Gesund wohnen ist ein breites Themengebiet, das Aspekte von Raumluft, Feuchtigkeit und Baumaterialien bis hin zu Lärm, Licht und Wohnumgebung umfasst. Gerade beim Kauf einer Immobilie oder bei der Sanierung gibt es Chancen, die Wohngesundheit in den Mittelpunkt zu stellen. So sorgen Sie für ein angenehmes, möglichst schadstofffreies Umfeld. Auch bei Neubauten spielt gesundes Wohnen eine immer wichtigere Rolle. Gerade, wenn Sie Ihr eigenes Zuhause erst planen, können Sie besonders weitreichend gesundheitsrelevante Aspekte berücksichtigen. Wir zeigen, worauf Sie beim gesunden Wohnen achten können und wie es gelingt, Ihr Zuhause gesundheitsbewusst zu gestalten.
Wohngesundheit ist ein sehr weitreichendes Thema, das deutlich über die Verwendung ökologischer Baumaterialien hinausgeht.
Besonders unser Zuhause soll ein Ort sein, an dem sich Körper und Geist erholen können. Dazu müssen die Voraussetzungen geschaffen werden – von angenehmer Luft bis zur passenden Beleuchtung.
Viele Einflussfaktoren, die zu mehr Wohngesundheit führen, können ohne hohe Kosten direkt umgesetzt werden.
Bei manchen Schwierigkeiten (Schimmel, etc.) muss sofort gehandelt werden, da ansonsten markante Gesundheitsrisiken bestehen. Wenn solche Schäden umgehend saniert werden müssen, lassen sich diese Maßnahmen mit einem Sanierungskredit finanzieren.
Was bedeutet gesund wohnen?
Unter das Schlagwort „Gesundes Wohnen“ fallen längst nicht nur natürliche, ökologische Materialien, sondern auch zahlreiche weitere Faktoren beeinflussen das körperliche Wohlbefinden in Ihrem Zuhause. Dazu gehören beispielsweise Luftqualität, Luftfeuchtigkeit und Taupunkt, Temperatur, Licht, Lärmbelastung, Wasserqualität und Ergonomie.
Wer eine Immobilie baut oder saniert, kann im Sinne der Wohngesundheit auf nachhaltige, ökologische Baustoffe setzen. Doch auch Mieter und Eigentümer, die keine wesentlichen baulichen Änderungen planen, haben die Möglichkeit, gesundheitliche Aspekte im eigenen Zuhause zu verbessern. Denn manche Parameter sind zwar baulich vorgegeben, viele andere können hingegen jederzeit optimiert werden.
Dieses Zusammenspiel einzelner Bausteine hat direkten Einfluss auf Ihre Lebensqualität. Daher lohnt es sich sehr, ganz bewusst Maßnahmen für mehr Wohngesundheit zu ergreifen.
Die wichtigsten Faktoren & Checkliste für gesundes Wohnen im Überblick
Da es so viele Einflüsse auf Ihre Wohngesundheit gibt, bieten wir Ihnen mit nachstehender Tabelle einen ersten Überblick als Checkliste zum Thema „Gesundes Wohnen“:
Bereich
Worauf achten?
Raumluft
Regelmäßiges Stoßlüften und Fenster nicht ständig gekippt lassen; Staub und Feinstaub reduzieren
Luftfeuchtigkeit
Kondenswasser vermeiden; hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt Schimmelbildung – Stoßlüften hilft
Wasserqualität
Trinkwasserqualität wird in Österreich streng überwacht, Austausch alter Leitungen kann sinnvoll sein; Bei Wasserspeicher auf Hitze und Durchfluss achten (Legionellen-Gefahr)
Licht
Ausreichende Beleuchtung mit angenehmer Lichtfarbe in allen Bereichen; Schlafrhythmus beachten; Blendfreiheit beachten, z.B. bei der Schreibtisch-Positionierung
Lärmbelastung
Gute Außenwandqualität schützt vor Straßenlärm; Trittschalldämmung, hochwertige Türen und angenehme Raumakustik dämpfen Geräusche im Innenraum
Schadstoffe
Speziell bei alten Gebäuden ist auf Asbest zu achten. Vorsicht auch bei Formaldehyd und minderwertigen Wandfarben
Temperatur
Angenehme Raumtemperatur (Heizung, Kühlung, Beschattung) ist wichtig und schützt auch vor Schimmel.
