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Zinsentwicklung und Prognosen

Datum: 13.09.2018 | Autor: Redaktion

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Wie werden sich die Zinsen in den nächsten Jahren entwickeln? Werden Änderungen Einfluss auf aktuelle und zukünftige Wohnkredite haben? Unsere Experten liefern dazu eine interessante Prognose.  

Bevor Sie einen Wohnkredit abschließen, sollten Sie einen groben Einblick in die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge haben. Diese bestimmen die Kurse von Währungen, Aktien und Anleihen, welche wiederum Auswirkungen auf Entwicklungen der Zinsen haben.

Wie werden sich unsere Zinsen in Zukunft also entwickeln? Grundsätzlich können Zinsen über kurz oder lang sehr stark schwanken, vor allem in den nächsten 2-3 Jahren sind Zinserhöhungen sehr wahrscheinlich. Diese Erhöhungen werden starken Einfluss auf variabel verzinste Kredite haben.

Prognosen über die nächsten 5-10 Jahren zu erstellen ist nicht möglich, da die Kapitalmärkte zu beweglich sind. Eine erneute Krise an den Weltfinanzmärkten ist aber nicht auszuschließen.


Einfach erklärt: Was sind Zinsen?

Zinsen werden von Banken bei Bereitstellung eines Kredites/Darlehens als Entgelt verlangt. Gut zu wissen: Verbraucher sind bei Zinsanpassungen durch den Kreditgeber besser geschützt als Unternehmer.

Mittlerweile gibt es zahlreiche Arten von Zinsen und alle haben Ihre eigene Berechnungsgrundlage. Einige sind so simpel, dass ein Taschenrechner ausreicht, andere hingegen sind viel komplexer. In diesem Fall gibt es zum Beispiel diverse Zinsrechner im Internet. Man kann zwischen Kredit-, Bausparvertrags- und Sparbuchzinsen unterscheiden:

Ratgeber Beitrag

„Zinsrechner: Zinsen berechnen und vergleichen" jetzt lesen

Kreditzinsen

Wenn Sie einen Kredit aufnehmen, müssen Sie eine Gegenleistung bringen. Diese wird im Kreditvertrag meist in Form eines Kreditzinses vereinbart. Kreditzinsen zahlen Sie somit als Gegenleistung für das geborgte Geld, das Sie vom Kreditgeber erhalten

Bausparvertragszinsen

Im Gegenzug zu den Kreditzinsen erhalten Sie bei Abschluss eines Bausparvertrages die sogenannten Bausparvertragszinsen. Dabei leihen Sie der Bausparkasse Geld und bekommen im Gegenzug Guthabenzinsen retour.

Sparbuchzinsen

Ähnlich wie bei den Bausparzinsen erhalten Sie bei Eröffnung eines Sparbuches Zinsen von der Bank. Hier leihen Sie der Bank Geld und bekommen dafür Zinsen. 


Der EURIBOR-Zinssatz und seine Zinsentwicklung

Im Kreditbereich spricht man häufig von EURIBOR-Zinssätzen. Der EURIBOR ist ein sogenannter Indikator, zu dem sich die Geldhäuser refinanzieren und in weiterer Folge Kreditmittel an den Endkunden oder Firmenkunden vergeben.

Unter Refinanzierung versteht man die Geldbeschaffung der Banken, damit sie Kredite vergeben können. Es gibt unterschiedliche Quellen, bei denen sich Banken refinanzieren können. Häufig leihen sich Banken Geld von den Notenbanken wie der europäischen Zentralbank. Kreditinstitute können sich aber auch über andere Geschäftsbanken oder Sparer refinanzieren.

Bausparkassen refinanzieren sich häufig durch Kundeneinlagen in Form von Bausparverträgen. Aber ganz gleich, woher die Refinanzierung kommt, die Kreditinstitute zahlen dafür ebenso einen Zins und haben somit dementsprechende Zinskosten. Bei der weiteren Kreditvergabe an Kunden verrechnen die Banken dann zusätzlich zu den Zinskosten einen Aufschlag (Marge). Dieser Aufschlag verbleibt bei der Bank und ist die sogenannte Zinsspanne. 


