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Am einfachsten ist es, Blitzschutz bereits beim Hausbau anzubringen. Ein solches System nachrüsten ist ebenfalls möglich, es sind jedoch recht umfangreiche Erdarbeiten nötig – der Gesamtaufwand ist nicht zu unterschätzen. Um die Sicherheit in Ihrem Zuhause zu erhöhen, kann außerdem der Brandschutz verbessert werden. Bereits mit geringen Ausgaben lässt sich dahingehend einiges erreichen. Wir zeigen in diesem Beitrag, welche Argumente es für den Blitzschutz gibt und welche Brandschutzmaßnahmen Sie ergreifen können, um Ihr Eigenheim sicherer zu machen. 

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Blitzableiter und Brandschutz nachrüsten: Das Wichtigste im Überblick

  • Ein Blitzschutzsystem kann jederzeit nachgerüstet werden und ist besonders wichtig, wenn Ihr Haus auch über eine Photovoltaik-Anlage verfügt. 
  • Die Kosten für den nachträglichen Blitzschutz sind etwas höher, als wenn die Maßnahmen gleich beim Hausbau ergriffen werden. Wenn Sie ein neues Haus planen, berücksichtigen Sie den Blitzschutz am besten von Beginn an.
  • Neben dem Blitzschutzsystem ist auch Brandschutz ein wichtiges Thema. Von einfachen Rauchwarnmeldern bis hin zu baulichen Änderungen, die für mehr Sicherheit sorgen sollen, stehen Ihnen diesbezüglich diverse Optionen offen.

Blitzableiter und Brandschutz nachrüsten: Sicherheit geht vor

Wer von „Blitzschutz“ spricht, denkt dabei meist an den sogenannten „äußeren Blitzschutz“. Das ist der klassische Blitzableiter am Dach eines Gebäudes, über den die Energie des Blitzes in das Erdreich geleitet („Ableitsystem“) und dort entladen wird („Erdung“). Ein solcher Blitzschutz ist bei einem Einfamilienhaus zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, erhöht jedoch trotzdem Ihre Sicherheit. Bei Gebäuden, in denen sich mehr als zwei Wohneinheiten befinden, ist der professionelle Blitzschutz Pflicht. Außerdem kann es vorkommen, dass Blitzschutzsysteme in lokalen Bauvorschriften oder zur Genehmigung eines Bauvorhabens von der lokalen Baubehördeverpflichtend vorgeschrieben werden. 

Viele Menschen möchten jedoch auch ohne gesetzliche Pflicht eine Blitzschutzanlage nachrüsten, weil es immer häufiger zu Unwettern kommt. Auch die Montage einer Photovoltaikanlage ist ein oftmaliger Anlassfall, um entsprechenden Blitzschutz zu installieren. 

In folgenden Fällen ist die Nachrüstung einer Blitzschutzanlage besonders sinnvoll: 

  • Das Gebäude ist exponiert, es steht also in recht freier Umgebung. 
  • Das Haus ist höher als die umliegenden Gebäude und es gibt auch keine anderen, höheren Punkte (Anm.: Ein Blitz schlägt zwar oft, aber nicht immer, am höchsten Punkt ein.). 
  • Ihre Immobilie befindet sich in einer Gegend, in der es besonders häufig Gewitter gibt. 
  • Sie besitzen eine Photovoltaikanlage, die am Dach des Gebäudes montiert ist. 
  • Ihr Haus ist mit hochwertigen Elektrogeräten ausgestattet, sodass bei einem Blitzeinschlag die Schadenssumme, selbst wenn es zu keinem Brand kommen sollte, sehr hoch ausfallen kann. 

Wenn der Blitzableiter auch nur einen einzigen größeren Schaden verhindert, haben sich die Kosten der Blitzschutzanlage bereits rentiert. Beachten Sie außerdem, ob Ihre Gebäudeversicherung Rabatt bietet, wenn Sie Ihre Immobilie mit einem Blitzableiter aufrüsten. 