Schlaf
Das Schlafzimmer sollte ruhig, dunkel und gut belüftet sein.
Sauberkeit
Staubbelastung reduzieren und schonende, natürliche Reiniger verwenden
Sonstige Materialien
Gesunde Baustoffe, natürliche Wandfarben, Vollholz statt Plastik, etc.
Technik
Positionierung elektrischer Geräte gezielt planen (auch hinsichtlich Lärm); Smarthome so einsetzen, dass es das Leben wirklich erleichtert; Streitthema: Elektrosmog
Umgebungsbelastung
Luftqualität, äußere Lärmeinflüsse, Nähe zu Grünflächen und Naherholungsgebieten beeinflussen die Lebensqualität
Mit dieser Checkliste können Sie jede Immobilie unter die Lupe nehmen. Manche Aspekte können selbst maßgeblich beeinflusst werden, andere lassen sich hingegen nicht verändern oder nur baulich optimieren. Nehmen Sie außerdem eine Einschätzung vor, welcher Einflussfaktor welche Wertigkeit für Sie persönlich besitzt. Schließlich sind Menschen beispielsweise unterschiedlich lärmempfindlich, wodurch immer eine individuelle Bewertung jeder Liegenschaft nötig ist.
Raumluft und Raumklima: Die Basis für gesundes Wohnen
Die Luftqualität beeinflusst Ihre Wohnqualität und Ihre Gesundheit. Und Sie haben es selbst in der Hand, für gutes Raumklima zu sorgen. Bei der Raumluft spielen diverse Faktoren mit, z.B.:
CO2-Gehalt: Bei abgestandener Luft steigt der CO2-Gehalt an. Das kann beispielsweise zu Kopfschmerzen und Konzentrationsschwächen führen.
Luftfeuchtigkeit: Hohe Luftfeuchtigkeit kann Schimmel begünstigen. Kombiniert mit erhöhter Raumtemperatur ergibt sich ein unangenehmes, schwüles Empfinden.
Feinstaub und Pollen: Feinstaub kommt nicht nur von außen, sondern wird z.B. auch von Druckern verursacht. Pollen belasten besonders Allergiker, wobei Fliegengitter mit Pollenschutzfunktion ein wenig Abhilfe schaffen können.
Regelmäßiges Stoßlüften trägt zu einer guten Raumluft bei.
Volatile Organic Compounds (VOCs): Dabei handelt es sich um Gase und Dämpfe von Baustoffen und Reinigungsmitteln, z.B. Bodenbelag, Klebstoffe, Lacke und Farben.
Gerüche: Sei es von zu lange gelagertem Müll oder womöglich sogar von Rauch, verschiedene Gerüche wirken sich negativ auf die Raumluftqualität aus.
Doch was kann getan werden, um die Luftqualität in Ihrem Zuhause zu verbessern? Die wichtigste Grundregel lautet: ausreichend Lüften.
Versuchen Sie, zumindest drei Mal täglich für 15 Minuten alle Fenster gleichzeitig zu öffnen. Bestenfalls ist Querlüften möglich, wenn es der Grundriss Ihrer Immobilie erlaubt. Mit einem Hygrometer und einem CO2-Messgerät können Sie die Luftqualität näher untersuchen. Bei Bedarf kann ein Luftreiniger eingesetzt werden. Häufige Reinigungsintervalle und Fliegengitter, die auch gegen Pollen helfen, sind zusätzliche Möglichkeiten, um für gesundes Raumklima in Ihrem Zuhause zu sorgen.
Schimmel und Feuchtigkeit vermeiden
Schimmel ist gefährlich, kommt leider häufig vor und beeinträchtigt die Wohngesundheit maßgeblich. Bei Schimmelbildung ist immer Feuchtigkeit ein Thema: Wasserschaden, eine feuchte Wand, Wärmebrücken oder falsches Lüften sorgen für hohe Luftfeuchtigkeit. Selbst Kondenswasser kann schon ausreichen, um Probleme hervorzurufen.
