Businessplan erstellen: Inhalte, Vorlage und Tipps

Autor: Helmut Zangerl
Kategorie: Corporate Finance
Datum: 12.05.2021

Egal ob Jungunternehmen oder Großbetrieb: Bei großen Investitionsvorhaben in neue Produkte oder Märkte ist ein Businessplan unerlässlich. Dieser dient dabei sowohl für einen möglichen Firmenkredit als auch zur Präsentation vor Investoren und Geschäftspartnern. Was dieser enthält und wie man ihn erstellt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Businessplan: Das Wichtigste im Überblick

  • Wollen Sie von Banken im Zuge der Beantragung einer gewerblichen Finanzierung, Investoren oder Förderstellen Kapital für eine große Unternehmung, dann müssen Sie in der Regel einen Businessplan vorlegen. Schließlich möchten die Geldgeber Ihr Geschäftsmodell einschätzen können.
  • Ein Businessplan beschreibt die handelnden Personen und deren Kompetenzen, das Geschäftsmodell, die Produkte, den Markt, das Marketingkonzept, die Strategie und die Organisation. Abschließend mündet alles in einer fundierten Finanzplanung, welche den Weg zum finanziellen Erfolg beschreibt.
  • Achten Sie bei der Erstellung des Plans auf eine fundierte Marktbetrachtung und eine realistische Einschätzung von Umsätzen und Kosten. Die Konkurrenz schläft nicht und neue Kunden müssen von den Vorzügen Ihrer neuen Leistungen erst überzeugt werden.
  • Wollen Sie auf Nummer sicher gehen, dann sollten Sie den Businessplan gemeinsam mit einem Profi (wie z. B. spezialisierten Unternehmensberatern oder Wirtschaftsprüfern) erstellen. Er sollte aber unbedingt Ihre „unternehmerische Handschrift“ tragen.

Was ist ein Businessplan?

Im Businessplan wird Ihr Unternehmenskonzept mit allen Schritten bis zur Umsetzung beschrieben. Es sollte Ihr gesamtes Geschäftsmodell ausführlich und verständlich dargestellt werden. Von der Vision, über die strategischen Ziele, bis zur Markteinschätzung und Finanzprognose sollte alles enthalten sein. Die Hilfe von professionellen Unternehmensberatern bei der Erstellung kann entscheidend sein, denn der Businessplan dient potenziellen Geldgeber als erste und wichtigste Entscheidungsgrundlage.


An wen richtet sich ein Businessplan?

Ein Businessplan sollte Ihr Geschäftsmodell gegenüber potenziellen Geldgebern und Geschäftspartnern greifbar machen. Die wichtigsten Adressaten sind dabei:

  • Private Investoren: Wohlhabende Privatpersonen aus Ihrem Umfeld oder spezialisierte Business-Angels zählen zu dieser Gruppe.
  • Banken: Gibt es noch keine Bilanzzahlen, dann zählt für Banken umso mehr ein plausibler Business-Plan mit fundierten und realistischen Annahmen, wenn Sie einen Firmenkredit beantragen.
  • Venture-Capitalist: Für diese spezialisierte Zielgruppe erfordert der Businessplan äußerste Professionalität und Plausibilität. Ein Fehler kann bereits als „Drop-Out“ gelten.
  • Kunden und Lieferanten: Für die Vorstellung bei wichtigen Kunden und Lieferanten ist ein gutes Konzept wichtig, damit diese für die Zusammenarbeit gewonnen werden können.
  • Förderstellen wie aws: Die Förderstellen wollen genau wissen, was Sie mit ihrem Geld anstellen würden und wollen dies anhand eines Businessplans erläutert haben.

Wozu dient ein Businessplan?

Der Businessplan ist eine Art Kompass bzw. Wegweiser in der Umsetzung Ihres Geschäftsmodells. Er dient als Orientierungshilfe bei der Einschätzung von Chancen und Risiken. Dabei ist es die Herausforderung, im Rahmen der vorhandenen Marktbedingungen, der verfügbaren bzw. generierbaren Mittel und innerhalb einer bestimmten Zeit den Aufbau eines rentablen Unternehmens oder Vorhabens darzustellen.

