Eine Einliegerwohnung ist eine eigenständige, vollwertige Wohneinheit, die sich zwar in einem Einfamilienhaus befindet, aber vom restlichen Wohnhaus abgetrennt ist. Die separat begehbare Einliegerwohnung kann beispielsweise vermietet werden oder als Gästeapartment dienen. Auch zur Unterbringung einer Pflegekraft ist eine Einliegerwohnung praktisch. Finden Sie in diesem Ratgeber die Vor- und Nachteile, damit Sie entscheiden können, ob eine Einliegerwohnung für Ihr Haus geeignet ist.
Eine Einliegerwohnung kann flexibel genutzt werden: Zur Vermietung, als Wohnung für eine Pflegekraft, als Büro oder auch als barrierefreie Wohnmöglichkeit im hohen Alter.
Eine Einliegerwohnung sollte möglichst bereits beim Hausbau berücksichtigt werden und sie verursacht entsprechende Zusatzkosten.
Obwohl eine Einliegerwohnung über einen eigenständigen Zugang verfügt, ist die Privatsphäre nicht ganz in dem Ausmaß gegeben, wie bei einem Haus ohne zusätzliche Wohneinheit.
Ein Haus mit Einliegerwohnung unterscheidet sich deutlich von einem Zweifamilienhaus.
Was ist eine Einliegerwohnung?
Eine Einliegerwohnung ist eine getrennte Einheit eines Gebäudes, das ansonsten ein klassisches Einfamilienhaus ist. Meist im Erdgeschoß gelegen, verfügt sie über einen eigenen Eingang. Es gibt eine Küche, ein Bad und ein bis zwei Zimmer. Die meisten Einliegerwohnungen sind kleine Apartments. Das macht auch den Unterschied zu einem Mehrparteien- oder Doppelhaus aus.
Während es bei diesen Wohnformen mehrere sehr ähnliche Wohneinheiten gibt, ist die Einliegerwohnung eine kleine, getrennte Einheit und das übrige Gebäude wird vollständig von ein oder maximal zwei Parteien genutzt. Die Idee ist einfach. Es wird ein Einfamilienhaus gebaut, aber es gibt eine kleine, zusätzliche Wohneinheit, die flexibel nutzbar ist.
Eine Einliegerwohnung ist Teil eines klassischen Einfamilienhauses.
Vorteile und Nachteile einer Einliegerwohnung
Die Vor- und Nachteile einer Einliegerwohnung hängen immer davon ab, wie diese zusätzliche Wohneinheit genutzt werden soll. Nachstehend finden Sie einige typische Vor- und Nachteile, die zu bedenken sind, bevor Sie sich für ein Haus mit Einliegerwohnung entscheiden.
Vorteile
Nachteile
Die Einliegerwohnung ist flexibel nutzbar. Im Lauf der Jahre kann sie unterschiedlich verwendet werden.
Die Einliegerwohnung ist zwar getrennt begehbar, aber die Privatsphäre ist nicht ident mit einem Einfamilienhaus ohne Einliegerwohnung.
Die Einliegerwohnung kann barrierefrei gestaltet werden.
Für die zusätzliche Wohneinheit wird entsprechend viel Wohnfläche verbraucht.
Sie kann als Alterswohnung dienen, wenn Ihnen das gesamte Haus zu groß wird.
Es fallen zusätzliche Bau- und Betriebskosten für die Einliegerwohnung an.
Durch Vermietung der Einliegerwohnung können Einnahmen lukriert werden.
Selbständige können die Einliegerwohnung bei Bedarf auch als Büro nutzen.
Welche Vor- und Nachteile relevant und entscheidend sind, hängt stark von Ihrer individuellen Situation ab. Zu bedenken ist, dass sich die Nutzungsform der Einliegerwohnung im Lauf der Jahre vermutlich verändern wird. Überlegen Sie daher nicht nur bezüglich aktuell existierender Argumente. Denn Ein Haus mit Einliegerwohnung bauen bedeutet immer auch, eine zusätzliche Wohneinheit zu errichten, die künftig flexibel nutzbar ist. Gerade diese Flexibilität ist ein starker Pluspunkt jeder Einliegerwohnung.
Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung, für wen geeignet?
Für ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung gibt es verschiedene Nutzungsmöglichkeiten und Zielgruppen. Auch wenn Sie noch keine konkrete Idee dazu haben, wie Sie eine Einliegerwohnung möglicherweise nutzen werden, kann es sich doch lohnen, diese einzuplanen. Denn die Nutzungsform entwickelt sich im Lauf des Lebens. Nachfolgend finden Sie dazu einige Szenarien, wie ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung bewohnt werden kann:
Einliegerwohnung zur Vermietung: Speziell in gefragten Wohngegenden lässt sich eine Einliegerwohnung gut vermieten. So erschaffen Sie sich ein praktisches Nebeneinkommen.
Einliegerwohnung als Gästeapartment: Wenn Sie häufig Gäste empfangen, die auch einmal ein paar Tage oder Wochen bleiben, kann die Einliegerwohnung als optimales Kurzzeitapartment dienen.
Einliegerwohnung für Jugendliche: Je älter die Kinder werden, desto wichtiger ist das eigene Reich. Für Jugendliche und junge Erwachsene kann die Einliegerwohnung praktisch sein, denn die Wohnung bietet mehr Freiheit und Platz als ein Kinderzimmer und doch befindet sich die Familie im selben Haus.
Einliegerwohnung als barrierefreie Alternative: Vielleicht wird Ihnen im hohen Alter Ihr Haus zu groß. Dann können Sie, anstelle in ein betreutes Wohnen umzuziehen, in Ihre barrierefreie, kompakte Einliegerwohnung umziehen. So bleiben Sie in der gewohnten Umgebung und haben eine altersgerechte Wohnmöglichkeit.
Einliegerwohnung für Pflegekraft: Wenn Sie im höheren Alter in Ihrem Haus wohnen, aber eine 24-Stunden-Pflegekraft brauchen, kann diese die Einliegerwohnung nutzen. Das sorgt für gute Privatsphäre und praktische Nähe.
Ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung bietet somit in jeder Lebensphase hervorragende Nutzungsmöglichkeiten.
Fertighaus mit Einliegerwohnung: Möglichkeiten & Besonderheiten
Bei vielen Anbietern ist es möglich, ein Fertighaus mit Einliegerwohnung zu bauen. Denn viele Unternehmen bieten die Option, das Haus völlig individuell zu planen. Einzelne Fertighaus-Anbieter haben sogar standardmäßig Häuser im Sortiment, die über eine Einliegerwohnung verfügen. Dieses Konzept richtet sich teils auch an Selbstständige, die den Raum als getrennte Büroeinheit nutzen möchten. Kunden können die Einliegerwohnung direkt erreichen, ohne das Wohnhaus zu betreten.
Bei einem Fertighaus mit Einliegerwohnung wird somit, genau wie bei einem Ziegelmassivhaus, eine ergänzende, getrennt begehbare Einheit errichtet. Wenn Sie sicher eine Einliegerwohnung möchten, erwähnen Sie das gleich bei Ihrer ersten Anfrage an das Fertighaus-Unternehmen. Dann wird sofort geklärt, ob dieser Wunsch umgesetzt werden kann.
Eine Einliegerwohnung ist besonders für Mehrgenerationenhäuser praktisch.
So ist es möglich, dass eine Familie mit ihren Kindern die überwiegende Fläche des Hauses bewohnt. Gleichzeitig lebt beispielsweise die Großmutter der Kinder in der Einliegerwohnung. Die Familienmitglieder können einander somit optimal im Alltag unterstützen. Trotzdem bleibt die Privatsphäre, dank der getrennten Zugänge, bestehen.
Hausbau mit Einliegerwohnung: Planung & Kosten
Wenn Sie ein Haus mit Einliegerwohnung bauen möchten, muss die Einliegerwohnung bei der Planung berücksichtigt werden. Für die Einliegerwohnung werden meist ca. 25 bis 45 Quadratmeter Wohnfläche eingeplant. Berücksichtigen Sie am besten direkt alles, damit die Einliegerwohnung barrierefrei wird. Dazu gehören breite Türen (Rollstuhlbreite beachten), eine bodentiefe Dusche und möglicherweise auch zusätzliche Handläufe.
