In Österreich erfolgt der Verkauf einer Liegenschaft häufig über einen Immobilienmakler. Diese verfügen über eine entsprechende Marktkenntnis, führen eine seriöse Käuferprüfung, mitunter auch eine Bonitätsprüfung, durch und ermöglichen eine professionelle Preisfindung. Zudem haben Makler über die Rücktrittsbedingungen aufzuklären. Verkaufen Sie eine Immobilie über den Immobilienmakler, erspart es Ihnen viel Zeit und Mühe.
Warum einen Immobilienmakler für den Verkauf beauftragen?
Beauftragen Sie einen Immobilienmakler für den Verkauf Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung, so ersparen Sie sich viel Aufwand für Besichtigungen und Verkaufsgespräche, aber auch Risiken, unbewusst gesetzliche Informationspflichten zu verletzen. Ein ortskundiger Makler mit Markterfahrung erzielt im Regelfall realistische, marktgerechte Preise.
Diese Vorteile haben Sie, wenn Sie einen Makler beauftragen:
- Zeitersparnis: Typisch sind derzeit in Österreich 10 bis 20 Besichtigungstermine, um eine Immobilie zu verkaufen. Je nach Objekt und Nachfrage sind in der Praxis in Einzelfällen aber auch eine dreistellige Anzahl von Besichtigungen erforderlich. Diese Besichtigungstermine werden vom Makler professionell begleitet. Immobilienmakler sollten die Termine protokollieren, für den Fall eines unterschriebenen Kaufanbots schnell reagieren und in der Lage sein, einen passenden Notar oder Treuhänder zu finden.
- Mit einem Makler die Immobilie zu einem angemessenen Preis verkaufen: Makler sind häufig als Doppelmakler tätig und haben daher ein Interesse an einem Preis, der sowohl für Käufer als auch Verkäufer fair ist. Makler kennen die lokalen Immobilienpreise in Österreich und können eine Preisschätzung mit Hilfe spezieller Software-Tools durchführen. In einigen Fällen sind Makler gleichzeitig auch gerichtlich beeidete Immobiliensachverständige.
- Juristisch korrekte Abwicklung: Ein seriöser Immobilienmakler holt jene Informationen bei Ihnen ein, die er benötigt, um Interessenten ausreichend zu informieren. Dazu zählen neben dem Grundbuchauszug u. a. der Energieausweis, die Instandhaltungsrücklagen bei Eigentumswohnungen und Informationen zum Zustand sowie zu künftig anfallenden Sanierungskosten. Hinzu kommt, dass er mit der korrekten Abwicklung vertraut ist und die richtigen Schritte veranlasst.
Tipp: Informieren Sie sich auch über übliche Verkaufszeiträume in unserem Ratgeber „Wie lange dauert der Verkauf einer Immobilie?“
Dennoch gilt, als Verkäufer sollten Sie bei der Vorinformation auf Transparenz, Detailfragen und Rückfragen zu Grundbuch, Energieausweis, Rücklagen oder Sanierungsbedarf achten. Vorsicht ist angebracht, wenn ein Makler überzogene Verkaufspreise verspricht oder gar Tipps gibt, wie man Mängel bei der Besichtigung oder Hausübergabe vertuschen könne. Letzteres kann zu Haftungsrisiken führen.
Wenn Sie einen Makler für Ihren Hausverkauf finden möchten, sollten Sie zwei bis drei lokale Anbieter vergleichen und im Erstgespräch konkret nach Vorgehen, Preislogik und Erfahrung im lokalen Immobilienmarkt fragen.
Kosten und Maklergebühren beim Hausverkauf in Österreich
Beim Verkauf fallen in Österreich meist 3,6 Prozent Provision an, die Käufer und Verkäufer in der Regel jeweils zahlen. Bei niedrigeren Kaufpreisen gelten geringere Provisionshöhen. Entscheidend ist, dass die Provision vorab vereinbart wird und der Makler zum Abschluss beiträgt.