Blitzableiter nachrüsten

Ein Blitzableiter muss jedenfalls von einem qualifizierten Fachunternehmen angebracht werden. Wie genau vorzugehen ist, wird in der ÖNORM „ÖVE E 8014/DIN 18014 geregelt und auch die ÖNORM EN 62305 ist zu beachten. Entsprechend dieser Vorgaben stellen Fachbetriebe den Blitzschutz her – als Auftraggeber müssen Sie sich daher nicht im Detail mit diesen komplexen Anforderungen beschäftigen.

Die Blitzschutzanlage besteht grundsätzlich aus drei Teilen:

  • Fangeinrichtung: Dabei handelt es sich um den Abschnitt der Anlage, der gemeinhin als „Blitzableiter“ bezeichnet wird. Die Position ist nicht beliebig gewählt. Es wird genau geprüft, wo die Fangeinrichtung platziert werden muss. So wird sichergestellt, dass ein naher Blitz auch wirklich zur Fangeinrichtung lenkt. 
  • Ableitungssystem: Über das Ableitungssystem wird bei einem Blitzeinschlag die Energie zur Erdung geleitet.
  • Erdung: Wenn kein Fundamenterder vorhanden ist, wird ein Ringerder um das Gebäude gelegt. 

Von oben nach unten betrachtet beginnt der Blitzschutz also mit dem eigentlichen Blitzableiter. Dann wird das Schutzsystem über die Fassade entlang nach unten geführt, wo schlussendlich die Erdung erfolgt. 

Diese Erdung des Blitzableiters muss tief eingegraben werden. Eine Ringerdung wird idealerweise in einer Tiefe von 80 cm verlegt, 50 cm sind das Minimum. Bei diesen aufwendigen Erdarbeiten ist Eigenleistung möglich, um Kosten zu sparen. Abseits dieser Möglichkeit gibt es kaum eine Chance, bei der Errichtung der Blitzschutzanlage Aufgaben selbst zu übernehmen, um zu sparen. 

Falls statt einer Ringerdung ein Tiefenerder genutzt werden soll, wird dieser sogar drei bis neun Meter tief in die Erde getrieben. Selbst graben ist in diesem Fall unmöglich – hier kommt ein spezielles Gerät zum Einsatz, das die Erdung in die Tiefe treibt. 

Wegen der Korrosionsgefahr muss zudem hochwertiger Edelstahl für die Erdung verwendet werden. Dieses teure Material erklärt auch teilweise die Kosten einer Blitzschutzanlage. 

Es gibt Unternehmen, die sich auf die Errichtung von Blitzschutzanlagen spezialisiert haben. Ein Blitzableiter sollte ausschließlich von einem solchen, qualifizierten Anbieter montiert werden, damit er wirklich sicher ist.

Äußerer Blitzschutz

Als „äußerer Blitzschutz“ gilt die klassische Blitzschutzanlage, bestehend aus Blitzableiter, Ableitungssystem und Erdung. Wenn eine Photovoltaik-Anlage vorhanden ist, wird diese bei der äußeren Blitzschutzanlage ebenfalls berücksichtigt. Für die Erdung gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, wobei meist ein Ringerder (Verlegung rund um das Gebäude, außerhalb des Fundaments) oder ein punktueller Tiefen-Erder (Tiefe: drei bis neun Meter!) genutzt wird.

Innerer Blitzschutz

Der innere Blitzschutz zielt darauf ab, die Auswirkungen eines Blitzschlages abzufedern. Das betrifft einerseits den Strom, andererseits die Hitze und das damit einhergehende Risiko der Funkenbildung. Zu diesem Zweck werden Überspannungsschutzgeräte verbaut, die den Potentialausgleich der elektrischen Leitungen sicherstellen. Stromspitzen werden ins Erdreich abgeleitet – ansonsten würden sie durch die Leitungen zu den angeschlossenen Geräten fließen. Vereinfacht ausgedrückt werden somit technische Maßnahmen ergriffen, um zu verhindern, dass Schäden an Leitungen und angeschlossenen Geräten entstehen.


