Notarkosten bei Immobilien: Ein Überblick

Datum: 19.05.2019 | Autor: Redaktion

Dass es beim Hauskauf, Erwerb eines Grundstücks oder Kauf einer Eigentumswohnung nicht nur um die Zahlung des Kaufpreises an sich geht, ist bekannt. Mindestens 10 Prozent des Kaufpreises kommen schließlich noch an Nebenkosten dazu, nicht zuletzt für die Unterfertigung des Kaufvertrages und den Eintrag als Eigentümer im Grundbuch. Für diese Aspekte brauchen Sie beim Kauf einer Immobilie einen Notar – aber was bedeutet das unterm Strich für Ihren Kostenaufwand?


Kosten für den Notar beim Hauskauf

Erst wenn der Kaufvertrag notariell beglaubigt unterfertigt wurde und der Eigentümer im Grundbuch eingetragen ist, genießen Sie beim Kauf einer Immobilie den vollen rechtlichen Schutz als neuer Eigentümer. Ein Notar hat die staatliche Befähigung, Urkunden und Kaufverträge, wie sie beim Hauskauf zustande kommen, zu beglaubigen. Er ist ein parteiloser Jurist und stellt auch den Antrag auf die Eintragung im Grundbuch. Für Sie als Käufer sind die notariellen Leistungen unverzichtbar – so einfach ist es auf den ersten Blick.

Notarkosten bei Vertragsentwurf und Beratung

Die erste Beratung bzw. ein Vorgespräch mit dem Notar wird Ihnen nicht in Rechnung gestellt werden. Sobald das Kaufvorhaben aber konkreter und die Zusammenarbeit fixiert ist, wird der entgeltliche Kaufvertragsentwurf durch den Notar erstellt.

Den Entwurf des Kaufvertrags sollten Sie sich unbedingt genau ansehen. Unter Umständen können Sie sich so später viel Ärger ersparen, denn der Vertragsentwurf sollte zumindest eine detaillierte Beschreibung der Immobilie und ihrer Ausstattung sowie bereits bekannte Mängel enthalten. Außerdem sollten darin Übergabetermin, Kaufpreis und Frist für die Bezahlung, die Adresse von Verkäufer und Käufer und die Treuhänder-Bestellung stehen.

Notarkosten bei einem Kaufvertrag in Österreich

Einen Pauschalpreis für die notariellen Tätigkeiten beim Immobilienkauf gibt es nicht, denn die Kosten sind immer abhängig vom Kaufpreis. Rund 1-3 Prozent davon sollten Sie zusätzlich für den Notar einkalkulieren.

Je mehr Schritte im Kaufprozess der Notar übernimmt, desto höher ist natürlich auch sein Honorar. Im Gegensatz dazu bleiben die Kosten geringer, wenn weniger Leistungen separat getätigt werden. Kombinieren Sie also zum Beispiel den Termin für die Grundbucheintragung direkt mit der Beurkundung des Kaufvertrags.

Grundsätzlich orientieren sich die Kosten für den Notar aber nicht daran, wie „kompliziert“ ein Fall ist. Relevant für die Berechnung ist der Wert der Immobilie, um die es geht. Am günstigsten ist es meist, wenn es gelingt einen Pauschalbetrag zu vereinbaren.

Sparen können Sie übrigens, indem Sie zuerst das unbebaute Grundstück kaufen und nach einem angemessenen Zeitraum darauf bauen. Denn der Kaufpreis für ein freies Grundstück ist höchstwahrscheinlich niedriger als für ein bereits bestehendes Haus, und damit sinken auch die Notarkosten.

Preise und Kammertarife bei Notaren

Notare verlangen zwar keine Pauschalpreise, die Gebührenordnung für Notare legt allerdings sehr genaue Grenzen fest, was die Kosten betrifft. Es gibt hier wenig Spielraum. Das ist einerseits gut für Sie, denn so können Sie sicher sein, nicht unverhältnismäßig viel Geld loszuwerden. Andererseits bedeutet es aber eben auch, dass es schwierig ist, mit Ihrem Notar über den Preis für seine Arbeit verhandeln zu wollen.