Die Zinsentwicklung in Österreich 2018

Info

Die Zinsentwicklung entscheidet im Verbraucherbereich nicht die Bank, sondern der Markt. Hier sind Sie als Verbraucher über das Verbraucherkreditgesetz geschützt. Eine festgeschriebene Zinsvereinbarung kann also nicht mehr einseitig vom Kreditgeber geändert werden. Gegen negative Marktentwicklungen (z.B. starke Inflationserhöhungen), die auch steigende Zinsen bringen, können Sie sich als Kreditnehmer nur durch Zinsabsicherungen schützen.

Die aktuelle Zinssituation ist seit Jahren durch niedrige Zinsen gekennzeichnet. In den letzten 20 Jahren sieht man derartige Niedrigzinsen vor allem in Japan. Auch in Europa und somit in Österreich haben wir ein äußerst niedriges Zinsniveau. Seit dem Jahr 2015 gibt es sogar eine Zinsanomalie in Form von sogenannten Negativzinsen.

Allerdings ist es wohl nur eine Frage der Zeit, bis Zinsen wieder ansteigen werden. Krisen, wie jene aus dem Jahre 2008, zwingen die Notenbanken in den meisten Fällen dazu, das Zinsniveau zu senken, um Investitionen attraktiv zu machen und somit die Wirtschaft anzukurbeln. Durch das aktuell mehrjährige Niedrigzinsniveau hat sich die europäische Wirtschaft also stark erholt und wächst jährlich mit ca. 1,5% bis 2,5%.

Zinsentwicklung bei der Immobilienfinanzierung

Bei Immobilienfinanzierungen muss man zwischen kurzfristigen und langfristigen Zinsen unterscheiden: Bei einem langfristigen Zinssatz handelt es sich um einen Zinssatz, der über einen längeren Zeitraum (über 10 Jahre) angewendet wird. Kurzfristige Zinssätze gelten für kürzere Zeiträume und sind mit Wertpapieren/finanziellen Vermögenswerten verbunden, die eine Laufzeit von weniger als einem Jahr haben.

Die kurzfristigen Zinsen dürften 2018 noch unverändert niedrig bleiben, es gibt also keine Abkehr vom Nullzinsniveau und die EURIBOR-Sätze werden weiterhin negativ sein. Die Entwicklung der langfristigen Zinsen hat im Jahr 2016 das niedrigste Niveau erreicht und steigt seitdem wieder konstant.

Haben Sie derzeit einen variablen Kredit, können Sie das das aktuell noch sehr niedrige Zinsniveau nützen, um Ihren Kredit gegen zukünftige Zinssteigerungen abzusichern. Die beste Möglichkeit dafür ist ein Wechsel auf einen Fixzinskredit.

Ist der Wechsel von einem variablen Kredit auf einen Fixzinskredit für Sie empfehlenswert? Ob Sie sich nun zu bestehenden Krediten beraten lassen möchten, aktuelle Kreditangebote vergleichen wollen oder Hilfe bei einer Umschuldung benötigen, unsere Wohnbau-Finanz-Experten helfen Ihnen gerne.

Zinsen berechnen: Das sollten Sie wissen

Möchten Sie Ihre Zinsen selbst berechnen, kann dies unter Umständen ein schwieriges Verfahren werden: Viele Daten, die für die Berechnung nötig sind, stehen Privatpersonen vor dem ersten Gespräch mit der Bank nämlich gar nicht zur Verfügung. Gut, dass es unseren Infina Zinsrechner gibt. Berechnen Sie kostenlos Ihre Zinsen und ersparen Sie sich damit unnötiges Kopfzerbrechen:


Die Zinsentwicklung in Europa

Ein anhaltendes Wirtschaftswachstum erfordert in fast allen Wirtschaftsphasen die Notwendigkeit von steigenden Zinsen. Zinserhöhungen sind in Europa ab Mitte 2019 prognostiziert. In Amerika gab es in den letzten zwei Jahren bereits sieben Zinserhöhungen, zwei weitere sollen 2018 folgen.