Brandschutz nachrüsten

Bei nachträglichem Brandschutz steht Ihnen eine Vielzahl an Möglichkeiten offen. Der logische erste Schritt ist das Anbringen von Rauchwarnmeldern und die Ausstattung der Immobilie mit Feuerlöschern. Wer weitreichendere Maßnahmen ergreifen möchte, kann Kabel abschotten, Brandschutztüren einbauen und im Zuge einer Gebäudesanierung besonderen Wert auf Brandschutz legen. Brand- und Blitzschutz gehen dabei Hand in Hand. Meist ist es sinnvoll, gleich beide Themen ganzheitlich zu erledigen und so für mehr Sicherheit für Ihre Immobilie zu sorgen. 

Baulicher Brandschutz

Bauliche Brandschutzmaßnahmen bei einem privat genutzten Gebäude nachrüsten, ist relativ schwierig. Im Zuge einer Gebäudesanierung können jedoch möglichst sichere Baustoffe genutzt werden. Eine vergleichsweise einfache bauliche Maßnahme ist der Einbau von Brandschutztüren. Diese halten das Feuer in Schach, sind leistbar und können schnell eingebaut werden. 

Außerdem können Leitungen abgeschottet werden. Diese Abschottungen tragen dazu bei, dass sich Feuer schlechter ausbreiten kann. Fachbetriebe können auch ganze Wände möglichst feuersicher aufrüsten. Hier ist mit Kosten von 50 – 200 Euro pro Quadratmeter zu rechnen. Wer über solch weitreichende Optionen nachdenkt, sollte am besten ein vollständiges Brandschutz-Konzept eines Fachbetriebs beauftragen, damit die einzelnen Maßnahmen passend aufeinander abgestimmt sind. 

Aktive Brandschutzsysteme 

In privaten Haushalten sind aktive Brandschutzsysteme kein bedeutendes Thema, da sie nicht verpflichtend sind. Doch es gibt eine Ausnahme: Bei Neubauten müssen Rauchwarnmelder angebracht werden. Pflicht oder nicht, sinnvoll ist aktiver Brandschutz jedoch für alle Immobilien. 

Folgende Möglichkeiten stehen Ihnen offen: 

  • Rauchwarnmelder: In Neubauten sind sie verpflichtend, doch auch bei Bestandsobjekten können Rauchwarnmelder einfach, schnell und günstig nachgerüstet werden. Empfehlenswert ist, auch Keller und Garage mit Rauchwarnmeldern auszustatten. 
  • Vernetzte Brandschutzsysteme: Bei einem vernetzten System gibt es mehrere Maßnahmen, z.B. Rauchwarnmelder und eine Entrauchungsanlage. Die verschiedenen Tools werden intelligent vernetzt. So kann z.B. die Entrauchung aktiviert werden, wenn ein Rauchwarnmelder anschlägt und zusätzlich wird eine Benachrichtigung per App versendet, falls Sie gerade nicht zuhause sind.
  • Feuerlöscher: Mindestens ein Feuerlöscher sollte in jedem Gebäude zur Verfügung stehen. Ergänzend sind kleine Spraydosen praktisch. Diese Löschmittel benötigen wenig Platz und können daher optimal in der Küche verstaut und eingesetzt werden, falls es dort zu einem Kleinbrand kommt.
  • Evtl. Sprinkleranlage nachrüsten: Sprinkleranlagen sind in privaten Immobilien fast nie zu finden. In Betrieben, Hotels und anderen größeren Gebäuden sind sie hingegen eine effiziente Methode zur Brandbekämpfung. Eine Alternative stellt eine Wassernebel-Löschanlage dar. Diese kommt mit ca. 95 % weniger Wasser aus, wodurch es bei einem Löscheinsatz zu deutlich geringeren Schäden durch das Löschwasser kommt. 

