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Testamentsarten

Beim Testament handelt es sich um eine Erklärung des letzten Willens einer Person. Darin wird geregelt, wer nach dem Tod einer Person welche Vermögenswerte erben soll. Das bedeutet zu Lebzeiten des Testators bleibt dieser weiterhin Eigentümer seines Vermögens und kann darüber verfügen wie er möchte. Es ist jedenfalls empfehlenswert, den letzten Willen in einer Testamentsurkunde zusammenzufassen. Wir haben die verschiedenen Testamentsarten für Sie zusammengefasst:

Testamentsarten
Das eigenhändige Testament

Das eigenhändige Testament wird vom Erblasser selbstständig und handschriftlich verfasst. Es ist handschriftlich zu unterfertigen, wobei keine Zeugen erforderlich sind. Dabei muss die Unterschrift am Ende des Textes stehen. Die Bezeichnungen Testament oder Letzter Wille müssen enthalten sein. Weiter ist wichtig, dass Vor- und Zuname des Erblassers integriert sind. Die Angabe von Ort und Datum ist ebenso wichtig. Das eigenhändige Testament ist die einfachste Testamentsform. Ein Nachteil des eigenhändigten Testaments ist, dass es leicht übersehen oder gar beseitigt werden kann.

Das fremdhändige Testament

Im Gegensatz zum eigenhändigen Testament wir das fremdhändige Testament durch dritte Person handschriftlich oder maschinell verfasst. Dann wird das fremdhändige Testament vom Erblasser sowie von drei Zeugen eigenhändig unterfertigt.

Seit der Testamentsreform Anfang 2017 sind folgende Maßnahmen bei Errichtung eines fremdhändigen Testaments erforderlich:

  • Der Erblasser muss nicht nur eigenhändig unterfertigen, sondern er muss durch einen eigenhändig geschriebenen Zusatz auf dem Testament ausdrücklich erklären, dass das Testament den letzten Willen enthält: "Dies ist mein letzter Wille".
  • Die erforderlichen drei Zeugen müssen bei Unterfertigung durch den Erblasser gleichzeitig anwesend sein und durch Nennung von Vor- und Familienname, Geburtsdatum und Adresse identifizierbar sein.
  • Die Zeugen müssen auf dem Testament eigenhändig mit einem Zusatz unterfertigen, der auf die Eigenschaft als Zeuge hinweist. Die Zeugen dürfen jedoch selbst im Testament nicht begünstigt sein. Sie dürfen auch keine näheren Verwandten oder Angestellten der im Testament bedachten Personen sein. Vor den Zeugen muss durch den Erblasser bekräftigt werden, dass es sich bei dem Schriftstück um den letzten Willen handelt. 
Das öffentliche Testament

Die Errichtung eines öffentlichen Testaments erfolgt bei Gericht oder einem Notar – schriftlich oder mündlich. Dabei muss sich der Richter bzw. Notar durch geeignete Fragen vom Willen und der Einsichtsfähigkeit überzeugen.

Hinweis: Die Testamentserrichtung von Personen zwischen 14 und 18 Jahren darf nur in öffentlicher Form erfolgen.

Das Nottestament

Nur wenn unmittelbar (Lebens)Gefahr droht, so kann ausnahmsweise ein Testament auch mündlich vor zwei gleichzeitig anwesenden Zeugen erstellt werden. Diese müssen geschäftsfähig und dürfen nicht befangen oder selbst erbberechtigt sein. Das Nottestament verliert drei Monate nach Wegfall der Gefahr seine Gültigkeit. Es sollte daher nach Wegfall der Gefahr durch ein schriftliches Testament ersetzt werden.

Ein Testament widerrufen

Ein Testament kann, unabhängig davon ob eigen- oder fremdhändig verfasst, jederzeit abgeändert oder aufgehoben bzw. widerrufen werden. Wird ein neues, gültiges Testament erstellt, so verlieren ältere Testamente ihre Gültigkeit. Ein neues Testament aufzusetzen, ist vor allem dann ratsam, wenn sich die Umstände geändert haben. Ein Widerruf sollte auch im zentralen Testamentsregister der österreichischen Notariatskammer oder im Testamentsregister der österreichischen Rechtsanwälte des österreichischen Rechtsanwaltskammertages eingetragen werden.

Ältere Schriftstücke werden am besten vernichtet oder mit einem Ungültigkeitsvermerk versehen. Ein bereits bei einem Notar bzw. bei Gericht hinterlegtes Schriftstück kann jederzeit zurückverlangt oder durch eines neues Testament ersetzt werden. Dies gilt auch für ein Vermächtnis.

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