Notarkosten bei Immobilien: Ein Überblick

Autor: Hagen Luckert
Kategorie: Finanzierung
Datum: 03.04.2024

Dass es beim Hauskauf, Erwerb eines Grundstücks oder Kauf einer Eigentumswohnung nicht nur um die Zahlung des Kaufpreises an sich geht, ist bekannt. Mindestens 10 Prozent des Kaufpreises kommen schließlich noch an Kaufnebenkosten dazu, unter anderem für die beglaubigte Unterfertigung des Kaufvertrages und den Eintrag als Eigentümer im Grundbuch. Für diese Aspekte brauchen Sie beim Kauf einer Immobilie einen Notar – aber was bedeutet das unterm Strich für Ihren Kostenaufwand?

Inhaltsverzeichnis zurück zum Ratgeber-Hauptmenü

Kosten für den Notar beim Hauskauf

Erst wenn der Kaufvertrag notariell beglaubigt unterfertigt wurde und der Eigentümer im Grundbuch eingetragen ist, genießen Sie beim Kauf einer Immobilie den vollen rechtlichen Schutz als neuer Eigentümer. Ein Notar hat die staatliche Befähigung, Urkunden und Kaufverträge, wie sie beim Hauskauf zustande kommen, zu beglaubigen. Er ist ein parteiloser Jurist und stellt auch den Antrag auf die Eintragung im Grundbuch. Für Sie als Käufer sind die notariellen Leistungen unverzichtbar – so einfach ist es mit dem Notar beim Hauskauf auf den ersten Blick.

Notarkosten bei Vertragsentwurf und Beratung

Die erste Beratung bzw. ein Vorgespräch mit dem Notar wird Ihnen nicht in Rechnung gestellt werden. Sobald das Kaufvorhaben aber konkreter wird und die Zusammenarbeit fixiert ist, wird der entgeltliche Kaufvertragsentwurf durch den Notar beim Erwerb einer Liegenschaft erstellt.

Den Entwurf des Kaufvertrags sollten Sie sich unbedingt genau ansehen. Unter Umständen können Sie sich so viel Ärger ersparen, denn der Vertragsentwurf sollte zumindest eine detaillierte Beschreibung der Immobilie und ihrer Ausstattung sowie bereits bekannte Mängel enthalten. Außerdem sollten darin Übergabetermin, Kaufpreis und Frist für die Bezahlung, die Adresse von Verkäufer und Käufer und die Treuhänder-Bestellung stehen.

Notarkosten beim Kaufvertrag in Österreich

Einen Pauschalpreis für die notariellen Tätigkeiten beim Immobilienkauf gibt es nicht, denn die Kosten sind abhängig vom Kaufpreis. Rund 2 Prozent zzgl. USt. vom Kaufpreis sollten Sie zusätzlich für den Notar einkalkulieren (ggf. zzgl. den Kosten der treuhänderischen Abwicklung).

Je mehr Schritte im Kaufprozess der Notar beim Hauskauf übernimmt, desto höher ist natürlich auch sein Honorar. Im Gegensatz dazu bleiben die Kosten geringer, wenn weniger Leistungen separat getätigt werden. Kombinieren Sie also zum Beispiel den Termin für die Grundbucheintragung direkt mit der Beurkundung des Kaufvertrags.

Grundsätzlich orientieren sich die Kosten für den Notar aber nicht daran, wie „kompliziert“ ein Fall ist. Relevant für die Berechnung ist der Wert der Immobilie, um die es geht. Am günstigsten ist es meist, wenn es gelingt einen Pauschalbetrag zu vereinbaren.

Sparen können Sie übrigens, indem Sie zuerst das unbebaute Grundstück kaufen und nach einem angemessenen Zeitraum darauf bauen. Denn der Kaufpreis für ein unbebautes Grundstück ist höchstwahrscheinlich niedriger als für ein bereits bestehendes Haus auf einem entsprechenden Baugrundstück, und damit sinken auch die Notarkosten beim Hauskauf.

Preise und Kammertarife bei Notaren

 

Während Notare keine festen Pauschalen berechnen, gibt die Gebührenordnung für Notare doch sehr präzise Rahmenbedingungen für die anfallenden Kosten beim Kauf einer Immobilie vor. Der Spielraum für Variationen ist hierbei begrenzt. Dies hat den Vorteil, dass Sie als Kunde die Gewissheit haben, keine überhöhten Gebühren zu entrichten. Gleichzeitig bedeutet dies jedoch auch, dass Verhandlungen über die Honorare für die Dienstleistungen eines Notars kaum möglich sind.