Achten Sie deshalb darauf, korrekt zu lüften. Vermeiden Sie gekippte Fenster und zu kalte Raumtemperaturen im Winter. Das Zusammenspiel aus Temperatur und Feuchtigkeit ergibt den Taupunkt und beeinflusst das Schimmelrisiko. Regelmäßiges Stoßlüften und eine angenehme Raumtemperatur sind daher ein Muss, denn ohne ausreichende Temperatur wird die Schimmelbildung begünstigt. Oftmals tritt Schimmel hinter Möbeln auf. Stellen Sie daher besonders große Möbel nie unmittelbar an die Wand. Indem etwas Abstand eingehalten wird, kann die Luft zwischen Möbelstück und Mauerwerk zirkulieren.
Wenn es wiederholt zu Schimmel kommt oder ein deutlich sichtbarer Schimmelfleck vorhanden ist, beauftragen Sie einen Fachbetrieb mit der Entfernung oder klären Sie die Herkunft des Schimmels mit einem Sachverständigen ab. Da Schimmel Gesundheitsschäden hervorrufen kann, ist rasches Handeln gefragt. Ansonsten drohen schwerwiegende Folgen, bis hin zu langfristigen gesundheitlichen Schwierigkeiten.
Schadstoffe in Wohnung und Haus erkennen
Heikle Schadstoffe, die in Altbauten vorhanden sein oder auch bei Sanierungen erst freigesetzt werden können, sind beispielsweise: Asbest, Formaldehyd, VOCs, PCB, PAK, Weichmacher und Blei. Risikofaktoren sind typischerweise Holzschutzmittel bzw. manche Lacke, alte Klebstoffe und auch alte Bodenbeläge, bei denen keine zeitgemäßen Materialien verwendet wurden.
Fassadenplatten, Lacke und Dämmstoffe bergen Risiken, die auf den ersten Blick für Laien nicht sichtbar sind. Daher ist es empfehlenswert, bei Sanierungen Materialproben zu nehmen und ein Schadstoffgutachten erstellen zu lassen.
Im Zuge der Sanierung kann somit entschieden werden, welche Materialien zwingend ersetzt werden müssen, und welcher Altbestand erhalten werden kann.
Bei Böden und Möbeln lohnt sich eine bewusste Materialauswahl.
Gesunde Materialien: Baustoffe, Böden, Farben und Möbel
Die Auswahl gesunder Materialien beginnt bereits beim Wandaufbau. Wer besonders viel Natur wünscht, kann auf Vollholzwände ohne Schraub- und Klebeverbindungen setzen. Unbehandelter Naturstein, besonders atmungsaktiver Lehmputz und Echtholz-Parkett tragen ebenso zu einem ökologischen Zuhause bei, wie schadstofffreie Wandfarben.
Weniger beliebt sind Materialien wie Vinyl und PVC, da diese Böden auf Basis von Erdöl hergestellt werden. Auch bei (meist billigen) Möbeln ist Vorsicht geboten. Wenn diese bei der Anlieferung noch intensiv riechen, sollten sie unbedingt auslüften, bevor sie verwendet werden. Bei Möbeln gilt generell, dass natürliche Materialien vorteilhaft sind. Beispielsweise Vollholzmöbel, deren Preise zwar höher ausfallen, die dafür jedoch auch sehr langlebig sind.
Sofa, Vorhänge und Matratzen sollten regelmäßig gereinigt werden. Baumwolle und Leinen sind gegenüber Polyester klar im Vorteil. Achten Sie außerdem darauf, dass Bezüge (Couch, Polster, etc.) abnehmbar und waschbar sind.
Gerade bei Neubau und Sanierung kann zusätzlich auf Regionalität geachtet werden. Österreichischer Naturstein ist in zahlreichen Varianten erhältlich und muss wesentlich kürzer transportiert werden als exotische Gesteinsarten. Selbiges gilt für Holz im Allgemeinen und Möbel. Werden diese in der EU – oder sogar in Österreich – gefertigt, so ist das teilweise mit höheren Kosten verbunden, doch dafür kann auch der Qualitätsanspruch höher angesetzt werden. Herkunftskennzeichnungen helfen dabei, regionale Produkte zu erkennen.