Die rund 500 Notariate in Österreich gehören alle der Notarkammer des jeweiligen Bundeslands an. Über die Österreichische Notariatskammer können Sie Notare in Ihrer Nähe und die jeweiligen Tarife finden. Die Tarife stellen dabei die preislichen Höchstgrenzen dar.


Kann man Notarkosten von der Steuer absetzen?

Um die Frage kurz zu beantworten: Nein, die Kosten für Grundbucheintragung und Notar sind nicht steuerlich absetzbar, zumindest dann nicht, wenn Sie die Immobilie für private Zwecke kaufen. Sind Sie Unternehmer und erwerben die Liegenschaft betrieblich, so sind auch damit verbundene Aufwendungen wie Notariatskosten steuerlich absetzbar. 

Notar und Grundbuch: Eintragungsgebühr und Löschung

Wenn Sie ein Eigenheim kaufen wollen, geht es zunächst einmal um den Eintrag ins Grundbuch. Es kann aber auch der Tag kommen, an dem Sie eine Eintragung löschen wollen, weshalb wir diesen Fall und die damit verbundenen Kosten hier der Vollständigkeit halber mit erwähnen.

Notarkosten für die Grundbucheintragung

Die Notarkosten für den Eintrag ins Grundbuch hängen wieder ganz vom Kammertarif ab, mit Pauschalangaben ist es also ein weiteres Mal nicht getan. Was Sie allerdings wissen sollten: Die entstehenden Kosten sind nicht mit der Verbücherung gleichzusetzen, also den amtlichen Gebühren für die Grundbucheintragung.

Die Kosten für die Verbücherung bei dem Erwerb einer Liegenschaft betragen 1,1 Prozent des Kaufpreises. Da die meisten Hauskäufer in der Regel aber für den Immobilienkauf eine Hypothek aufnehmen, kommen noch einmal 1,2 Prozent Aufschlag dazu. Für die Hypothek ist allerdings der Kreditbetrag die Basis für die anfallenden Kosten.

Diese Kosten entstehen, wenn das finanzierende Kreditinstitut sein Pfandrecht im Grundbuch einträgt. Ihre Unterschrift, aber auch die rechtsverbindliche Unterschrift der finanzierenden Bank, muss auf der Pfandurkunde durch einen Notar beglaubigt werden. All das verursacht Mehrkosten, die Sie unbedingt in der Planung von Anfang an berücksichtigen sollten. 

Notarkosten für die Löschung eines Grundbucheintrags

Sobald Sie den kompletten Darlehensbetrag zurückgezahlt haben, wird die Hypothek auf Ihr Haus hinfällig und Sie können den Grundbucheintrag löschen lassen. Umsonst ist das aber nicht und auch dabei kann man sich von einem Notar unterstützen lassen.

Die Kosten für einfache Grundbuchsangelegenheiten wie die Löschung eines Pfandrechts betragen aktuell rund 45 Euro. Sie benötigen dazu eine sogenannte Löschungsquittung der Bank, mit der Ihnen verbindlich bestätigt wird, dass das Pfandrecht gelöscht werden darf. Auch hierfür werden Kosten in Rechnung gestellt. 

Es gibt abgesehen vom Standardfall eines Hauskaufs natürlich noch sehr viele andere Bereiche, in denen Notare im Immobiliengeschäft tätig sind. Auch eine Beglaubigung oder Schenkung läuft zum Beispiel nicht ohne Notar, und ebenso wenig können Sie auf einen Notar verzichten, wenn Sie ein Haus überschreiben lassen. Anders gesagt: Ganz ohne Notar geht es nicht, wenn Sie ein Eigenheim kaufen!

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