Tipp

Die rund 500 Notariate in Österreich gehören alle der Notarkammer des jeweiligen Bundeslands an. Über die Österreichische Notariatskammer können Sie Notare in Ihrer Nähe und die jeweiligen Tarife finden. Die Tarife stellen dabei die preislichen Höchstgrenzen dar.


Kann man Notarkosten von der Steuer absetzen?

Um die Frage kurz zu beantworten: Nein, die Kosten für Grundbucheintragung und Notar sind nicht steuerlich absetzbar, zumindest dann nicht, wenn Sie die Immobilie für private Zwecke kaufen. Sind Sie Unternehmer und erwerben die Liegenschaft betrieblich, so sind auch damit verbundene Aufwendungen wie Notariatskosten steuerlich verwertbar. 


Sie wollen mehr Informationen zu den Notarkosten beim Immobilienkauf in Österreich? Dann können Ihnen folgende Ratgeber sicher weiterhelfen:

Notarkosten beim Wohnungskauf: Wer zahlt was?

Grundstückskauf in Österreich: die Notarkosten

Notarkosten für Beglaubigungen in Österreich

Notarkosten bei Schenkungen in Österreich


Notar und Grundbuch: Eintragungsgebühr und Löschung

Wenn Sie ein Eigenheim kaufen wollen, geht es zunächst einmal um den Eintrag Ihres Eigentums in das Grundbuch. Es kann aber auch der Tag kommen, an dem Sie eine Eintragung löschen wollen, weshalb wir diesen Fall und die damit verbundenen Kosten hier der Vollständigkeit halber mit erwähnen.

Notarkosten für die Grundbucheintragung

Die Notarkosten beim Hauskauf für den Eintrag ins Grundbuch hängen wieder ganz vom Kammertarif ab, mit Pauschalangaben ist es also ein weiteres Mal nicht getan. Was Sie allerdings wissen sollten: Die entstehenden Kosten sind nicht mit der Verbücherung gleichzusetzen, also den amtlichen Gebühren für die Grundbucheintragung, damit Sie als Eigentümer im Grundbuch eingetragen werden.

Die Kosten für die Verbücherung bei dem Erwerb einer Liegenschaft betragen 1,1 Prozent des Kaufpreises. Da die meisten Hauskäufer in der Regel aber für den Immobilienkauf eine Hypothek aufnehmen, kommen noch einmal in etwa 1,20 bis 1,44 Prozent vom eingetragenen Kreditbetrag dazu (je nachdem, ob das Kreditinstitut auf den Kreditbetrag noch eine Nebengebührensicherstellung, meist 20 %, einfordert). Für die Hypothek ist also der im Grundbuch eingetragene Kreditbetrag die Basis für die anfallenden Kosten beim Hauskauf.

Diese Kosten entstehen, wenn das finanzierende Kreditinstitut sein Pfandrecht im Grundbuch einträgt. Ihre Unterschrift, aber auch die rechtsverbindliche Unterschrift der finanzierenden Bank, muss auf der Pfandurkunde durch einen Notar beglaubigt werden. All dies verursacht Mehrkosten, die Sie unbedingt in der Planung von Anfang an berücksichtigen sollten. 

Nutzen Sie Ihre Förderchancen 2024
Erfahren Sie, wie Sie von den aktuellen Förderungen maximal profitieren können: Ersparnisse bei den Nebenkosten, günstigere Zinsen und steuerliche Vorteile sind jetzt greifbar. Neu, unter anderem seit dem 01.04.2024: Wesentliche Erleichterungen für den privaten Immobilienerwerb durch die temporäre Gebührenbefreiung beim Immobilienkauf – dem Wegfall der Grundbucheintragungsgebühr und Pfandrechtseintragungsgebühr. Lassen Sie diese Chance nicht ungenutzt und informieren Sie sich in unserem Ratgeber:
Konjunkturpaket für den Wohnbau 2024".