In der Kommunikation mit Banken für eine gewerbliche Finanzierung sowie potenziellen Investoren dient Ihnen der Businessplan als die zentrale Unterlage zur Präsentation Ihrer Geschäftsidee. Damit stellt er Ihre Visitenkarte dar und muss jederzeit einer kritischen Prüfung durch Investoren oder Stakeholder standhalten.

Im weiteren Verlauf der Umsetzung Ihres Vorhabens dient er gleichzeitig als Kontrollinstrument, im Sinne eines Soll-Ist-Vergleichs der darin geplanten Entwicklung.


Häufige Fragen zum Businessplan

 

Alle Unternehmen, die mit einer großen Investition Neuland in Sachen Produkte, Märkte und Wachstum betreten, sollten einen Businessplan erstellen, um neue Geldgeber in Form von Investoren, Banken oder Förderstellen anzusprechen.

 

 

Am Anfang des Plans sollte sich der Leser in einer Zusammenfassung (Executive Summary) einen Überblick verschaffen können. Nachfolgend sind die Beschreibung des Geschäftsmodells, der Leistungen, der Strategie und eine Definition der Kundenzielgruppe erforderlich.

Weitere Punkte sind die Quantifizierung des Marktes, die Beschreibung der Mitbewerber und des Marketing- und Vertriebskonzeptes. Auch Organisation und rechtliche Struktur sollten dargestellt werden. In einer SWOT-Analyse sollten Stärken und Schwächen, aber auch zukünftige Chancen und Bedrohungen beleuchtet werden (Abkürzung SWOT: Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats).

Zudem sollte noch die gesamte Finanzplanung anhand plausibler Zahlen integriert werden. In diesem Punkt kann der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer unterstützen.

 

 

Die Länge hängt von der Komplexität des Geschäftsmodells, der jeweiligen Branche sowie des Finanzierungsvolumens ab. In der Regel sollte dieser ca. 15 bis 20 Seiten umfassen, maximal sollten meist jedenfalls 25 Seiten ausreichend sein.

 

 

Es gibt zahlreiche kostenlose Standardtools oder Billigangebote am Markt. Für einen professionellen Businessplan eines spezialisierten Unternehmensberaters müssen Sie je nach Art des Geschäftsmodells sowie Umfang, Zweck und Tiefe der Analysen aber sicher mit einem Betrag zwischen 2.000 und 10.000 Euro rechnen (bei großen Vorhaben auch deutlich darüber).              

 

 

Es gibt außerhalb konzessionspflichtiger Branchen keine Verpflichtung zur Erstellung eines Businessplans. In vielen Bereichen gilt es aber als „State of the Art“ und ist damit in der Praxis von entscheidender Bedeutung. Ohne Businessplan ist es vielfach schwieriger, Investoren und Banken anzusprechen und damit Gelder zu erhalten.

 

 

Der Finanzplan ist eine Vorschau zukünftiger Erträge und Aufwendungen, des geplanten Bilanzbildes sowie der erwarteten Geldflüsse in Ihrem Unternehmen. Er stellt die geplante wirtschaftliche Entwicklung dar und dient als Basis für die Einschätzung des Erfolgspotentials. Im operativen Bereich werden Produktumsätze und Ausgaben des laufenden Betriebes dargestellt. Ergänzt wird mit einem Investitions- und Finanzierungsplan.

 

 

Klassische Unternehmenspräsentationen, ausführliche Vorträge und persönliche Gespräche sowie die Vorlage der letzten Bilanzen, eine Vorschau-Rechnung für das aktuelle Geschäftsjahr und/oder eine Planrechnung für die nächsten 3 Jahre durch den Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer stellen eine gewisse Alternative dar.

 


Businessplan: Aufbau und Inhalte

Es gibt hier zwar kein Patentrezept, da jedes Geschäftsmodell individuell zu beschreiben ist. Aber es gibt wiederkehrende allgemeine Teile, welche regelmäßig in Businessplänen beinhaltet sind. Nachfolgend finden Sie ein Businessplan Beispiel.