Wenn Sie einen Immobilienmakler mit dem Hausverkauf beauftragen, dann steht ihm eine erfolgsabhängige Provision für seine Leistung zu, sobald sie sich mit dem Käufer einig sind und ein verbindliches Kaufangebot beidseitig unterschrieben ist. Allerdings müssen die Maklergebühren im Vorhinein vereinbart sein. Der Makler muss auf Besonderheiten wie Doppelmakler-Tätigkeit und/oder ein familiäres Verhältnis zur Verkäuferseite sowie auf die Rücktrittsfristen hinweisen. Wichtig ist in jedem Fall, dass der Makler tatsächlich zum Zustandekommen des Kaufabschlusses beigetragen haben muss.
Wie hoch sind die Maklergebühren beim Hausverkauf?
In der Regel fallen beim Hausverkauf Maklergebühren in Höhe von 3,0 % des Verkaufspreises plus 20 % Mehrwertsteuer, also 3,6 %, für den Verkäufer an. Das ist aber auch die Obergrenze, die ein Makler verlangen kann. Aber es gibt (theoretisch) Ausnahmen für besonders niedrigpreisige Objekte. Bis 36.336,42 Euro sind es inklusive Mehrwertsteuer maximal 4,8 % des Kaufpreises und von 36.336,42 bis 48.448,51 Euro 1.744,15 Euro als Pauschalbetrag. Bei Preisen darüber fallen die geläufigen 3,6 % an. Diese sind bei Wohnungen und Häusern identisch. Niedrigere Provisionen sind grundsätzlich zulässig.
Wer trägt die Maklerkosten beim Verkauf?
Wer zahlt eigentlich den Makler beim Verkauf? Egal ob es sich beim Verkauf um ein Haus, eine Eigentumswohnung oder ein Gewerbeobjekt handelt, beide Seiten zahlen in der Regel eine Provision an den Immobilienmakler. Ein Doppelmakler erhält jeweils 3,6 % vom Käufer und Verkäufer. In Summe rechnet der Makler beim Verkauf einer Eigentumswohnung häufig also netto 6 % und brutto 7,2 % Provision ab. Das Bestellerprinzip, das besagt, dass nur die Person die Maklerkosten übernehmen muss, die einen Makler beauftragt hat, gilt nicht beim Verkauf von Immobilien, sondern nur bei Mietwohnungen.
Verkauf ohne Makler: Vorteile und Risiken
Wer ohne Makler verkauft, spart Provision und behält die Kontrolle, braucht aber entsprechend Zeit, Marktkenntnis und Organisation. Fehlende Erfahrung kann jedoch dazu führen, dass rechtliche Pflichten übersehen werden und dadurch Risiken entstehen.
Ein Verkauf ohne Makler kann sinnvoll sein, wenn Sie über ausreichend Zeit, Organisationstalent und Marktkenntnis verfügen. Als private Verkäufer behalten Sie die volle Kontrolle über Inserate, Termine und Preisverhandlungen und sparen sich die Maklerprovision. Zu diesem Zweck gibt es provisionsfreie Online-Plattformen für Immobilien-Inserate. Gleichzeitig ist der Weg, eine Immobilie ohne Makler zu verkaufen, für Sie arbeitsintensiv, da Sie Besichtigungen zu koordinieren haben, Unterlagen vollständig vorliegen müssen und Rückfragen oft rasch beantwortet werden sollten. Wenn Sie eine Immobilie in Eigenregie ohne Makler verkaufen möchten, benötigen Sie ein realistisches Gefühl für den Preisrahmen und Nachfrage. Bei der Eigenabwicklung sollten Sie trotz Spargedanken bedenken, dass fehlende Erfahrung dazu führen kann, dass Sie rechtliche Pflichten übersehen, etwa Energieausweis, Rücklagen bei Wohnungen, Sanierungen oder Lasten im Grundbuch.
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