Wasserqualität und Leitungen prüfen
Die Trinkwasserqualität wird in Österreich regelmäßig behördlich geprüft. Doch auch die Hausinstallation beeinflusst, in welcher Qualität das Wasser in Ihrem Glas ankommt. Alte Bleirohre und Kupferleitungen sind dabei ein Risikofaktor. Außerdem darf das Wasser nicht abgestanden sein und wenn es in einem Speicher steht, muss es erhitzt werden, um Legionellen zu verhindern. Last but not least müssen Armaturen gut gereinigt werden, insbesondere die Düsen am Ende des Wasserhahns (Perlatoren).
Wenn Ihre Immobilie längere Zeit leer gestanden ist, muss das vorhandene Wasser jedenfalls abgelassen werden. Lassen Sie das Wasser laufen und wenn Sie das Objekt sanieren, lassen Sie die Leitungen und die Wasserqualität prüfen.
Licht, Lärm und Technik: Wohnfaktoren, die oft unterschätzt werden
Auch vermeintlich harmlose Faktoren beeinflussen unsere Lebensqualität. In Ihrem Zuhause sollte ausreichend viel Tageslicht einfallen, doch auch Verdunkelung und Beschattung spielen eine wichtige Rolle. Passende Beleuchtung in allen Räumen, warmes Licht und möglichst kein Bildschirm im Schlafzimmer (Blaulicht hemmt das Einschlafen) sind empfehlenswert.
Damit Lärm von außen keine Belastung wird, sind ein guter Wandaufbau, hochwertige Fenster und eine dichte Eingangstüre wichtig. Bei Häusern mit Garten kann zusätzlich durch Bepflanzung Schall absorbiert werden.
Innerhalb der eigenen vier Wände ist die Trittschalldämmung wichtig. Hochwertige Türen und die Qualität der Innenwände bestimmen mit, wie viel Lärm sich innerhalb Ihres Zuhauses ausbreitet. Durch Akustikpaneele, Vorhänge, Bilder an den Wänden und Möblierung kann die Raumakustik verbessert werden.
Sogenannter „Elektrosmog“ gilt als Streitthema. Bewiesen ist die negative Auswirkung durch Strahlung elektronischer Geräte nicht, aber viele Menschen vermeiden trotzdem gerne Geräte im Schlafzimmer.
Unser Tipp zu Smarthome und Co: Unabhängig davon, wie Sie zu Elektrosmog stehen, ist es immer angenehm, wenn nicht in jedem Raum an allen Ecken und Enden irgendein technisches Gerät blinkt oder piepst. Im Schlafzimmer sind Bildschirme generell, wegen des Blaulichts, nicht empfehlenswert.
Heizen, Kühlen und Temperatur: Gesundes Raumklima im Jahresverlauf
Die passende Raumtemperatur ist das gesamte Jahr über ein wichtiger Faktor. Im Winter ist ausreichend Wärme wichtig, um Schimmel vorzubeugen. Bei besonders trockener Heizungsluft kann Luftbefeuchtung nötig werden. Im Sommer steht die Kühlung im Fokus: Klimaanlage, Ventilator und Außenbeschattung kommen zum Einsatz. Bei modernen Neubauten ist die Kühlung auch per Wärmepumpe, über die Fußbodenheizung, möglich.
Wichtig ist, alle Geräte (Klimaanlage, Heizung, etc.) regelmäßig zu warten, damit diese effizient arbeiten. Außerdem können Sie durch gezieltes Lüften die Raumtemperatur optimieren.
Gesund einrichten: Ergonomie, Schlaf und Alltag
Das Thema Wohngesundheit endet längst nicht bei baulichen Maßnahmen. Auch Alltagsgegenstände sind wichtig: Eine hochwertige Matratze mit ebensolchem Lattenrost sorgt für guten Schlaf. Für gesunde Nachtruhe ist angemessene Verdunkelung entscheidend. Rollos oder lichtundurchlässige Vorhänge dürfen daher im Schlafzimmer nicht fehlen.
Beim Esstisch und auch bei der Küchen-Arbeitsfläche ist die passende Höhe relevant, sodass Ihr Rücken geschont wird.