Businessplan Vorlage:

Deckblatt/ Titelseite

Dieses sollte die Überschrift „Businessplan“; Geschäftsidee – Vorhaben (Titel oder Schlagzeile); den Unternehmensnamen, Kontaktdaten sowie das Datum enthalten. Danach kann noch ein Inhaltsverzeichnis als nächste Seite eingefügt werden.

Zusammenfassung (Executive Summary)

Es ist der wichtigste Teil eines Businessplans, da hier das Interesse der Investoren bzw. Kreditgeber geweckt wird. Auf einer Seite sollten Sie Geschäftsidee, Produktvorteile, Gründungsteam, Märkte, Zielgruppen, Vertriebskonzept und die Quintessenz der Finanzplanung darstellen.

Grundlegendes, Aufbauorganisation, Gesellschafter und Geschäftsführer

Hier geht es um elementare Grundlagen Ihres Unternehmens, die Gesellschaftsform, Führungs- und Gründungsgesellschafter-Struktur, Kernkompetenzen und Geschäftsidee. Hier zeigen Sie, was Ihr Team kann und wie Sie Ihr Unternehmen die nächsten Jahre „hochfahren“.

Geschäftsidee

An dieser Stelle sollten Sie Produkt, Angebot und Dienstleistung detailliert beschreiben. Es geht um Nutzen und Alleinstellungmerkmale (USP) bzw. besondere Vorteile für Ihre Kunden. Sie zeigen kurz und prägnant was Sie von der Konkurrenz unterscheidet und zwar in verständlicher Sprache.

Branche, Markt und Mitbewerber

Oft werden den Investoren enorme Potentiale und Zuwachsraten präsentiert, selbst wenn nur ein minimaler Marktanteil von wenigen Prozent erreicht wird. Vor zu viel Euphorie sei gewarnt, denn wenn nicht mit realistischen und plausiblen Annahmen gearbeitet wird, kann dies spätestens in der Detailanalyse von Investoren und Banken aufgedeckt werden.

Es gilt Marktpotential, Preisdurchsetzungskraft, Markteintrittsbarrieren und Mitbewerber genau zu beobachten und zu kennen. Hier können WKO, Fachmagazine, Marktstudien und Unternehmensberater behilflich sein. Vor allem klar definierte, realistische Zielgruppen und ein ausreichendes Marketingbudget sind erforderlich, um einen Fuß in die Tür potenzieller Kunden zu bekommen.

Da die Anlaufphase oft länger als erwartet dauert, sollte man diesbezüglich einen vernünftigen Puffer bei der Betriebsmittelfinanzierung einplanen.

Marketing (Positionierung, Preis, Marktkommunikation, USP)

„Wieso sollen wir ausgerechnet Ihre Produkte oder Dienstleistungen in Anspruch nehmen? Der Markt bietet doch eine facettenreiche Auswahl.“ Lassen Sie sich von solchen Aussagen nicht abschrecken, damit wollen wir Sie lediglich für den Kern der Sache sensibilisieren.

Es geht darum, die Problemlösungskompetenz, den speziellen Nutzen/ Vorteil bzw. die Alleinstellungsmerkmale Ihres Produktes zu präsentieren. Vom Design über den Preis bis zur Logistik sollten Sie hier alle Instrumentarien im Sinne Ihrer Zielgruppe ausrichten. Auch Werbung, Events und öffentliche Auftritte stellen Sie hier dar.

Finanzplanung (Kapitalbedarf, Finanzierung, Einnahmen, Ausgaben, Liquidität und Rentabilität)

In diesem Teil sollten Sie Ihre Annahmen im Vertrieb und zu den Kosten in verständlichen Zahlen darstellen. Empfehlenswert dabei ist, bei jeder einzelnen Ertrags- und Aufwandsposition in die Tiefe gehen. Bei Bedarf sollten Sie diesen Teil mit einem in der Branche spezialisierten Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer abstimmen. Der Finanzplan inkl. der Einschätzung des Kapital- und Betriebsmittelbedarfs benötigt eine gesunde Portion Bodenständigkeit und Realismus.

