Haushaltsrechnung: Tipps und Vorlagen für das Haushaltsbudget

Haushaltsrechnung
Autor: Mag. Elfi Stampfl
Kategorie: Finanzierung
Datum: 08.07.2021

Wenn Sie einen Kredit aufnehmen wollen, dann kommen Sie in den meisten Fällen nicht an einer Haushaltsrechnung vorbei. Im Großen und Ganzen ist eine Haushaltsrechnung zwar nur eine Art Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, es gibt jedoch einige Punkte die Sie dabei beachten sollten. Wie Sie Ihr Haushaltsbudget genau berechnen können, was Sie beachten müssen und wo Sie entsprechende Vorlagen für die Haushaltsrechnung finden, erfahren Sie in unserem Ratgeber Haushaltsrechnung: Tipps und Vorlagen für das Haushaltsbudget.

Baufinanzierung: Wie hängen Haushaltsrechnung und Kredit zusammen?

Bevor eine Bank einen Kredit vergibt, will sie – kaum überraschend – sichergehen, dass dieser auch zurückgezahlt werden kann. Zu diesem Zweck fordert das Kreditinstitut eine Haushaltsrechnung: Die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben ermöglicht eine Einschätzung, welche Tilgungsraten realistisch sind.

Wenn die Haushaltsrechnung positiv ausfällt und die Bank befindet, dass Ihr Budget noch genug Raum für die Tilgungsraten bietet, ist das ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Kreditbewilligung. Sind die Angaben allerdings lückenhaft, wird eine Haushaltspauschale als Messlatte angewendet. Dabei handelt es sich um Durchschnittswerte.

Je genauer Sie also über Ihre monatlichen Einnahmen und Ausgaben Auskunft geben können und je weiter zurück Ihre Haushaltsrechnung reicht, desto besser. Es mag altmodisch klingen, aber: Legen Sie sich ein Haushaltsbuch an, sei es manuell oder per Excel-Tabelle. So behalten Sie selbst den Überblick, entdecken vielleicht sogar Möglichkeiten, Geld zu sparen – und haben Ihre Haushaltsrechnung im Bedarfsfall gleich parat.


Was gehört zu einer privaten Haushaltsrechnung?

Einnahmen und Ausgaben berechnen, schön und gut, aber was sollte dabei alles berücksichtigt werden? Da wären einerseits die Lebenshaltungskosten und andererseits Fixkosten, die jeden Monat aufs Neue anfallen. Hier der Überblick, wie Sie garantiert nichts übersehen:

Was zählt zu den Lebenshaltungskosten in Österreich?

Unter Lebenshaltungskosten versteht man alle Ausgaben, die man im täglichen Leben zwangsläufig hat. Das sind im Wesentlichen die folgenden:

  • Wohnkosten (Miete, Unterkünfte bei häufigen beruflichen Reisen etc.)
  • Lebensmittel/Verpflegung
  • Kleidung
  • Gesundheitsversorgung (Arzneimittel, Pflegekosten etc.)
  • Ausbildungskosten
  • Telekommunikation (Telefon, Fernsehen, Internet, Rundfunkgebühren etc.)
  • Kosten für öffentlichen Transport bzw. Fahrzeughaltung 

Abgesehen davon verursachen natürlich auch Freizeitaktivitäten gewisse Ausgaben, genauso wie Tierhaltung, Spenden, Mitgliedsbeiträge und sonstige nicht zwingend notwendige Posten. Beispiele dafür, wie all diese Kosten in einem Ein- oder Mehrpersonenhaushalt aufgeteilt sein können, finden Sie unter anderem hier.

Wie kann man die monatlichen Ausgaben und Fixkosten berechnen?

Zu den Fixkosten zählen alle Beträge, die jeden Monat wieder abgebucht werden. Solche Dauerausgaben sollten durch Kontoauszüge belegt werden können. In den Fixkosten finden sich großteils die oben bereits erwähnten Ausgaben wieder:

  • Miete + Betriebskosten
  • Lebensmittel
  • Energieversorgung
  • Telefon- und Internetanschluss
  • Rundfunkgebühren und Fernsehanbieter
  • Transportkosten
  • Versicherungen (Lebens-, Haushalts-, Zusatz-, Autoversicherung etc.)
  • Abonnements (Musik- und Streamingdienste, Zeitschriften/Magazine etc.)
  • Unterhaltszahlungen für Kinder (Alimente)

Vergessen Sie nicht die monatlichen Raten für bestehende Kredite oder Leasingverträge, sofern diese nicht mit der neuen Finanzierung abgelöst werden.

In aller Regel ist es damit aber nicht getan und es kommen noch weitere Posten dazu, die von Fall zu Fall variieren. Es muss sich dabei nicht zwingend um Fixkosten handeln, unter den Tisch fallen sollten diese Kostenfaktoren jedoch definitiv nicht. Hier nur eine kleine Auswahl:

  • Schul- oder Kindergartengebühren
  • Urlaube und Reisekosten
  • Sport
  • Kleidung (über dem durchschnittlichen Bedarf)
  • Kultur
  • Hobby-Kosten
  • Spenden
  • Geschenke
  • Servicepauschalen

Sie sehen schon: Eine Aufstellung der Fixkosten allein ergibt bei weitem kein vollständiges Gesamtbild. Zählen Sie also zu den Fixkosten alle weiteren Ausgaben, die mehr oder weniger regelmäßig getätigt werden.