Besonders kritisch sind Bürostuhl und Schreibtisch, wenn Sie viel im Homeoffice arbeiten. Ein ergonomischer Arbeitsplatz, am besten mit einem höhenverstellbaren Schreibtisch, ist unbedingt nötig. Beim Homeoffice ist zusätzlich die passende Schreibtisch-Positionierung zu beachten (nicht direkt vor dem Fenster!) und auch die ausreichende Beleuchtung spielt eine Rolle, damit die Augen nicht zu sehr belastet werden – so entsteht ein gesundheitsbewusster Homeoffice-Arbeitsplatz.
Gesund wohnen nach Räumen: Worauf sollte man besonders achten?
Gute Luft und hochqualitative Materialien sind immer wichtig, doch je nach Raum gibt es auch Details, auf die Sie besonders achten können:
Wohnzimmer: Die Möbel im Wohnzimmer werden viel genutzt und sollten daher entsprechend gute Qualität bieten. Regelmäßige Reinigung und Stoßlüften verbessern die Luftqualität. Denken Sie daran, auch Vorhänge und Teppiche zu säubern und achten Sie auf gute Beleuchtung im gesamten Raum.
Schlafzimmer: Keine Elektrogeräte, gute Luft, Dunkelheit und hochwertige Ausstattung (Matratze, Lattenrost, etc.) sorgen hier für gute Lebensqualität.
Küche: Sauberkeit ist das Wichtigste – vom starken Dunstabzug bis hin zum Trinkwasser.
Bad: Nutzen Sie ökologische Reinigungsmittel und achten Sie darauf, die Luftfeuchtigkeit im Bad zu senken – ausgiebiges Lüften und ausreichende Beheizung sind entscheidend, um Schimmel vorzubeugen.
Kinderzimmer: Schadstoffe aller Art haben hier nichts verloren und auch die Luftqualität ist besonders wichtig.
Homeoffice: Ergonomisches Arbeiten, bei ausreichender Beleuchtung und mit guter Ausstattung (Top-Bildschirm, höhenverstellbarer Schreibtisch etc.) ist Pflicht.
Keller: Prüfen Sie alte Keller auf Schadstoffe, achten Sie auf Feuchtigkeit (insbesondere auch hinter Schränken und Regalen) und sorgen Sie für möglichst gute Belüftung.
Aus verschiedenen Gründen (bauliche Umstände, Kosten, etc.) lassen sich meist nicht alle Empfehlungen für bessere Wohngesundheit umsetzen. Wenn Sie ganz bewusst in jedem Raum kleine Verbesserungen vornehmen, ist es bereits ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Gesund wohnen beim Immobilienkauf, Neubau oder bei der Sanierung
Wenn Sie eine gebrauchte Immobilie kaufen und unsicher sind, ob die Substanz gesundheitsbeeinträchtigende Schadstoffe aufweist, ziehen Sie am besten einen Experten hinzu. Andere Aspekte, z.B. Lärm, können Sie auch als Laie beurteilen. Im Zuge der Sanierung können viele alte Schwächen ausgebessert werden. Massive Beeinträchtigungen, z.B. Asbest oder sehr starker Schimmel, sind hingegen für viele Interessenten Ausschlusskriterien.
Steht bei Ihnen ein Neubau auf dem Programm, so können Sie alle Details zur Wohngesundheit besonders gut beachten. Vom ökologischen Wandaufbau bis hin zum Einsatz einer hochwertigen Wandfarbe. Achten Sie auf Schallschutz, Energieausweis, U-Wert (Qualität der Fenster) und auch auf Details wie z.B. die Innentüren. So stellen Sie sicher, dass Wohngesundheit im Mittelpunkt Ihres künftigen Eigenheims steht.
Egal ob Sanierung oder Neubau, wichtig ist immer die passende Finanzierung. Denn mit einem Kredit zu Top-Konditionen werden ökologische Maßnahmen erst umsetzbar. Prüfen Sie jetzt, welche Kreditsumme für Sie leistbar ist:
Wann sollte man Experten hinzuziehen?
In drei Situationen sollten Sie jedenfalls einen Experten zu Rate ziehen:
Kauf einer gebrauchten Immobilie: Sie erwerben ein Objekt, sind selbst nicht vom Fach und möchten sicher gehen, dass die Substanz gut ist.