Im Sinne der kaufmännischen Vorsicht sollten Sie bei den Kosten und geplanten Investitionen auch mögliche Preissteigerungen berücksichtigen sowie die Umsätze eher konservativ schätzen, vor allem in den ersten Jahren der Anlaufphase.

Chancen/ Risiken bzw. SWOT-Analyse

In diesem Abschnitt geht es um eine fundierte und gut nachvollziehbare Einschätzung Ihrer Stärken und Chancen, wobei Sie durchaus optimistisch sein dürfen. Wichtig dabei ist, gleichzeitig ganz nüchtern Ihre Schwachstellen und potenzielle Gefahren ebenso aufzuzeigen. Am besten Sie gehen von einem realistischen Fall aus und zeigen die Potentiale und Risiken nach oben und unten auf. Damit überzeugen Sie Investoren bzw. Geldgeber, dass Sie alles im Blick haben und über ein gesundes Maß an Selbstreflexion verfügen.

Anhang mit Unterlagen

Sie sollten Ihre Aussagen belegen können. Lebensläufe, Referenzprojekte, Ausbildungsnachweise, Gesellschaftsvertragsentwurf, ein Entwurf des Miet- oder Pachtvertrags bzw. Kaufvertrags sind ebenso wichtig wie eventuelle Kostenvoranschläge für Investitionen. Auch Patente, Markenrechte, Betriebsanlagengenehmigungen oder Baupläne gehören in den Anhang. Wichtig ist, dass dieser nachvollziehbare Nachweise Ihres geplanten Geschäftsmodells enthält.

Diese Businessplan Vorlage Österreich kann eine gute Orientierungshilfe sein, wenn Sie sich strukturiert mit diesem Thema im Zuge eins Investitionsvorhabens bzw. einer gewerblichen Finanzierung beschäftigen.

Businessplan: Vorlage und Beispiel  

Weitere Beispiele für einen Businessplan in Österreich, welche Ihnen eine Unterstützung sein können, finden Sie nachfolgend.

WKO Infina ist Mitglied der Wirtschaftskammer Österreich 


Businessplan erstellen in 7 Schritten

Die konkreten Arbeitsschritte für eine Erstellung sollten Sie strukturiert angehen. Sie suchen eine Anleitung, um einen Businessplan zu erstellen? Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick:

1. Grundlagen beim Businessplan erstellen

Machen Sie sich zuallererst mit Sinn und Zweck sowie Inhalt und Struktur von Businessplänen vertraut. Lesen Sie sich in die Materie ein und überfliegen Sie bestehende Muster und Vorlagen.

2. Leiten Sie Ihre Idee in ein Geschäftsmodell über

Ideen kann jeder haben. Doch die meisten scheitern daran, diese strukturiert in ein Geschäftsmodell überzuleiten. Dazu sollten Sie die Bedürfnisse der wichtigsten Adressaten im Auge behalten. Nur so werden Sie eine Gründungsfinanzierung, einen Gewerbekredit für ein neues Geschäftsfeld oder Kapital von Investoren erhalten.

3. Schauen Sie sich so viele Businesspläne wie möglich an

Im Internet gibt es zahlreiche Strukturen und Musterbeispiele. Sie sollten sich einige heraussuchen und diese genauer ansehen. Lassen Sie sich davon inspirieren. Gleichzeitig bieten Banken und diverse Gründer-Portale Businessplan-Tools zur Erstellung

4. Strukturieren Sie grob

Vom Deckblatt, der Executive Summary, bis hin zum Marketing, Finanzplanung und Anhang sollten Sie die für Sie in Frage kommende Struktur aufbauen und bereits die ersten Unterpunkte gliedern.

5. Beschaffen Sie die wichtigsten Fakten

Zur Marktanalyse und Umsatzableitung benötigen Sie zuverlässige Fakten, die Ihnen Branchenexperten, Statistiken, Wirtschaftskammer, Verbände oder spezialisierte Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater zur Verfügung stellen können. Bezüglich Investitionsbedarf fragen Sie erfahrene Planer, Techniker und holen Sie auch mehrere Kostenvoranschläge ein. Fundieren Sie schlichtweg Ihre Aussagen.

