zuzüglich der Marge des Kreditinstituts, ergibt dann den Nominalzins für den Kreditnehmer.

Der für die Kalkulation eines variablen Kredites am häufigsten verwendete Referenzzinssatz ist der Euribor, und hier besonders der 3-Monats-Euribor. Aber auch der EZB-Leitzins findet bei variabel verzinsten Krediten als Referenzzinssatz Verwendung. Letzter hat sowohl für das Kreditinstitut als auch den Kreditnehmer den Vorteil, dass aufgrund der seltenen Änderungen eine höhere Planungssicherheit besteht. Bei Krediten mit Fixzinsen werden hingegen häufig Swapsätze als Basis für die Zinskalkulation verwendet.

Tipp: Bei variabel verzinsten Krediten ist darauf zu achten, welcher Referenzzinssatz der Zinskalkulation seitens des Kreditinstituts zugrunde gelegt wird. Oftmals werden auch Mischvarianten durch Banken herangezogen. In jedem Fall müssen die langfristigen Auswirkungen unterschiedlicher Refinanzierungszinssätze miteinander verglichen werden, wobei Sie ein unabhängiger Kreditexperte gerne unterstützen wird.

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