Wiederkehrende Probleme: Es gibt immer wieder Schwierigkeiten, z.B. Schimmel, der sich vermeintlich einfach nicht beheben lässt.
(Vermutlich) schwerwiegende Missstände: Sie vermuten, dass Asbest vorhanden sein könnte, es gibt gänzlich unbekannte Altlasten oder Sie planen eine umfangreiche Sanierung.
Je nach individueller Situation kann Ihr Ansprechpartner ein Sachverständiger sein, ein erfahrener Installateur (z. B. bei Wasserschäden), Schadstoffprüfer oder auch Baubiologe. In rechtlichen Fragestellungen wenden Sie sich an einen Rechtsanwalt oder Notar.
Wenn sich herausstellt, dass eine umfangreiche Sanierung nötig ist, prüfen Sie, ob es in Ihrer Region Förderungen für die Immobiliensanierung gibt. Diese können je nach Bundesland unterschiedlich sein. Den restlichen benötigten Betrag können Sie als Sanierungskredit aufnehmen. Mit dieser Investition schaffen Sie sich ein neues, behagliches Zuhause, in dem künftig gesundes Wohnen möglich ist.
FAQ: Gesund Wohnen
Gesundes wohnen ergibt sich aus einer Vielzahl an Einflussfaktoren, von der Verwendung nachhaltiger Baumaterialien bis hin zum richtigen Lüften. Insgesamt ist das Wohnumfeld für die psychische und physische Gesundheit von großer Bedeutung.
Am einfachsten zu beeinflussen ist die Luftqualität, die bereits durch Stoßlüften und regelmäßiges Putzen (Staubvermeidung) verbesswert werden kann. Die Wahl von Baustoffen und Materialien der Möbel, Raumtemperatur und viele weitere Faktoren beeinflussen die Wohngesundheit ebenfalls.
Das vermutlich häufigste Problem ist Schimmel. Dieser kann sich schnell bilden und gesundheitsgefährdend sein. Problematische Baustoffe sind z.B. Asbest, alte Bleirohre und auch auf Erdöl basierende Bodenbeläge sind zu vermeiden.
Beim Schlafzimmer ist es wichtig, auf Dunkelheit, gute Luftqualität und ruhige Lage zu achten. Vermeiden Sie Elektrogeräte im Schlafzimmer und verbessern Sie durch Stoßlüften und regelmäßige Reinigung die Luftqualität.
Asbest und starker Schimmel sind die größten No-Gos. Prüfen Sie die Bausubstanz, die eingesetzten Materialien und weitere Faktoren, wie z.B. die Lärmbelastung. Ziehen Sie bei Unsicherheiten einen externen Experten hinzu.
Bildquellen: Valerii Apetroaiei / Adobe Stock, Pixel-Shot / Adobe Stock, Charlie's / Adobe Stock Rechtshinweise zu unseren Ratgebern finden Sie in unserer Verbraucherschutzinformation.
Über den Autor: Lorenz Sigl, MA
Position: Leiter Infina Immobilien
Meine Immobilienkompetenz basiert auf einer fundierten Ausbildung zum Immobilientreuhänder (Makler, Verwalter, Bauträger) sowie als Bautechniker an der Bauakademie. Ergänzend absolvierte ich den ÖVI-Vorbereitungslehrgang für Sachverständige und spezialisierte mich als Bewertungsexperte für Immobilien in Banken. Ein Master in Facility- und Immobilienmanagement sowie ein Bachelor in Management und Recht vertiefen mein Wissen. Mit Erfahrung in der Immobilienvermittlung im Bankenbereich und als Leiter von INFINA Immobilien analysiere ich laufend den Markt, um maßgeschneiderte Lösungen für unsere Kunden zu entwickeln.
Zinsen berechnen beim Kredit: Wie viele Zinsen muss ich zahlen?
Die Höhe der Zinsen ist ein wichtiges Kriterium, wenn es darum geht, den besten Kredit auszuwählen. Möchten Sie einen günstigen Wohnkredit erhalten, dann lohnt sich also in jedem Fall ein Zinsvergleich.