6. Verfassung der Texte

Nun folgt der wichtigste Teil, nämlich jener der Schlussfolgerungen aus den Datenmaterialien und Ausformulierung in Texten. Achten Sie auf eine durchgängige und schlüssige Formulierung. Heben Sie die kritischen Erfolgsfaktoren hervor und achten Sie auf einen roten Faden, der sich durch den ganzen Plan zieht.

7. Lassen Sie Ihren Businessplan gegenchecken

Gründungsberater, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und renommierte Consulting-Firmen sind hier die Anlaufadressen. Aber auch erfahrene Unternehmer können sehr hilfreich sein. Sollten Sie sich zu unsicher sein, dann ist es kein Beinbruch, sich den Businessplan erstellen zu lassen. Er sollte aber jedenfalls Ihre Handschrift tragen, denn es geht auch ein Stück weit um Authentizität.


Hilfen und Tools für den Businessplan

Gratis-Tools zur Erstellung des Businessplans und Strukturen des Aufbaus sind online vielfach vorhanden. Doch ist es oft schwer zu beurteilen, welche dieser Hilfsmittel im konkreten Fall eine wirkliche Unterstützung sind. Eine gute Hilfe für Gründer und Jungunternehmer bietet die WKO mit ihrer Businessplan-Software „Plan4You“, welche eine einfache Alternative der Planrechnung ermöglicht und die Erstellung Ihres Businessplans unterstützt.


Häufige Fehler beim Businessplan – und wie man sie vermeidet

Leicht vermeidbare Fehler können dazu führen, dass weder Bank noch Investoren dem Geschäft nähertreten und finanzieren. Zurückbleiben unbezahlte Arbeitsstunden und leere Kilometer. Dies muss nicht sein, weshalb wir Ihnen an dieser Stelle häufige Fehler in der Businessplanerstellung zeigen:

Unternehmer bzw. Gründer und Gründerteam werden nur am Rande erwähnt

Vor allem zum Business-Start ist das Management der wichtigste Faktor, weshalb Banken und Investoren zuallererst wissen möchten, mit wem sie es zu tun haben. Dies erfordert eine genaue Beschreibung der Kompetenzen inklusive eines lückenlosen Lebenslaufs der einzelnen Gründungsmitglieder. Je ehrlicher Sie sich dabei präsentieren, desto besser ist es.

Unrealistische Umsatz- und Ertragsprognosen

Dies ist die Folge unzureichender Marktanalysen und Fehleinschätzung der Aufwendungen auf dem Weg zum regelmäßigen Produktverkauf oder der Etablierung eines Dienstleistungsangebots. Kunden sind keine Roboter, die auf bestimmte Preisparameter sofort reagieren. Menschen können von neuen Produkten meist erst nach einer gewissen Anlaufzeit bzw. schrittweise überzeugt werden. Dies erfordert ein professionelles zielgruppenspezifisches Marketing und dieses kostet Geld, oft mehr als ursprünglich angenommen.

Falscher Fokus – Thema verfehlt!

Vermeiden Sie zu lange technische Produktbeschreibungen im Fachjargon oder detaillierte Leistungsbeschreibungen. Auch wenn Sie ganz euphorisch über Ihr Produkt berichten, wollen Investoren primär ganz nüchtern die Erfolgschancen abschätzen können. Wer hier die Marktanalysen und Finanzplanung zu kurz kommen lässt, bekommt die Quittung in der „Höhle der Löwen“, sprich eine Ablehnung einer Anfrage für einen Unternehmenskredit von Banken und Investorenkapital.

Mangelhafte Finanzplanung

Eine gute Finanzplanung erfordert einen gründlichen Faktencheck, fehlerfreie Berechnungen und Berücksichtigung aller möglichen Ein- und Auszahlungen. Hier sollten Sie tief ins Detail gehen und keinen Posten vergessen. Insbesondere auch im Hinblick auf Cash Flows, zukünftige Investitionen und benötigte Betriebsmittel. Unplausible Werte oder zu optimistische Planungen führen zu Unsicherheiten bei den potentiellen Geldgebern.


