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Frankenkredit jetzt konvertieren?

Als Frankenschuldner können Sie vorübergehend aufatmen. Infolge einer Abschwächung des Wechselkurses zum Euro haben sich auf 12-Monats-Sicht Ihre in Euro umgerechneten Schulden um 7,5% verringert.

Doch folgender Hintergrund stimmt Experten skeptisch, dass es über einen längeren Zeitraum so weitergeht: Die Diskussionen über eine mögliche geldpolitische Wende in Europa führten im Euroraum in den vergangenen Monaten zu einem Zinsanstieg am langen Ende. Im laufenden Jahr tendierte der Euro gegenüber fast allen gängigen Währungen fester, vor allem gegenüber dem US-Dollar, der sich ausgehend von einem historisch hohen Niveau auf Rückzug befindet.

Devisenkontrollen im Extremfall

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) ist bestrebt, dass der Franken zum US-Dollar nicht mehr weiter aufwertet. Zumindest die Parität (1:1-Verhältnis) sollte gehalten werden. Dazu hat sie zur Wechselkursstützung verstärkt US-Dollar aufgekauft. Ein Indiz dafür ist, dass von Ende 2016 bis 30.09.2017 die Dollarreserven der SNB von 228 auf 271 Mrd. USD anstiegen. Umgerechnet in Franken stiegen diese ebenfalls überproportional, nämlich von 232 auf 263 Mrd. CHF, während die gesamten Devisenanlagen der SNB in diesem Zeitraum von 696 auf 761 Mrd. CHF bzw. 117% der Wirtschaftsleistung 2016 wuchsen! Zwar ermöglicht der aktuell zum Franken feste Euro durch Wechselkursgewinne gewisse Interventionsspielräume, doch allein ein Blick auf die Höhe der Devisenreserven schreckt ab.

Schließlich sind die Kantone in der Schweiz auch an der SNB beteiligt. Hohe Wechselkursverluste könnten Dividendenausschüttungen kosten und würden damit auf Kosten der öffentlichen Hand gehen. Da regt sich auf politischer Seite Widerstand, vor allem seitens der SVP (Schweizerische Volkspartei). Eines Tages könnten dann zwecks Begrenzung des Verlustpotenzials für die Allgemeinheit Interventionen per politischem Beschluss untersagt werden. Dieses Ereignis würde eine stärkere Aufwertungswelle einleiten. Um dann noch die globalen Kapitalflüsse unter Kontrolle zu bekommen könnte es als „Ultima Ratio“ zu Devisenkontrollen kommen. Diese wären schlecht für Frankenschuldner in Österreich. Banken könnten in so einem Szenario unter Berufung auf „höhere Gewalt“ laut ABGB Zwangskonvertierungen zu äußerst ungünstigen Wechselkursen durchführen.

Wie verhalten?

Die konkrete Entscheidung muss jeder Kreditnehmer anhand diverser Parameter für sich treffen. Dabei spielen Risikofreude, Einkommen und vorhandene Reserven die wichtigste Rolle. Je höher Ihre Risikofreude und je höher Ihr Einkommen und Ihre vorhandenen Reserven (Wertpapiere, Immobilien, Lebensversicherungen, etc.) sind, desto mehr Wechselkursrisiko können Sie eingehen. Sind Sie jedoch vorsichtig und Ihre Reserven knapp bemessen, könnte eine Konvertierung in Euro in Kombination mit einer saldoreduzierenden Einbringung des Tilgungsträgers und Umstellung auf monatlich ratierliche Zahlung ein Thema sein, vor allem dann, wenn die Bank einer Umschuldung in einen Eurokredit mit längerer Laufzeit zustimmt.

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