Substandardwohnung
Selten zu finden, aber (noch immer) gefragt
Als „Substandardwohnung“ gilt eine Wohneinheit, die über kein eigenes WC innerhalb der Wohnung verfügt. Stattdessen ist die Toilette über das allgemeine Stiegenhaus erreichbar. Manchmal ist es sogar nicht nur einer Wohnung zugeordnet, sondern wird von mehreren Parteien genutzt.
Das klingt nicht zeitgemäß und Substandardwohnungen werden tatsächlich immer seltener. Und trotzdem sind sie weiterhin gefragt. Wir klären, weshalb die Nachfrage nicht abreißt und welches Potenzial diese Objekte bieten.
Substandardwohnung: Offensichtliche Nachteile
Bei einer Substandardwohnung handelt es sich normalerweise um einen Altbau. Für Vermieter ist es nahezu unmöglich, diese Objekte mit Ertrag zu vermieten, denn sie gelten als „Kategorie D“. Zusätzlich müsste für die Vermietung ein gültiger Elektro-Befund vorliegen, doch der Aufwand, zeitgemäße Elektrik einzubauen – ohne andere Sanierungsmaßnahmen zu ergreifen – wird selten betrieben. Schließlich wären die Mieteinnahmen eines Jahres wohl kaum ausreichend, um die Adaptierung der Elektrik zu bezahlen.
Substandardwohnungen sind in der Praxis daher häufig bereits seit vielen Jahren vermieteter Altbestand. Durch einen unbefristeten Mietvertrag ist das dortige Wohnen so günstig, dass Bestandsmieter nicht ausziehen möchten, obwohl die Lebensqualität eingeschränkt ist.
Vereinzelt werden Substandardwohnungen auch heute noch vermietet. Beliebt sind sie etwa bei Pendlern, die nur gelegentlich eine Wohnung benötigen und bei Studierenden. Da die Preise für WG-Zimmer in den letzten Jahren ebenso kräftig gestiegen sind wie sonstige Mieten, sind Substandardwohnungen oft eine echte Alternative. Auch manchen Studierendenheimen machen sie durchaus Konkurrenz.
Substandardwohnung: Potenziale und Zielgruppen
Wenn eine Substandardwohnung bestandsfrei wird, entscheiden sich Eigentümer meist für eine Generalsanierung oder den Verkauf der Immobilie. Im Zuge der Sanierung kann ein Badezimmer eingebaut und das Objekt auf den neuesten Stand der Technik gebracht werden. Da Substandardwohnungen meist sehr lange Zeit genutzt wurden, muss häufig eine echte Generalsanierung erfolgen.
Das ehemalige Gang-WC wird dann praktisch umfunktioniert: Hier kann etwa ein kleiner Abstellraum entstehen, in dem auch gleich eine Waschmaschine angeschlossen werden kann. Gerade bei kompakten Altbauwohnungen ist diese Zusatzfläche ein gern gesehener Vorteil.
Da eine echte Generalsanierung kostenintensiv ist, stellt der Verkauf der Wohnung im sanierungsbedürftigen Zustand eine gerne genutzte Alternative dar, die mit weniger Risiko und Aufwand verbunden ist. Meistens sind Substandardwohnungen 1- oder 2-Zimmer-Wohnungen. Diese kleinen Einheiten lassen sich gut verkaufen oder - im sanierten Zustand - ebenso problemlos vermieten. Eine Substandardwohnung in guter Lage verkaufen, ist deshalb recht einfach möglich. Verkäufer müssen jedoch mit realistischen Preisvorstellungen an den Verkauf herangehen, da entsprechend viel in die Instandsetzung der Immobilie investiert werden muss, bis sie wieder verkauf- oder vermietbar ist.
Insgesamt sind Substandardwohnungen somit zwar immer seltener am Markt zu finden, doch sie bieten echtes Potenzial, um neuen, zeitgemäßen Wohnraum zu schaffen und das ehemalige Gang-WC wird zur praktischen Lagerfläche.
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Tipp: Sie möchten mehr darüber erfahren, wie Wohnungen in Österreich nach ihrer Ausstattung eingestuft werden? In unserem Ratgeber „Ausstattung einer Immobilie“ erfahren Sie, welche Merkmale die Kategorien A bis D unterscheiden und welche Bedeutung die Ausstattung für Altbauwohnungen hat.
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