Branchenabhängige Besonderheiten für den Businessplan

Die konkrete Ausgestaltung des Businessplans sollte sich an branchenspezifischen Rahmenbedingungen bzw. Besonderheiten orientieren und diese entsprechend berücksichtigen. Nachfolgend finden Sie Beispiele branchenabhängiger Besonderheiten:

Hotel- und Beherbergungsbetriebe:

Saisonalitäten wie Sommer- und/ oder Wintertourismus gefolgt von ruhigen Nebensaisonen. Dies sollte in der Preisgestaltung und Auslastung berücksichtigt werden. In der Hochsaison sind die Preise am höchsten, während in der Nebensaison oft mit günstigen Sonderangeboten Anreize für Gäste geschaffen werden müssen. Orientieren Sie sich an den Preis- und Nächtigungsstatistiken der Tourismusverbände oder des Landes. Oder prüfen Sie die Preise im Internet aller vergleichbaren Betriebe in Ihrem Umkreis.

Arztordinationen:

Hier ist es anfangs ein wichtiges Thema ob es sich um eine Wahl- oder Kassenarztpraxis handelt. Letztere hat ein größeres Patientenspektrum und von Anfang an regelmäßigere Einnahmen, allerdings bei geringeren Vergütungen. Als Wahlarzt können Sie sich stärker spezialisieren, bestimmte Zielgruppen über Zusatzleistungen ansprechen und höhere Honorare durchsetzen.

Maschinenbau und Robotik:

Hier steht und fällt das Konzept mit der Funktionsweise und Verlässlichkeit des Prototyps. Erfüllt dieser die Kundenerwartungen und bietet einen bisher noch nie dagewesenen Nutzen, so kann das Geschäftsmodell sogar „disruptiv“ werden. Und dies ohne allzu große Werbung machen zu müssen, denn Ingenieure verlassen sich auf harte Fakten, Tests, Referenzen und Fachmedien. Beachten Sie in diesen Fällen vor allem die umfangreichen Tests und Kosten, die bis zur Serienreife anfallen.


Der Businessplan: Basis für eine erfolgreiche Gründung

Der Businessplan als Kompass in der Umsetzung Ihrer Geschäftsidee erfordert in erster Linie viel Selbstdisziplin in punkto Informationsbeschaffung, Strukturierung und Ausformulierung. Banken, Förderstellen und Investoren brauchen Sicherheit und ein nachvollziehbares Konzept. Da Ihnen Banken und Investoren zur Präsentation in der Regel keine zweite Chance geben, muss das Konzept beim ersten Schuss sitzen. Eine gute Idee alleine reicht also nicht, die richtige Darstellung und perfekte Präsentation ist für die Zusage von Investoren oder einer gewerblichen Finanzierung entscheidend.

Lassen Sie sich von den Corporate Finance-Experten von Infina - Ihrem Partner für gewerbliche Finanzierungen – unterstützen. Wir beschäftigen uns ausführlich mit Ihrem Geschäftsmodell, Ihren Bedürfnissen und unterstützen Sie in der der professionellen Gesprächsvorbereitung und -führung mit Investoren und Banken. Dazu gehört immer ein professioneller Businessplan bzw. ein ausführliches Finanzierungsexposé.

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Bildquellen: SFIO CRACHO/ Shutterstock.com

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Über den Autor: Helmut Zangerl
Position: Bereichsleiter Corporate Finance

Das gewerbliche Kreditgeschäft steht seit Beginn meines beruflichen Wirkens im Mittelpunkt  meiner verschiedenen Tätigkeiten. Nach mehrjähriger Praxiserfahrung als Bilanzanalyst sowie in der Kreditprüfung in der Bank für Tirol und Vorarlberg AG habe ich die Leitung und vollumfängliche Risikoverantwortung für das Firmenkunden- sowie Treasury-Geschäft übernommen. Anschließend habe ich ein eigenes Unternehmen gegründet und mittelständische Unternehmen in Fragen der Strategie und zur Finanzierung beraten. Seit 2020 verantworte ich bei Infina den Bereich Corporate Finance mit dem Ziel, die Kunden bestmöglich über gewerbliche Finanzierungen zu informieren und persönlich zu begleiten.

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