Wenn Sie Ihr Einfamilienhaus besser schützen möchten, ist der logische erste Schritt die Anschaffung mehrerer Feuerlöscher. Löschdecken sind eine optimale Ergänzung. Sie sind einfach in der Handhabung und sehr günstig. So haben Sie dann beispielsweise in jedem Stockwerk einen Feuerlöscher und eine Löschdecke und können im Brandfall rasch reagieren.


Blitzableiter und Brandschutz nachrüsten: Ein sicheres Gefühl im Eigenheim

Wenn Sie Ihr Eigenheim sicherer gestalten möchten, sind Brand- und Blitzschutz die beiden zentralen Themengebiete. Gerade im Bereich des Brandschutzes ist es möglich, mit relativ geringem Aufwand bereits für ein besseres Sicherheitsgefühl zu sorgen. 

Mit einer Blitzschutzanlage investieren Sie in Ihre Sicherheitund werten zusätzlich Ihre Immobilie auf. Denn gerade in Zeiten immer häufiger werdender Extremwetterereignisse spielt der Blitzschutz eine bedeutende Rolle. Die professionelle Installation ist dabei unerlässlich.

Blitzschutz nachrüsten: Kosten

Die Kosten für das Nachrüsten einer Blitzschutzanlage liegen meist zwischen 3.000 und 6.000 Euro. Wenn Sie diese Ausgabe nicht mit Ersparnissen bezahlen können oder wollen, nutzen Sie am besten einen Konsumkredit. Dieser kann einfach online beantragt werden. Die Kreditsumme ist frei verwendbar, sodass Sie damit selbstverständlich Brand- und Blitzschutzmaßnahmen umsetzen können.


FAQs zu Blitzableiter und Brandschutz nachrüsten

Bei einem direkten Blitzeinschlag besteht das Risiko eines Brandes und durch die Überspannung können elektrische Geräte zerstört werden. Bei der Entladung entsteht Hitze von bis zu 30.000 Grad. Dadurch können u.a. auch Dachbalken und die Fassade beschädigt werden. 

Für Einfamilienhäuser besteht in Österreich keine allgemeine Verpflichtung, eine Blitzschutzanlage zu installieren. Innen- und außenliegender Blitzschutz kann jedoch im Zuge der Baugenehmigung oder in lokalen Bauvorschriften gefordert werden. 

Damit ein Blitzableiter wirklich an der optimalen Stelle angebracht wird, muss er von einem Fachbetrieb montiert werden. Eigenleistung ist beim Blitzschutz typischerweise nur dahingehend möglich, dass Sie die Erdarbeiten für die Verlegung der Erdung selbst übernehmen können.

Ein Brandschutzplan ist bei Betrieben und öffentlichen Gebäuden nötig. Bei einem Einfamilienhaus ist Brandschutz zwar ebenfalls wichtig, ein Brandschutzplan muss jedoch nicht vorliegen. 

Es wird zwischen baulichem, technischem und organisatorischem Brandschutz differenziert. Jede Säule trägt dazu bei, das Brandrisiko zu senken und die Auswirkungen des Feuers zu verringern. 

Bildquellen: Stuart Monk / Adobe Stock, Tomasz Zajda / Adobe Stock, Quality Stock Arts / Adobe Stock
Rechtshinweise zu unseren Ratgebern finden Sie in unserer Verbraucherschutzinformation.


Lorenz Sigl
Über den Autor: Lorenz Sigl, MA
Position: Leiter Infina Immobilien

Meine Immobilienkompetenz basiert auf einer fundierten Ausbildung zum Immobilientreuhänder (Makler, Verwalter, Bauträger) sowie als Bautechniker an der Bauakademie. Ergänzend absolvierte ich den ÖVI-Vorbereitungslehrgang für Sachverständige und spezialisierte mich als Bewertungsexperte für Immobilien in Banken. Ein Master in Facility- und Immobilienmanagement sowie ein Bachelor in Management und Recht vertiefen mein Wissen. Mit Erfahrung in der Immobilienvermittlung im Bankenbereich und als Leiter von INFINA Immobilien analysiere ich laufend den Markt, um maßgeschneiderte Lösungen für unsere Kunden zu entwickeln.

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