Notarkosten für Beglaubigungen in Österreich

Autor: Hagen Luckert
Kategorie: Finanzierung
Datum: 17.09.2020

Ohne die Beglaubigung durch einen Notar ist auch der detaillierteste Kaufvertrag vor Gericht nicht viel wert. Aber welchen Nutzen hat die notarielle Beglaubigung beim Eigentumserwerb konkret und mit welchen Kosten ist zu rechnen? Wir haben die wichtigsten Informationen für Sie zusammengefasst. 

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Was bedeutet die notarielle Beglaubigung beim Hauskauf?

Im Wesentlichen bedeutet die Beglaubigung durch den Notar, dass die Unterschriften des Käufers und des Verkäufers als echt anerkannt werden. Damit wird und bleibt der Kaufvertrag für Ihr Eigenheim rechtsgültig: Ein Verfallsdatum gibt es bei Beglaubigungen nicht.

Die Beglaubigung ist also insgesamt das sicherste Beweismittel für die Echtheit des Kaufvertrags und die rechtmäßige Besitzübertragung des Grundstücks bzw. der Immobilie. Das Notariat erstellt außerdem eine Bestätigung, dass die Beglaubigung durchgeführt wurde, sodass der Vorgang genau dokumentiert ist. Bitte beachten Sie jedoch, dass die Beglaubigung nichts mit dem Vertragsinhalt zu tun hat. Dieser wird nicht überprüft, es sei denn, dies wird im Vorfeld vereinbart.

In der Regel findet die Beglaubigung der Unterschrift(en) im Notariat statt. Dafür müssen Sie selbst anwesend sein, schließlich soll die Echtheit Ihrer Unterschrift bezeugt werden. Wichtig für die Abwicklung ist zudem der fertige Kaufvertrag sowie ein amtliches Ausweisdokument mit diesen Angaben:

  • Vollständiger Name
  • Geburtsdatum
  • Lichtbild
  • Ausstellende Behörde
  • Ablaufdatum
  • Unterschrift

Sofern zutreffend, wird in manchen Fällen auch eine Bestätigung über den akademischen Grad gefordert. Sofern dieser nicht auf dem Ausweisdokument steht, sollten Sie ein entsprechendes Zeugnis mitbringen.

Es ist übrigens neben der eigentlichen Beglaubigung auch möglich, eine beglaubigte Kopie des Kaufvertrags anfertigen zu lassen. In diesem Fall besagt die notarielle Beglaubigung, dass die Abschrift mit dem Original übereinstimmt.


Das kostet die beglaubigte Unterschrift auf dem Kaufvertrag

Was die Beglaubigung kostet, hängt von einigen Faktoren ab. Da ist einerseits der zutreffende Kammertarif. Andererseits spielt auch der Kaufpreis bzw. die Höhe des Pfandrechts eine Rolle, denn anhand dieser Summe wird die Beglaubigungsgebühr festgelegt.

In vielen Fällen ist bei der Berechnung der Notargebühren die einzutragende Hypothek ein relevanter Faktor, da das Projekt Eigenheim doch oft mithilfe eines Kredits finanziert wird. Die Pfandurkunde wird dann sowohl durch das Kreditinstitut als auch durch den Kreditnehmer unterfertigt. Auch diese Unterschriften werden durch den Notar beglaubigt und es fallen Kosten an.

Festgelegt werden die Gebühren durch das Notariatstarifgesetz , nicht selten ist es aber möglich, von Anfang an ein Pauschalhonorar auszuhandeln. In der Praxis kann übrigens ebenso das zuständige Betriebsgericht die Beglaubigung durchführen.

Wer für die Beglaubigung zahlt, ist rechtlich nicht festgelegt und damit Verhandlungssache. In der Regel geben aber Sie als Käufer den Auftrag zur Beglaubigung und sind damit in der Verantwortung, die Gebühren zu zahlen. Wird eine Hypothek für ein Kreditinstitut eingetragen, so werden ebenfalls Sie diese Kosten zu tragen haben.

Unabhängig davon, wer den Notar bezahlt und wie hoch die Kosten dafür sind: Erst die Beglaubigung lässt den Kaufvertrag für Ihre Immobilie rechtskräftig werden. Der eigentliche Vorgang dauert zwar nur wenige Minuten, ist aber dafür umso bedeutsamer – und ein Schritt, der beim Kauf des Eigenheims auf keinen Fall fehlen darf.

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Über den Autor: Hagen Luckert
Position: Geschäftsführer

Meine gesamte berufliche Laufbahn habe ich im Kreditbereich verbracht. Zunächst im Sparkassen- sowie im Großbankensektor. Nach Leitung der Business-Unit Kreditstrategie- und Organisation in einem großen Beratungsunternehmen war ich als Geschäftsführer einer Kreditfabrik tätig. Im Anschluss daran war ich als Vorstand in einem Softwareunternehmen für künstliche Intelligenz im Bankenbereich tätig und habe 2019 in die Geschäftsführung von Infina gewechselt. Die ständige Recherche, strukturierte Aufbereitung und verständliche Veröffentlichung von allen Fragestellungen rund um das Kreditgeschäft gehören zu den wesentlichen Schwerpunktsetzungen meiner Funktion.

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