INFINA LOGO

Rendite bei Immobilien: Gewinn richtig einschätzen

Modernes Mehrfamilienhaus im Grünen in Stadt
Gerhard Veichtlbauer
Autor: Ing. Gerhard Veichtlbauer
Kategorie: Finanzierung
Datum: 17.09.2026

Wer in Immobilien investiert, möchte vor allem eines wissen: Lohnt sich die Investition? Dabei spielt die Rendite als zentrale Kennzahl eine entscheidende Rolle. Sie zeigt, wie effizient Ihr eingesetztes Kapital arbeitet und ob sich das Objekt langfristig auszahlt. Erfahren Sie hier, wie Sie Ihre Immobilienrendite richtig berechnen und welche Faktoren entscheidend sind.

Artikel Link kopieren Artikel anhören In Google als Quelle festlegen

Das Wichtigste im Überblick: Rendite

  • Die Rendite gibt Auskunft über den Ertrag aus Vermietung oder Verkauf einer Immobilie.
  • Unterschieden wird zwischen Bruttomietrendite und Nettomietrendite.
  • Experten empfehlen mindestens 5–6 % Bruttomietrendite und 3,5–4 % Nettomietrendite.
  • Nebenkosten und Instandhaltung beeinflussen Ihre tatsächliche Rendite erheblich.
  • Alternativ können Renditen auch über den Verkauf oder Immobilienfonds erzielt werden.

Was versteht man unter Rendite bei Immobilien?

Die Rendite beschreibt den Gewinn, den Sie aus Ihrem investierten Kapital in Immobilien ziehen. Sie berechnet sich aus den Einnahmen durch Vermietung oder Verkauf und gibt an, wie profitabel eine Investition ist. Die Immobilienrendite dient dabei als zentrale Kennzahl zur Bewertung der Wirtschaftlichkeit eines Objekts. Besonders in Zeiten sinkender bzw. niedriger Zinsen und höherer Inflation sehen viele Österreicher Immobilien als attraktive Möglichkeit zur langfristigen Vermögenssicherung.


Mietrendite berechnen: Brutto- und Nettomietrendite für Ihr Renditeobjekt im Vergleich

Die Mietrendite ist entscheidend, um zu bewerten, ob sich ein Immobilieninvestment lohnt. Man unterscheidet hierbei zwischen der Bruttomietrendite und der Nettomietrendite.

Bruttomietrendite

Die Bruttomietrendite bietet eine erste Einschätzung zur Rentabilität, berücksichtigt jedoch keine Zusatzkosten.

Formel Bruttomietrendite:

(Jahreskaltmiete* / Kaufpreis) x 100

*Miete ohne Betriebskosten, reine Mieterlöse

Beispielrechnung:

  • Kaufpreis Wohnung Wien: 270.000 €
  • Jahreskaltmiete: 10.200 € (850 € pro Monat)
  • Bruttomietrendite: (10.200 / 270.000) x 100 = 3,8 %

Eine Bruttomietrendite zwischen 5 % und 6 % gilt als gut. Werte darunter sind kritisch zu betrachten.

Nettomietrendite

Für eine realistischere Einschätzung Ihrer Immobilieninvestition berechnen Sie die Nettomietrendite, die sämtliche Kosten berücksichtigt. Zum einen geht es hier im Kaufnebenkosten wie Maklergebühren, Grundbucheintragung, Treuhänder/Notar und Grunderwerbsteuer. Auf der operativen Seite der Vermietung fallen eine Instandhaltungsrücklage, Reparaturkosten, Gebühren der Hausverwaltung und Leerstandskosten an. 

Im kommenden Fallbeispiel geht es um eine 60 m2 Wohnung in Wien, wofür jährlich 1.500 Euro an Instandhaltungsrücklage, 400 Euro Reparaturkosten, 300 Euro Kosten für die Hausverwaltung und ca. 2 % der Jahresmiete an Leerstandskosten anfallen.

Formel Nettomietrendite:

(Jahreskaltmiete - Vermieterkosten) / (Kaufpreis + Kaufnebenkosten) x 100

Beispielrechnung (Wiener Wohnung):

  • Jahreskaltmiete: 10.200 €
  • Vermieterkosten (Hausverwaltung, Reparaturen, Leerstandsrisiko, Rücklagen): 2.400 €
  • Kaufpreis inkl. Nebenkosten (Makler, Grunderwerbssteuer, Notar): 296.640 €
  • Nettomietrendite: (7.800 / 296.640) x 100 = 2,6 %

Experten empfehlen mindestens 3,5 % bis 4 % Nettomietrendite. Höhere Werte bedeuten bessere Rentabilität und weniger Risiko.

Denken Sie bei der Renditeberechnung auch an Ihre Finanzierungskosten. Nutzen Sie unseren Kreditrechner, um monatliche Raten, Zinssätze und Gesamtkosten zu ermitteln – und Ihre Immobilienrendite noch realistischer einzuschätzen.

