Zuverlässige Mieter finden
5 Tipps für Vermieter
Viele Menschen erwerben eine Wohnung als Kapitalanlage und zur Altersvorsorge. Doch beim Vermieten kommt oft die Sorge auf, wie es gelingt, einen tatsächlich zuverlässigen Mieter zu finden. Absolute Sicherheit gibt es zwar leider nicht, doch wir haben ein paar hilfreiche Tipps für private Vermieter, dank derer Sie hoffentlich einen optimalen Mieter auswählen. Schlussendlich wünschen sich die meisten Vermieter einfach ein unkompliziertes, langfristiges Mietverhältnis. Dazu muss zwischenmenschliches Vertrauen aufgebaut werden – doch neben gegenseitiger Empathie sind auch klare Regeln sind nötig.
Tipp 1: Einkommen prüfen und Vorab-Gespräch
Bevor Sie mit jemand einen Mietvertrag unterschreiben, lassen Sie sich einen Einkommensnachweis zeigen. Dieser ist zwar keine Garantie dafür, wie sich die Person in der Wohnung verhalten wird, aber sagt zumindest etwas darüber aus, ob die Immobilie wirklich leistbar ist. Führen Sie mit jenen Interessenten, die für die Anmietung in Frage kommen, am besten ein direktes Gespräch. Bestenfalls erkennen Sie dabei bereits, wen Sie sich am besten als künftigen Mieter vorstellen können. Achten Sie selbstverständlich darauf, nur zulässige Fragen zu stellen. Fragen nach Herkunft oder Religion sind beispielsweise unzulässig.
Tipp 2: Mietvertrag befristen
Als privater, nicht-gewerblicher Vermieter dürfen Sie einen Mietvertrag auf drei Jahre (oder länger) befristet abschließen. Die Befristung sorgt für zusätzliche Sicherheit. Denn zu diesem Zeitpunkt endet das Mietverhältnis automatisch. Eine zusätzliche Kündigung ist nicht nötig, der Mieter muss ausziehen.
Falls Mieter und Vermieter den Vertrag verlängern möchten, ist das problemlos möglich. Gab es hingegen während der Vertragslaufzeit irgendwelche Schwierigkeiten mit dem Mieter, so können Sie den Vertrag einfach auslaufen lassen und die Wohnung dann neu, an eine andere Person, vermieten.
Tipp 3: Hohe Kaution ansetzen
Die Kaution ist ein Geldbetrag, den der Mieter beim Vermieter hinterlegt. Er wird herangezogen, wenn beispielsweise eine Reparatur nötig wird, weil der Mieter einen gröberen Schaden in der Immobilie verursacht hat. Gewöhnliche Abnutzung muss der Vermieter zwar hinnehmen, doch bei echten Beschädigungen ist die Kaution ein wichtiger Hebel für den Vermieter. Er muss somit die entstandenen Kosten nicht erst beim Mieter eintreiben, sondern kann direkt auf den hinterlegten Betrag zugreifen.
Meistens beträgt die Kaution drei Bruttomonatsmieten. Auch eine höhere Kaution, etwa vier, fünf oder sogar sechs Bruttomonatsmieten, darf gefordert werden. Die Höhe der Kaution sollte jedoch in einer erklärbaren Relation zum Zustand der Immobilie stehen. Wurde das Objekt neu saniert oder ist es vollmöbliert, so ist eine höhere Kaution einfach zu argumentieren. Bei einem stark abgewohnten Objekt hingegen ist es kaum möglich, eine überdurchschnittlich angesetzte Kaution zu begründen.
Tipp 4: Offene, direkte Kommunikation
Machen Sie den Mieter offen und direkt darauf aufmerksam, dass Sie kein „großer“, gewerblicher Vermieter sind, sondern eine Privatperson, die sich mit hohem Aufwand eine einzelne Wohnung kaufen konnte. So stellen Sie klar, wie wichtig Ihnen ganz persönlich die pflegliche Behandlung Ihres Eigentums ist. Sie sind kein anonymer Immobilienkonzern, sondern eine direkte Ansprechperson des Mieters, die ihm Vertrauen schenkt. Dieser Bezug kann die Achtsamkeit des Mieters stärken und hoffentlich veranlassen, dass dieser sich gut um Ihre Wohnung kümmert.
Tipp 5: Losen Kontakt aufrecht halten und Wartungen einfordern
Während der Mietvertrag läuft, gibt es immer wieder Anlässe, den Mieter zu kontaktieren. Sei es, weil ein Rauchfangkehrertermin angekündigt wird, die Betriebskostenabrechnung fertig ist oder einfach nur Weihnachten – bei verschiedenen Anlässen kann dem Mieter eine kurze Nachricht geschickt werden.
Auch Erinnerungen an Wartungen, z. B. die Wartung der Gastherme oder einer Klimaanlage, sind Anlässe für eine kurze Kontaktaufnahme.
Diese Gelegenheit können Sie nutzen, um nachzufragen, ob mit der Wohnung alles in Ordnung ist. Ein solcher Kontakt ist zwar nur sehr sporadisch und lose, doch dass Sie sich persönlich melden kann eine gute Erinnerung daran sein, wie wichtig Ihnen Ihre Immobilie ist.
Gutes Verhältnis als entscheidender Faktor
Die Auswahl eines passenden Mieters ist ein sehr wichtiger Moment. Doch Vermieter haben auch weitere Möglichkeiten, sich abzusichern, etwa mittels Kaution und Befristung. Und genau diese Kombination ermöglicht schlussendlich ein positives Mietverhältnis:
Einerseits schaffen Sie klare Regeln (hohe Kaution, Befristung, etc.), andererseits auch eine formelle, aber persönliche Ebene, indem Sie betonen, wie wichtig Ihnen die Wohnung ist. Der vereinzelte Kontakt im Laufe des Jahres erschafft eine gewisse Verbindlichkeit. Durch diese verschiedenen kleinen Einflussfaktoren entsteht hoffentlich ein vertrauensvolles, professionelles Verhältnis zwischen Vermieter- und Mieterseite, sodass das Mietverhältnis langfristig aufrechterhalten werden kann und beide Seiten zufrieden sind.
Tipp: Sie möchten mehr darüber erfahren, welche Rechte und Pflichten Sie als Vermieter während eines Mietverhältnisses haben? In unserem Ratgeber „Rechte und Pflichten von Vermietern in Österreich“ erfahren Sie, welche rechtlichen Vorgaben bei Mietvertrag, Kaution, Instandhaltung und laufender Vermietung zu beachten sind.
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