Notarkosten für die Löschung eines Grundbucheintrags

Sobald Sie den kompletten Darlehensbetrag an das Kreditinstitut zurückgezahlt haben, wird die Hypothek auf Ihr Haus hinfällig und Sie können den Grundbucheintrag für das Pfandrecht löschen lassen. Umsonst ist das aber nicht und auch dabei kann man sich von einem Notar unterstützen lassen.

Die Kosten für einfache Grundbuchsangelegenheiten wie die Löschung eines Pfandrechts betragen aktuell rund 45 Euro. Sie benötigen dazu eine sogenannte Löschungsquittung der Bank, mit der Ihnen verbindlich bestätigt wird, dass das Pfandrecht gelöscht werden darf. Auch für die Ausstellung der Löschungsquittung werden Kosten durch die Bank in Rechnung gestellt. 

Es gibt abgesehen vom Standardfall eines Hauskaufs natürlich noch sehr viele andere Bereiche, in denen Notare im Immobiliengeschäft tätig sind. Auch eine Beglaubigung oder Schenkung läuft zum Beispiel nicht ohne Notar, und ebenso wenig können Sie auf einen Notar verzichten, wenn Sie ein Haus überschreiben lassen. Anders gesagt: Ganz ohne Notar geht es nicht, wenn Sie Eigentümer eines Eigenheims werden wollen!

Immobilienkredit

Kostenlos und unverbindlich

Brauchen Sie Unterstützung? Einer unserer Infina Wohnbau-Finanz-Experten unterstützt Sie gerne!

Kontaktieren Sie uns

Bildquellen: Daniel Jedzura/ Shutterstock.com, Africa Studio/ Shutterstock.com, JP WALLET/ Shutterstock.com
Rechtshinweise zu unseren Ratgebern finden Sie in unserer Verbraucherschutzinformation.


Über den Autor: Hagen Luckert
Position: Geschäftsführer

Meine gesamte berufliche Laufbahn habe ich im Kreditbereich verbracht. Zunächst im Sparkassen- sowie im Großbankensektor in Deutschland. Nach Leitung der Business-Unit Kreditstrategie- und Organisation in einem großen Beratungsunternehmen war ich als Geschäftsführer einer Kreditfabrik tätig. Im Anschluss daran wurde ich als Vorstand in einem Softwareunternehmen für künstliche Intelligenz im Bankenbereich berufen und habe 2019 in die Geschäftsführung von Infina gewechselt. Die ständige Recherche, strukturierte Aufbereitung sowie verständliche Veröffentlichung von allen Fragestellungen rund um das Kreditgeschäft gehören zu den wesentlichen Schwerpunktsetzungen meiner Funktion.

Lesen Sie meine Finanzierungs-Tipps
Kontakt

Nachricht absenden

Die neuesten Artikel finden Sie hier – immer einen Schritt voraus

Rechte und Pflichten als Wohnungseigentümer

Ihre Rechte und Pflichten als Wohnungseigentümer – einfach erklärt: ✓ Nutzungsrecht ✓ Mitsprache ✓ WEG 2022 ► Jetzt informieren!

Energieausweis in Österreich: Kosten, Inhalte und Ausstellung

In diesem Beitrag lesen Sie, was der Energieausweis alles umfasst und wann Sie diesen benötigen.

Spartipps: Wie am besten sparen für ein Haus?

Sie träumen von einem Eigenheim? Lesen Sie 15 Tipps, wie Sie am besten für ein Haus sparen!

Die am häufigsten gelesenen Artikel – Ratgeber für die Immobilienfinanzierung

Konjunkturpaket für den Wohnbau 2024

Welche Förderungen gibt es? Bis 500.000 € neues Wohneigentum Gebühren sparen ✓ Förderzins 1,5 % bis 200.000 € ✓ Steuervorteile ✓ ► Erfahren Sie mehr

Entlastung beim Kredit: Lösung gegen weiter steigende Zinsen

Die Lösung gegen gestiegene Zinsen: Lesen Sie mehr ✓ Umschuldungskredit ✓ Kreditrate senken ► Jetzt informieren!

Zinsen berechnen beim Kredit: Wie viele Zinsen muss ich zahlen?

Die Höhe der Zinsen ist ein wichtiges Kriterium, wenn es darum geht, den besten Kredit auszuwählen. Möchten Sie einen günstigen Wohnkredit erhalten, dann lohnt sich also in jedem Fall ein Zinsvergleich.