Kreditrechner

Kostenlos und unverbindlich


Faktoren, die Ihre Rendite beeinflussen

Bei der Berechnung Ihrer Rendite sind mehrere Faktoren entscheidend:

  • Instandhaltungskosten: Hohe Reparatur- und Wartungskosten reduzieren die Rendite.
  • Leerstandsrisiko: Besonders in weniger gefragten Gegenden steigt das Risiko für Mietausfälle.
  • Steuern: Einnahmen aus der Vermietung sind steuerpflichtig und beeinflussen die Netto-Rendite erheblich.
  • Wertsteigerung der Immobilie: Langfristige Wertsteigerungen erhöhen indirekt Ihre Gesamtrendite.

Immobilien verkaufen statt vermieten?

In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, Ihre Immobilie zu verkaufen statt langfristig zu vermieten. Die Rendite beim Verkauf berechnet sich, indem der ursprüngliche Kaufpreis und Verkaufsnebenkosten vom erzielten Verkaufspreis abgezogen werden. Ein Vergleich zwischen Miet- und Verkaufsrendite ist daher wichtig, um die optimale Entscheidung zu treffen.


Wie finde ich ein attraktives Renditeobjekt? Tipps für Ihre Immobilienrendite

Ein lohnendes Renditeobjekt zeichnet sich durch gute Lage, solide Bausubstanz und stabile Mieteinnahmen aus. Wer die Immobilienrendite vor dem Kauf realistisch berechnet und auf Leerstandsrisiken achtet, kann langfristig profitabel investieren. Besonders in gefragten Lagen mit Entwicklungspotenzial sind überdurchschnittliche Mietrenditen möglich – ideal für den nachhaltigen Vermögensaufbau.

Auf Infina Home entdecken Sie passende Objekte für Ihre Investmentstrategie:

Immobilie finden

Aktuelle Objekte

Ausblick: Renditen und Immobilienmarkt in Österreich

Der österreichische Immobilienmarkt zeigt sich derzeit robust, doch regional bestehen große Unterschiede in den erzielbaren Renditen. Spitzenreiter bei Mietrenditen sind aktuell Graz und Klagenfurt mit Werten zwischen 4,8 % und 5,7 %. In Wien sind durchschnittliche Werte um 3,7 % üblich, variieren jedoch stark zwischen den Bezirken. Die Zukunft zeigt: Wer genau rechnet und gezielt investiert, kann auch in unsicheren Zeiten attraktive Immobilienrenditen erzielen.

Bildquellen: Robert Kneschke / Adobe Stock, Yakobchuk Olena / Adobe Stock
Rechtshinweise zu unseren Ratgebern finden Sie in unserer Verbraucherschutzinformation.


Gerhard Veichtlbauer
Über den Autor: Ing. Gerhard Veichtlbauer
Position: Leiter Corporate Finance & designierter Geschäftsführer

Meine Finanz- und Beratungskompetenz basiert auf 14 Jahren Erfahrung im Bankensektor, in denen ich unter anderem als Vertriebsleiter, Prokurist und Bankstellenleiter tätig war. Seit 2020 bin ich als ungebundener Kreditvermittler bei Infina aktiv und durfte innerhalb von drei Jahren den zweitgrößten Infina-Standort Österreichs aufbauen. Ergänzend zu meiner erfolgreich abgelegten Befähigungsprüfung zum Unternehmensberater engagiere ich mich in der Wirtschaftskammer Salzburg im Ausschuss der Finanzdienstleister. Seit 1. Jänner 2025 leite ich den Bereich Corporate Finance bei Infina und entwickle als designierter Geschäftsführer maßgeschneiderte Finanzierungs- und Beratungslösungen für unsere Kunden.

Die neuesten Artikel finden Sie hier – immer einen Schritt voraus

Musterhausparks in Österreich: Diese gibt’s!

Fertighaus in Österreich gesucht? Wir zeigen Ihnen, wo Sie Musterhausparks in Österreich finden – inkl. Tipps. Jetzt informieren!

Energieausweis in Österreich: Kosten, Inhalte und Ausstellung (inkl. Expertenermittlung)

In diesem Beitrag lesen Sie, was der Energieausweis alles umfasst und wann Sie diesen benötigen.

Grundstückskauf: Darauf müssen Sie achten

Was muss ich beim Grundstückskauf beachten? Lesen Sie im Ratgeber alles zum Thema Grundstück kaufen ✓ Checkliste Grundstückskauf ✓ Grundstückseigenschaften ✓ Kosten ✓ Kaufvertrag und Grundbucheintragung

Die am häufigsten gelesenen Artikel – Ratgeber für die Immobilienfinanzierung

OGH-Urteil Kreditbearbeitungsentgelt: Was bedeutet das für Kreditnehmer?

Wichtige Entscheidung: OGH kippt BAWAG-Kreditbearbeitungsgebühr. Erfahren Sie, welche Rechte Kreditnehmer jetzt haben.

Konjunkturpaket für den Wohnbau 2024 bis 2026

Welche Förderungen gibt es? ✓ Förderzins 1,5 % bis 200.000 € ✓ Steuervorteile ✓ Gebühren sparen nur vor 01.07.2026 ► Erfahren Sie mehr!

Zinsen berechnen beim Kredit: Wie viele Zinsen muss ich zahlen?

Die Höhe der Zinsen ist ein wichtiges Kriterium, wenn es darum geht, den besten Kredit auszuwählen. Möchten Sie einen günstigen Wohnkredit erhalten, dann lohnt sich also in jedem Fall ein Zinsvergleich.