Diese Entwicklung ist auch für Europa bedeutend: Steigen in Amerika die Zinsen, so fließt Kapital aus Europa ab. Nimmt der Abfluss überhand, so kann mit steigenden Zinsen in Europa gegengesteuert werden.

Rückblickend laufen die Zinsentwicklungen in Europa und den USA in ähnlichen Zyklen, allerdings mit einer zeitlichen Verzögerung von 2-3 Jahren (siehe Grafik „Leitzinsen im internationalen Vergleich“). Somit könnte es 2019 in Europa ebenfalls zu den ersten Zinserhöhungen kommen.

Langfristige Zinsprognose: Was kann passieren?

Prognose der Zinsentwicklung bis 2020

Es ist von leicht ansteigenden Zinsen ab Mitte bzw. Ende 2019 auszugehen, das zeigen zumindest die Prognosen von Experten. Die Zinserhöhungen werden vorerst jedoch nicht sehr stark ausfallen, da bei zu heftigen Ausschlägen nach oben der Wirtschaftsmotor zu stottern beginnen würde.

Die Zinsen hängen aber sehr stark mit der Entwicklung der Währungen zusammen. Deshalb werden die europäischen Währungshüter darauf achten, dass eventuelle Krisengefahren im Euroraum verhindert werden, um so den Euro zu stabilisieren.

EZB-Prognose zur Zinsentwicklung

Die Europäische Zentralbank (EZB) muss auf Stabilität im Euroraum setzen, um den Wunsch nach einer kontrollierten Inflation umsetzen zu können. Nur bei Erreichen des gewünschten Inflationsziels können die Zinsen angehoben werden.

Im Vergleich zu Amerika besteht bereits jetzt ein Zinsabstand von 2,0% zwischen dem EZB-Leitzinssatz und dem amerikanischen Leitzinssatz (Fed-Fund-Rate). Ende 2018 sollte der Abstand auf knapp 2,5% steigen. Es ist daher nur eine Frage der Zeit, bis die EZB auch an der Zinsschraube dreht.

Die Zinsentwicklung in den nächsten 20 Jahren

Es können keine Prognosen über Zinsentwicklungen der nächsten 10 bis 20 Jahre aufgestellt werden. Die Kapitalmärkte sind viel zu beweglich. Schon kleinere Krisen können Prognosen über Nacht komplett widerlegen. In den letzten 50 Jahren hat es im Schnitt alle 7-8 Jahre eine merkliche Krisensituation an den Weltfinanzmärkten gegeben. Die letzte Wirtschaftskrise war 2008, also schon vor 10 Jahren. Viele Marktteilnehmer erwarten deshalb schon bald die nächste Krise, welche einen starken Einfluss auf Währungen und Zinsen haben wird.

Baufinanzierung: Mögliche Zinsprognosen

Kommen die erwarteten Zinserhöhungen, hat das natürlich auch Auswirkungen auf Baufinanzierungen und Wohnkredite: Die monatlichen Kreditraten werden in den nächsten Jahren wieder steigen. Problematisch wird das vor allem bei bestehenden variablen Krediten ohne Zinsabsicherungen. Lassen Sie sich in jedem Fall beraten, Ihre Kreditkosten können nämlich schon bald um einiges höher sein.

Für jene, die eine Baufinanzierung erst in den nächsten Monaten beantragen, gibt es eine gute Nachricht: Baufinanzierungen gibt es auch mit einer Fixzinsbindung von bis zu 25 Jahren (im Ausnahmefall 30 Jahre). Sie bieten eine optimale Absicherung für die Zukunft.

Für diese Sicherheit zahlen Sie einen bestimmten Aufschlag, wodurch die Kosten auf den ersten Blick etwas höher erscheinen als bei variabel verzinsten Krediten. Dafür haben Sie aber die bestmögliche Kalkulationsbasis für Ihre monatlichen Verpflichtungen.

Brauchen Sie Unterstützung? Infina vergleicht und findet für Sie den besten Wohnkredit bei der richtigen Bank – unabhängig, transparent und flexibel. Mehr dazu