Abhängig davon, wie die Einliegerwohnung genutzt werden soll, kann es vorteilhaft sein, z.B. einen eigenen Stromzähler für die Wohneinheit einzubauen. Sogar ein eigener Heizkreislauf ist möglich.
Abhängig davon, wie groß die Einliegerwohnung sein soll und wie sie ausgestattet wird, ist mit Kosten zwischen ca. 50.000 – 135.000 Euro zu rechnen.
Lohnt sich eine Einliegerwohnung für mich?
Beim Hausbau mit Einliegerwohnung ist zu bedenken, dass für die zusätzliche Wohneinheit Fläche verbraucht, die ansonsten anders genutzt oder eingespart werden könnte. Ob eine Einliegerwohnung sinnvoll ist, hängt von Ihren Lebensumständen ab und sollten Sie individuell beurteilen. Folgende Fragen sollten Sie sich stellen:
Ist grundsätzlich genug Fläche vorhanden, um eine Einliegerwohnung bauen zu können?
Verfügen Sie über das nötige Kapital, um die Zusatzkosten für eine Einliegerwohnung bezahlen zu können? Falls nein, ist Ihre Bonität gut, sodass Sie einen etwas höheren Kredit aufnehmen können, um die Kosten zu finanzieren?
Welche Nutzungsmöglichkeiten für die Einliegerwohnungen bestehen derzeit?
Welche zusätzlichen Verwendungsmöglichkeiten sehen Sie mittel- und langfristig?
Insgesamt macht eine Einliegerwohnung meistens Sinn. Da sie vielfältig genutzt werden kann, gibt es häufig eine praktische Verwendungsmöglichkeit. Fraglich ist, ob die vorhandene Fläche ausreicht und die Kosten für die Einliegerwohnung vertretbar sind.
FAQ: Häufige Fragen zur Einliegerwohnung
Bei einem Zweifamilienhaus handelt es sich um ein Gebäude, in dem zwei ähnliche, ungefähr gleichwertige Wohneinheiten vorhanden sind, sodass dort zwei Familien leben können. Bei einem Haus mit Einliegerwohnung gibt es hingegen eine primäre Wohneinheit und eine deutlich kleinere Einliegerwohnung.
Ja, eine Einliegerwohnung kann selbstverständlich vermietet werden. Sie ist eine eigenständige Wohneinheit mit eigenem Eingang.
Eine Einliegerwohnung entspricht meist einer 1- bis maximal 2-Zimmer-Wohnung. Häufig gibt es einfach einen Wohnschlafraum, eine Küche und ein Bad.
Nein, ein Fertighaus mit Einliegerwohnung ist normalerweise nicht teurer als ein klassisches Ziegelmassivhaus mit Einliegerwohnung. Holen Sie am besten einige Vergleichsangebote beider Bauformen ein.
Eine Einliegerwohnung ist bei einem Generationenhaus besonders praktisch. Sie kann z.B. als barrierefreie Einheit für die ältere Generation dienen, von einer Pflegekraft bewohnt oder auch als besonderes Jugendzimmer genutzt werden.
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Über den Autor: Lorenz Sigl, MA
Position: Leiter Infina Immobilien
Meine Immobilienkompetenz basiert auf einer fundierten Ausbildung zum Immobilientreuhänder (Makler, Verwalter, Bauträger) sowie als Bautechniker an der Bauakademie. Ergänzend absolvierte ich den ÖVI-Vorbereitungslehrgang für Sachverständige und spezialisierte mich als Bewertungsexperte für Immobilien in Banken. Ein Master in Facility- und Immobilienmanagement sowie ein Bachelor in Management und Recht vertiefen mein Wissen. Mit Erfahrung in der Immobilienvermittlung im Bankenbereich und als Leiter von INFINA Immobilien analysiere ich laufend den Markt, um maßgeschneiderte Lösungen für unsere Kunden zu entwickeln.
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