Und selbst wenn Sie dieses Geld vielleicht aktuell nicht ausgeben (müssen): Kalkulieren Sie einen Sicherheitspuffer ein! Rechnen Sie zum Beispiel die Leasingraten für ein neues Auto oder auch „nur“ die Anschaffungskosten für eine Waschmaschine, eine Küchenausstattung etc. auf 12 Monate um, und planen Sie diese Zusatzbelastung fest ein.

So sind Sie trotz Kredittilgungsraten gerüstet, wenn der Geschirrspüler kaputt geht, der Laptop aus Versehen vom Tisch fällt, Handwerker anrücken müssen etc.. Bedenken Sie außerdem Kosten wie die jährliche Servicepauschale bei Telefonanbieter und Co.: Üblicherweise summieren sich diese Pauschalen schneller, als man denkt...

Die Einnahmen-Ausgaben-Rechnung

Bei dieser Rechnung ist der Name Programm: Sie ziehen einfach alle Ausgaben von den gesammelten Einnahmen ab. Dabei kann eigentlich nicht viel schiefgehen – sofern Sie schonungslos ehrlich mit sich selbst sind und die Beträge möglichst auf den Cent genau notieren. Eine Hilfestellung für das Haushaltsbudget bietet dieser Budgetrechner.

Denn je genauer die Rechnung ist, desto vertrauenswürdiger wirkt das auf die Bank. Wenn dann noch der Differenzbetrag positiv ausfällt und Sie entsprechende Belege vorweisen können, kann sich das nur gut auf den Kreditantrag auswirken! Sind jedoch die eigenen Angaben stark beschönigt und stimmen so gar nicht mit der Pauschalrechnung überein, kann es passieren, dass der Antrag abgelehnt wird.


Das Haushaltsbudget erstellen: So geht’s

Genug Theorie, jetzt geht es an die Praxis! Dazu brauchen Sie neben den oben genannten gesammelten Ausgaben natürlich auch Ihre regelmäßigen Einkünfte:

  • den Nettolohn (Erwerbseinkommen minus Steuern und Sozialabgaben)
  • weitere Einkünfte wie Kinder-, Familien- oder Studienbeihilfe
  • Mieteinnahmen etc.
  • Renten

Diese Punkte sind wieder nur eine Auswahl; dazu kommen noch jegliche andere Einnahmequellen. Achtung: Bedenken Sie, dass manche Beihilfen früher oder später wegfallen, und rechnen Sie Bonuseinkünfte wie Weihnachts- und Urlaubsgeld nicht mit ein. Diese Gelder werden von Kreditinstituten häufig nicht als laufende Einnahme anerkannt – und nur solche sind relevant, wenn es um einen Immobilienkredit geht, der immerhin über mehrere Jahre zurückgezahlt wird.

Dass Sie an dieser Stelle kein konkretes Beispiel finden, hat übrigens einen Grund: In jedem Bundesland gelten andere Mietpreisdurchschnitte etc. Ein Beispielrechnung könnte daher unmöglich die Verhältnisse in Österreich allgemein widerspiegeln.

Hinzu kommt, dass die finanzielle Situation und die Ausgabenposten in jedem Haushalt unterschiedlich und Richtwerte damit nur begrenzt sinnvoll sind. Kurz: Mit Ihrer persönlichen Einnahmen-Ausgaben-Rechnung sind Sie am besten beraten!


Haushaltsrechnung per Vorlage oder mit Excel?

Man muss es sich ja nicht unnötig schwer machen: Für die Haushaltsrechnung können Sie ganz einfach eine Vorlage nutzen. Die S-Bausparkasse, Bawag PSK und Raiffeisen-Bausparkasse etwa bieten Beispiele und Haushaltsrechner, in denen Sie Ihre Werte eintragen können.

Alternativ legen Sie sich eine Excel-Tabelle mit unterschiedlichen Rubriken an, zum Beispiel mit dieser Vorlage. Wenn Sie Ihre Ausgaben und Einnahmen lieber händisch notieren wollen, erfüllt ein Haushaltsbuch oder -heft selbstverständlich denselben Zweck.

Ob mit Hilfestellung in Form einer Vorlage, ob analog oder digital – wichtig sind bei der Haushaltsrechnung nur zwei Dinge:

  1. dass sie überhaupt existiert, denn sie ist ein maßgebliches Beurteilungskriterium bei der Kreditvergabe und
  2. dass sie absolut ehrlich und mit Kontoauszügen oder anderen Dokumenten belegt werden kann.

Wenn Sie diese Faktoren berücksichtigen und frühzeitig damit beginnen, alle Einnahmen und Ausgaben im Blick zu behalten, tun Sie sich selbst auf dem Weg zum Eigenheim einen großen Gefallen – versprochen! 

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Über den Autor: Mag. Elfi Stampfl
Position: Leiterin Finanzierungsservice & Infina Academy

Meine Expertise im Bereich der Organisation und Ausbildung habe ich als Verwaltungsleiterin einer großen Genossenschaft in Südtirol erworben. Die Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Unternehmen war für mich die beste Schule des Lebens. Seit 2013 leite ich das Finanzierungsservice der Infina. Mein hohes Qualitätsverständnis führte zur Gründung der Infina Academy, da es mein Anspruch ist, dass unsere Wohnbau-Finanz-Experten dazu befähigt sind, die beste Finanzierungsberatung in ganz Österreich anzubieten. Für mich persönlich sind Ehrlichkeit und die Bereitschaft für den Kunden alles zu tun das höchste Gebot.

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